Bauhaus:  Der Ursprung modernen Bauens

Als Walter Gropius 1919 das Bauhaus gründete, schlug die Geburtsstunde der modernen Baukunst. Von Haus aus Architekt, stand das Bauen für ihn von Anfang an im Mittelpunkt seines ästhetischen Neuansatzes. Mit globaler, bis heute anhaltender Wirkung.


Bauhaus: Ganzheitlicher Start in ein neues Zeitalter

  • 1919 hatte der 1. Weltkrieg auch Deutschland grundlegend verändert. Die Menschen suchten Orientierung und Sinngebung. In dieser Phase gründete Walter Gropius im April 1919 in Weimar das Bauhaus, eine staatliche Kunstschule.
  • Diese führte erstmalig Handwerk und Kunst zusammen und propagierte ein ganzheitliches Denken. Statt in getrennten Disziplinen zu planen und zu arbeiten, floss alles ineinander: Hausbau, Innengestaltung, Möbel, Kleidung, Geschirr, Kinderspielzeug, Schmuck, bildende und darstellende Künste.
  • Im Mittelpunkt stand der Gedanke des Designs. Man machte sich bewusst, dass alles gestaltet wird und Form und Funktion gleiche Berechtigung haben, voneinander abhängen.
  • Bauen wurde als Gesamtkunstwerk verstanden, das nicht andere Disziplinen dominierte, sondern diese gleichberechtigt integrierte. Dieser moderne Denkansatz des Bauhauses begeisterte viele namhafte Künstler, die an der Hochschule unterrichteten: Lyonel Feininger, Paul Klee, Wassily Kandinsky oder Oskar Schlemmer arbeiteten in Weimar mit.
  • Nach dem Umzug nach Dessau 1926 unterstützten zusätzlich berühmte Architekten wie Ludwig Mies van der Rohe oder Le Corbusier.

Klare Form mit klarer Funktion

  • Lehrende wie Studierende griffen Walter Gropius‘ Enthusiasmus für einen grundlegenden Neubeginn begeistert auf. Es galt, wilhelminische Kleinbürgerlichkeit zu überwinden, dem eigenen gestalterischen Tun eine neue Klarheit zu geben und sie mit neuer Energie umzusetzen.
  • Das Bauhaus setzte in der Architektur auf eine streng sachliche Gestaltung: Die Entwürfe waren geprägt von klaren, stringenten Linien. Sie wirkten aufgeräumt, linear, modern. Durch den Einsatz neuer Materialien wie Stahl, Glas und Beton machten vor allem größere Gebäude einen visionären, beinahe futuristischen Eindruck.
  • Überbordende Formen, schnörkelige Verzierungen, verspielte Kleinteiligkeit gehörten der Vergangenheit an. Das Bauhaus setzte kubische Formen, betont horizontale Linien und klare Flächenaufteilungen dagegen: die Neue Sachlichkeit.
  • Es entstanden erste Musterhäuser in Weimar und Dessau. Gropius, Carl Fieger und Ludwig Mies van der Rohe entwarfen hier beeindruckende Wohnhäuser.
  • Die ab 1927 realisierte Weißenhofsiedlung in Stuttgart beherbergt bis heute Bauhaus-Werke, unter anderem von Le Corbusier. Bei vielen dieser Wohnhäuser treten konstruktive Elemente sichtbar hervor. Waagerechte Betonträger, hervorspringende Flachdächer, gestaffelte Obergeschosse sowie großzügige Terrassen und Balkone. Typisch sind große, manchmal die Fassade prägende Fensterflächen sowie hervortretende Treppenhäuser. Abgerundete Bauteile und über Eck platzierte Fenster setzen besondere Akzente.
  • Trotz aller Modernität sind Wohnhäuser in Bauhaus-Stil anheimelnd und wirken mit vielfach weißem Außenputz harmonisch. Neben exklusiven Einzelhäusern entstanden Wohnblocks und Reihenhäuser, in denen sich auch Menschen mit geringeren Einkommen eine Wohnung leisten konnten.
  • Umgesetzt wurde der Bauhaus-Stil ebenfalls in Verwaltungsgebäuden und Fabrikationsstätten für die Industrie. Produktionshallen und Büros mit Glasfassaden wurden durch Stahlbau-Skelettbauweise möglich. Schon 1911 entwarf Gropius das Fagus-Fabrikgebäude (1911) in Alfeld mit Bauhaus-Elementen, später auch das Arbeitsamt in Dessau (1928) und natürlich der Neubau der Bauhaus-Hochschule selbst (1925/26).

Bauhaus: Architektonischer Einfluss bis heute

  • Das Bauhaus hat sich als eine der einflussreichsten Denk-Schulen des 20. Jahrhunderts erwiesen. Seine Einflüsse konnten aus historischen Gründen – die Hochschule wurde 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen, viele wichtige Mitarbeiter mussten emigrieren – erst in den 1950er- und 1960er-Jahren verstärkt reüssieren.
  • Der Bauhaus-Stil steht bis heute als Synonym für modernes Bauen und erfreut sich ungebrochen großer Aufmerksamkeit – auch im Bereich der Fertighäuser.
  • Die Geradlinigkeit und die klare, harmonische Proportioniertheit des Bauhaus-Stils sind bis heute beliebt.
  • Wie viele individuell geplante Architektenhäuser sich an Stilelementen des Bauhauses orientieren, lässt sich nicht angemessen schätzen. Bezeichnend ist aber, dass mehrere Fertighaus-Hersteller Modelle mit eindeutiger Bauhaus-DNA im Programm haben. Der Zuspruch der Kunden beweist, dass das Bauhaus nach wie vor gefragt ist.

Bauhaus für jedermann

  • Wohnhäuser im Bauhaus-Stil galten anfangs als experimentell und sogar revolutionär, da sie stark mit den vorherrschenden Baustilen und Sichtweisen brachen. Hinzu kam das für die 1920er-Jahre ebenso aufsehenerregende egalitäre Verständnis, dass Frauen und Männer am Bauhaus gemeinsam und nahezu gleichberechtigt an der Entwicklung moderner Bau- und Gestaltungskonzepte arbeiteten. Heute gehört diese visionäre Formensprache längst zum festen Kanon akzeptierter Architekturstile.
  • Trotzdem sollten Sie klug vorgehen, wenn Sie sich ein Eigenheim im Bauhaus-Stil erstellen lassen wollen: Nicht alle Bebauungspläne erlauben dies; manche machen strenge Vorgaben etwa zur Dachform oder den verwendeten Materialien. Am besten klären Sie die Frage der Baugenehmigung schon vor dem Kauf des Baugrundstücks, damit die Verwirklichung Ihrer Wünsche nicht an den Vorschriften scheitert. Sprechen Sie auf dem zuständigen Bauamt vor und bringen Sie Fotos von Gebäuden mit, die Ihren Vorstellungen entsprechen. Dann kann die Frage der Genehmigungsfähigkeit Ihres Vorhabens meist angemessen eingeschätzt werden.

Ihren Bauhaus-Traum finanzieren

Bei der Finanzierung Ihres Traumhauses sollten Sie gut und mit kühlem Kopf planen. So stecken sie den Gesamtrahmen Ihres Projektes ab und erhalten die Antwort auf die Frage Wie viel Haus kann ich mir leisten?

  • Um vielfach gemachte Fehler bei der Immobilienfinanzierung zu vermeiden, lassen Sie sich frühzeitig fachlich beraten. Die Heimatexperten von Schwäbisch Hall machen mit Ihnen einen Kassensturz und ermitteln so das für Ihr Projekt verfügbare Budget. Außerdem schätzen Sie das vorhandene Eigenkapital  angemessen ein. Auch die Bau- oder Kaufnebenkosten spielen eine wichtige Rolle.
  • Gemeinsam klären Sie dann die Laufzeit der Finanzierung, woraus sich die konkrete monatliche Belastung ergibt. Am Ende der Beratung haben Sie eine zinsgünstige, langfristig sichere Immobilienfinanzierung, in der auch staatliche Förderungen wie die Wohnungsbauprämie oder Wohn-Riester berücksichtigt sind. So ensteht mit Ihnen gemeinsam ein passender Finanzierungsplan aus Expertenhand.

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Im Bauhaus-Stil bauen

  • Entscheiden Sie sich für ein Fertighaus mit entsprechenden klassischen Stilelementen, brauchen Sie sich zur Umsetzung keine weiteren Gedanken machen. Die Stärke der Hersteller besteht ja gerade darin, ihre Modelle von eigenen Teams in festen Abläufen erstellen zu lassen.
  • Auch ein Architekt, der Ihnen Ihr individuelles Bauhaus-ähnliches Haus entwirft, wird bei der Umsetzung auf erfahrene Baufirmen zurückgreifen, mit denen er bereits gute Erfahrungen gesammelt hat.
  • Der große Vorteil moderner Bauhaus-Häuser gegenüber den historischen Vorbildern liegt in den modernen Baustoffen und der verbauten Technik. Für die Wärmedämmung oder Schallisolierung stehen heute weit bessere Produkte zur Verfügung als zu Zeiten von Gropius oder Mies van der Rohe. Auch die Haustechnik entspricht modernsten Standards und Vorschriften – von effizienten Heizungsanlagen bis zur individuellen Smart-Home-Automatisierung.

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