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Kosten Ausbauhaus: Preise, Einsparungen,  Finanzierung

Was kostet ein Ausbauhaus 2026? Alle Kosten pro qm, Einsparpotenziale durch Eigenleistung und versteckte Nebenkosten einfach erklärt.

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Das Wichtigste in Kürze

Aktualisiert am 17.04.2026

  • Ein Ausbauhaus kostet aktuell ca. 120.000 bis 250.000 Euro – je nach Größe, Anbieter und Ausbaustufe.
  • Die durchschnittlichen Kosten für den Rohbau eines Ausbauhauses liegen bei 900 bis 1.500 Euro pro Quadratmeter.
  • Für den Innenausbau fallen Kosten in Höhe von 400 bis 900 Euro pro Quadratmeter an.
  • Eigenleistung kann die Gesamtkosten bis zu 20 Prozent senken.
Christiane Ziemen

Artikel erstellt von
Christiane Ziemen
Schwäbisch Hall-Redaktion

Was ist ein Ausbauhaus?

Ein Ausbauhaus ist ein Haus, bei dem der Hersteller den Rohbau erstellt, während der Innenausbau ganz oder teilweise vom Bauherrn übernommen wird.

Typischerweise sind enthalten:

  • Außenwände
  • Dach und Fenster
  • Rohinstallation für Strom, Wasser und Heizung

In der Regel nicht enthalten sind meist:

  • Innenausbau (Böden, Wände, Türen)
  • Sanitärinstallation und Innenausstattung

👉 Wichtig: Der Begriff "Ausbauhaus" ist nicht einheitlich definiert. Je nach Anbieter kann der Leistungsumfang variieren – daher ist eine detaillierte Baubeschreibung entscheidend.

Ausbauhaus im Rohbau
Beim Ausbauhaus stellt der Hersteller den Rohbau hin, den weiteren Ausbau übernimmt der Bauherr. (Quelle: Rems-Murr-Holzhaus GmbH)

Was kostet ein Ausbauhaus?

Ein Ausbauhaus kostet in der Praxis ab etwa 120.000 Euro. Realistisch sollten Bauherren jedoch mit 150.000 bis 250.000 Euro kalkulieren.

Kosten pro Quadratmeter für ein Ausbauhaus:

  • Rohbau: 900 bis 1.500 Euro/m²
  • Kosten Innenausbau: 400 bis 900 Euro/m²
  • Gesamtkosten: 1.300 bis 2.400 Euro/m²

Damit liegt der Preisunterschied zwischen Ausbauhaus und schlüsselfertigem Haus häufig bei 20 bis 30 Prozent.


Eigenleistung: Wer macht was beim Ausbauhaus?

Witterungsbeständig, wetterfest und wärmegedämmt – das ist die übliche Definition bei der Fertigstellung des Rohbaus eines Ausbauhauses. Im Großen und Ganzen stellt Ihnen der Hersteller beim Ausbauhaus eine "trockene Hülle" hin, in der Sie dann den Innenausbau selbst vornehmen.

Leistung Hersteller Bauherr ungefähre Kosten
Rohbau inkl. Keller/Bodenplatte Bauleistung des Herstellers
Dach & Fassade Bauleistung des Herstellers
Fenster & Außentüren Bauleistung des Herstellers
Rohinstallation (Strom, Wasser) Bauleistung des Herstellers
Heizung einbauen 15.000 bis 30.000 €
Bodenbeläge 40 bis 80 €/m²
Sanitär & Bad 3.000 bis 8.000 €
Trockenbau & Innentüren 5.000 bis 15.000 €
Malerarbeiten 8.000 bis 20.000 €

Die genannten Werte basieren auf durchschnittlichen Marktpreisen und Erfahrungswerten, u. a. aus Veröffentlichungen des Verbands Privater Bauherren (VPB), Baukostenübersichten von Destatis sowie branchenüblichen Kalkulationen von Bauanbietern und Handwerksbetrieben. Sie verstehen sich als Richtwerte und können, je nach Umfang und Ausbaustufe, aber auch regional unterschiedlich ausfallen.

Finanzierung Ausbauhaus

Eigenleistung will gut geplant sein: Passen Zeitplan und Handwerkstalent? Und wie steht es um die Baufinanzierung

Bei allen Fragen rund um die Kreditaufnahme stehen wir an Ihrer Seite. Fragen Sie dazu Ihren Heimatexperten vor Ort.

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Unsere Heimatexperten vor Ort sind jederzeit gerne für euch da.

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Wie viel Kosten kann man durch Eigenleistung sparen?

Je mehr Arbeiten Bauherren selbst übernehmen, desto größer das Einsparpotenzial.

  • Einsparung: 10.000 bis 30.000 Euro möglich
  • Anteil: bis zu 20 Prozent der Ausbaukosten

Typische Beispiele:

  • Boden verlegen statt Fachbetrieb: bis zu 50 Prozent günstiger.
  • Malerarbeiten selbst übernehmen: mehrere tausend Euro sparen.

👉 Wichtig: Zeitaufwand und handwerkliches Können werden oft unter- bzw. überschätzt. Kalkulieren Sie realistisch, spätere Nacharbeiten fressen sonst die Ersparnis schnell auf.

Wenn Sie mehr wissen möchten zu den absoluten Kosten einzelner Gewerke, dann nutzen Sie dafür gerne auch unseren Rechner für Kernsanierungs- und Renovierungskosten.


Muskelhypothek: Eigenleistung als Eigenkapital

Laut dem Verband Privater Bauherren (VPB) schaffen Laien-Handwerker maximal zwei Drittel der Leistung eines Profis. Dadurch lassen sich Lohnkosten einsparen. Zudem kann die Eigenleistung bei der Finanzierung als Eigenkapital angerechnet werden.

Vorteile

  • bessere Kreditkonditionen
  • geringerer Finanzierungsbedarf

Banken und Baufinanzierer bewerten Eigenleistungen unterschiedlich. Während einige Kreditinstitute die sogenannte Muskelhypothek großzügig als Eigenkapital anrechnen, berücksichtigen andere sie nur eingeschränkt oder gar nicht. Eine individuelle Finanzierungsberatung ist daher empfehlenswert.

Ausbauhaus: Paar beim Tapezieren
Was ist an Eigenleistung drin? Bleiben Sie bei der Kalkulation von Zeit und Kosten realistisch. (Quelle: SchwörerHaus)

👉 Wichtig: Für alles, was Sie baulich selbst in die Hand nehmen, übernehmen Sie auch die Gewährleistung. Und natürlich gelten in Teilen des Innenausbaus auch Vorschriften, die unbedingt einzuhalten sind (zum Beispiel bei der Elektroinstallation). Wägen Sie also genau ab, was Sie lieber dem Profi überlassen, um eventuelle Folgekosten durch eine unsachgemäße Ausführung zu vermeiden.


Welche Kosten kommen beim Ausbauhaus noch dazu?

Neben den Ausbauhaus-Kosten fallen weitere Posten an:

Diese Zusatzkosten machen oft bis zu 15 Prozent des Kaufpreises aus. Mehr Infos dazu in unserem Artikel Nebenkosten beim Hauskauf.


Finanzierung des Ausbauhauses sorgfältig planen

Eine durchdachte Finanzierung ist entscheidend. Wichtig dabei:

  • Eigenleistung realistisch bewerten
  • Kostenpuffer einplanen
  • Förderungen prüfen

👉 Für den Kreditgeber sind Eigenleistungen meist ein schwer zu kalkulierendes Risiko, das er sich eventuell mit einem höheren Zinssatz bezahlen lässt. 

Ihr Heimatexperte vor Ort unterstützt Sie bei der passenden Finanzierung. Einfach Beratungstermin vereinbaren.


Vorteile und Nachteile eines Ausbauhauses

Pro und Contra Ausbauhaus: Hier eine kurze Gegenüberstellung der Vorteile und Nachteile eines Ausbauhauses:       

Vorteile eines Ausbauhauses Nachteile eines Ausbauhauses
Kostenersparnis durch Eigenleistung. Bauherren überschätzen oft ihr Können und den Zeitaufwand.
Ausbau und Ausstattung nach individuellen Wünschen. Für alle durch Eigenleistung entstandenen Mängel haftet der Bauherr selbst.
Großer emotionaler Bezug durch die "Muskelhypothek". Keine verbindlichen Vorgaben, dadurch Gefahr, sich beim Innenausbau zu verzetteln.

Fragen und Antworten zum Ausbauhaus

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Ausbauhäuser sind fast ausschließlich Fertighäuser. Einige Fertighaus-Unternehmen bieten ihr Modell auch als Ausbauhaus an. Allerdings bieten längst nicht alle Unternehmen der Branche diese Modellvariante auf dem Markt. Denn die Preiskalkulation ist schwieriger und die Betreuung umfassender als bei einem "normalen" Fertighaus.

Haben Sie für sich ein interessantes Ausbauhaus entdeckt, dann klären Sie vor allem die exakten Inhalte der Ausbau- und Lieferstufen. Denn der Begriff "Ausbauhaus" ist inhaltlich nicht exakt definiert.

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Ein Ausbauhaus lohnt sich für Bauherren, die:

  • handwerklich erfahren sind
  • Zeit investieren können
  • gezielt Kosten sparen möchten

👉 Kalkulieren Sie realistisch und bedenken Sie beim Ausbauhaus vor allem den zusätzlichen Zeitfaktor durch Eigenleistung.

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Vorschriften und Genehmigungen

  • Baugenehmigung: Pflicht vor Baubeginn, inkl. vollständiger Bauunterlagen
  • Landesbauordnung: Regelt u. a. Statik, Brandschutz, Energieeffizienz
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG): Vorgaben zu Dämmung, Heizung und Energiebedarf
  • DIN-Normen & technische Regeln: Müssen auch bei Eigenleistung eingehalten werden

👉 Wichtig: Auch selbst ausgeführte Arbeiten müssen fachgerecht und normgerecht erfolgen.


Gewährleistung und Haftung

  • Hersteller haftet nur für seinen Leistungsumfang (z. B. Rohbau)
  • Eigenleistungen liegen vollständig in der Verantwortung des Bauherrn
  • Keine Gewährleistung bei selbst ausgeführten Arbeiten
  • Fehler im Innenausbau können spätere Ansprüche gegenüber dem Anbieter ausschließen (z. B. unsachgemäße Dämmung kann zu Feuchtigkeitsschäden führen – kein Anspruch auf Nachbesserung).


Bauvertrag und Leistungsbeschreibung

  • Detaillierte Leistungsbeschreibung ist entscheidend
  • Klären: Was ist im Preis enthalten, was nicht?
  • Unklare Formulierungen führen oft zu Mehrkosten
  • Varianten wie „schlüsselfertig“ oder „technikfertig“ sind nicht einheitlich definiert


Versicherungsschutz

  • Bauherrenhaftpflichtversicherung: Schützt vor Schäden an Dritten
  • Bauleistungsversicherung: Deckt Schäden am Bau ab (z. B. durch Wetter)
  • Unfallversicherung für Helfer: wichtig bei Eigenleistung


Koordination und Bauzeit

  • Eigenleistung verlängert oft die Bauzeit deutlich
  • Gewerke müssen aufeinander abgestimmt werden
  • Verzögerungen können zusätzliche Kosten verursachen (z. B. Bereitstellungszinsen)


Finanzierung und Nachweise

Banken verlangen oft:

  • Nachweise über Fachkenntnisse
  • realistische Zeitplanung
  • Eigenleistung wird nicht immer vollständig anerkannt

    

Ausbauhaus finanzieren mit Schwäbisch Hall

Luca Florit, Heimatexperte bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall

Jede Immobilie ist einzigartig. Genau wie jede Immobilienfinanzierung. Deshalb erarbeiten unsere Heimatexperten einen für Sie persönlich und individuell abgestimmten Finanzierungsplan. So wie zum Beispiel Luca Florit, Bezirksdirektor im Rhein-Sieg-Kreis.

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