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Bereitstellungszinsen: Zusatzkosten bei der Baufinanzierung vermeiden

  • Wann Sie Bereitstellungszinsen zahlen müssen
  • Darlehensverlängerung als Alternative
  • So vermeiden Sie Zusatzkosten

Wird ein Baudarlehen nicht abgerufen, fallen in der Regel Bereitstellungszinsen an. Das kann mitunter teuer werden. Wer sorgfältig plant und vergleicht, kann Geld sparen. Wir erklären Ihnen, worauf es dabei ankommt.

Was sind Bereitstellungszinsen?

Auch wenn der Anstieg der Bauzinsen erst einmal gebremst ist, möchten sich viele doch die historisch gesehen günstigen Zinsen langfristig sichern – auch, wenn das Geld erst in einiger Zeit benötigt wird. 

Doch sobald Sie einen Darlehensvertrag abschließen, ist Ihre Bank verpflichtet, die entsprechende Summe für Sie bereitzuhalten. Das gilt auch für den Fall, dass Sie den Kredit nicht direkt, sondern erst nach einiger Zeit abrufen möchten. Dann berechnet das Kreditinstitut zwar noch keine Darlehenszinsen, stattdessen aber eine Gebühr als Gegenleistung dafür, dass die Bank das Geld für Sie bereithält: die sogenannten Bereitstellungszinsen.

Die Höhe variiert von Anbieter zu Anbieter, weshalb ein frühzeitiger Vergleich ratsam ist. Doch auch wenn die Konditionen vorab klar sind, können die Gebühren zu einer unvorhergesehenen Belastung führen. 


Wann fallen Bereitstellungszinsen an?

Bereitstellungszinsen fallen an, sobald die bereitstellungszinsfreie Zeit abgelaufen ist. Dieser Zeitraum ist von Bank zu Bank ganz unterschiedlich. Die meisten Kreditinstitute bieten eine Spanne zwischen drei und zwölf Monaten an. Beim Annuitätendarlehen von Schwäbisch Hall sind die Konditionen folgendermaßen: Beim Bau oder Kauf einer Immobilie stellen wir Ihnen Ihr Darlehen für bis zu 12 Monate kostenlos bereit

Wer einen Kredit aufnimmt, versucht natürlich, Bereitstellungszinsen zu vermeiden. Das Problem ist, dass es trotz sorgfältiger Planung zu Bau- oder Sanierungsverzögerungen kommen kann. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn es zum Baustopp kommt, weil es einen Materialengpass gibt. Dass Gewerke nicht aufeinander abgestimmt arbeiten, ist ebenfalls ein häufiger Grund dafür, dass sich der Darlehensabruf verzögert. Dann kann es schnell finanziell eng werden.

Verzögert sich beispielsweise der Umzug aus einer Mietwohnung ins Eigenheim, fallen mit der Miete und den monatlichen Bereitstellungszinsen doppelte Wohnkosten an, die oft in der Finanzierung nicht einkalkuliert sind. Zudem vergeht in diesem Fall mehr Zeit bis zur Auszahlung des Darlehens, als ursprünglich geplant war. Deshalb können Kreditnehmer auch erst später mit der Rückzahlung an die Bank beginnen. 

 

Bereitstellungszinsen: Grafische Darstellung Bereitstellungszinsen: Ablauf in der grafischen Darstellung (Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall)

Höhe der Bereitstellungszinsen: Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Aufsteigende Türme, die wachsende Prozente versinnbildlichen.
Bereitstellungszinsen können einen nicht unerheblichen Teil der Darlehensschuld ausmachen. (Quelle: Sasun Bughdaryan - adobe.stock.com)

Die Höhe der Bereitstellungszinsen variiert von Bank zu Bank. Im Durchschnitt liegen sie aber bei rund drei Prozent im Jahr, das sind etwa 0,25 Prozent monatlich.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen anhand einiger Beispielrechnungen, wie Sie die Bereitstellungszinsen selbst berechen können. Und Sie werden feststellen, dass Bereitstellungszinsen ein scheinbar günstiges Darlehen zur Baufinanzierung sehr schnell um einiges teurer machen. Denn nicht nur der Zinssatz ist entscheidend, auch die bereitstelltungsfreie Zeit kann kostspielig werden.

Umso wichtiger ist es, vor dem Kreditabschluss verschiedene Angebote einzuholen und sich ausführlich beraten zu lassen, um den Kredit optimal zu gestalten.

 

Beispielrechnung 1: So berechnen Sie Ihre Bereitstellungszinsen

In folgendem fiktiven Beispiel gehen wir von einem Darlehen über 300.000 € und einem Bereitstellungszinssatz von 0,2 % aus. Bei einer ersten Auszahlung innerhalb der bereitstellungszinsfreien Zeit fällt die Berechnung der Bereitstellungszinsen folgendermaßen aus:

   
Darlehensbetrag    300.000 Euro
Erste Auszahlung innerhalb
der Frist   
100.000 Euro
Berechnungsgrundlage 200.000 Euro
Bereitstellungszinssatz   0,2 % pro Monat
Bereitstellungszinsen nach
Ablauf der bereitstellungszinsfreien Zeit       
400 Euro

Mit 400 Euro monatlich stellen die Bereitstellungszinsen in diesem Beispiel einen erheblichen Kostenfaktor dar. Zu diesen Kosten kommen schon die ersten Zinskosten für das Darlehen hinzu. Denn ab dem Zeitpunkt der ersten Teilauszahlung werden bereits Zinszahlungen an die Bank fällig.

Hier noch eine kurze Übersicht der Höhe der monatlichen Bereitstellungszinsen bei unterschiedlichen Darlehensbeträgen:

Nicht genutzter Darlehensbetrag Bereitstellungszinsen (bei 0,2 Prozent/Monat)
300.000 Euro 600 Euro
250.000 Euro 500 Euro
200.000 Euro 400 Euro
150.000 Euro 300 Euro
100.000 Euro 200 Euro
50.000 Euro 100 Euro

 

Beispielrechnung 2: Wie Bereitstellungszinsen die Gesamtkosten eines Darlehens beeinflussen

Der wichtigste Faktor beim Thema Bereitstellungszinsen ist die Zeit. Ist die bereitstellungsfreie Zeit abgelaufen, fallen wie erwähnt die Bereitstellungzinsen an. Folgendes fiktives Beispiel zeigt, wie sich unterschiedliche bereitstellungszinsfreie Zeiträume auf die Finanzierung auswirken und die Gesamtkosten eines Baudarlehens beeinflussen:

  Variante 1 Variante 2 Variante 3
Darlehenshöhe 500.000 Euro 500.000 Euro 500.000 Euro
Bereitstellungszins
pro Monat
0,2 Prozent 0,2 Prozent 0,2 Prozent
Bereitstellungszinsfreie
Zeit
3 Monate 12 Monate 24 Monate
Gewünschte
Auszahlung nach
16 Monaten 16 Monaten 16 Monaten
BEREITSTELLUNGSZINSEN 13.000 Euro 4.000 Euro 0 Euro

So können Sie Bereitstellungszinsen vermeiden

Die beste Möglichkeit, Bereitstellungszinsen zu umgehen, ist eine sorgfältige und gut durchdachte Planung. Lassen Sie durch einen Bauträger bauen, können Sie sich vertraglich absichern. Wenn Sie selbst bauen, ist eine genaue Planung umso wichtiger. Legen Sie die Aufnahme des Kredits terminlich so, dass die bereitstellungszinsfreie Zeit erst kurz vor Beginn der Bauarbeiten beginnt. Im besten Fall genügt der vereinbarte Zeitraum, um einen Großteil des Geldes in der bereitstellungszinsfreien Zeit abzurufen.

Wenn Sie frühzeitig feststellen, dass ein kurzer bereitstellungsfreier Zeitraum zu höheren Kosten führen wird, scheuen Sie sich nicht, mit Ihrer Bank zu verhandeln. Viele Kreditinstitute sind bei der Verhandlung der Darlehenskonditionen recht kulant. Generell macht es Sinn, einen möglichst langen bereitstellungszinsfreien Zeitraum zu verhandeln – natürlich zu guten Konditionen.

Verhandlungsgeschick ist auch dann wichtig, wenn Sie die übliche Finanzierungsregel „Eigenkapital vor Fremdkapital“ umgehen möchten. Gemeint ist die Regelung, die besagt, dass Sie für ein Bauvorhaben zunächst Ihr Eigenkapital aufbrauchen müssen und erst dann auf die Darlehenssumme zugreifen können. Unter Umständen können Sie mit Ihrer Bank vereinbaren, dass Sie Fremdkapital vor Eigenkapital nutzen können. So können Sie am Ende der Laufzeit die letzten Zahlungen mit Ihrem Eigenkapital begleichen und verkürzen so die Zeit, in der Sie Bereitstellungszinsen zahlen müssen. Zudem verringert sich der Anteil des Darlehens, auf den Bereitstellungszinsen anfallen.

Wie sieht Ihr Finanzierungsplan aus?

Sie möchten wissen, wie hoch oder niedrig die Bauzinsen aktuell sind, mit welcher Zinsbindung Sie von den derzeitigen Entwicklungen profitieren können und wie es um die Bereitstellungszinsen steht? Ihr Heimatexperte berät Sie gern.  

Unser Baufinanzierungsrechner bietet Ihnen einen ersten Überblick über unsere Raten und Konditionen. Er kann aber nicht das persönliche Gespräch ersetzen, in dem unser Heimatexperte mit Ihnen Ihre Voraussetzungen und Wünsche bespricht. Denn nur so können wir einen gemeinsam einen Finanzierungsplan erstellen, der genau zu Ihnen passt.

Lassen Sie sich zum Thema Modernisieren & Förderung beraten – Ihr Heimatexperte vor Ort freut sich auf Sie.

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Bereitstellungszinsen zahlen oder bereitstellungsfreie Zeit verlängern?

Eine weitere Möglichkeit ist, den bereitstellungszinsfreien Zeitraum zu verlängern. Auch dabei sind die Konditionen Verhandlungssache. Die meisten Kreditinstitute verlangen für eine Verlängerung der bereitstellungszinsfreien Zeit einen Zinsaufschlag auf die volle Darlehenssumme. Da ist es besonders wichtig, sich vorab auszurechnen, ob sich eine Verlängerung lohnt. 

Beispielrechnung 3: Zahlen oder verlängern

Sie nehmen einen Kredit über 400.000 Euro auf. Der Restbetrag nach Ablauf der bereitstellungszinsfreien Zeit beträgt 100.000 Euro. Diesen Betrag soll die Bank für drei Monate bereithalten. Dafür fallen monatlich 0,25 Prozent Bereitstellungszinsen an. Nun sollten Sie genau ausrechnen, ob es günstiger ist, die Bereitstellungszinsen zu zahlen oder die bereitstellungszinsfreie Zeit zu verlängern.

Möglichkeit 1: Sie zahlen Bereitstellungszinsen

  • Restbetrag: 100.000 Euro
  • Monatliche Bereitstellungszinsen: 100.000 Euro x 0,25 Prozent = 250 Euro
  • Zusatzkosten für drei Monate: 250 Euro x 3 Monate = 750 Euro


Möglichkeit 2: Sie verlängern die bereitstellungszinsfreie Zeit um drei Monate

Nehmen wir an, das Kreditinstitut fordert für die Verlängerung der bereitstellungszinsfreien Zeit einen Zinsaufschlag von 0,02 Prozent auf die volle Darlehenssumme:

  • Darlehensumme: 400.000
  • Zinsaufschlag für drei Monate =  0,06 Prozent.
  • Jährliche Mehrkosten: 400.000 Euro x 0,06 Prozent = 240 Euro. Gilt zum Beispiel eine Zinsfestschreibung von zehn Jahren, betragen die Mehrkosten insgesamt 2.400 Euro.

In vielen Fällen lohnt es sich nicht, die bereitstellungsfreie Zeit zu verlängern. Das gilt besonders für Neubauten, da dafür meist ein Großteil des Darlehens frühzeitig abgerufen wird. Dadurch fallen die Bereitstellungszinsen vergleichsweise gering aus.


Bereitstellungszinsen: Wann Sie steuerliche Vorteile nutzen können

Wenn das Haus oder die Wohnung als Renditeobjekt genutzt wird, können Sie die Bereitstellungszinsen beim Finanzamt geltend machen. Sobald der Kredit also dazu genutzt wird, um Einkommen zu erwirtschaften, können Sie die anfallenden Bereitstellungszinsen als Werbungskosten von der Steuer absetzen – ebenso wie Grundstückskosten, Gebäudeabschreibung oder Renovierungskosten. Das gilt dann, wenn die neu gebaute oder gekaufte Immobilie vollständig oder teilweise vermietet wird. Für selbst genutzte oder unvermietete Teile können Bereitstellungszinsen nicht steuerlich geltend gemacht werden.

Bereitstellungszinsen dürfen allerdings nur für das Jahr angesetzt werden, in dem sie auch gezahlt worden sind, und dürfen nicht rückwirkend von der Steuer abgezogen werden.

Unsere Beiträge dienen ausschließlich der Information, stellen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar. Sie können und sollen eine persönliche Beratung durch Rechtsanwalt, Steuer- oder Finanzberater, bei der die Besonderheiten des Einzelfalles berücksichtigt werden können, nicht ersetzen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Haftung. Die Beiträge verstehen sich nicht als persönliche Empfehlung, sondern als allgemeine Empfehlung für alle Leser.


Gute Beratung ist unverzichtbar

Das Thema Bereitstellungszinsen ist sehr komplex. Holen Sie deshalb verschiedene Angebote ein und nehmen Sie sich ausreichend Zeit, diese zu prüfen und verschiedene Varianten durchzurechnen. Schauen Sie sich ganz besonders die günstigen Konditionen zur Baufinanzierung von Schwäbisch Hall an und nutzen Sie unseren Baufinanzierungsrechner. Unsere Expertinnen und Experten beraten Sie gern. 

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