Der Energieausweis – kurz und bündig

  • Bedarfs- und Verbrauchsausweis
  • Neue Regelung ab Mai 2021
  • Kosten Energieausweis

Der Energieausweis informiert über die Gesamtenergieeffizienz des Objektes und schafft für Mieter und Käufer Transparenz auf dem Immobilienmarkt. Informieren Sie sich über das Pflichtdokument und die Änderungen ab Mai 2021, die auf dem im November 2020 in Kraft getretenen Gebäudeenergiegesetz 2020 (GEG) basieren.


Warum gibt es den Energieausweis?

Der Energieausweis soll Auskunft über die Gesamtenergieeffizienz des Objektes und Impulse zur Energieeinsparung im Gebäudebereich geben. Er ist ein wertvolles Instrument, das Transparenz und Klarheit auf dem Immobilienmarkt schafft: Mieter und Käufer bekommen damit die Möglichkeit, den Energiebedarf oder -verbrauch verschiedener Gebäude unkompliziert miteinander zu vergleichen.

Energiesparende Bauweisen führen zu einer Reduktion klimaschädlicher CO2-Emissionen und steigern den Wert des Gebäudes: Damit wird die Energieeffizienzklasse zum Gütesiegel für Ihre vier Wände.

Gleichzeitig weist der Energieausweis jeden Hauseigentümer auf energetische Mängel am Gebäude hin und zeigt über Modernisierungsempfehlungen auf, mit welchen Maßnahmen die Energiebilanz der Immobilie optimiert werden kann.

Energieausweis: Neuerungen ab 1. Mai 2021

Das Gebäudeenergiegesetz ist seit November 2020 in Kraft und löst die bisher geltenden Gesetze und Verordnungen, darunter die EnEV, ab. Das wirkt sich auf die energetischen Anforderungen für Neu- und Bestandsgebäude aus. Ab 1. Mai 2021 gelten für den Energieausweis die folgenden Regelungen:

  • Nicht nur Eigentümer, sondern auch Immobilienmakler müssen Interessenten für Vermietung, Verpachtung oder Verkauf einer Immobilie den Energieausweis vorlegen.  
  • Die Angabe von CO2-Emissionen ist verpflichtend.
  • Für Eigentümer gilt eine verschärfte Sorgfaltspflicht in Bezug auf die zur  Verfügung gestellten Daten. Sie sind für die Richtigkeit der Daten verantwortlich und haften dafür.
  • Was für den Bedarfsausweis schon länger gilt, kommt jetzt auch für den Verbrauchsausweis. Hier muss eine genauere Angabe zum energetischen Status der Immobilie gemacht werden, also auch zum Sanierungsstand, um die  Empfehlung für Modernisierungsmaßnahmen qualitativ zu erhöhen. So sind beispielsweise inspektionspflichtige Klimaanlagen aufzuführen und deren nächster Inspektionstermin.

Nutzen Sie Ihre Immobilie ausschließlich selbst oder vermieten aktuell nicht neu, benötigen Sie aufgrund der Neuregelung keinen Energieausweis.

Energieausweis – was steckt dahinter?

Wichtiger Bestandteil des Energieausweises ist eine Kennzahl, die den Energiebedarf des beurteilten Gebäudes wiedergibt. Dank eines einheitlichen Berechnungsverfahrens wird erkennbar, wie Ihr Heim in energetischer Hinsicht im Vergleich mit anderen Gebäuden abschneidet. Energieeffizienz wird damit künftig den Wert einer Immobilie mitbeeinflussen. Zusätzlich erhalten Sie konkrete Empfehlungen für Modernisierungsmaßnahmen, die sowohl der Umwelt als auch Ihrem Budget zugutekommen.


Bedarfs- oder verbrauchsorientierter Energieausweis?

Der verbrauchsorientierte Ausweis dokumentiert lediglich den Energieverbrauch mittels Rechnungen der letzten 3 Jahre.

Beim bedarfsorientierten Energieausweis hingegen wird der Energiebedarf Ihrer Immobilie anhand von Plänen, Baubeschreibungen und Heizungsdaten berechnet. Das individuelle Nutzerverhalten wird hier nicht berücksichtigt.

Welchen Energieausweis Sie benötigen, hängt von Punkten wie Baujahr, Anzahl der Wohnungen im Objekt ab. Genaueres erfahren Sie von Ihrem Energieberater. Das kann ein Handwerksmeister, staatlich geprüfter Techniker mit entsprechender Weiterbildung, Architekt oder Ingenieur mit entsprechender Zusatzqualifikation sein.

Wichtig für Sie: Der bedarfsorientierte Ausweis ist wesentlich aussagekräftiger, weil zur Ermittlung der Kennziffer ausschließlich bauliche Faktoren herangezogen werden. Nur so erfahren Sie, wie es um die Energieeffizienz Ihres Eigenheims bestellt ist.


Wer erstellt den Energieausweis und was kostet dieser?

Das Verfahren zur Erlangung eines Energieausweises ist denkbar einfach: Der Hauseigentümer beauftragt einen zugelassenen Aussteller für Energieausweise. Interessierte Gebäudebesitzer können über die Website der „dena“ (Deutsche Energieagentur) die entsprechenden Fachleute in Ihrer Region finden. Die Kosten für den Energieausweis sind nicht festgelegt und werden durch den Aussteller und den Eigentümer entsprechend dem Aufwand für das Gebäude vereinbart. Wichtig ist, dass der Betrag im Vorfeld schriftlich festgelegt wird!

Die Kosten können für ein Einfamilien- oder Zweifamilienhaus betragen:

  • für einen Verbrauchsausweis ca. 50 – 100 Euro,
  • für einen Bedarfsausweis ca. 300 – 500 Euro.

Der Ausweis gilt zehn Jahre.

Tipp: Bei Wohngebäuden mit bis zu vier Einheiten, die 1977 und später erbaut wurden, wurde bereits beim Bauantrag ein Wärmeschutznachweis erstellt und geprüft. Dieser kann von einem Sachverständigen "umgeschrieben" werden, ein neuer Bedarfsausweis muss somit nicht berechnet werden. Das spart Kosten. Sprechen Sie mit einem Experten.

Modernisierungsmaßnahmen finanzieren

Aus dem Energieausweis ergeben sich erforderliche Maßnahmen am Gebäude. Sie wollen die Fassade und das Dach dämmen, neue Fenster oder eine neue Heizung einbauen? Profitieren Sie bei der Finanzierung von unserem günstigen Modernisierungskredit. Außerdem fördert der Staat die energetische Sanierung vielfältig – übrigens auch die Kosten der Energieberatung selbst.  

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