Sanierungsfahrplan: Was nutzt ein individueller Sanierungsfahrplan?

  • Warum ein Sanierungsfahrplan sinnvoll ist
  • Wer einen Sanierungsfahrplan erstellen darf
  • Kosten und Förderung eines Sanierungsfahrplans

Wer ein älteres Haus umfassend sanieren will, sollte einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) aufstellen. Lesen Sie hier die Vorteile eines Sanierungsfahrplans, wen Sie damit beauftragen können, was er kostet und wie Sie dafür staatliche Zuschüsse bekommen.

       

Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?

Ein individueller Sanierungsfahrplan, kurz iSFP, ist eine Übersicht über technisch mögliche und wirtschaftlich sinnvolle Sanierungsmaßnahmen für ein Haus oder eine Wohnung in Deutschland. Mit diesem Plan können Sie eine Sanierung von der Finanzierung bis zur Umsetzung fundiert planen.

Standardmäßig beinhaltet ein individueller Sanierungsfahrplan gemäß den Vorgaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) und des Instituts für Energie- und Umweltforschung sowohl eine Beratung als auch einen ausführlichen Bericht.

Darin enthalten sind in der Regel zwei bis fünf Maßnahmenpakete in einem Zeitstrahl. So wissen Sie als Eigentümer nicht nur, was bestenfalls zu tun ist, sondern auch in welcher (zeitlichen) Reihenfolge und zu welchen ungefähren Kosten. Auch die zu erwartenden Fördermittel sind im Sanierungsfahrplan vermerkt.


Warum ist ein individueller Sanierungsfahrplan sinnvoll?

Individueller Sanierungsfahrplan: Deckblatt des schriftlichen Berichtes
Ein Sanierungsfahrplan berücksichtigt die individuellen baulichen Gegebenheiten eines Hauses. (Quelle: Solutions/Dirc Kalweit)

Ein individueller Sanierungsfahrplan ist aus mehreren Gründen sinnvoll:

  • Für einen iSFP nimmt ein Energieberater Ihre Immobilie genau unter die Lupe. Sie verschaffen sich damit einen guten Überblick über den energetischen Zustand und über Einsparpotenziale des Gebäudes. Das kann nicht nur für eine Sanierung, sondern auch für einen späteren Verkauf nützlich sein.
  • Ein Sanierungsfahrplan schafft Transparenz und gibt Planungssicherheit. Sie erfahren, welche Sanierungsmaßnahmen sinnvoll und realisierbar sind. Das ist eine gute Grundlage, um die Finanzierung und Auftragsvergabe zu regeln.
  • Selbst wenn Sie den individuellen Sanierungsfahrplan nicht gleich in die Tat umsetzen, profitieren Sie davon. Zum Beispiel, wenn die Heizung von heute auf morgen ausfällt. Ein Blick in den iSFP verrät Ihnen, welche Lösung für Ihr Gebäude sinnvoll ist. Das spart Zeit, Nerven und im besten Fall auch Kosten.
  • Ein aktueller iSFP berücksichtigt auch sämtliche Fördermöglichkeiten, so dass Sie deutlich im Vorteil sind, wenn Sie Ihr Haus möglichst kostengünstig sanieren wollen.

Ein Sanierungsfahrplan ist immer nur eine Momentaufnahme und so  ist es sinnvoll und notwendig, den vorliegenden Plan regelmäßig anzupassen. 


Wer erstellt einen individuellen Sanierungsfahrplan?

Der Begriff “individueller Sanierungsfahrplan” ist nicht geschützt. Wenden Sie sich unbedingt an einen seriösen Energieberater, Architekten oder Ingenieur. Wer eine staatliche Förderung vom BAFA erhalten will, muss zwingend einen Energieberater aus der Energie-Effizienz-Expertenliste (EEE-Liste) beauftragen.


Ablauf beim Sanierungsfahrplan

Wenn Sie sich für einen individuellen Sanierungsfahrplan entscheiden, wird dieser in der Regel in drei Schritten aufgestellt:

  1. Vereinbaren Sie im ersten Schritt einen Termin mit einem qualifizierten Energieberater, Architekten oder Ingenieur. Im Rahmen einer Vor-Ort-Besichtigung verschafft sich der Experte zunächst einen Überblick über den Zustand des Gebäudes. 
  2. In einem zweiten Termin vor Ort präsentiert Ihnen der Energieberater seine Maßnahmenvorschläge und gibt Empfehlungen für die Priorisierung. Wichtig: Sie geben die Richtung vor. Teilen Sie dem Experten deshalb Ihre finanziellen und zeitlichen Vorstellungen mit. 
  3. Ein dritter Termin dient schließlich dazu, Ihnen den finalen, individuellen Sanierungsfahrplan mit mehreren aufeinander aufbauenden Maßnahmenpaketen vorzustellen. Ob und wie Sie die Sanierung dann durchführen, obliegt ganz Ihnen.
Individueller Sanierungsfahrplan: Blick auf einen Grundrissplan
Welche Sanierungsmaßnahme ist sinnvoll? Um das zu entscheiden macht sich der Experte ein ausführliches Bild. (Quelle: stock.adobe.com - Atstock Productions)

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Dieser ersetzt allerdings nicht die persönliche Beratung. Unser Heimatexperte in Ihrer Nähe entwickelt mit Ihnen einen langfristigen zinssicheren Finanzierungsplan und bespricht mit Ihnen die einzelnen Schritte der Finanzierung. So haben Sie von Anfang an Transparenz über Ihren Modernisierungskredit.

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Kosten für einen individuellen Sanierungsfahrplan

Die Kosten für einen individuellen Sanierungsfahrplan hängen von verschiedenen Faktoren ab wie der Gebäudegröße, dem Grundriss und den baulichen Gegebenheiten. Auch variiert es von Region zu Region, wie viel Honorar Energieberater fordern. Hierfür gibt es keine einheitliche Gebührenordnung. 

Im Schnitt zahlen Sie für einen iSFP für ein Einfamilienhaus zwischen 1.600 und 2.100 Euro. Wenn Sie eine Förderung erhalten, liegt Ihr Eigenanteil noch bei rund 300 bis 800 Euro. 

Fördergeld für den iSFP

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernimmt im Rahmen des Förderprogramms "Energieberatung Wohngebäude" 80 Prozent der Kosten für einen individuellen Sanierungsfahrplan. Der Zuschuss ist allerdings gedeckelt auf

  • 1.300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser und
  •  1.700 Euro für Gebäude mit mehr als drei Wohneinheiten.

Stellt der Energieberater das Sanierungskonzept bei einer Wohnungseigentümerversammlung oder Beiratssitzung vor, können sich Wohnungseigentümergemeinschaften zusätzliche 500 Euro Förderung sichern.

Voraussetzung für einen BAFA-Zuschuss ist, dass Sie die Förderrichtlinien erfüllen, welche Sie online einsehen können. So müssen Sie wie erwähnt für den iSFP zwingend einen Energieberater der Energie-Effizienz-Expertenliste (EEE-Liste) beauftragen. Zudem hat der Beratungsbericht bestimmte Anforderungen zu erfüllen. Zum Beispiel müssen Angaben zum Primärenergiebedarf, Endenergiebedarf und zu CO2-Emissionen sowie zu Energiekosten, geschätzten Gesamtinvestitionskosten, Instandhaltungskosten und Fördermöglichkeiten des Bundes enthalten sein. 


Förderung für Maßnahmen aus dem iSFP

Wenn Sie Einzelmaßnahmen aus einem Sanierungsfahrplan wie eine Fassadendämmung oder den Fenstertausch umsetzen, können Sie unter Umständen einen zusätzlichen iSFP-Bonus erhalten. Auf die BAFA-Basisförderung kommen dann fünf Prozentpunkte oben drauf. Ausgenommen davon sind seit August 2022 Komplettsanierungen zum Effizienzhaus sowie Heizungserneuerungen.

Der Kostendeckel liegt je Einzelmaßnahme bei 60.000 Euro. Zu beachten ist auch, den Antrag zu stellen, bevor Sie die Maßnahme umsetzen.

Tipp: Ein qualifizierter Energieberater kann Ihnen nicht nur einen förderfähigen Sanierungsfahrplan erstellen, sondern darin auch direkt Maßnahmenpakete schnüren, die vom BAFA bezuschusst werden. In der Regel kümmert sich der Experte im Falle einer geplanten Umsetzung dann auch um die Antragstellung beim Bundesamt, sofern Sie dies vertraglich vereinbaren. 


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Häufig gestellte Fragen

Wann lohnt sich ein Sanierungsfahrplan?

Wenn Sie die Sanierung eines älteren Gebäudes angehen wollen und nicht sicher sind, welche Maßnahmen wirklich sinnvoll und möglich sind, ist ein iSFP sinnvoll. Um eine Beratung kommen Sie in der Regel ohnehin nicht herum und die Mehrkosten für einen Sanierungsfahrplan sind gering. Der iSFP ist eine gute Grundlage, um eine Sanierung systematisch anzugehen. Die Entscheidung über konkrete Einzelmaßnahmen und deren Umsetzung nimmt Ihnen der Plan allerdings nicht ab. 

Wer bekommt die Förderung für den individuellen Sanierungsfahrplan?

Eine staatliche Förderung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es für die Energieberatung und die Erstellung eines Sanierungsfahrplans nur für Gebäude in Deutschland, die überwiegend Wohnzwecken dienen. Voraussetzung ist auch, dass der Bauantrag oder die Bauanzeige für die Immobilie zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens zehn Jahre zurückliegt. Einen BAFA-Zuschuss für den iSFP und darin empfohlene Einzelmaßnahmen erhalten Sie nur dann, wenn die Förderrichtlinien eingehalten werden. Umso wichtiger ist es, einen qualifizierten Energieberater mit dem individuellen Sanierungsfahrplan zu beauftragen.

Was kostet ein individueller Sanierungsfahrplan?

Die Kosten für einen Sanierungsfahrplan belaufen sich auf rund 1.600 bis 2.100 Euro für ein Einfamilienhaus. Sie sind unter anderem abhängig von der Größe des Gebäudes und den baulichen Gegebenheiten. Mit einer staatlichen Förderung können Sie die Kosten um rund 80 Prozent senken.

Sind Photovoltaik-Anlagen auch Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans?

Leider nein. Die Nachrüstung einer Photovoltaik-Anlagen spielt beim individuelle Sanierungsfahrplan (bisher) keine Rolle. Eine Tatsache, die von vielen Energieberatern und Bauherren bemängelt wird.

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