Photovoltaikanlage: Kosten von PV-Anlagen

  • Mit welchen Kosten muss man rechnen?
  • Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus
  • Warum sich Photovoltaik lohnt

Steigende Stromkosten, sinkende Preise für Photovoltaik und der Wunsch nach Unabhängigkeit bei der Stromversorgung – Eigenheimbesitzer setzen verstärkt auf selbst erzeugten Solarstrom. Hier erfahren Sie, was eine Photovoltaikanlage kostet, wie der Staat unterstützt und warum sich Photovoltaik rechnet.

     

Was spricht für eine Photovoltaikanlage?

Photovoltaik ist eine entscheidende Technologie beim Aufbruch in ein klimaneutrales Energiezeitalter. Laut Frauenhofer-Institut waren in Deutschland Ende 2021 bereits über 2,2 Millionen Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) installiert, Tendenz steigend.   

Der Hauptgrund für die Photovoltaikanlage liegt auf der Hand: Man macht sich weitgehend unabhängig von Energieversorgern und kann steigenden Stromkosten gelassen entgegensehen. Zusätzlich überzeugen diese Gründe:

  • Sinkende Kosten für Photovoltaik-Module
  • Eigener Ökostrom ist umweltverträglich
  • Wertsteigerung der Immobilie durch eine installierte PV-Anlage
  • Einspeisevergütung für nicht selbst verbrauchten Strom
  • Stromspeicher für Zeiten, in denen die Sonne nicht scheint

Wer darüber nachdenkt, eine Photovoltaik-Anlage aufs Hausdach zu setzen, kommt am Thema "Kosten" nicht vorbei. Denn eine PV-Anlage ist keine kleine Investition und ein fünfstelliger Betrag nicht selten. Auch im laufenden Betrieb fallen zusätzliche Ausgaben an.  


Was Photovoltaikanlagen kosten

Haben Sie ein Angebot eingeholt, sind in diesem üblicherweise die Solarmodule sowie die Planung und Installation (samt Wechselrichter) durch einen Fachbetrieb enthalten. Die teuerste Position sind dabei die Solarmodule, die ungefähr die Hälfte der Gesamtkosten einer PV-Anlage ausmacht. Auch die geplante Fläche entscheidet über die Ausgestaltung der Anlage.

  • Solarmodule: Die Entscheidung für einen Modultypen richtet sich nach den eigenen finanziellen Mitteln und der zu belegenden Dachfläche. Kristalline Module kosten um die 1.400 Euro je kWp, Dünnschichtmodule nur etwa 1.000 Euro je kWp, müssen durch ihren geringeren Wirkungsgrad aber großflächiger verlegt werden. Eine Übersicht zu deutschen und auch ausländischen Herstellern bietet das Solaranlagen Portal.
  • Leistung der Anlage: Die meisten Privathaushalte installieren Anlagen zwischen fünf bis zehn Kilowatt-Peak. Da sich die Preise für Photovoltaik in den letzten 10 Jahren mehr als halbiert haben, investieren Hauseigentümer zunehmend in größere Anlagen. So sind sie für einen zukünftigen Mehrverbrauch an Strom, zum Beispiel für eine Wallbox, gut vorbereitet.
  • Jedes Kilowatt-Peak kostet bei Anlagengrößen zwischen vier und zehn Kilowatt-Peak ungefähr zwischen 1.250 und 2.000 Euro. Dabei gilt, je größer die Anlage gewählt wird, umso geringer sind Kosten pro Kilowatt-Peak.
  • Eine Faustformel sagt dabei: Eine Photovoltaikanlage liefert pro Kilowatt-Peak 1.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. So lässt sich die Anlagengröße im ersten Schritt grob kalkulieren.
Handwerker installieren PV-Module.
Über die Jahre sind die Photovoltaik-Kosten allgemein gesunken. Sie variieren natürlich – je nach Modell und Größe der Dachfläche. (Quelle: anatoliy_gleb - stock.adobe.com)

     

 

Was bedeutet Kilowatt-Peak (kWp) bei Solaranlagen?

  • Kilowatt-Peak (kWp) bezeichnet die Spitzenleistung, die eine Photovoltaikanlage unter idealen Testbedingungen erreicht. Diese normierte Maßeinheit macht es möglich, die Leistung von PV-Anlagen zu vergleichen.
  • Bei der Konzeption Ihrer Photovoltaikanlage wird Ihnen auch die Abkürzung "kWh" begegnen. Dabei handelt es sich um Kilowattstunden. Eine Kilowattstunde entspricht der Menge an Energie, die ein Gerät mit einer Leistung von 1.000 Watt innerhalb einer Stunde verbraucht. Um zukünftig so viel Strom wie möglich selbst zu produzieren, sollten Sie Ihren Stromverbrauch pro Jahr kennen, um eine passgenaue Photovoltaikanlage mit oder ohne Stromspeicher zu finden.

 

       

Photovoltaikanlage: Kosten und Größe

Aus rund 250 Angeboten von Solar-Anbietern hat das Solaranlagen Portal eine Übersicht erstellt, die die durchschnittlichen Kosten für  Photovoltaikanlagen mit Leistungen zwischen vier bis zehn Kilowatt-Peak (kWp) aufzeigt. Berücksichtigt wurden dabei die die Planung. die Solarmodule sowie die Installation der Anlage samt Wechselrichter.

     

Anlagengröße Kosten pro KWp Preisspanne pro kWp Gesamtkosten Preisspanne der Gesamtkosten
4 kWp 1.570 Euro 1.250–1.870 Euro 6.300 Euro 5.000–7.900 Euro
5 kWp 1.530 Euro 1.130–1.960 Euro 7.600 Euro 5.300–9.500 Euro
6 kWp 1.490 Euro 1.050–1.920 Euro
9.000 Euro 6.500–12.100 Euro
7 kWp 1.470 Euro 1.080–1.940 Euro 10.400 Euro 7.600–12.800 Euro
8 kWp 1.370 Euro 1.140–1.880 Euro 11.000 Euro 9.000–15.000 Euro
9 kWp 1.430 Euro 1.030–1.870 Euro 12.900 Euro 9.200–17.500 Euro
10 kWp 1.340 Euro 1.040–1.900 Euro 13.300 Euro 10.300–18.500 Euro
  • Fußnoten

    Die angegebenen Preise sind Netto-Angaben aus 250 Angeboten von Solarteuren. In diesen Angaben sind üblicherweise die Solarmodule sowie die Planung und Installation (samt Wechselrichter) durch einen Fachbetrieb enthalten. Im Einzelfall kann das auch anders sein. Daher sind die Angaben ohne Gewähr. (Stand August 2022)

    Bitte beachten Sie: Die meisten Photovoltaikanlagen werden im Rahmen eines (Klein-)Gewerbes betrieben, so dass die Mehrwertsteuer abzugsfähig ist.

Mit welchen Kosten Sie zusätzlich rechnen müssen

Neben der kostenintensiven Position der Solarmodule, dürfen Sie weitere Faktoren nicht vergessen, die zusätzlich anfallen und Kosten verursachen können.

Gegebenheiten vor Ort:

  • Das Hausdach: Die Dachform, dessen Ausrichtung und Größe sowie die Beschaffenheit entscheiden über eventuelle Mehrkosten. Zum Beispiel, wenn im Vorfeld eine Statik-Prüfung veranlasst werden muss, ob sich das Dach für eine PV-Anlage eignet. Manchmal muss sogar eine Dachsanierung erfolgen.
  • Die Verschattung der Immobilie: Ein Solarmodul funktioniert auch im Schatten, bringt aber einen schlechteren Ertrag. Wer vor der Installation der Anlage einen Baum fällen muss, wird Zusatzkosten in Kauf nehmen müssen.
Haus im Alpenvorland mit Solaranlage
Liegt Ihre Immobilie in einer Region mit hoher Sonneneinstrahlung, zum Beispiel im Alpenvorland, erwartet Sie ein höherer Stromertrag. (Quelle: Martin Debus - stock.adobe.com)
  • Die Sonneneinstrahlung: Sonnenstunden in der Region entscheiden in hohem Maße über die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage. Wohnen Sie in einer Gegend, die nicht sonnenverwöhnt ist, benötigen Sie Module, die einen besonders hohen Wirkungsgrad erzielen. Hierfür sind monokristalline Solarmodule geeignet, die die Gesamtkosten aber nach oben treiben.

Technische Komponenten:

  • Wechselrichter: Pauschal fallen für einen Wechselrichter zwischen 800 und 2.000 Euro an, im Schnitt ungefähr zehn Prozent der Gesamtkosten. Als Herzstück der Anlage ist er unerlässlich, denn er wandelt den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um. Zudem steuert er die PV-Anlage. Oft sind diese Kosten bereits im Angebot enthalten.  
  • Anschluss ans Stromnetz: Dieser schlägt im Schnitt mit 500 bis 1.000 Euro zu Buche.
  • Einspeisezähler: Wer Strom ins öffentliche Netz einspeist, benötigt einen Einspeisezähler, der gekauft oder gemietet werden kann. Die Kosten für den Zähler tragen Sie als Anlagenbetreiber. Nutzen Sie einen Einrichtungszähler zur Miete, fallen jährlich rund 10–15 Euro Nutzungsgebühr für Sie an. Für einen Zweirichtungszähler, den Sie beim Netzbetreiber mieten, fallen je nach Anbieter zwischen 40–80 Euro pro Jahr an. Technische Voraussetzungen Ihres Hauses und vertragliche Besonderheiten entscheiden darüber, für welchen Zählertyp Sie sich entscheiden und ob Kauf oder Miete die bessere Wahl ist.   
Die Kosten einer PV-Anlage hängen von vielen Faktoren ab, zum Beispiel den gewählten Solarmodulen.
Viele Faktoren beeinflussen die Gesamtsumme, die für eine Photovoltaikanlage investiert werden muss. (Quelle: Africa Studio - stock.adobe.com)

     

Das kostet eine PV-Anlage ohne Stromspeicher – ein Beispiel

Familie Müller lebt in Schleswig-Holstein in ihrem Einfamilienhaus. Sie möchte zukünftig einen Großteil des Stroms selbst produzieren. Der Stromverbrauch pro Jahr liegt aktuell bei rund 4.000 kWh. Die Investition schafft Familie Müller ohne Kredit.

Um etwas Spielraum nach oben zu haben, planen Sie ihre Anlage für einen Stromverbrauch von 5.000 kWh. Ein Stromspeicher soll erst später installiert werden. Mithilfe einer Fachfirma vor Ort lässt Familie Müller die Kosten für ihre gewünschte Photovoltaikanlage kalkulieren:

  • Eine PV-Anlage liefert pro Kilowatt-Peak knapp 1.000 Kilowattstunden Strom.
  • Je Kilowatt-Peak Leistung benötigt man etwa 10 Quadratmeter Dachfläche. Familie Müller benötigt damit 50 Quadratmeter Platz für Ihre Photovoltaik-Anlage.
  • Bei durchschnittlichen Kosten von ungefähr 1.530 Euro (netto) pro Kilowatt-Peak entstehen im ersten Schritt Gesamtkosten von 7.600 Euro (netto).
Familie mit Solarmodul vor ihrem Haus.
Immer mehr Menschen interessieren sich für die Nutzung von Sonnenenergie und produzieren über die eigene PV-Anlage Ökostrom. (Quelle: Halfpoint - stock.adobe.com)

Diese Kosten fallen insgesamt an:

  • Kosten der PV-Anlage: Planung, Solarmodule, Installation sowie der notwendige Wechselrichter sind im Preis von 7.600 Euro (netto) bereits enthalten. In Summe muss Familie Müller mit Gesamtkosten von knapp 10.000 Euro (netto) rechnen.
  • Laufende Kosten: Für die zusätzliche Position wie jährliche Versicherungsbeiträge, technisches Gerät, Wartung und eventuelle Reparaturen plant der Experte grob 2.300 Euro (netto) ein.
  • Batteriespeicher: Dieser kann bei Bedarf nachgerüstet werden. Auf Grundlage der heutigen Preise kann man von etwa 1.200 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität ausgehen. Passend zur geplanten Anlage würde ein kleiner Speicher mit einer Leistung von 5 Kilowattstunden zwischen 6.000 Euro (netto) kosten.

 

Welche laufenden Kosten fallen bei einer Solaranlage an?

Da die Sonnenkollektoren auf Ihrem Dach Wind und Wetter ausgesetzt sind, müssen Sie sie sorgfältig warten und auf mögliche Schäden achten. Dies erhöht den durchgängigen Ertrag Ihrer Anlage.

  • Wartung: Photovoltaik-Experten des TÜV Rheinland empfehlen einmal im Jahr eine Sichtprüfung der Anlage durch einen Fachbetrieb. Alle zwei Jahre sollte eine tiefergehende technische Prüfung durchgeführt werden. Wie für Ihre Heizung können Sie auch mit Unternehmen der Photovoltaik-Branche einen  Wartungsvertrag abschließen. Diese kosten je nach Anbieter für ein Einfamilienhaus zwischen 150–250 Euro.
  • Reinigung: Viele Photovoltaik-Anlagen sind mit einem Selbstreinigungseffekt ausgestattet, sodass meist Regen ausreicht, um sie sauber zu halten. Viele Hausbesitzer versuchen, beim Reinigen und Schneeräumen im Winter selbst Hand anzulegen. Aus Sicherheitsgründen sollten Sie das aber einem Fachbetrieb überlassen. Diese Betriebe rechnen ca. 2,50 Euro pro Quadratmeter zu reinigende Fläche ab. Bei normaler Verschmutzung ist eine Reinigung alle fünf Jahre ausreichend.
Solaranlage wird gereinigt.
Überlassen Sie die Reinigung der PV-Anlage in luftiger Höhe besser einem Fachbetrieb. (Quelle: siwi1 - stock.adobe.com)
  • Versicherung: Ihre hohe Investition in Photovoltaik sollten Sie unbedingt mit Policen absichern. Versicherungen bieten dazu verschiedene Modelle an: Die Betreiberhaftpflicht-Versicherung springt ein, wenn durch Sturm ein Solarmodul abgerissen wird und ein Auto beschädigt. Je nach Anlagengröße bezahlen Sie jährlich zwischen 50–70 Euro. Zusätzlich sollten Sie 150 Euro jährlich für eine Allgefahren-Versicherung inklusive Ertragsausfall einplanen. Diese sichert zum Beispiel Schäden ab, die durch Hagelschlag oder Kurzschluss entstehen können. Manchmal lässt sich die Anlage in die vorhandene Gebäudeversicherung integrieren. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Versicherungsgesellschaft.
  • Smart Home App, Monitoring und Fernwartung: Über digitale Anwendungen können Sie per Smartphone Ihre PV-Anlage überwachen und die Solarstromerzeugung sowie die Betriebszeit optimieren. Überschüssiger Solarstrom wird in den Batteriespeicher oder die Wallbox weitergeleitet, Geräte ein- oder ausgeschaltet. Selbst Fehlermeldungen der Anlage werden so schnell übermittelt und können behoben werden. Jährlich fallen dafür Kosten von ungefähr 60 Euro an.

Förderung und Finanzierung Ihrer Photovoltaikanlage

Sie möchten Ihr Eigenheim mit einer Photovoltaikanlage ausstatten? Ökologisches Bauen und Sanieren wird staatlich unterstützt:

Sprechen Sie mit einem unserer Heimatexperten, um gemeinsam einen Finanzierungsplan auf die Beine zu stellen, der genau auf Sie zugeschnitten ist. Um unter Umständen steuerliche Vorteile zu erhalten, wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater.

Lassen Sie sich zum Thema Modernisieren & Förderung beraten – Ihr Heimatexperte vor Ort freut sich auf Sie.

Abbildung Bausparfuchs Beratung vereinbaren

     

Ohne Eigenkapital und Förderung zur PV-Anlage

Auch wenn Sie keine Förderung erhalten oder nicht genügend Eigenkapital haben, können Sie Ihre Solaranlage verwirklichen. Profitieren Sie dabei von unserem sicheren und flexiblen Solarkredit. Mit dem Photovoltaik-Kredit-Rechner erhalten Sie anhand aktueller Konditionen einen ersten Blick auf Ihren individuellen Modernisierungskredit für Ihre geplante Anlage. So kommen Sie Ihrem Ziel bereits etwas näher. Probieren Sie ihn gleich mal aus!  

Machen Sie zum Beispiel Angaben

  • zum individuellen Finanzierungsrahmen
  • der Laufzeit des Kredits (10, 15 oder 20 Jahre bei Photovoltaik-Anlagen)
  • zur "Energetischen Modernisierung", bei der Sie gegebenenfalls von günstigen Konditionen profitieren können.

    

Modernisierungskreditrechner

     

Was kostet eine PV-Anlage mit Stromspeicher?

Der Einbau eines Stromspeichers hat zum Ziel, den Eigenverbrauch an selbst erzeugtem Strom zu erhöhen und sich so gegen steigende Strompreise zu wappnen. Der Speicher bevorratet die durch die PV-Anlage erzeugte Energie. Strom wird erst dann abgegeben, wenn er im Haus wirklich gebraucht wird.

Batteriespeicher an einer Hauswand.
Jede zweite Anlage wird bereits mit einem Stromspeicher installiert, berichtet die Plattform "Solaranlagen Portal". (Quelle: millefloreimages - stock.adobe.com)
  • In Einfamilienhäusern werden in der Regel Stromspeicher mit einer nutzbaren Kapazität von 5–15 kWh verbaut. Als Faustregel gilt: Ein Photovoltaik-Speicher sollte etwa eine Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität pro Kilowatt-Peak (kWp) Photovoltaik-Leistung haben.
  • Pro kWp Speicherkapazität entstehen Kosten von ungefähr 1.200 €. Dabei gilt, kleinere Speicher sind verhältnismäßig teurerer als große Solarstromspeicher.
  • Kleine Speicher (5–6 kWh) kosten etwa 5.000–7.000 Euro, große Speicher (7–10 kWh) ungefähr 7.000–10.000 Euro.
  • Ein Stromspeicher verursacht im Schnitt etwa die gleichen Kosten wie die PV-Anlage selbst.

Wann lohnt sich Photovoltaik?

Eine hohe Rendite wie in der Vergangenheit lässt sich aktuell mit Photovoltaik nicht mehr erzielen. Den Verbrauch beim eigenen Strom zu erhöhen, lohnt sich aber immer mehr. Die Gründe:

  • Einspeisevergütung: Wer auf seinem Wohngebäude Solarstrom produziert, erhält für eine Anlage (bis 10 kWh Nennleistung), die im Juli 2022 in Betrieb ging, 6,24 Cent pro Kilowattstunde als feste Einspeisevergütung. Zum Vergleich: Bei einer Photovoltaik-Anlage, die im Jahr 2004 installiert wurde, waren es noch stolze 57,4 Cent je Kilowattstunde.  
  • Solarstrom selbst zu nutzen, lohnt sich mehr, als ins System einzuspeisen. Wer vom eigenen Ökostrom profitiert, bezahlt pro Kilowattstunde ungefähr nur ein Drittel vom Strompreis des öffentlichen Netzes. Betreibt man dazu noch einen Stromspeicher, erhöht man den Autarkiegrad gegenüber steigenden Strompreisen zusätzlich.
  • Amortisation: Übliche PV-Anlagen auf Einfamilienhäusern haben eine Größe von 7–12 kWp und amortisieren sich nach etwa 9–11 Jahren. Wird zusätzlich in einen Stromspeicher investiert, erhöht sich der Amortisationszeitraum auf ungefähr 10–12 Jahre. Ein Solarkredit verlängert um 1–3 Jahre. Da PV-Anlagen oft eine Lebensdauer von über 25 Jahren haben, verbucht man nach Ablauf des Amortisationszeitraums Gewinn.  
Photovoltaikpanelen auf dem Dach
Auch wenn die Photovoltaik-Kosten im fünfstelligen Bereich liegen – langfristig können Sie dadurch trotzdem sparen. Und Sie leisten einen Beitrag zur Umwelt. (Quelle: Alessandro2802 - stock.adobe.com)

Wann amortisiert sich eine Photovoltaikanlage?

Wer in Solarstrom investiert, will wissen, wie und wann sich die Investition rechnet. Ab der Inbetriebnahme bis zum Zeitpunkt, an dem man erstmals Gewinn erwirtschaftet, kann es einige Jahre dauern. Wie lange genau, erklären wir anhand eines Beispiels.

Annahmen:

  • Stromverbrauch pro Jahr: 4.250 kWh
  • Strompreis: 34 Cent/kWh (Stand 2022)
  • Einspeisevergütung: 8,2 Cent/kWh (EEG 2023)
  • PV-Anlage: 7 kWp mit 7.000 kWh Jahresertrag
  • Investitionskosten netto: 15.000 Euro
  • Investitionskosten mit Kredit: (3,29 %, 10 Jahre, 100 % Finanzierung) = 17.594,16 Euro
  • Eigenverbrauch: 35 Prozent
  • Einspeisung: 65 Prozent

Die folgende, vereinfachte Rechnung ist nur ein erster grober Überschlag. Nicht einbezogen wurden dabei laufende Kosten wie Versicherungen, Wartung, Reinigung, Strompreissteigerungen und steuerliche Aspekte. (Quelle: wegatech.de)      

    

Einnahmen

Die größten Einnahmen erwirtschaftet man durch den selbst verbrauchten Solarstrom. Um die jährlichen Einsparungen durch Eigenverbrauch zu berechnen, multipliziert man den prognostizierten jährlichen Anlagenertrag mit dem geplanten Eigenverbrauchsanteil:

Strommenge Eigenverbrauch = Jahresertrag PV-Anlage x Eigenverbrauchsanteil

= 7.000 x 0,35 = 2.450 kWh

Einsparungen

Dafür multipliziert man den selbstverbrauchten Solarstrom mit dem aktuellen Strompreis des derzeitigen Stromversorgers:

Einsparungen durch Eigenverbrauch = Strommenge Eigenverbrauch x aktueller Strompreis
= 2.450 kWh x 0,34 Euro = 833 Euro

Einnahmen durch Einspeisung

Zunächst muss ermittelt werden, wie viel Strom man jährlich ins öffentliche Netz einspeist.

Eingespeiste Strommenge = Jahresertrag Photovoltaik x Anteil Einspeisung

= 7.000 kWh x 0,65 = 4.550 kWh

Daraus errechnen sich die Einnahmen durch die Einspeisevergütung:

Einnahmen Einspeisevergütung = Eingespeiste Strommenge x Einspeisevergütung

= 4.550 kWh x 8,2 Cent = 373,10 Euro

Gesamte Einnahmen aus der Photovoltaikanlage

833 Euro + 373,10 Euro = 1.206,10 Euro

 

Amortisation

Die Amortisationszeit ergibt sich aus den Investitionskosten für die Anlage geteilt durch die jährlichen Einnahmen.

Amortisationszeit ohne Kredit = Investitionskosten / jährliche Einnahmen

Ohne Kredit: 15.000 Euro / 1.206,10 Euro = 12,44 Jahre

Mit Kredit: 17.594,16 Euro / 1.206,10 Euro = 14,59 Jahre

 

         

Tipp: Nutzen Sie Online-Tools für einen guten Überblick

Solarzellen und Taschenrechner
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage auch für Sie? Mit nur wenigen Eingaben liefern Photovoltaikrechner erste Ergebnisse. (Quelle: KfW Bank)

Photovoltaik-Rechner helfen Ihnen, die finanziellen Einsparpotenziale von Solaranlagen zu ermitteln.

  • www.rechnerphotovoltaik.de: Mit Eingabe von Postleitzahl, Dachgröße, Neigungswinkel und Himmelsrichtung des Dachs sowie Zeitpunkt der (geplanten) Errichtung der Photovoltaikanlage zeigt Ihnen der Rechner die mögliche Ersparnis nach 20 Jahren.
  • Mit dem "Photovoltaik-Rechner" der Stiftung Warentest können Sie die individuelle Rendite für ein geplantes Vorhaben ebenfalls vorab kalkulieren.

Welche Anlagengröße sich für Sie lohnt, errechnen Ihnen Berater und Handwerksfirmen, die sich auf Photovoltaik spezialisiert haben. Sie finden passende Adressen nach Postleitzahlen sortiert auf den Internetseiten des Bundesverbands Solarwirtschaft.  


Fragen und Antworten zu Photovoltaik-Kosten

Welche Photovoltaik-Anlagen gibt es überhaupt?

Generell müssen Sie sich zunächst entscheiden, ob Ihre Photovoltaikanlage ans öffentliche Stromnetz angekoppelt sein soll oder ob Sie eine sogenannte Insel-Anlage bevorzugen.

  • Netzgekoppelte Photovoltaikanlagen: Sie bestehen aus den Photovoltaik-Modulen auf dem Dach und einem Wechselrichter, der den gewonnenen Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Außerdem haben die Anlagen einen Zähler. Er dokumentiert, wie viel Strom Sie einspeisen.
  • Netzunabhängige Insel-Anlagen: Diese Photovoltaik-Anlagen werden oft in Ferienhäusern und Berghütten verbaut. In ganzjährig genutzten Wohnhäusern muss man die Anlagen mit einem Batteriespeicher kombinieren, um auch nachts über Strom zu verfügen. Insel-Anlagen werden trotzdem immer populärer, da sich das Einspeisen von Strom aus eigener Photovoltaik ins öffentliche Netz immer weniger lohnt. Die Kosten für Photovoltaikanlagen liegen in der Regel über den Kosten für netzgekoppelte Anlagen.
  • Balkonkraftwerke liegen im TrendEs handelt sich dabei um Steckersolargeräte, die es ermöglichen, unabhängig vom Hausdach oder der Fassade, Strom zu erzeugen. Die Solarmodule werden am Balkongeländer angebracht oder auf die Terrasse oder Garage gestellt. In erster Linie erzielt diese Mini-PV-Anlage keine Einspeiseerlöse, sondern dient dazu, Stromkosten für Strom aus dem öffentlichen Netz zu sparen. Spezifische Anforderungen gibt es grundsätzlich nicht, der Betrieb muss beim Verteilernetzbetrieber aber angemeldet werden und eine Verzichtserklärung auf Einspeisevergütung unterzeichnet werden.

Was kosten Photovoltaik-Module?

Die Preise für Solarmodule sind sehr unterschiedlich. Sie differieren nach Hersteller, Materialbeschaffenheit und dem daraus resultierenden Wirkungsgrad, der Leistung der Anlage.
Für einen Preisvergleich werden Investitionskosten in der Regel in Euro pro Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. Die folgenden Preise sind Großhandelspreise (Stand: Oktober 2021).

  • Monokristalline Solarmodule: 220–340 Euro pro kWp
  • Polykristalline Solarmodule: 150–250 Euro pro kWp
  • Dünnschichtmodule: 120–220 Euro pro kWp

Wie lässt sich der Eigenverbrauch an Solarenergie erhöhen?

Im Schnitt nutzen Betreiber von Solaranlagen nur etwa 30 Prozent ihres erzeugten Stroms. Diesen Stromverbrauch zu erhöhen, lohnt sich dann, wenn die Produktionskosten des eigenen Stroms unter den Kosten der regionalen Anbieter liegen.

Durch folgende Maßnahmen lässt sich Ihr Eigenverbrauch steigern:

  • Integration eines Stromspeichers
  • Installation und Versorgung einer Wärmepumpe mit Strom
  • Gezielte Nutzung von Haushaltsgeräten oder deren Steuerung durch eine Zeitschaltuhr. Betreiben Sie so in den sonnenintensiven Mittagsstunden die Wasch- oder Spülmaschine.
  • Eine intelligente Steuerung durch Energiemanagementsysteme, auch Smart Home genannt, ermöglicht es, Ihre Geräte automatisiert anzustellen. Verfügen diese über geeignete Adapter, können sie bei einem Energieüberschuss der PV-Anlage angesteuert und mit Strom versorgt werden. Ein intelligenter Stromzähler, ein sogenannte Smart Meter, unterstützt dabei mit seinen Daten. Einige Anbieter haben in ihren Apps zur Steuerung der Anlage sogar Wetterprognosen hinterlegt, die ergänzend dafür sorgen, dass zum geeigneten Zeitpunkt der Eigenverbrauch noch erhöht wird.
  • Die Stromversorgung eines E-Autos durch eine Wallbox erhöht den Verbrauch des selbst erzeugten Stroms zusätzlich.

 

Wer installiert PV-Anlagen? Und woran erkennt man ein faires Angebot?

Die Installation übernimmt ein Fachbetrieb, ein sogenannter Solateur. Holen Sie am besten mehrere Angebote ein und befragen Nachbarn, Freunde und Verwandte, welche Erfahrungen sie mit einem Anbieter gemacht haben. Meistens haben diese regionale Anbieter beauftragt. Diese haben kurze Anfahrtswege und sind persönlich vor Ort. Tauchen Probleme auf, können die schnell und unbürokratisch gelöst werden.

Um das für Sie beste Angebot zu finden, achten Sie bei der Wahl des Installateurs auf drei Komponenten: Referenzen, Kommunikation und die hochwertige Anlagenkomponenten. Fragen Sie am besten gleich zu Beginn nach einem kostenlosen Termin vor Ort, um sich bei der Beratung einen persönlichen Eindruck zu verschaffen.

 

Sind PV-Anlagen genehmigungspflichtig?

Grundsätzlich benötigt man keine Genehmigung. Werden Photovoltaikanlagen auf Dächern oder an Fassaden montiert, zählen sie als "bauliche Anlage", für die die Bestimmungen der Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes gelten. Es gibt allerdings einige Ausnahmen:  

  • Manchmal beschränken allerdings örtliche Baupläne das Vorhaben. Erkundigen Sie sich dazu am besten bei der Gemeinde.
  • In manchen Bundesländern gibt es eine Genehmigungspflicht für PV-Anlagen, die aus dem Gebäude hervorspringen. Diese Informationen sind auch in der Bauordnung hinterlegt.
  • Bei denkmalgeschützten Häusern ist eine Genehmigung erforderlich. Ebenso bei Freilandanlagen, da sie das Landschaftsbild verändern.

Gute Beratung ist unverzichtbar

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Bei den eigenen vier Wänden gibt es viele Möglichkeiten, diese nachhaltig zu gestalten. Was Sie neben der Installation einer Photovoltaik-Anlage noch tun können und wie Sie dabei von Fördermöglichkeiten profitieren, erfahren Sie hier:

     

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