Photovoltaik: Kosten und Nutzen

  • Anschaffungskosten
  • Überblick der Anlagen
  • Nutzen und Finanzierung


 

Für Eigenheimbesitzer gibt es viele gute Gründe, erneuerbare Energien zu nutzen – vom Umweltschutz über die finanzielle Förderung bis zur Unabhängigkeit als Selbstversorger. Außerdem sinken die Kosten für Photovoltaik stetig. Im Themenspecial Photovoltaik geben wir Ihnen einen knappen Überblick über Kosten, Nutzen und für wen sich diese Technologie lohnt.


Photovoltaik: Energiesektor mit Zuwachs

Die Nutzung der Sonnenenergie wird uns immer vertrauter. Laut Statistikportal Statista betrug der Anteil an der Bruttostromerzeugung in Deutschland 2019 7,4 Prozent. Das klingt zwar immer noch gering, seit 2011 hat sich der Anteil damit aber mehr als verdoppelt. Dabei gibt es zwischen den Bundesländern beträchtliche Unterschiede:

  • In Bayern betrug die neu installierte Leistung der Photovoltaikanlagen über 650 Megawatt Peak (Energieleistung der Anlagen), in Hessen waren es beispielsweise lediglich 116.
  • In den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen sind die Zahlen am niedrigsten und bewegen sich im einstelligen Bereich.
  • Laut dem Fraunhofer Institut gab es Ende 2019 insgesamt 1,8 Millionen Photovoltaik-Anlagen in Deutschland. Sie produzierten 49 Gigawatt Strom.
Neben der Stromerzeugung kann die Wärme in solarthermischen Anlagen als zweite solare Energiequelle genutzt werden. Sie wird ebenfalls über Dachkollektoren gewonnen und unterstützt im Haus die Warmwasser- und Heizungssysteme.

Photovoltaik: Kosten der Anlagen

Die Kosten für Photovoltaik-Anlagen hängen von deren Größe ab. Und die wiederum richtet sich danach, wie hoch Ihr Stromverbrauch ist und was Ihre Dachkonstruktion tragen kann.

  • Bei privaten Anlagen fürs Dach müssen Sie mit Photovoltaik-Preisen inklusive Installation und Inbetriebnahme ab etwa 5.400 Euro rechnen. Die meisten Privathaushalte nutzen Anlagen mit einer Leistung zwischen drei und zehn Kilowattpeak. Kilowattpeak bezeichnet die Spitzenleistung, die eine Anlage unter idealen Bedingungen erreicht.
  • Je größer die Anlage, desto geringer die Kosten je Quadratmeter, so die Faustregel. Aktuell (Juni 2020) liegen die Preise ungefähr bei 220 bis 250 Euro pro Quadratmeter. Für Photovoltaik auf einer Dachfläche von 25 Quadratmetern fallen zwischen 5000 und 6000 Euro an (plus Mehrwertsteuer), für 50 Quadratmeter zahlen Sie etwa 9.000 Euro und für 72 Quadratmeter circa 12.900 Euro. (Quelle: solaranlagen-portal.com)
  • Wer sich für eine Insel-Anlage entscheidet und einen Akku benötigt, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Die Kosten für eine solche Photovoltaikanlage belaufen sich auf rund 1.000 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität, heißt es bei finanztip.de.
Das Portal photovoltaik.org stellt Modellrechnungen an, wie schnell sich die Photovoltaik-Kosten amortisieren. Eine durchschnittliche Photovoltaik-Anlage, die mit Eigenmitteln finanziert wurde, hat demnach ihre Anschaffungskosten innerhalb von elf bis 13 Jahren wieder hereingeholt. Wird die Photovoltaikanlage über ein Darlehen finanziert, beträgt die Amortisationszeit durchschnittlich 13 bis 15 Jahre.

Photovoltaik Finanzierung

Sie möchten Ihr Eigenheim mit einer Photovoltaik-Anlage ausstatten oder planen weitere energetische Maßnahmen? Umbau und Neuausstattung sind mit Kosten verbunden, für die Sie vielleicht einen Kredit aufnehmen möchten.

Nutzen Sie unseren Modernisierungskredit, um Ihr Vorhaben zu finanzieren. Mit dem Finanzierungsrechner erhalten Sie einen ersten Überblick über Raten und Konditionen. Sprechen Sie mit einem unserer Heimatexperten, um gemeinsam einen Finanzierungsplan auf die Beine zu stellen, der genau auf Sie zugeschnitten ist.

Lassen Sie sich zum Thema Modernisieren & Förderung beraten – Ihr Heimatexperte vor Ort freut sich auf Sie.

Beratung vereinbaren

Photovoltaik Anlagen: ein kurzer Überblick

Wer sich Photovoltaik aufs Dach setzen will, kann damit eine Fachfirma beauftragen oder einen Teil der Anlage im Do-it-yourself-Verfahren selbst errichten. Mit Letzterem sparen Sie einen nicht unerheblichen Teil ein. Denn die Montagekosten machen bis zu 20 Prozent der Photovoltaik-Kosten aus. Aber vorsichtig: Arbeiten in diesem Bereich sind nur etwas für technikbegabte Bauherren mit handwerklichem Geschick – und das entsprechende Werkzeug darf auch nicht fehlen. Wer in dieser Hinsicht ungeübt ist, fährt mit einer Auftragsvergabe besser. Holen Sie mehrere Angebote ein und vergleichen Sie diese.


Generell müssen Sie sich zunächst entscheiden, ob Ihre Photovoltaik-Anlage ans öffentliche Stromnetz angekoppelt sein soll oder ob Sie eine sogenannte Insel-Anlage bevorzugen.

  • Netzgekoppelte Photovoltaik-Anlagen: Sie bestehen aus den Photovoltaik-Modulen auf dem Dach und einem Wechselrichter, der den gewonnenen Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Außerdem haben die Anlagen einen Zähler. Er dokumentiert, wie viel Strom Sie einspeisen.
  • Netzunabhängige Insel-Anlagen: Diese Photovoltaik-Anlagen werden oft in Ferienhäusern und Berghütten verbaut. In ganzjährig genutzten Wohnhäusern muss man die Anlagen mit einem Batteriespeicher kombinieren, um auch nachts über Strom zu verfügen. Insel-Anlagen werden trotzdem immer populärer, da sich das Einspeisen von Strom aus eigener Photovoltaik ins öffentliche Netz immer weniger lohnt. Die Kosten für Photovoltaik-Anlagen hier in der Regel über den Kosten für netzgekoppelte Anlagen.
Batteriespeicher für Einfamilienhäuser sind meist als Komplettsysteme erhältlich. Das
Infoportal pv-magazine.de hat bei rund 50 Anbietern Informationen zu deren Systemen abgefragt. Die Angaben umfassen unter anderem Detailinformationen zu Aufbau und unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP). Die darauf basierende Produktdatenbank können Sie hier einsehen: www.pv-magazine.de/marktuebersichten/batteriespeicher/speicher-2020/

Photovoltaik: Was Sie am Strom verdienen können

Eine spezielle Form der Photovoltaik Finanzierung – oder besser gesagt Refinanzierung – ist die Einspeisevergütung. Allerdings lohnt sich die Einspeisevergütung heute bei weitem nicht mehr in dem Ausmaß, wie das noch vor wenigen Jahren der Fall war. Denn die Einspeisevergütung für Solarstrom ist gesunken und sinkt weiter.


Eine hohe Rendite wie noch in den vergangenen Jahren lässt sich mit Photovoltaik nicht mehr erzielen. Wer auf seinem Wohngebäude Solarstrom produziert, erhält für eine Anlage, die im April 2020 in Betrieb ging zwischen 7,21 und 9,44 Cent pro Kilowattstunde als feste Einspeisevergütung (Preis variiert nach Größe der Anlage). Bei einer Photovoltaik-Anlage, die im Jahr 2004 installiert wurde, waren es noch stolze 57,4 Cent je Kilowattstunde.  


Für wen sich Photovoltaik lohnt?

Es gibt trotz sinkender Einspeisevergütung aber weiterhin gute Gründe für die Photovoltaik auf dem Privathaus:

  • Eigenverbrauch: Aktuell liegt der Preis für Strom aus der Steckdose bei 29,42 Cent pro Kilowattstunde (Stand: Juni 2020). Tendenz steigend. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 zahlten Verbraucher laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft lediglich 21,65 Cent für die Kilowattstunde Strom. Die Unabhängigkeit vom Marktpreis ist also ein wichtiges Argument, um sich eine Photovoltaik-Anlage anzuschaffen. Heutzutage amortisieren sich die Kosten für Photovoltaik eher durch die Eigennutzung als durch die Einspeisevergütung.
  • Das gute Gewissen: Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein Mittel, um Treibhausgase zu reduzieren und das Tempo des Klimawandels zu verringern. In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov sagten 81 Prozent der Bundesbürger, dass ihnen der Klimaschutz wichtig ist.
  • Die Förderung: Staat und Kommunen unterstützen Bauherren und Hausbesitzer, die in Photovoltaik investieren. So fördert beispielsweise die KfW-Bank (www.kfw.de) mit dem Programm „Erneuerbare Energien – Standard 270“ den Bau von Photovoltaik-Anlagen. Daneben gibt es regionale Förderprogramme. Eine Übersicht finden Sie in der Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums (www.foerderdatenbank.de). Außerdem unterstützen manche Stadtwerke Privatpersonen, die Photovoltaik installieren.

Photovoltaikrechner nutzen

Ob und inwieweit sich Photovoltaik auf Ihrem Privathaus lohnt, ist eine Frage des Standorts und der Ausrichtung Ihres Hauses. Die günstigsten Sonnenbedingungen findet man im Süden, etwa im Alpenvorland und Breisgau. Auch Rügen und Fehmarn können mit vielen Sonnenstunden punkten


Wie es in Ihrer Region aussieht, können Sie mithilfe von Photovoltaikrechnern im Internet nachrechnen. Einen solchen Rechner finden Sie zum Beispiel auf der Seite www.rechnerphotovoltaik.de. Dort werden Postleitzahl, Dachgröße, Neigungswinkel und Himmelsrichtung des Dachs sowie Monat der (geplanten) Errichtung der Photovoltaik-Anlage abgefragt. Am Ende zeigt Ihnen der Photovoltaik-Rechner den Betrag an, den Sie nach 20 Jahren dank Photovoltaik auf dem Dach gespart haben können.


Welche Anlagengröße sich für Sie lohnt, errechnen Ihnen Berater und Handwerksfirmen, die sich auf Photovoltaik spezialisiert haben. Sie finden passende Adressen nach Postleitzahlen sortiert auf den Internetseiten des Bundesverbands Solarwirtschaft (www.solartechnikberater.de).


Tipps zu Ihrer Photovoltaik-Anlage

Da die Sonnenkollektoren auf Ihrem Dach Wind und Wetter ausgesetzt sind, müssen Sie sie sorgfältig warten und auf mögliche Schäden achten.

  • Wartung: Photovoltaik-Experten des TÜV Rheinland empfehlen einmal im Jahr eine Sichtprüfung der Anlage durch einen Fachbetrieb. Alle zwei Jahre sollte eine tiefergehende technische Prüfung durchgeführt werden. Wie für Ihre Heizung können Sie auch mit Unternehmen der Photovoltaik-Branche einen Wartungsvertrag abschließen.
  • Reinigung: Viele Photovoltaik-Anlagen sind mit einem Selbstreinigungseffekt ausgestattet, sodass meist Regen ausreicht, um sie sauber zu halten. Doch wenn es um das Schneeräumen geht, sind viele Hausbesitzer versucht, selbst Hand anzulegen. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie das Räumen und Reinigen Ihrer Dach-Kollektoren aber einem Fachbetrieb überlassen.
  • Versicherung: Ihre Investition in Photovoltaik können Sie mit einer Police absichern. Versicherungsunternehmen bieten dazu verschiedene Modelle an.

Gute Beratung ist unverzichtbar

Sie möchten Ihr Zuhause umweltfreundlich aufrüsten und suchen hierfür einen Finanzierungspartner, dem Sie vertrauen können? Unsere Heimatexperten besprechen gerne mit Ihnen Fragen und Wünsche. Vereinbaren Sie einen Termin und profitieren Sie von unserer individuellen Beratung.

  • Individuelle Beratung
  • Über 85 Jahre Erfahrung
  • 7,2 Millionen zufriedene Kunden

Das könnte Sie auch interessieren:

Es gibt viele Wege, die eigenen vier Wände nachhaltiger zu gestalten. Was Sie tun können – und wie Sie von Fördermöglichkeiten profitieren – erfahren Sie hier:

Hinweis: Sie verwenden einen veralteten oder nicht unterstützten Browser. Gegebenenfalls kann es zu Einschränkungen bei der Benutzung der Webseite kommen.