Ein Hausboot bauen: Wohnen auf dem Wasser

  • Voraussetzungen und rechtliche Fragen
  • Vor- und Nachteile 
  • Kosten und Finanzierung

Hausboote sind nicht nur ausgefallene Ferienhäuser. Aufgrund des knappen Wohnraums und steigender Grundstückspreise denken immer mehr Menschen darüber nach, sich ein Hausboot zu bauen oder zu kaufen. Hier erfahren Sie die Vor- und Nachteile sowie welche Voraussetzungen und rechtliche Bestimmungen Sie neben der Finanzierung beachten müssen.


Hausboot bauen: Trend im Wasser

Ein Hausboot zu bauen oder zu kaufen kann eine Alternative zum klassischen Hausbau sein. Vor allem in Großstädten erfreut sich der Haustyp wachsender Aufmerksamkeit: Grundstücke sind teuer, der knappe Wohnraum lässt Wohnungssuchende nach Alternativen Ausschau halten – auch auf dem Wasser.

Früher häufig nur als Wohnort für Künstler angesehen, hat das Hausboot heute diesen Ruf abgelegt. Und auch in Bezug auf Komfort hat sich das Hausboot gewandelt: Es steht einem kleinen Einfamilienhaus heute in kaum etwas nach.

Ein Hausboot zu bauen, ist – auch wenn Sie es selbst umsetzen möchten – nicht übermäßig aufwendig. Ein nicht-fahrbares Hausboot mit einem festen Liegeplatz ist das einfachere Projekt. Aber auch wenn Sie mit Ihrem Hausboot die Flüsse erkunden wollen, können Sie das bewerkstelligen.


Hausboot bauen: Was macht ein Hausboot aus?

Wenn Sie bei dem Gedanken an ein Hausboot lediglich einen kleinen Kahn vor Augen haben, dann werden Sie überrascht sein: Ein modernes Hausboot kann heutzutage auch die Größe eines normalen Wohnhauses annehmen. Viele große Hausboote können nicht aus eigener Kraft fahren, sondern werden geschleppt. Entsprechend benötigen Sie hier keinen Führerschein.

Hausboot ist aber nicht gleich Hausboot:

  • Schwimmende Häuser oder „Floating Homes“ sind die häufigste Form von Hausbooten. Sie sind nicht motorisiert und stehen auf Beton- oder Stahlpontons. Die Pontons (Schwimmplattformen) sind in der Regel fest an Liegestellen verankert. Wenn Sie diese Art von Hausboot bauen, sollten Sie deshalb einen festen Liegeplatz für Ihr Zuhause einplanen. Diese finden Sie in Häfen und an den Ufern von Kanälen, Flüssen und Seen.
  • Hausboote mit Motor, Steuer- und Ruderanlage können nach der Sportbootrichtlinie bis zu einer Länge von 24 Metern als Sportboote kategorisiert werden. Diese Art der Hausboote kann sich aus eigener Kraft fortbewegen, kann also einfacher den Standort wechseln. Hier benötigen Sie gegebenenfalls einen Führerschein.

Trotz der ansehnlichen Größe einiger Hausboote geht das Bootsgefühl nie ganz verloren: Sie werden immer spüren, dass Sie sich auf dem Wasser befinden. Je größer Sie Ihr Hausboot bauen lassen, desto weniger wird es allerdings schwanken. Zusätzlich haben Sie bei der Wahl Ihres Liegeplatzes oftmals die Option, einen Kanal zu wählen, in dem wenig Wellengang herrscht.

Hausboot finanzieren

Wie bei normalen Häusern an Land stehen auch beim Hausboot Fragen zur Finanzierung an. Wie ein sicherer und tragfähiger Finanzierungsplan aussehen kann und worauf Sie achten müssen, bespricht Ihr Heimatexperte gerne mit Ihnen. Vereinbaren Sie am besten jetzt einen Beratungstermin.

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Den optimalen Liegeplatz für Ihr Hausboot finden

Wenn Sie ein Hausboot kaufen, müssen Sie zwar kein Grundstück erwerben, aber einen Liegeplatz. Die Wahl des Liegeplatzes sollte gut überlegt sein:

  • Wie möchten Sie Ihr Hausboot nutzen? Je nachdem, ob Sie Ihr Hausboot als Wochenendhaus, als dauerhaften Wohnort oder als Ferienhaus nutzen, fällt die Wahl des Liegeplatzes anders aus. Entsprechend sollten Sie Zeit, Distanz und Kosten, um Ihr Hausboot zu erreichen, abwägen. 
  • In welcher Umgebung möchten Sie ankern? Manche Liegeplätze sind ruhiger als andere. Und auch die Ausstattung kann sich stark unterscheiden: Leben Sie auf Ihrem Hausboot nicht autark, sollten Sie die Möglichkeiten zur Strom-, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung vor Ort bedenken. 
  • Wie sind die Wetter- und Umweltbedingungen? Auch Faktoren wie Sonne, Wellengang und Wind spielen in Ihrer Entscheidung eine wichtige Rolle. Ein empfindlicher Magen profitiert von geschützteren Liegeorten, ein nach Osten ausgerichteter Bug fängt die Morgensonne ein. 
  • Wie ist die Infrastruktur in der Nähe des Liegeplatzes? Bedenken Sie auch, dass der Anschluss zum Nahverkehr, Einkaufsmöglichkeiten und Parkplätze die Qualität Ihres Liegeplatzes stark beeinflussen. Haben Sie beispielsweise Kinder, die mit Bus oder Bahn zur Schule fahren, sollten Sie entsprechend planen.

Das müssen Sie beachten, wenn Sie ein Hausboot bauen

Wenn Sie ein Hausboot bauen oder kaufen möchten, gibt es einige Aspekte zu beachten:

  • Probieren Sie vorher aus, ob das Leben auf dem Wasser das Richtige für Sie ist: Mieten Sie ein Hausboot oder besuchen Sie befreundete Hausboot-Besitzer, um festzustellen, ob Sie mit dem Schwanken und den Geräuschen umgehen können. 
  • Besitzt Ihr Hausboot einen Motor und soll aus eigener Kraft bewegt werden, müssen Sie sich über die Führerscheinpflicht informieren. Kann Ihr Hausboot sich nicht selbstständig bewegen, benötigen Sie keinen Motorbootführerschein. 
  • Sie benötigen eine Genehmigung zum dauerhaften Bewohnen Ihres Hausbootes. Zuständig ist das Bezirksamt, involviert sind aber mehrere Behörden. Ausschlaggebend sind Wasser- und Bauplanungsrecht .
  • Eine Liegegenehmigung erhalten Sie beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Auch hier sind verschiedene Behörden involviert, der Prozess kann also dauern.
  • Auch Hausboote unterliegen baurechtlichen Genehmigungsverfahren wie klassische Häuser an Land. Bauanträge für große Hausboote dürfen nur von autorisierten Berufsständen, beispielsweise Architekten, eingereicht werden.

Hausboot bauen: Das sind die Vorteile

  • Ein großer Vorteil, wenn Sie ein Hausboot bauen, ist die Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten. Hausboote erhalten Sie in allen Formen und Farben – egal ob einstöckig, zweistöckig, mit Pool oder Terrasse: Ihrer Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. 
  • Sie müssen kein Grundstück erwerben, wie es bei einem Neubau an Land der Fall wäre. Das bedeutet auch, dass Sie Ihren Wohnort relativ einfach wechseln können: Sie bewegen Ihr Hausboot einfach an einen anderen Liegeplatz. 
  • Ein besonderer Vorteil, wenn Sie ein Hausboot kaufen, ist die Nähe zu Natur und Wasser, ohne dabei weit von der Stadt entfernt zu sein. Trotz der zentralen Lage haben Sie so Ihre Ruhe.

 

  • Sie müssen nicht auf moderne Architektur verzichten, wenn Sie ein Hausboot bauen. Ein Architekt kann Ihr Hausboot völlig neu entwerfen. So können Sie auch bei Ihrem schwimmenden Zuhause alle Ihre Wünsche umsetzen. 
  • Steht Ihnen der Sinn aber doch nach etwas Rustikalem, bieten sich ausgediente Boote an. Diese werden häufig zum Verkauf angeboten und verleihen Ihrem Hausboot besonderen Charme
  • Auch beim Innenausbau können Sie Ihre Fantasie spielen lassen: Da nur die Außenwände tragend sind, ist die Raumaufteilung im Hausboot frei planbar.

Hausboot bauen: Das sind die Nachteile

  • Der Haustyp bringt einige Probleme mit sich, wenn Sie eine Familie haben: Kinder können beispielsweise leicht ins Wasser fallen. Auch ein eigener Garten zum Toben fällt weg. 
  • Wenn Sie ein Hausboot bauen lassen, müssen Sie sich auf neugierige Blicke einstellen. Trotz der steigenden Beliebtheit sind Hausboote noch immer eine Besonderheit. Darunter leidet die Privatsphäre
  • Falls Sie das erste Hausboot am Liegeplatz sind, müssen zunächst Internet, Wasser- und Stromleitungen zum Hausboot verlegt werden. Das führt zu erhöhten Kosten
  • Den Ponton müssen Sie regelmäßig überprüfen. Bei Schäden müssen Sie Ihr Hausboot schnellstmöglich reparieren. 
  • Generell ist die Lebensdauer eines Hausboots kürzer als die eines Hauses an Land. Regelmäßige Wartung und Pflege sind nötig.

Hausboot selbst bauen oder Hausboot bauen lassen?

Je nach den Voraussetzungen am Liegeplatz müssen Sie die Technik Ihres Hausboots anpassen. Es können außerdem zusätzliche Regelungen bezüglich des Brandschutzes oder des Gewässer- und Naturschutzes greifen. Wenn Sie Ihr Hausboot selbst bauen, müssen Sie einige grundlegende Faktoren beachten:

  • Sanitäre Anlagen: Wenn Ihr Hausboot keinen Zugang zum Abwasser hat, benötigen Sie eine autarke Anlage, beispielsweise eine Campingtoilette oder einen Frischwassertank. Auch die Abwasserabführung muss beachtet werden. Möglichkeiten sind hier die Aufbereitung durch lokale Kläranlagen, der Abtransport in Tanks oder ein landseitiger Kanalanschluss. 
  • Stromversorgung: Wenn Sie ein Hausboot bauen, sollten Sie frühzeitig an die Stromversorgung denken. Der Strom kann aus einem landseitigen Anschluss oder autark, beispielsweise durch Akkus, Solar oder Generatoren, bezogen werden. 
  • Heizsystem: Um Ihr Hausboot zu heizen, greifen Sie auf Strom, Gas oder andere Brennstoffe zurück. Gas beziehen Sie durch einen landseitigen Gasanschluss oder Flüssiggas in Flaschen oder einem Tank. 

Sie möchten Ihr Hausboot lieber bauen lassen? Viele Betriebe bieten unterschiedliche Hausboot-Typen an. Dabei können Sie häufig den Grundriss oder einzelne Bootselemente nach Ihren Wünschen anpassen.

Die Pontons aus Stahl oder Beton, auf denen schwimmende Häuser stehen, werden von einer Werft gebaut. Die Werft hat auch das nötige Wissen, um das Hausboot zu bewegen und zu Wasser zu lassen. Bauarbeiten vor Ort werden im Normalfall von Holzbaufirmen und Stahlbauern durchgeführt.


Hausboot bauen: Materialien und Motortypen

Die Wahl des Materials, mit dem Sie Ihr Hausboot bauen, hängt nicht nur von der Bauweise Ihres neuen Heims ab, sondern auch vom Budget und Verwendungszweck.

  • Stahl: Bei Hausbooten ist sogenannter Schiffbaustahl am häufigsten im Einsatz. Stahl ist schwerer als andere Materialien, punktet aber mit hoher Stabilität auf dem Wasser. Für fahrbare Hausboote und bei der Pontonbauweise ist die Verwendung von Stahl zu empfehlen. 
  • Holz: Der Klassiker unter den Baumaterialien ist ein nachwachsender Rohstoff, der vergleichsweise günstig ist. Durch Schutzanstriche kann die Wasserdichte sichergestellt werden. Die Widerstandskraft gegenüber Umwelteinflüssen ist jedoch geringer als bei anderen Materialien. 
  • Aluminium: Durch Aluminium sparen Sie Gewicht, ohne an Festigkeit zu verlieren. Da die Verarbeitung des Materials aber schwieriger ist als die von Stahl, kommen höhere Materialkosten auf Sie zu. 
  • Kunststoff: Im Hausbootbau werden momentan Polyethylen und glasfaserverstärkter Kunststoff verwendet. Sie sind sehr leicht und beständig, bei größeren Dimensionen kann jedoch die Festigkeit leiden. 

Wenn Sie ein Hausboot bauen, ist es leichter, ohne Motor vorzugehen. Möchten Sie sich aber mit Ihrem Haus fortbewegen, stehen Ihnen verschiedene Antriebstypen zur Verfügung:

  • Außenbordmotor mit internem oder externem Tank
  • Dieselstromaggregat mit Generatorwirkung 
  • Wellenmotor mit Antriebsschraube, der im Kielraum eingebaut wird 
  • Rumpf- oder Z-Motor mit Saildriver

Hausboot-Preis: Was kostet das schwimmende Zuhause?

Bevor Sie ein Hausboot kaufen, kalkulieren Sie die Kostenfragen. Der Hausboot-Preis hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Größe und Ausstattung 
  • Ist das Hausboot fahrbereit? 
  • Wahl des Liegeplatzes 
  • Mieten oder kaufen? 
  • Wartungskosten 
  • Versicherungskosten 
  • Nebenkosten 

  

Es ist nicht günstig, ein Hausboot bauen zu lassen. Das schwimmende Zuhause kann preislich durchaus auf dem Niveau eines Einfamilienhaus liegen.

  • Hausboote sind am Markt ab circa 50.000 Euro erhältlich. 
  • Ein kleines Hausboot mit einer Größe von 30 bis 40 Quadratmetern erwerben Sie ab 70.000 Euro. Hier ist die Ausstattung sehr kompakt: Eine Koje, eine Küchennische und ein kleines Bad sind üblich. 
  • Bei einer Wohnraumgröße von 60 bis 80 Quadratmetern können Sie mit 100.000 bis 200.000 Euro rechnen. 
  • Nach oben ist der Preis offen. Wollen Sie ein sehr großes und luxuriöses Hausboot kaufen, kann der Preis einer Stadtvilla entsprechen. 

Wenn Sie das Hausboot nur mieten, kommen beträchtliche Kosten auf Sie zu. Kleine Hausboote mit einer Größe von 30 Quadratmetern kosten pro Übernachtung zwischen 130 und 150 Euro, größere Hausboote kosten deutlich mehr. Insbesondere in der Sommersaison steigen die Preise stark an.

   

Hausboot bauen: Unterhaltskosten

Zu den Anschaffungskosten Ihres Hausbootes kommen auch diverse Unterhaltskosten hinzu: Reparaturkosten, Instandhaltung, Versicherungen und Liegeplatzgebühren sollten Sie einplanen:

  • Liegeplatzgebühren bewegen sich, je nach Größe und Art des Liegeplatzes, zwischen 2.000 und 6.000 Euro im Jahr. Es macht beispielsweise einen preislichen Unterschied, ob Ihr Hausboot in ausgewiesenen Zonen eines Sees oder in einem Yachthafen anliegt. 
  • Muss der Liegeplatz neu erschlossen werden, kommen Kosten im fünfstelligen Bereich auf Sie zu. 
  • Zusätzlich fallen auch Kosten für Strom, Wasser und Abwasser an. Alternativ können Generatoren, Solaranlagen oder Tanks angebracht werden. Auch diese benötigen jedoch regelmäßige Wartung und verursachen Kosten. 
  • Die Müllentsorgung ist häufig bereits in der Liegegebühr enthalten. Ist das nicht der Fall, kommen Kosten von etwa 150 Euro monatlich auf Sie zu. 
  • Alle zehn Jahre müssen Sie ein Schwimmfähigkeits-Zertifikat für Ihr Haus erwerben. 
  • Notwendige Versicherungen belaufen sich bei kleineren Booten auf 1.000 bis 2.000 Euro pro Jahr und steigen mit der Größe des Hausboots.

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