Fassadendämmung: Das müssen Sie wissen

Über die Außenwand eines Hauses geht viel Wärme verloren. Eine Fassadendämmung ist daher ideal, um Heizkosten zu sparen. Damit können nicht nur die Anforderungen eines Energieausweises erfüllt werden. Zusätzlich lässt sich die Fassade optisch aufwerten. Wir haben alle Techniken der Außendämmung und Innendämmung, mögliche Baustoffe und Kosten für Sie zusammengefasst.


Fassadendämmung: Diese Dämmstoffe gibt es

Wenn Sie Ihre Fassade dämmen möchten, finden Sie im Fachhandel eine große Auswahl an verschiedenen Dämmstoffen und Dämmplatten. Je nach persönlichen Wünschen, Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS), Beschaffenheit der Außenwand und den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) bietet jeder Baustoff dabei unterschiedliche Vorteile. Polystyrol ist das am meisten verwendete Material, während Holzfaser als ökologischer Baustoff eine gute Alternative zu den synthetischen Materialien bietet.

  • Polystyrol: Auch als Styropor bekannter Hartschaum, häufigste Verwendung in preiswerten Wärmedämm-Verbundsystemen. Brandschutz ist aber umstritten.
  • Polyurethan: Hartschaum auf Erdölbasis. Beste Dämmwirkung unter den üblichen Materialien, es reichen dünne Dämmschichten aus.
  • Hanf: Nachwachsender Rohstoff, als Matten für vorgehängte Fassaden oder Innendämmung. Zum Brandschutz wird Soda beigegeben.
  • Zellulose: Wird in Flockenform sehr häufig für Einblasdämmung verwendet. Preisgünstiges Recyclingprodukt aus Altpapier.
  • Mineralwolle: Als Platten, Matten und loses Material, aus natürlichen Rohstoffen oder Recyclingmaterialien. Nicht brennbar.
  • Holzfaser: Als Platten vielseitig einsetzbar. Alternative zu synthetischen Dämmstoffen. Auch als Schüttdämmung.

Wer bei der Fassadendämmung ganz auf ökologische Aspekte setzen möchte, findet hier eine gute Übersicht natürlicher Baustoffe.

 


Das sagen Experten über die Fassadendämmung

Wer die Befürchtung hat, dass sich die Mehrkosten für eine Fassadendämmung nicht durch die Einsparung der Heizkosten refinanzieren, den können die Experten beruhigen. Stephan Kohler, ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena), sagt: „Hunderte von Praxisbeispielen haben gezeigt, dass sich eine Fassadenbekleidung zur Wärmedämmung rechnet.“ Der Experte nennt die wichtigsten Voraussetzungen für die Wirtschaftlichkeit von Wärmeschutzmaßnahmen: „Sie sollten mit ohnehin anstehenden Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen gekoppelt werden.“ Besonders der Austausch alter Heizungskessel kann zu weiterer Energiekostenersparnis beitragen. 


Fassade dämmen und optisch verschönern

In der Praxis heißt das: Wenn die Farbe blättert oder der Putz bröckelt, kann es sich lohnen, die Außenwände auch gleich zu dämmen. Die verschiedenen Möglichkeiten der Wärmedämmung haben dabei noch einen positiven Nebeneffekt: Eine triste Außenwand aus den 60er- oder 70er-Jahren kann mit einem passenden farbigen, strukturierten oder modellierten Putz auf dem Wärmedämm-Verbundsystem optisch nur gewinnen. Eine hinterlüftete Vorhangfassade bietet sogar die Möglichkeit, dem Haus einen ganz neuen Look zu verpassen – zum Beispiel natürlich in Holz, cool in Keramik oder edel in Schiefer. Eine schöne, erhaltenswerte Klinker- oder Stuckfassade dagegen sollte man nicht hinter Styropor oder Glaswolle verstecken.

Viele weitere praktische Tipps zur Wärmedämmung finden Sie hier.

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Möglichkeiten der Fassadendämmung

Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS)

Das Standardverfahren: Dämmplatten aus Hartschaum (Polystyrol oder Polyurethan), Steinwolle oder Holzfaser werden direkt auf das Mauerwerk geklebt. Darüber kommt ein Armierungsgewebe als Putzträger. Den Abschluss bilden eine oder mehrere Putzschichten mit Anstrich oder Verblendklinker.

Vorgehängte Fassade

Am Mauerwerk wird eine Unterkonstruktion (Grundlattung) aus Holz oder Metall befestigt, in deren Zwischenräumen der Dämmstoff in Form von Platten oder Matten eingebracht wird. Auf der Unterkonstruktion wird eine Konterlattung angebracht, die eine Außenverkleidung aus Holz, Schiefer, Klinker, Naturstein oder anderem Material hält. Zwischen Dämmung und Verkleidung kann die Luft zirkulieren, was Feuchtigkeitsschäden vorbeugt.

Kerndämmung

Wenn die Fassade erhalten bleiben soll: Altbauwände bestehen oft aus zweischaligem Mauerwerk mit einem Luftraum zwischen den Schalen. In diesen Mauerzwischenraum wird mit Spezialgerät loses Dämm-Material eingeblasen, zum Beispiel Zellulose- oder Mineralwollflocken, Holzfasern, Polystyrol-Kügelchen oder Gesteinsmaterial. Zu achten ist darauf, dass an Übergängen keine Wärmebrücken entstehen.

Innendämmung

Wegen eines Denkmalschutzes ist gelegentlich weder eine Außendämmung noch eine Kerndämmung möglich. Hier wird eine Innendämmung installiert: Auf der Innenseite der Außenwände wird eine Holzlattung befestigt, und die Zwischenräume werden mit Dämmstoff gefüllt. Darüber kommt eine Dampfsperrfolie, die das Eindringen von Feuchtigkeit in die Dämmkonstruktion verhindert. Den Abschluss bilden eine Innenverkleidung, etwa aus Gipskarton, sowie Innenputz. Um Feuchteschäden zu verhindern, muss eine Innendämmung besonders sorgfältig ausgeführt werden.

Kosten einer Fassadendämmung

Die Kosten einer Fassadendämmung richten sich nach vielen Faktoren: Wie ist die bauliche Situation? Liegt bereits eine Dämmung im Haus vor, zum Beispiel eine Dachdämmung oder Dachbodendämmung? Welche Form der Dämmung kommt infrage, und welche Dämmstoffe sollen zum Einsatz kommen? Diese Übersicht zeigt, mit welchen Kosten Sie in etwa rechnen müssen.

 
Kosten einer Fassadendämmung 
Außendämmung der Fassadeetwa 90 – 150 Euro pro m2    
Innendämmung der Fassadeetwa 60 – 100 Euro pro m2
Kerndämmung der Fassade
etwa 15 – 30 Euro pro m2
WDVS Kosten: je nach Material
etwa 90 – 130 Euro pro m2
Vorgehängte Fassadeab etwa 155 Euro pro m2

Quelle: http://www.energieheld.de

 

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