Eigenleistung: Besser auf dem Teppich bleiben!

Mit ordentlicher und gut geplanter Eigenleistung können beim Hausbau Kosten gesenkt werden. Doch Achtung: Wer seine Fähigkeiten überschätzt, zahlt am Ende womöglich sogar drauf. Hier lesen Sie, was Sie unbedingt klären sollten, bevor Sie am Bau selbst Hand anlegen.


Gas, Wasser, Elektrik: Finger weg!

Die größte Ersparnis erzielt man mit Eigenleistung beim Hausbau, in dem man sich auf lohnintensive Arbeiten konzentriert. Das gilt insbesondere für Arbeiten, bei denen nur relativ geringe Materialkosten anfallen, wie zum Beispiel:

  • Gartengestaltung
  • Maler- und Tapezierarbeiten
  • Teppichboden- und Laminatverlegung

Experten raten, im Vorfeld gemeinsam mit einem Sachverständigen abzuklären, was man an Eigenleistung im Hausbau wirklich selbst realisieren kann. Der Sachverständige – am besten der projektbetreuende Architekt - hilft auch, die entsprechende Vereinbarung in den Bauvertrag aufzunehmen. Denn wenn nicht ausdrücklich Ihr Eigenleistungsanteil festgeschrieben ist, könnte der Bauunternehmer Ihnen das später trotzdem in Rechnung stellen.

Im Zweifel sollten Sie das Feld lieber Fachleuten überlassen. Dies gilt einerseits für Tätigkeiten, auf denen andere Gewerke später aufbauen. Wenn Sie hier in Zeitverzug kommen und es dadurch weitere Verzögerungen gibt, übernimmt das Bauunternehmen keine Haftung. Und zweitens: Vor allem im Bereich der Gas-, Wasser- und Elektroinstallationen gibt es Bereiche, in denen von vornherein nur ausgebildete und zugelassene Fachkräfte arbeiten dürfen. Hier ist Eigenleistung also tabu.


Was Sie durch Eigenleistung im Hausbau sparen können

Wer beim Hausbau auf Eigenleistung setzt, ist bei Kreditverhandlungen mit der Bank im Vorteil. Viele Kreditinstitute akzeptieren nämlich bis zu einer gewissen Grenze die Eigenleistung als zusätzliches Eigenkapital. Dennoch sollte man sich grundsätzlich überlegen, ob der Arbeitseinsatz im Verhältnis zur Ersparnis steht. Der Verband Privater Bauherren (VPB) hat aktuell eine Beispielrechnung für ein Reihenendhaus in unterschiedlichen Regionen aufgestellt.

  • Im Raum München können danach bei reinen Baukosten von 254.000 Euro durch Eigenleistung bis zu 19.000 Euro eingespart werden.
  • Bei einem vergleichbaren Haus im Raum Leipzig/Dessau würden gemäß der in diesem Jahr aktualisierten VBP-Berechnung knapp 218.000 Euro Kosten entstehen. Ersparnis durch Eigenleistung beim Hausbau: bis zu 16.000 Euro.
  • Für diese auch als Muskelhypothek bezeichnete Eigenleistung hat der VPB rund 480 Stunden Arbeitsleistung errechnet – entsprechend der Arbeitslöhne in den Regionen. Eine 40 Stundenwoche vorausgesetzt wären das knapp zwölf Wochen.

Helfer müssen angemeldet werden

Nicht zu unterschätzen sind auch die rechtlichen und versicherungstechnischen Bedingungen, die Sie bei Ihrer Eigenleistung im Hausbau erfüllen müssen:

  • Wer Freunde oder Verwandte als Helfer beschäftigt, muss sie spätestens eine Woche nach Baubeginn bei der Berufsgenossenschaft anmelden – auch wenn sie unentgeltlich arbeiten.
  • Wenn Sie die Helfer für ihre Unterstützung bezahlen, muss dieses Geld versteuert werden. Ansonsten ist der Tatbestand der Schwarzarbeit erfüllt.
  • Bei jeder Eigenleistung sind Sie für Ihre eigene und die Sicherheit Ihrer Helfer verantwortlich. Die gesetzliche Unfallversicherung greift hier nicht.
  • Sollten Sie bei Ihrer Arbeit Mängel verursachen, haften Sie für die Folgen selbst. Auch Gewährleistungsansprüche anderer Gewerke, die auf Ihrer Arbeit aufbauen, sind dann in Gefahr: Wenn bei später auftretenden Schäden nicht mehr zu klären ist, wer den Pfusch verursacht hat, müssen Sie die Kosten wohl oder übel selbst tragen.

Ob mit oder ohne Eigenleistung – bei der soliden Planung Ihrer Baufinanzierung hilft Ihnen gerne ein Experte von Schwäbisch Hall. Vereinbaren Sie deshalb einen Termin.

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