Restaurierung einer 200 Jahre alten Mühle

Eine 200 Jahre alte Mühle zu restaurieren ist Knochenarbeit. Für Holger Antons aus Schneverdingen war es die Mühe wert.


Daubenfenster & schwere Eichendielen

Das Dach benötigte eine neue Verschalung, auf die eine dampfdiffusionsoffene Folie und eine Konterlattung kamen. Und das 30 Zentimeter dicke Reetdach. Außerdem wurden Daubenfenster eingearbeitet, um dem oberen Geschoss mehr Fläche zu geben.

Nachdem die morschen Balken ausgetauscht und die neuen mit Eisenstangen in dem Mauerwerk befestigt waren, wurde der Holzfußboden aufgebaut. Bevor ein fertiger Trockenestrich verlegt wurde, montierte Antons noch Heizschleifen. Erst dann kamen die schweren Dielen aus Eiche.


Umweltfreundliche Materialien und Denkmalschutzamt

Antons war bei der Restaurierung seiner Mühle von Anfang an auch der ökologische Gedanke wichtig. Er wählte bewusst nur umweltfreundliche Materialien: Für die Innenräume besorgte er fünf Tonnen Lehm aus Porta Westfalica und eine spezielle Kalksumpffarbe, die er bei einer Firma in Hildesheim bekam. Den Lehm – bekannt dafür, dass er ein sehr gutes Raumklima schafft – brachte er Schicht für Schicht auf die Wand. Dazwischen kamen Holzfaserdämmplatten, auf die letzte Lehmschicht dann ein Jutenetz und als Abschluss Feinputz.

Finanzielle Entlastung bedeutete die enge Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt, das sich an den Kosten für das Reetdach und die Renovierung der alten Gussfenster beteiligte. Insgesamt hat Antons ein Jahr an der Restaurierung gearbeitet, ohne einen Tag Urlaub, Feierabend oder einen Sonntag gehabt zu haben.


Restaurierte Mühle - Daten & Fakten

  • Baujahr: 1825; als Mühle in Betrieb gewesen bis 1928
  • Renovierung: Dezember 2011 bis Dezember 2012
  • Wohnfläche: 210 m²
  • Grundstücksgröße: 2.500 m²
  • Isolierung: Zellulosedämmung (auch im Dach)
  • Heizung: Erdgas; Haustechnikraum im EG
  • Konstruktion: Im Dachstuhl wurden in den 70er-Jahren Stahlträger eingesetzt. Das Ständerwerk mit den Flügeln wurde fixiert