Gartenbeleuchtung: das Grundstück in Szene setzen

Ob romantisch, pragmatisch oder effektvoll, ob Bodenstrahler, Pollerleuchten oder Unterwasserscheinwerfer für den Teich: Sie haben verschiedenste Möglichkeiten, Ihre Gartenbeleuchtung zu gestalten. Setzen Sie Ihr Freiluft-Wohnzimmer eindrucksvoll in Szene.


Gartenbeleuchtung: Die Grundentscheidung

Das Haus ist gebaut und bezogen, der Garten angelegt. Jetzt können Sie sich an die Feinheiten in Sachen Gestaltung machen. Dazu gehört auch die Gartenbeleuchtung. Als erstes geht es meistens um die Sicherheitsfragen: Wie leuchten wir die Wege auf dem Grundstück aus? Wo müssen Lampen und Lichtschalter angebracht sein, um sicher vom Haus zum Carport zu kommen? Wollen wir Bewegungsmelder installieren?

Als zweites sollten Sie sich fragen, ob Sie mit einer passenden Gartenbeleuchtung ästhetisch arbeiten möchten. Denn mit schönen Lichtakzenten können Sie jeden – auch noch so kleinen – Garten aufwerten. Denken Sie beispielsweise an ein diffuses Licht im Gartenteich. Auch in den Rasen eingelassene Bodenstrahler machen einiges her. Mit Spießstrahlern wiederum können Sie Statuen oder Kunstobjekte abends besonders hübsch hervorheben. Und schon eine einzige Laterne macht Ihre weiße Bank hinten im Garten zu einem stimmungsvollen Highlight. So können Sie bei der Gartenbeleuchtung mit wenig Einsatz und geringen Kosten viel erreichen.


Vorbereitung der Gartenbeleuchtung

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Bereits beim Bau oder Umbau Ihrer Immobilie sollten Sie die Gartenbeleuchtung mitdenken. Wenn Sie nicht ausschließlich Solarleuchten aufstellen wollen, brauchen Sie Strom. Im Idealfall haben Sie die Kabelauslässe für Leuchten und Steckdosen beim Hausbau eingeplant. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) empfiehlt, sich in Sachen Gartenbeleuchtung vorab folgende Fragen zu stellen, die gleichzeitig die drei Grundfunktionen der Gartenbeleuchtung aufzeigen:

  • Welche Bereiche sollen beleuchtet werden?
  • Sind Treppen und Wege zu markieren?
  • Welche Pflanzen und Objekte sollen mit Beleuchtung inszeniert werden?

„Man sollte sich den Garten vorstellen wie eine Theaterbühne mit Vorder-, Mittel- und Hintergrund“, erklärt Gartenplanerin Brigitte Kleinod in einem Artikel in der „Süddeutschen Zeitung“. Bäume im Hintergrund können Sie dementsprechend breitstrahlend von unten beleuchten. Sträucher im mittleren Bereich bringen Sie durch eine Beleuchtung von hinten zur Geltung. Pflanzen auf Blumenbeeten in Terrassennähe machen Sie mit einzelnen Strahlern zum Hingucker.

Die Kabel für die Gartenbeleuchtung sollten Sie etwa 60 Zentimeter tief im Boden verlegen. Dort sind sie in aller Regel vor Frost und Spatenstichen geschützt. Außerdem vermeiden Sie, dass die Kabel oberirdisch zu einer Stolperfalle werden. Viele Experten empfehlen darüber hinaus, die Kabel in der Tiefe mit einem Schutzrohr oder darüber ausgelegtem breiten Plastik-Band zu versehen. Das verhindert Beschädigungen, sollte einmal ausgeschachtet werden.

Klassische Gartenbeleuchtung für Wege

Bei der Gartenbeleuchtung für Treppen und Wege ist die optische Wirkung zweitrangig. Generell ist erst einmal wichtig, dass Sie die Fußwege rund um Ihr Haus funktionell beleuchten. Schließlich geht es um Ihre Sicherheit und die Ihrer Besucher. Zu leicht übersehen Sie im Dunkeln eine Stufe oder stolpern über einen dekorativ platzierten Blumenkübel. Vergessen Sie bei der Gartenbeleuchtung auch nicht die Wege zur Garage, zum Schuppen und hinab zum Kellereingang. LED-Lampen für den Außenbereich gibt es in ausreichender Stärke, damit bleibt Ihr Stromverbrauch selbst bei heller Ausleuchtung der Wege gering.

Für die Beleuchtung der Wege eignen sich zum einen Pollerleuchten sehr gut, auch als Sockelleuchten bekannt. Als Pollerleuchten bezeichnen Gartengestalter quasi jede Art von säulenförmiger Leuchte für den Garten, erhältlich sind sie in unterschiedlichen Höhen. Es gibt Leuchten, die nach unten abstrahlen, und solche, die ein Rundumlicht werfen. Tipp des Branchenverbands ZVEI zur Ausleuchtung von Wegen: „Je niedriger die Lichtpunkthöhe, umso kleiner muss der Abstand zur nächsten Leuchte sein.“ Der Begriff Lichtpunkthöhe meint dabei den Abstand zwischen Lichtquelle und Boden.

Zum anderen stehen die klassischen Wandleuchten zur Wahl. Diese Variante eignet sich bei der Gartenbeleuchtung für Wege, die direkt an Ihrem Haus oder an der Garage entlang führen. Wandleuchten gibt es ebenfalls als nach unten gerichtete Strahler und als Rundumleuchten. Ihr Stil reicht wie bei allen Arten von Gartenbeleuchtung von modern bis rustikal. Und auch hier gilt: Je schwächer die einzelne Lampe den Weg ausleuchtet, umso kürzer muss der Abstand zur nächsten Lichtquelle sein.


Weitere Arten der Gartenbeleuchtung

Über die populären Poller- und Wandleuchten hinaus haben Sie weitere Möglichkeiten der Gartenbeleuchtung:

  • Bodenstrahler: Sie werden in die Terrasse eingebaut oder ins Erdreich eingebracht. Bodenstrahler machen sich besonders gut, um kleine Bäume oder Sträucher im Dunkeln zur Geltung zu bringen.
  • Spießstrahler: Dies wiederum sind kleine, meist bodennahe Scheinwerfer. Mit Spießstrahlern setzen Sie Highlights. So machen Sie beispielsweise einen kleinen Brunnen oder eine Skulptur zum Hingucker.
  • LED-Ketten: Denken Sie hier als erstes an Lichterketten, die sich von Baum zu Baum hangeln? Das ist einerseits richtig. Andererseits gibt es aber auch sehr stilvolle LED-Ketten für eine lineare Gartenbeleuchtung, die in einem Aluprofil geführt werden. Geeignet sind sie zum Beispiel für die Umrandung von Terrassen, für die Kante einer Mauer oder für den Rand eines Holzwegs durch den Garten.
  • Kugelleuchten: Die kleinen oder großen leuchtenden Kugeln sind zurzeit sehr beliebt bei Gartenbesitzern. Es gibt sie im Durchmesser von wenigen Zentimetern bis hin zu Größen von 50 oder sogar 60 Zentimetern. Sie leuchten in Weiß oder farbig, sind rund oder oval.
  • Solarleuchten: Sie sind ein beliebter, meist preisgünstiger Artikel vom Discounter oder aus dem Baumarkt und setzen oft wahllos Lichtakzente. Gezielt ausleuchten lässt sich damit kaum.

Gartenbeleuchtung für den Teich

Besonders reizvoll sieht die Kombination von Licht und Wasser aus. Wenn Sie einen Gartenteich haben, können Sie mit Unterwasserscheinwerfern und Uferbeleuchtung arbeiten. Im Uferbereich setzen Sie dafür wie bei der übrigen Gartenbeleuchtung Strahler und Pollerleuchten ein. Mit ihnen heben Sie beispielsweise Ziergräser wie das Pfeifengras oder die Teichbinse hervor.

Im Unterwasserbereich dürfen Sie nur speziell für diese Zwecke ausgewiesene Leuchten einsetzen. Sie werden mit Schutzkleinspannung betrieben und haben einen vorgeschalteten Transformator. Mit Unterwasserstrahlern können Sie beispielsweise eine Seerose von unten erhellen. Oder Sie leuchten den Bereich aus, in dem das Wasser eines Springbrunnens auftrifft. Auch das gibt einen hübschen Effekt. Es sollten übrigens keine Fische in Ihrem Gartenteich leben, wenn Sie ihn beleuchten wollen. Denn: „Eine Beleuchtung, die teilweise schlagartig ein- und ausgeschalten wird und aus einer unnatürlichen Richtung (unten) kommt, bedeutet für die Fische im Gartenteich Stress“, warnt die Website „Gartenteich-Ratgeber“.


Hohe Leuchten selbst einbauen

Spießstrahler für die Gartenbeleuchtung können Sie in der Regel direkt in die Erde stecken. Sie sind nicht besonders hoch und schwer, halten sich daher meist recht gut im Boden. Für Pollerleuchten, gerade die höheren, brauchen Sie aber unbedingt einen festen Untergrund. Haben Sie in Ihrem Garten einen weichen, vielleicht sandigen Boden, müssen Sie nachhelfen. Dann gießen Sie ein Betonfundament.

Das klingt für Nicht-Handwerker erst einmal schwieriger, als es ist. Sie heben dafür ein entsprechend großes Loch aus, bringen eine Schalung aus Holz ein und gießen den Beton hinein. Achten Sie darauf, dass die Oberfläche des Betons schon beim Gießen möglichst gleichmäßig wird. Das erspart Ihnen umständliches Nachschleifen. Ist der Beton ausgehärtet, bringen Sie darauf die Sockelplatte für die Leuchte an. Auf Portalen wie selbermachen.de finden Sie konkrete Anleitungen inklusive Fotos für solche Do-it-yourself-Arbeiten.

Noch anspruchsvoller und dekorativer sind Leuchten, die aus Holz oder Metall selbst gefertigt werden. Die Herausforderung besteht in einer individuellen Gestaltung, die auch tagsüber zum Ambiente des Gartens passt.


Vermeiden Sie Fehler bei der Gartenbeleuchtung

Wie überall gibt es auch bei der Gartenbeleuchtung einige „Don’ts“. Was Sie bei der Lichtgestaltung Ihres Gartens vermeiden sollten:

  • Ein Zuviel an Gartenbeleuchtung: Der Dreh ist, mit Licht Akzente zu setzen. Wenn Sie zu viele Leuchten in Ihrem Garten anbringen, machen Sie diesen Effekt zunichte. Denn um zu wirken, benötig Licht immer auch dunkle Zonen daneben. Ausnahme: Wege und Treppen müssen selbstverständlich immer gut ausgeleuchtet sein.
  • Zu helles Licht: Wenn Sie einen kleinen Strauch im Garten geschmackvoll beleuchten möchten, sind Sie mit einer LED-Lampe in der Stärke 400 bis 600 Lumen gut bedient. Das entspricht bei einer Glühbirne 40 bis 60 Watt. Wählen Sie einen höheren Wert, kann das Licht leicht zu grell wirken.
  • Blendende Strahler: Achten Sie auf die Ausrichtung der Leuchten. Gerade kräftige Strahler sollten Sie nie so aufstellen, dass sie direkt auf die Terrasse oder in Ihr Wohnzimmerfenster leuchten. Wer auf einem Gartenweg in ein zu helles Licht schaut, hat im „schwarzen Loch“ gleich hinter der Lampe keine Orientierung – zu helles Licht überstrahlt Gegenstände direkt daneben und lässt sie regelrecht optisch verschwinden.
  • Falsches Material: Außenleuchten müssen aus einem wetterbeständigen, nichtrostenden Material sein. Sonst haben Sie nicht lange Freude daran. Gute Materialien für Lampen zur Gartenbeleuchtung sind Aluminium, Edelstahl, Kupfer und Messing.

Automatik für die Gartenbeleuchtung

Um Ihre Gartenbeleuchtung zu steuern, haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste Variante sind Lichtschalter. Dabei können Sie Leuchten koppeln, die immer gemeinsam in Funktion sein sollen. Daneben gibt es Gartenlampen, die per Fernbedienung funktionieren. Das reicht von der Bedienung einzelner Leuchten bis zur Integration der Gartenbeleuchtung in Ihre Smart-Home-Gebäudetechnik. So lassen sich nicht nur das Licht im Garten, sondern auch weitere Bereiche wie etwa Jalousien und die Sicherheitstechnik über einen einzigen Funk-Controller steuern.

Die eher klassische – und kostengünstigere Variante – ist die Steuerung der Gartenbeleuchtung mit Zeitschaltuhren und Dämmerungsschaltern. Für Wege, Carport, Eingangsbereiche und die Kellertreppe bieten sich Leuchten an, die per Bewegungsmelder funktionieren. Das dient Ihrer eigenen Bequemlichkeit und schreckt außerdem Einbrecher ab. Aber auch hier sollten Sie gut über die Platzierung nachdenken und gegebenenfalls noch einmal nachjustieren: Entwickelt sich Ihr Gartenweg zu einem beliebten Schleichpfad für Katzen, wird das wiederholte Anspringen der Gartenbeleuchtung zum Ärgernis.


Gartenbeleuchtung und Tiere

Apropos Tiere: Gartenbeleuchtung stört die Orientierung von Insekten, etwa von Nachtfaltern. Sie können die Sterne nicht mehr sehen oder halten die Lampen für Sterne, erklärt Magnus Wessel vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“. Bläuliches Licht lockt Insekten noch viel stärker an als gelbliches. Auch Vögel und Säugetiere können betroffen sein, warnt Wessel. Ihre nächtliche Ruhephase werde gestört. Dementsprechend rät der BUND dazu, bei der Gartenbeleuchtung nur so viel und so lange Licht einzusetzen, wie wirklich gebraucht wird. Nachts sollte die Nacht auch wirklich dunkel sein.

Eine Gartenbeleuchtung lässt sich am besten zusammen mit der Grundgestaltung des Gartens planen und anlegen. Vielleicht möchten Sie auch einen Gartenteich oder einen Swimmingpool anlegen lassen oder Sie wollen Ihr Grundstück durch Gestaltung und Drainagen gegen Starkregenfolgen schützen? Dann sprechen Sie mit einem Heimatexperten der Schwäbisch Hall und lassen sich eine für Ihre Zwecke passende individuelle und zinsgünstige Finanzierung ausarbeiten.

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