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Eigentumswohnung finanzieren: Modelle und Tipps für Ihre Lebenssituation

Ob wenig Eigenkapital, maximale Sicherheit oder Kapitalanlage – wir zeigen, wie Sie Ihre Eigentumswohnung finanzieren und welches Modell zu Ihrer Situation passt.
 

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Das Wichtigste in Kürze

Aktualisiert am 30.03.2026

  • Bei einer Wohnungsfinanzierung haben Sie mehrere Möglichkeiten. Ideal ist die Kombination verschiedener Bausteine.
  • Kalkulieren Sie bei den Finanzierungskosten unbedingt auch die Kaufnebenkosten mit ein. Das wird oft vergessen.
  • Profis gefragt: Holen Sie sich unbedingt den Rat von Fachleuten, um den Kauf einer Eigentumswohnung zu finanzieren.
Dirc Kalweit

Artikel erstellt von
Dirc Kalweit
Schwäbisch Hall-Redaktion

Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten für eine Eigentumswohnung. Hier ein Überblick der gängisten Optionen:

Finanzierungsmodell Kurz erklärt Für wen geeignet?
Annuitätendarlehen Konstante Monatsrate aus Zins + Tilgung Standardlösung für die meisten Käufer
Volltilgerdarlehen Darlehen wird innerhalb der Zinsbindung komplett getilgt Hohe Sicherheit, höheres Einkommen
Tilgungsaussetzung: Kombi aus Darlehen & Bausparvertrag Während der Laufzeit nur Zinsen zahlen, Tilgung erfolgt separat über Bausparvertrag Planungssicherheit, gegen steigende Zinsen absichern
Variables Darlehen Flexible Zinsen, jederzeit anpassbar Kurzfristige Finanzierung oder Übergang
KfW-Förderdarlehen Meist günstige Zinsen, teilweise Tilgungszuschüsse möglich Erstkäufer von energieeffizienten Immobilien
Bausparvertrag Ansparen + später Option auf zinsgünstiges Darlehen mit festen Konditionen Für langfristige Planung und Zinssicherheit
Staatliche Förderung Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen als Ergänzung zur Finanzierung (z. B. Wohn-Riester) Besonders für Erstkäufer und Familien interessant
  • Die Kombination aus Annuitätendarlehen und Bausparvertrag bietet langfristige Zinssicherheit – ein klarer Vorteil in unsicheren Zinsphasen.
  • Staatliche Förderungen sollten immer frühzeitig geprüft und in die Finanzierung integriert werden – sie verbessern die Konditionen spürbar, ersetzen aber kein klassisches Darlehen.

Welches Finanzierungsmodell passt zu meiner Situation?

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  • Herausforderung: Höheres Risiko, schlechtere Zinsen
  • Empfehlung: Annuitätendarlehen + Fördermittel (z. B. KfW)
  • Tipp: Nebenkosten möglichst aus Eigenmitteln zahlen

👉 Artikeltipp: Kredit ohne Eigenkapital: So funktioniert die Vollfinanzierung 

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  • Situation: Gute Konditionen möglich
  • Empfehlung: klassisches Annuitätendarlehen mit 2 bis 3 Prozent Tilgung
  • Tipp: Lange Zinsbindung sichern

👉 Mit unserem Tilgungsrechner ermitteln Sie ganz einfach die monatliche Rate für Ihre Finanzierung. 

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  • Ziel: Feste Raten, keine Zinsrisiken
  • Empfehlung: Volltilgerdarlehen oder Kombi mit Bausparvertrag
  • Vorteil: Kalkulierbare Gesamtkosten

👉 So geht Baufinanzierung mit Schwäbisch Hall

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  • Ziel: Rendite statt Eigennutzung
  • Empfehlung: Niedrige Tilgung, steuerliche Vorteile nutzen
  • Wichtig: Hausgeld, Rücklagen und Vermietbarkeit prüfen

     

Wohnung kaufen: Finanzierung in 5 Schritten

Eigenkapital prüfen und einbringen 

  • Ziel: 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten sollten gedeckt sein

👉 Nutzen Sie unseren Haushaltsrechner zur Budgetplanung

Nebenkosten berechnen

  • Grunderwerbsteuer: 3,5 bis 6,5 Prozent
  • Notar & Grundbuch: ca. 2 Prozent
  • Makler: bis 3,57 Prozent

👉 Artikeltipp: Nebenkosten beim Immobilienkauf im Überblick

Finanzierungsmodell wählen

Passend zu Ihrer Lebenssituation – siehe oben

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Zinsbindung & Tilgung festlegen

  • Empfehlung: möglichst lange Zinsbindung
  • Tilgung: mindestens 2 bis 3 Prozent

👉 So berechnen Sie die Rückzahlung

Förderungen prüfen 

  • KfW 124 (Wohneigentum)
  • Wohn-Riester (optional)

👉 Förderung für Wohneigentum / Wohn-Riester richtig nutzen

Rechenbeispiel: Wie finanziert man eine Eigentumswohnung?

   
Kaufpreis 300.000 €
Eigenkapital 100.000 € 
Nebenkosten (12 %) 36.000 €
Darlehensbedarf 236.000 €
ANNAHME:  
Zinssatz 3,5 %
Tilgung 3,0 %
Zinsbindung/ Laufzeit 15 Jahre
Monatliche Rate ca. 1.278 €

👉Nach Ablauf der Zinsbindung bleibt eine Restschuld von ca. 99.400 Euro bestehen (abhängig von exakter Tilgungsverrechnung und Zahlungszeitpunkt). Diese wird über eine Anschlussfinanzierung weitergeführt – daher ist es sinnvoll, sich frühzeitig um Zinssicherung (z. B. mithilfe eines Bausparvertrages) zu kümmern.

Persönliche Finanzierung berechnen: Wie viel Wohnung kann ich mir leisten? Ermitteln Sie die monatliche Rate für Ihre Finanzierung mithilfe unseres kostenlosen und unverbindlichen Tilgungsrechners.


Welche Unterlagen brauche ich für die Finanzierung einer Eigentumswohnung?

Gerade bei Eigentumswohnungen prüfen Banken zusätzlich die wirtschaftliche Situation der Eigentümergemeinschaft. Dafür müssen Sie folgende Unterlagen bereithalten:

Persönliche und finanzielle Unterlagen

  • Gehaltsabrechnungen der letzten 3 Monate
  • Aktuelle Kontoauszüge
  • Einkommensteuerbescheide (bei Selbstständigen meist 2–3 Jahre)
  • Nachweis über Eigenkapital (z. B. Sparguthaben, Wertpapiere)
  • Aufstellung bestehender Kredite und Verbindlichkeiten

Objektunterlagen zur Eigentumswohnung

👉Weitere Infos finden Sie in diesem Artikel: Eigentumswohnung kaufen
 

Junges Paar mit Immobilienmaklerin bei Besichtigung einer Eigentumswohnung
Die passende Wohnung gefunden? Dann sollten Sie sich mit einem Experten auch die passende Finanzierung aussuchen. (Quelle: stock.adobe.com/Petra Homeier)

Eigentumswohnung finanzieren: Wie geht es jetzt weiter?

Luca Florit, Heimatexperte bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall

Am besten vereinbaren Sie für die speziell auf Sie ausgerichtete Wohnungsfinanzierung einen persönlichen Beratungstermin mit einem unserer Heimatexperten. Diese erarbeiten einen für Sie persönlich und individuell abgestimmten Spar- und Finanzierungsplan. So wie zum Beispiel Luca Florit, Bezirksdirektor im Rhein-Sieg-Kreis.

Lassen Sie sich jetzt von Ihrem Heimatexperten beraten: Per Telefon, Video-Call oder persönlich vor Ort. Einfach Postleitzahl eingeben und den Heimatexperten in Ihrer Nähe finden.

          

          

Wohnung kaufen und finanzieren: Fragen & Antworten

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Im Sinne eines möglichst schnellen Schuldenabbaus sollte die Tilgung mindestens bei 2 Prozent, besser 3 Prozent oder sogar noch höher liegen.

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Nach dem Ende der Zinsbindung ist in der Regel (außer bei einem Volltilgerdarlehen) noch eine Restschuld übrig. Um diese zu tilgen, benötigen Sie als Darlehensnehmer meist eine Anschlussfinanzierung.

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Eine Immobilienfinanzierung ohne Eigenkapital ist grundsätzlich möglich, in der Regel aber mit höheren Zinsen und strengeren Anforderungen verbunden.

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Auf dem Höhepunkt des Immobilienbooms im Frühling 2022 kostete eine Eigentumswohnung im Bundesdurchschnitt über 320.000 Euro.

2023 sank der Durchschnittspreis auf rund 263.500 Euro, das war ein Minus von fast 18 Prozent. Dieses Minus wurde 2024 teilweise wieder aufgefangen.

2025 erlebten die Preise für Eigentumswohnungen wieder eine leichte, aber stete Steigerung, die auch 2026 anhält.

Wie sich die Wohnungspreise weiterentwickeln? Wie ist überhaupt die Preistendenz auf dem Immobilienmarkt? Lesen Sie dazu Experten-Einschätzungen und regelmäßige News unter Immobilienpreise: Prognose 2026 – wie geht es weiter?

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(Finanzierung) Eigentumswohnung (Finanzierung) Haus
Hausgeld und Rücklagenpflichten keine gemeinschaftlichen Rücklagen
Verwaltung durch Wohneigentümer-Gemeinschaft (WEG) und Hausverwalter selbst verwaltet
meist kleinere Kreditsummen als beim Haus meist höhere Bau- oder Kaufkosten als bei einer Wohnung
Fokus auf Lage, Gemeinschaft, Sanierungsstand Fokus auf Grundstück, Bauzustand, Infrastruktur

Der wichtigste Punkt bei der Finanzierung einer Wohnung: Neben dem Kredit müssen Sie auch ein monatliches Hausgeld zahlen. Davon werden das Gemeinschaftseigentum (Fassade, Dach, Treppenhaus) in Schuss gehalten oder Sanierungsvorhaben umgesetzt.

Im Vergleich zur Hausfinanzierung müssen Wohnungskäufer bei der Finanzierung mehr Unterlagen einreichen. Dazu zählen neben der Teilungserklärung auch Hausgeldabrechnungen und die Höhe der Instandhaltungsrücklagen.

👉Aus Sicht der Bank ist die Finanzierung einer Eigentumswohnung einfacher und mit weniger Risiko verbunden als bei einem Haus. Deshalb sind die Konditionen bei der Finanzierung einer Wohnung meist etwas besser als beim Kauf eines Hauses.

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Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Privatpersonen, die eine Wohn­immobilie (Haus oder Eigentumswohnung) kaufen oder bauen und anschließend selbst darin wohnen. Die Förderung selbst gibt es in Form eines Darlehens von bis zu 100.000 Euro ohne Tilgungszuschuss.

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Banken und Kreditinstitute fordern beim Immobilienkauf oft eine genaue Aufstellung aller Kosten und Rücklagen, um das Risiko besser einschätzen zu können. Ein gesonderter Ausweis der Instandhaltungsrücklage erleichtert die Prüfung und Bewertung der Immobilie.

Als Käufer können Sie außerdem anhand der ausgewiesenen Rücklage besser beurteilen, ob in naher Zukunft größere Investitionen oder Sonderumlagen zu erwarten sind. Das schafft Planungssicherheit und schützt vor unerwarteten Kosten.

👉 Früher konnte durch den gesonderten Ausweis der Instandhaltungsrücklage im Kaufvertrag die Grunderwerbsteuer reduziert werden. Dies ist seit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) im Jahr 2020 nicht mehr möglich – die Rücklage mindert die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer nicht mehr!

 

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Als Wohnungseigentümer müssen Sie zwar keine Miete mehr zahlen. Als Eigentümer sind Sie aber für die Instandhaltung der Wohnung und des Gemeinschaftseigentums verantwortlich. Vor der Finanzierung einer Eigentumswohnung sollten Sie auch diese Posten kalkulieren.

Die Abgaben für das Gemeinschaftseigentum sind über das Hausgeld geregelt. Für die laufende Instandhaltung der Wohnung selbst sollten Sie allerdings auch Rücklagen bilden. Als Faustformel gilt, nach Möglichkeit einen Euro pro Monat und Quadratmeter für spätere Sanierungs- oder Renovierungsarbeiten in der Wohnung zurückzulegen.

    

Podcast zum Thema: Wie funktioniert eine Baufinanzierung?


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