Eigenleistung beim Hausbau spart Geld

Die Axt im Haus erspart den Zimmermann – aber nicht jeder ist in der Lage, sie auch richtig zu schwingen. Wer also erwägt, mit Eigenleistung beim Hausbau die Kosten zu senken, sollte gut überlegen, welche Arbeiten er wirklich selbst ausführen kann. Sonst sind am Ende Nerven und Bankkonto gleichermaßen am Ende.


Strom, Gas, Wasser den Profis überlassen

Doch nur Mut: Eine Reihe von Tätigkeiten lässt sich mit etwas Zeit, Schweiß und Geschick tatsächlich in Eigenleistung bewältigen. Oder vielleicht findet sich im Familien- und Freundeskreis jemand, der willens und fähig ist, beim Bau zu helfen? Von vornherein ausschließen sollten Sie allerdings alle Arbeiten, die mit Elektrizität, Gas und Wasser zu tun haben – es sei denn, es findet sich jemand mit professionellen Kenntnissen auf diesen Gebieten. Ansonsten ist das Risiko von möglicherweise lebensgefährlichen Folgeschäden zu groß. Und bestimmte Dinge darf nur ein entsprechend ausgebildeter Fachmann vornehmen.

Auf jeden Fall empfiehlt es sich, frühzeitig einen genauen Plan anzufertigen. Halten Sie schriftlich fest, welche Eigenleistung beim Hausbau Sie selbst übernehmen und welche Tätigkeiten Sie an wen delegieren können. Am häufigsten nehmen Bauherren das Anlegen des Gartens selbst in die Hand. Auch beim Innenausbau gibt es einige Möglichkeiten, dazu gehören zum Beispiel:


Für Eigenleistung genug Zeit einplanen

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Was Ihr Eigenleistungsplan auch umfassen sollte: Kalkulieren Sie möglichst genau, wie viel Zeit Sie und Ihre Helfer neben dem Beruf auf der Baustelle verbringen können: Wer kann wie viele Stunden pro Woche abzweigen? Tipp: Planen Sie für die einzelnen Arbeiten lieber etwas mehr als zu wenig Zeitaufwand ein. Auch geschickten Heimwerkern fehlt die Routine von Profis. Sie schaffen erfahrungsgemäß höchstens zwei Drittel einer professionellen Handwerkerleistung in derselben Zeit.

Genauso wichtig ist es, mit dem Bauunternehmer oder Bauleiter eine grobe zeitliche Abfolge festzulegen. So weiß jeder, wann er auf der Baustelle gebraucht wird – und weilt nicht etwa im Urlaub, wenn er zum Fliesenlegen eingeplant ist. Besonders ärgerlich und eventuell auch kostspielig sind Verzögerungen bei Tätigkeiten, auf denen weitere Arbeiten aufbauen, und die deshalb zu weiteren Verzögerungen führen. Ohnehin ist es unerlässlich, mit dem Bauunternehmer von Anfang an den Umfang Ihrer Eigenleistung zu besprechen und in den Bauvertrag einzuarbeiten.

Eigenleistung im Bauvertrag festlegen

Alles was in Eigenleistung beim Hausbau ausgeführt wird, sollte so genau wie möglich aufgeschlüsselt werden. Wenn sich bei möglichen Schäden nicht exakt zwischen Ihrer eigenen und der Leistung des Bauunternehmers unterscheiden lässt, riskieren Sie Ärger mit der Versicherung. Zahlungen werden in solchen Fällen in der Regel verweigert. Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, empfiehlt der Verband Privater Bauherren (VPB), die selbst ausgeführten Arbeiten regelmäßig von einem Sachverständigen kontrollieren und protokollieren zu lassen.

Um die notwendigen Versicherungen müssen Sie sich ebenfalls kümmern. Auch unentgeltlich arbeitende Helfer sind zwingend bei der Berufsgenossenschaft anzumelden. Die damit verbundene Unfallversicherung ist nicht immer ausreichend. Viele Experten raten deshalb zu einer zusätzlichen privaten Bauhelferversicherung, die normalerweise für ein Jahr abgeschlossen wird. Sollte Sie die Versicherung länger benötigen, müssen Sie die Versicherung darüber informieren. Sind die Arbeiten früher beendet, bekommen Sie zu viel bezahlte Beiträge in der Regel erstattet.


So viel Geld können Sie durch Eigenleistung sparen

 

Es ist also schon einiges an Vorbereitung und Papierkram zu erledigen, wenn Sie oder andere Helfer auf der Baustelle mit anpacken wollen. Dafür lässt sich dann tatsächlich einiges an Geld sparen – was allerdings wieder vom zeitlichen Umfang Ihrer Eigenleistung abhängt. Der VPB hat 2017 folgende Rechnung aufgemacht:

Beim Bau eines dreigeschossigen Reihenendhauses mit Keller und 140 Quadratmetern Wohnfläche im Raum München können Bauherren bei rund 254.000 Euro reinen Baukosten bis zu 19.000 Euro durch Eigenleistung sparen. In einer günstigeren Gegend, zum Beispiel im Raum Dessau (Sachsen-Anhalt), geht der VPB von Baukosten in Höhe von 218.000 Euro und Einsparmöglichkeiten von etwa 16.000 Euro aus. Der Bauherrenschutzbund (BSB) hält eine Ersparnis von im Durchschnitt fünf bis zehn Prozent der Baukosten durch Eigenleistung für möglich.

Das klingt zunächst einmal verlockend. Um auf solche Summen zu kommen, ist laut PVB aber ein relativ hoher Zeitaufwand nötig.


Expertenberechnung zum Aufwand-Kosten-Verhältnis

Die Experten des Verbands haben ausgerechnet, dass dazu 476 Stunden Arbeit auf der Baustelle anfallen. Umgerechnet sind das fast zwölf 40-Stunden-Wochen, also annähernd drei Monate. Nun wird aber kaum ein Bauherr sämtliche Arbeiten, die in dieser Rechnung enthalten sind, selbst ausführen können. Für die einzelnen Tätigkeiten beziffert der VPB Aufwand und Ersparnis so:

Für das Anlegen eines Gartens sind je nach Größe etwa 30 Stunden einzuplanen, was im Vergleich zu einem beauftragten Fachbetrieb etwa 1.000 Euro einspart. Wer sämtliche Maler-, Tapezier- und Lackierarbeiten im Haus übernimmt, ist damit im Schnitt 125 Stunden beschäftigt. Die Kosten für einen Fachbetrieb variieren je nach Region und liegen laut VPB für diese Tätigkeiten zwischen 4.300 und 5.000 Euro. Bis zu 3.500 Euro lassen sich sparen, wenn Sie Fußbodenbeläge selbst verlegen. Als Aufwand gibt der VPB rund 90 Stunden an. Wer Fliesen selbst verlegt oder das von einem Freund erledigen lässt, spart bis zu 1.900 Euro bei einer Arbeitsdauer von etwa 50 Stunden (Basis: ein normales Reihenhaus).


Eigenleistung ist auch beim Innenausbau möglich

Mit etwas mehr handwerklicher Erfahrung können Sie auch beim Innenausbau Ihres Hauses einiges selbst erledigen. Sofern es sich nicht um tragende Elemente handelt, können Sie zum Beispiel Zwischenwände aus Porenbetonsteinen ziehen (die allerdings keine besonders guten Schallschutzeigenschaften haben). Auch mit Leichtbautechniken kommt ein routinierter Heimwerker gut klar. Bevor Sie sich an die Wände machen, besprechen Sie sich zur Sicherheit vorher unbedingt mit einem Statiker.

Wer sich in Eigenleistung um die Wärmedämmung des Hauses kümmern möchte, sollte sich vorher mit den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) vertraut machen. Natürliche Dämmstoffe finden seit einiger Zeit immer häufiger Verwendung. Die Art der Dämmung hängt aber auch stark von der Gebäudeart (Holzhaus oder massives Steinhaus) ab.

An die Fußbodenbeläge sollten Sie sich nur wagen, wenn Ihre Fertigkeiten wirklich exaktes Arbeiten erlauben. Den Untergrund müssen Sie gut vorbereiten – schon kleine Unebenheiten haben unschöne Folgen. Das Material muss genau zugeschnitten, Stoßkanten präzise gelegt werden. Im Zweifel gilt wie bei jeder anderen Eigenleistung: Erfolg und Spaß an der Arbeit stellen sich nur ein, wenn man’s kann. Ansonsten lassen Sie lieber einen Profi ran!


Heimwerkertipps zur Eigenleistung beim Hausbau

Andere Tätigkeiten, die noch mehr Geld sparen, erfordern ausgeprägte Fachkenntnisse. Wer zum Beispiel in Eigenleistung Wände mauern kann, spart damit in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus laut Verband Europäischer Selbstbau-Partner circa 22.000 Euro.

Grundsätzlich geben erfahrene Heimwerker noch einen wichtigen Tipp: Treffen Sie beim Materialkauf die richtige Auswahl. Dabei lässt sich viel Geld sparen. Dabei sollten Sie aber nicht sofort zum günstigsten Angebot greifen – Billigprodukte sind oft von minderer Qualität. Achten Sie auf das ausgewogene Preis-Leistungs-Verhältnis und versuchen Sie, gute Produkte günstig zu bekommen. Eine gute Beratung kann hier viele Euro wert sein.

Wenn Sie Ihren Garten in Eigenleistung gestalten möchten, können Sie sich nicht nur an Rasen und Beeten versuchen. Ein kleiner Gartenteich, ein Geräteschuppen, selbst eine schöne Holzterrasse sind mit der richtigen Anleitung und etwas Handwerkertalent zu stemmen. Zur Bewässerung können Sie aus ökologischen Gründen Regenwasser nutzen. Auch der dazu benötigte Flachtank ist gar nicht schwer selbst einzubauen.


Nutzen Sie moderne Technologien

 

Für die Planung des Gartens finden Sie im Internet zahlreiche Online-Planer, teils sogar mit dreidimensionaler Darstellung. Die Planer können bei der Gestaltung sehr nützlich sein. Überhaupt lassen sich mit moderner Technologie Dinge realisieren, die vor einigen Jahren noch nach Science-Fiction klangen.

Bei der schon angesprochenen Bewässerung helfen Smart-Home-Systeme, die auf Parameter wie Lufttemperatur, Bodenfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und Verdunstungsgrad reagieren und das Wasser immer genau dann fließen lassen, wenn es notwendig ist – aber eben auch nur dann. So wird kein Tropfen verschwendet. Ähnlichen Komfort bietet eine intelligente Steuerung der Außenbeleuchtung. Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren setzen Ihren Garten zur rechten Zeit ins rechte Licht und sorgen für mehr Sicherheit. Und die Auswahl an Leuchten, direkter oder indirekter Beleuchtung, Strahlern und Lichterketten ist riesengroß.


Finanzierung und Zuschüsse

Eigenleistung lässt sich bei einer Immobilienfinanzierung als Eigenkapital einbringen und kann die aufzunehmende Summe ein wenig senken helfen. Aber Achtung: Verschiedene Zuschüsse etwa der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Wärmedämmmaßnahmen werden nur dann gewährt, wenn sie von einer professionellen Firma ausgeführt werden. Eigenleistungen in diesem Bereich erst gutachterlich attestieren zu lassen, um dann zuschussberechtigt zu sein, wäre ein kompliziertes Verfahren, das ebenfalls Kosten verursacht.

Besprechen Sie im Rahmen Ihrer Finanzierungsberatung, welches Maß an Eigenleistung Sie sinnvoll erbringen können und ob sich das wirtschaftlich überhaupt lohnt – oftmals lässt sich im angestammten Beruf in der für Eigenleistung vorgesehen Zeit mehr Geld verdienen, als der Handwerker kostet. Die Heimatexperten von Schwäbisch Hall erarbeiten gern gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Finanzierungsplan und gestalten mit Ihnen eine clevere und langfristig zinsgünstige Finanzierung Ihres Hausbaus. Die Experten berücksichtigen auch staatliche Förderungen von der Eigenheimzulage bis zum Baukindergeld. Lassen Sie sich unverbindlich beraten.

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