Photovoltaik: Kosten und Nutzen

  • Anschaffungskosten
  • Überblick der Anlagen
  • Nutzen und Finanzierung

Für Eigenheimbesitzer gibt es viele gute Gründe, erneuerbare Energien zu nutzen – vom Klimaschutz über die finanzielle Förderung bis zur Unabhängigkeit als Selbstversorger. Außerdem sinken die Kosten für Photovoltaik stetig. Im Themenspecial Photovoltaik geben wir Ihnen einen Überblick über Kosten, Nutzen und für wen sich diese Technologie lohnt.

Photovoltaik: Energiesektor mit Zuwachs

Die Sonne zur Energiegewinnung zu nutzen, wird immer selbstverständlicher. Laut dem Statistischen Bundesamt lag deren Anteil an der Bruttostromerzeugung in Deutschland 2021 bei 8,5 Prozent. Das klingt zwar nach wenig, seit 2012 hat sich der Anteil damit aber mehr als verdoppelt. Dabei gibt es zwischen den Bundesländern beträchtliche Unterschiede:

  • In Bayern betrug 2021 die neu installierte Leistung der Photovoltaikanlagen 210 Megawatt (Energieleistung der Anlagen), in Thüringen beispielsweise lediglich 23.
  • In den Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen waren die Zahlen am niedrigsten und bewegten sich im einstelligen Bereich.
  • Aktuell gibt es knapp 2 Millionen Photovoltaik-Anlagen in Deutschland. Sie produzieren 54 Gigawatt Strom.  
Neben der Stromerzeugung kann die Wärme in solarthermischen Anlagen als zweite solare Energiequelle genutzt werden. Sie wird ebenfalls über Dachkollektoren gewonnen und unterstützt im Haus die Warmwasser- und Heizungssysteme.

Solarpflicht in Deutschland: Was gilt wo?

Bundesweit gibt es noch keine einheitliche Regelung zu einer Solarpflicht – also die gesetzliche Vorgabe zum Einbau von Photovoltaikanlagen oder Solarthermie auf Neu- und Bestandsgebäuden. Diese Pflicht soll laut Gesetzgeber den Ausbau der regenerativen Energien beschleunigen. Bislang entscheidet jedes Bundesland selbstständig über eine Umsetzung und deren Ausgestaltung.

Seit 1. Mai 2022 ist zum Beispiel in Baden-Württemberg die Solarpflicht für Wohngebäude in Kraft: Jeder, der neu baut, muss zukünftig eine Photovoltaikanlage mit einplanen. Der erzeugte Strom kann selbst genutzt oder ins öffentliche Netz eingespeist werden. Bereits seit 1. Januar 2022 gilt diese Pflicht für Nicht-Wohngebäude.
Ab 2023 wollen weitere Bundesländer nachziehen und Photovoltaik zum gesetzlichen Energiestandard machen. Einen schnellen Überblick verschafft Ihnen nachfolgende Tabelle (Stand März 2022):  

      

Bundesland Solarpflicht Gültig für
Baden-
Württemberg
Seit 1/2022
Seit 5/2022
Ab 2023
Neubau Nicht-Wohngebäude
Neubau Wohngebäude
Dachsanierung
Bayern In Planung
 
Berlin Ab 2023 Neubau Wohngebäude / Dachsanierung
Brandenburg Nein  
Bremen In Planung  
Hamburg Ab 2023
Ab 2025
Neubau Wohngebäude
Dachsanierung
Hessen Ab 2023
Ab 2025
Neubau Wohngebäude
Dachsanierung
Mecklenburg-
Vorpommern
Nein  
Niedersachsen Ab 2023 Neubau Nicht-Wohngebäude / Wohngebäude
Nordrhein-
Westfalen
Seit 2022 Neubau Nicht-Wohngebäude
Saarland Nein  
Sachsen In Planung  
Sachsen-
Anhalt
Nein  
Schleswig-
Holstein
Seit 2022 Neubau Nicht-Wohngebäude
Thüringen Nein  

Photovoltaik: Kosten der Anlagen

Montage einer solarthermischen Anlage auf einem Dach
Über die Jahre sind die Photovoltaik-Kosten allgemein gesunken. Sie variieren natürlich – je nach Modell und Größe der Dachfläche. (Quelle: KfW Bank)

Die Kosten für Photovoltaik-Anlagen hängen hauptsächlich von deren Größe, der zusätzlichen Installation eines Photovoltaikspeichers sowie der Leistung der gewünschten Anlage ab.

  • Leistung: Die meisten Privathaushalte nutzen Anlagen mit einer Leistung zwischen drei und zehn Kilowattpeak. Kilowattpeak (kWp) bezeichnet die Spitzenleistung, die eine Anlage unter idealen Bedingungen erreicht. Je kWp müssen Sie mit rund 1.300 Euro rechnen.
  • Kosten: Üblicherweise sind in diesem Betrag die Solarmodule sowie die Planung und Installation (samt Wechselrichter) durch einen Fachbetrieb enthalten.
  • Zusatzkosten: Der Anschluss ans Stromnetz schlägt mit 500 bis 1.000 Euro zu Buche.
  • Photovoltaikspeicher: Bei einer Kapazität von 5–6 kWh ist mit einem Preis von 5.000–7.000 Euro zu rechnen, bei Speichern von 7–10 kWh mit 7.000–10.000 Euro.
  • Laufende Kosten: Wartung, Reinigung und Versicherung betragen pro Jahr ca. 1 bis 1,5 Prozent der Anschaffungskosten.

Photovoltaik-Finanzierung

Sie möchten Ihr Eigenheim mit einer Photovoltaik-Anlage ausstatten oder planen weitere energetische Maßnahmen?

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Photovoltaik Anlagen – Ein kurzer Überblick

Monteur schließt Solarbatterien an
Die Speicherung der gewonnenen Energie in Batterien ist ein wichtiger Gesichtspunkt für die Gesamteffizienz einer Solaranlage. (Quelle: © Marko Borrmann)

Wer sich Photovoltaik aufs Dach setzen will, kann damit eine Fachfirma beauftragen oder einen Teil der Anlage im Do-it-yourself-Verfahren selbst errichten.

  • Legen Sie selbst Hand an, sparen Sie einen nicht unerheblichen Teil ein: Montagekosten machen bis zu 20 Prozent der Photovoltaik-Kosten aus. Bitte beachten Sie: Arbeiten in diesem Bereich sind nur etwas für Technikbegabte mit handwerklichem Geschick – und das entsprechende Werkzeug darf auch nicht fehlen.
  • Wer in technischer Hinsicht ungeübt ist, fährt mit einer Auftragsvergabe besser. Holen Sie mehrere Angebote ein und vergleichen Sie diese.

Generell müssen Sie sich zunächst entscheiden, ob Ihre Photovoltaik-Anlage ans öffentliche Stromnetz angekoppelt sein soll oder ob Sie eine sogenannte Insel-Anlage bevorzugen.

  • Netzgekoppelte Photovoltaik-Anlagen: Sie bestehen aus den Photovoltaik-Modulen auf dem Dach und einem Wechselrichter, der den gewonnenen Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Außerdem haben die Anlagen einen Zähler. Er dokumentiert, wie viel Strom Sie einspeisen.
  • Netzunabhängige Insel-Anlagen: Diese Photovoltaik-Anlagen werden oft in Ferienhäusern und Berghütten verbaut. In ganzjährig genutzten Wohnhäusern muss man die Anlagen mit einem Batteriespeicher kombinieren, um auch nachts über Strom zu verfügen. Insel-Anlagen werden trotzdem immer populärer, da sich das Einspeisen von Strom aus eigener Photovoltaik ins öffentliche Netz immer weniger lohnt. Die Kosten für Photovoltaik-Anlagen hier in der Regel über den Kosten für netzgekoppelte Anlagen.
Batteriespeicher für Einfamilienhäuser sind meist als Komplettsysteme erhältlich. Das Infoportal pv-magazine.de hat bei rund 50 Anbietern Informationen zu deren Systemen abgefragt. Die Angaben umfassen unter anderem Detailinformationen zu Aufbau und unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP). Die darauf basierende Produktdatenbank können Sie hier einsehen.  

Photovoltaik: Was Sie am Strom verdienen können

Eine spezielle Form der Photovoltaik Finanzierung – oder besser gesagt Refinanzierung – ist die Einspeisevergütung. Allerdings lohnt sich die Einspeisevergütung heute bei weitem nicht mehr in dem Ausmaß, wie das noch vor wenigen Jahren der Fall war. Denn die Einspeisevergütung für Solarstrom ist mittlerweile stark gesunken.  

Eine hohe Rendite wie in der Vergangenheit lässt sich aktuell mit Photovoltaik nicht mehr erzielen. Wer auf seinem Wohngebäude Solarstrom produziert, erhält für eine Anlage (bis 10 kW/h Nennleistung), die im April 2022 in Betrieb ging, 6,53 Cent pro Kilowattstunde als feste Einspeisevergütung. Zum Vergleich: Bei einer Photovoltaik-Anlage, die im Jahr 2004 installiert wurde, waren es noch stolze 57,4 Cent je Kilowattstunde. 

Die gute Nachricht: Im Zuge der Klimaschutzmaßnahmen beschloss die Bundesregierung die Einspeisevergütung für Solarstrom wieder zu erhöhen: Volleinspeiser (Anlagen bis 10 kW Leistung), die ihren selbst produzierten Strom komplett ins öffentliche Netz abgeben, erhalten ab Juli 2022 13,8 Cent pro Kilowattstunde. Wer seinen Strom anteilig selbst verbraucht, kann mit einer Vergütung von 6,93 Cent rechnen.

Photovoltaikpanelen auf dem Dach
Je mehr Sonneneinstrahlung, desto effektiver können Sie Photovoltaik nutzen. Daher spielen die geografische Lage und Ausrichtung des Daches eine große Rolle. (Quelle: Alessandro2802 - stock.adobe.com)

Was spricht für die Nutzung von Photovoltaik?

Es gibt viele Gründe für die Photovoltaik auf dem Privathaus:

  • Eigenverbrauch: 2021 lag der Preis für Strom aus der Steckdose im Schnitt bei 31,8 Cent pro Kilowattstunde, Anfang 2022 bereits bei 36,19 Cent. Tendenz steigend. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 zahlten Verbraucher laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft lediglich 21,65 Cent für die Kilowattstunde Strom.
  • Die Unabhängigkeit vom Marktpreis ist also ein wichtiges Argument, um sich eine Photovoltaik-Anlage anzuschaffen. Unter welchen Bedingungen sich eine Photovoltaikanlage amortisiert, ist abhängig von den individuellen Gegebenheiten wie der Leistungsfähigkeit der Anlage, der Einspeisevergütung oder der Höhe des Eigenverbrauchs.
  • E-Auto laden: Den selbstproduzierten Strom können E-Auto-Besitzer mithilfe einer Wallbox auch zum Laden ihres Fahrzeugs verwenden. Dadurch lassen sich die Fahrtkosten deutlich reduzieren.
Häuser mit Photovoltaikanlagen
Auch wenn die Photovoltaik-Kosten im fünfstelligen Bereich liegen – langfristig können Sie dadurch trotzdem sparen. Und Sie leisten einen Beitrag zur Umwelt. (Quelle: kamisoka at iStock)
  • Wertsteigerung: Wie jede energiebezogene Baumaßnahme steigert auch die Installation einer Photovoltaik-Anlage den Wert der Immobilie. Die Wirtschaftlichkeit der Anlage, deren Alter sowie eine stimmige Optik sind dabei entscheidende Faktoren.
  • Wachsendes Bewusstsein: Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein Mittel, um Treibhausgase zu reduzieren und das Tempo des Klimawandels zu verringern. Eine gemeinsame Umfrage des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes Ende 2020 zeigt: 65 Prozent der Deutschen halten Umwelt- und Klimaschutz für ein sehr wichtiges Thema.

Photovoltaikrechner nutzen

Ob und inwieweit sich Photovoltaik für Sie lohnt, ist eine Frage ...

  • des Standorts: In verschiedenen Teilen Deutschlands scheint die Sonne unterschiedlich stark. Hervorragende Sonnenbedingungen findet man beispielsweise im Alpenvorland.
  • der Ausrichtung des Hausdaches: Lange galt das Süddach als beste Lösung, inzwischen weiß man: bei Ost-West-Ausrichtung können Sie beidseitig installieren und so mehr Strom erzielen.
  • der Dachneigung: Als optimal gilt für Süddächer 35 Grad, für Dächer nach Osten oder Westen 25 Grad

Alles entscheidende Faktoren, um die Nutzung von Solarstrom zu kalkulieren.

Solarzellen und Taschenrechner
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage auch für Sie? Mit nur wenigen Eingaben liefern Photovoltaikrechner erste Ergebnisse. (Quelle: KfW Bank)

Photovoltaikrechner helfen Ihnen die finanziellen Einsparpotenziale von Solaranlagen zu ermitteln.

  • www.rechnerphotovoltaik.de: Mit Eingabe von Postleitzahl, Dachgröße, Neigungswinkel und Himmelsrichtung des Dachs sowie Zeitpunkt der (geplanten) Errichtung der Photovoltaik-Anlage, zeigt Ihnen der Rechner die mögliche Ersparnis nach 20 Jahren.
  • Mit dem "Photovoltaik-Rechner" der Stiftung Warentest können Sie die individuelle Rendite für ein geplantes Vorhaben ebenfalls vorab kalkulieren.

Welche Anlagengröße sich für Sie lohnt, errechnen Ihnen Berater und Handwerksfirmen, die sich auf Photovoltaik spezialisiert haben. Sie finden passende Adressen nach Postleitzahlen sortiert auf den Internetseiten des Bundesverbands Solarwirtschaft.  

Tipps zu Ihrer Photovoltaik-Anlage

Da die Sonnenkollektoren auf Ihrem Dach Wind und Wetter ausgesetzt sind, müssen Sie sie sorgfältig warten und auf mögliche Schäden achten.

  • Wartung: Photovoltaik-Experten des TÜV Rheinland empfehlen einmal im Jahr eine Sichtprüfung der Anlage durch einen Fachbetrieb. Alle zwei Jahre sollte eine tiefergehende technische Prüfung durchgeführt werden. Wie für Ihre Heizung können Sie auch mit Unternehmen der Photovoltaik-Branche einen Wartungsvertrag abschließen.
  • Reinigung: Viele Photovoltaik-Anlagen sind mit einem Selbstreinigungseffekt ausgestattet, sodass meist Regen ausreicht, um sie sauber zu halten. Doch wenn es um das Schneeräumen geht, sind viele Hausbesitzer versucht, selbst Hand anzulegen. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie das Räumen und Reinigen Ihrer Dach-Kollektoren aber einem Fachbetrieb überlassen.
  • Versicherung: Ihre Investition in Photovoltaik können Sie mit einer Police absichern. Versicherungsunternehmen bieten dazu verschiedene Modelle an. Ggf. lässt sich die Anlage in die Gebäudeversicherung integrieren.
Photovoltaikanlage wird fachmännisch gereinigt
Überlassen Sie die Reinigung der Anlage besser einem Fachbetrieb. (Quelle: levkr at iStock)

Gute Beratung ist unverzichtbar

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