Brennwertheizung: Optimale Energieeffizienz

  • Brennwert und Heizwert
  • Funktion und Brennwerttechnik
  • Kosten und Fördermöglichkeiten

Eine Brennwertheizung nutzt auch die Heizungsabgase zur Wärmegewinnung. Somit holt diese Technik aus Energieträgern wie Öl, Gas und Holz das Maximum an Heizleistung heraus. Wie das funktioniert und was es kostet, lesen Sie hier.


Brennwertheizung: Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert

Eine moderne Brennwertheizung bietet im Vergleich zu konventioneller Heizungstechnik Einsparpotenzial. Der Grund: Bei herkömmlichen Heizungen geht viel Energie in Form heißer Abgase verloren. Die Brennwerttechnik fängt diese Abwärme ein und macht sie nutzbar.

Klassische Heizungstechnik nutzt den sogenannten Heizwert von Kohle, Öl und Gas. Dieser Wert gibt die maximale Wärmemenge an, die bei der Verbrennung entsteht, lässt aber die durch Abgase entweichende Energie außer Betracht.

Der Brennwert gibt dagegen die Gesamtmenge an Energie an, die in einem Brennstoff gebunden ist – inklusive der Abgasenergie. Diese lässt sich durch ein relativ einfaches Verfahren fast vollständig nutzen (siehe unten).

Der Heizungsbrennwert wird in Kilojoule angegeben. Genauer gesagt in Kilo- und Megajoule pro Kilogramm. So haben etwa extraleichtes Heizöl und Erdgas (je nach Gasart) mit 45,4 beziehungsweise maximal 52,3 Megajoule/Kilogramm vergleichbar hohe Brennwerte. Steinkohle kommt hingegen nur auf einen Brennwert von 31,7 Megajoule/Kilogramm.


Brennwertheizung schöpft Energie zu 98 Prozent aus

Eine Brennwertheizung holt ein Plus an Energie aus Öl, Gas und Co heraus, indem sie die Abgaswärme nutzt. Das funktioniert folgendermaßen:

Während des Verbrennungsprozesses werden Kohlenwasserstoffverbindungen in den Brennstoffen zersetzt. Dabei entstehen unter anderem Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefelverbindungen, Stickoxide und Wasserdampf. 

Konventionelle Heizungen leiten diese Mischung als Abgase durch den Schornstein nach draußen ab. Eine Brennwertheizung nutzt dagegen den Wasserdampfanteil. Das heiße Abgas wird zunächst zu einem Hochleistungs-Wärmetauscher mit niedrigerer Temperatur geführt. Die Folge: Der Wasserdampf kondensiert. Die dabei entstehende Energie (sogenannte Kondensationswärme) lässt sich dann erneut zum Heizen nutzen. Zum Vergleich:

  • Heizungen mit Brennwerttechnik schöpfen den Energiegehalt des jeweiligen Brennstoffs bis zu 98 Prozent aus – also annähernd vollständig.
  •  Niedertemperaturkessel, die heute noch in vielen Häusern eingebaut sind, kommen auf einen Wert von 87 Prozent.
  •  Ältere Standardkessel erreichen nur zwischen 70 und 80 Prozent – sie nutzen das vorhandene Energiepotenzial also lediglich zu gut zwei Dritteln aus.
Bei einer Brennwertheizung entstehen nur geringe Minderungen, zum Beispiel durch minimale Auskühlungseffekte und Abgasverluste.

Nutzungsgrad von über 100 Prozent – ein Rechentrick

Auf vielen Brennwertgeräten ist ein sogenannter Nutzungsgrad von mehr als 100 Prozent angegeben. Branchenkenner kritisieren dies schon seit vielen Jahren als Irreführung. „Es kann aus keinem Heizkessel am Ende mehr Wärme herauskommen als am Anfang in Form von Brennstoff hineingesteckt wurde “, erklärt die Stiftung Warentest.

Es handelt sich um einen einfachen Rechentrick, den die Hersteller aus Werbegründen anwenden: Sie setzen bei der Brennwertheizung den Heizwert als grundlegende Bezugsgröße mit 100 Prozent an und zählen anschließend den Brennwert, der aus der Kondensationswärme entsteht, hinzu. So entstehen Werte von mehr als 100 Prozent. 

Das würde bedeuten, dass die Anlage mehr Energie aus dem Brennstoff holt, als in ihm enthalten ist. Das ist selbstverständlich unmöglich. Über die maximale Wärmeleistung gibt ausschließlich der Brennwert Auskunft.

Einfache Brennwertheizung schon ab 2.000 Euro zu haben

Die Anschaffung einer Brennwertheizung ist aus finanziellen wie auch ökologischen Gründen sinnvoll. In Raumwärme fließen hierzulande bei privaten Haushalten mehr als zwei Drittel des Endenergieverbrauchs . Entsprechend hoch ist auch der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). 

Bei einem Austausch alter Geräte gegen moderne Brennwertheizungen könnte demnach der Verbrauch an fossilen Brennstoffen und damit an Treibhausgasen erheblich sinken.

Bei einer Brennwertheizung sind folgende Kosten einzuplanen: Das Informationsportal heizung.de gibt für Gas-Brennwertkessel je nach Leistung und Hersteller Preise für anfängliche Investitionskosten zwischen 6.000 und 8.000 Euro an (Stand: 2020).  Kompakte Gas-Brennwertgeräte (Gasthermen) gibt es sogar bereits ab 2.000 bis 3.000 Euro. Es handelt sich dabei um sogenannte Gasthermen, die sich zumeist an der Wand anbringen lassen. Für ein kleines Einfamilienhaus kann ihre Heizleistung mitunter ausreichend sein.


Eine Brennwertheizung funktioniert auch mit Pellets

Wer bei der Brennwertheizung nicht auf Öl oder Gas, sondern auf nachhaltiges Heizen setzen möchte, kann diese auch mit Pellets nutzen. 
 
Hochwertige Brennwertkessel, die mit Pellets betrieben werden, sind allerdings deutlich teurer – sie können bis zu 20.000 Euro kosten. Pellets sind gleichmäßig geformte, etwa einen Zentimeter lange Holzstäbchen. Sie bestehen zu 90 Prozent aus Holzabfällen. Mit ihnen können Sie umweltfreundlicher heizen, insbesondere, wenn die Hölzer aus einheimischen Wäldern stammen.
 
Um die Pelletheizung  durch Brennwerttechnik als Holz-Brennwertheizung noch effizienter zu machen, braucht es folgende Voraussetzungen, die für alle Brennwertgeräte gelten:
 
  • Niedrige Rücklauftemperatur der Heizung (sonst geht Abgaswärme verloren)
  • Hydraulischer Abgleich (reguliert Wassermenge in Heizung und sorgt so für gleichmäßige Wärme)
  • Anschluss an Abwassersystem oder Installation einer Abwasserhebeanlage (durch Nutzung der Wärme aus dem Abgas entsteht in Betrieb kontinuierlich Wasser)

 


Staatliche Fördergelder für Brennwertheizungen

Sowohl bei Neubauten als auch bei der Sanierung eines Altbaus können Sie unter Umständen staatliche Fördergelder in Anspruch nehmen, wenn sie auf eine Brennwertheizung umstellen oder sich eine neue effizientere Anlage anschaffen. Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es für Anlagen, die mit

  • einer Solarthermie-Anlage,
  • einer Wärmepumpe oder
  • einer Biomasseheizung kombiniert sind

kombiniert sind. Wer seine alte Ölheizung gegen eine neue, nachhaltige Heizungsanlage austauscht, erhält im Rahmen der BAFA-Förderung  weitere 10 % Zuschuss – so sind insgesamt je nach Maßnahme bis zu 45% Zuschuss möglich. Auch die öffentlich-rechtliche KfW-Bank fördert die Brennwerttechnik, wenn Sie Teil einer Sanierung zum KfW-Effizienzhaus ist.               

Die Brennwertheizung clever finanzieren

Wer auf eine Brennwertheizung umrüstet oder diese sogar mit nachhaltigen Heizmethoden kombinieren möchte, muss hierfür gegebenenfalls einen Kredit aufnehmen. 

Welche Förderung ist für welche Heizungsanlange möglich? Wie finanziere ich die Maßnahmen? Sprechen Sie mit einem unserer Heimatexperten, um diese und weitere Fragen zu klären. Er berät Sie gerne und bespricht mit Ihnen, worauf es bei der Finanzierung ankommt. Vereinbaren Sie ganz unverbindlich ein erstes Beratungsgespräch.
 

Lassen Sie sich zum Thema Bausparen und Finanzieren beraten – Ihr Heimatexperte vor Ort freut sich auf Sie.

Beratung vereinbaren

Umbauarbeiten für Brennwertheizung meist nicht nötig

Die Höhe des Kredits hängt natürlich auch von den notwendigen Umbaumaßnahmen bei einer Brennwertheizung ab. Meist sind größere Umbauarbeiten im Haus nicht notwendig, abgesehen von der Verlegung einer Kondensat-Ableitung und der Anschlüsse des Heizkessels an das Heizungsrohrsystem am Standort der neuen Heizung. Folgende Anschaffungen müssen Sie unter Umständen einplanen: 

  • Bei einer Öl-Brennwertheizung müssen Sie beim Preis die Anschaffungskosten für die Tanks einkalkulieren.
  • Bei einem Gas-Brennwertkessel ist gegebenenfalls ein Gasanschluss zu legen.
  • Wird eine alte Heizungsanlage durch eine Brennwertheizung ersetzt, muss oft der Schornstein mit einem Edelstahlrohr ausgekleidet werden. Grund: Er wird künftig nicht mehr von heißen Abgasen trocken gehalten.
  • Zur Pellet-Lagerung bieten sich spezielle Gewebetanks an, in denen die Presslinge vor Feuchtigkeit geschützt sind. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen. Wird eine Ölheizung auf Pellet-Betrieb umgerüstet, ersetzen Pellet-Vorratsbehälter die Öltanks. Eine Förderautomatik versorgt dann den Brenner kontinuierlich mit dem Heizmaterial.

Welche Kesselgröße bei Brennwertheizungen?

Energieberater der Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass knapp 50 Prozent aller Heizungsanlagen in Deutschland überdimensioniert sind . Die Heizlast sollte deshalb vor dem Einbau einer Anlage genau berechnet werden. Ist die Kesselgröße nicht auf den Wärmebedarf des Gebäudes abgestimmt, kann das unter anderem einen höheren Verschleiß nach sich ziehen, da gering ausgelastete Kessel häufigere Brennerstarts durchführen.

Am besten lassen Sie sich dazu von einer Fachfirma beraten. Dort erfahren Sie auch mehr über die unterschiedlichen Techniken, mit denen Brennwertheizungen arbeiten:

  • Einige Anlagen verwenden ein sogenanntes Luft-Abgas-System, das eine besonders gute Energieausnutzung ermöglicht.
  • Andere Systeme funktionieren mit einem nachgeschalteten Wärmeüberträger, der sich auch bei vielen Niedertemperaturgeräten problemlos nachrüsten lässt. Dann sparen Sie auch in diesem Fall auf Dauer Geld und schonen die Umwelt.

Gute Beratung ist unverzichtbar

Sie haben bereits Pläne für Sanierungsarbeiten im eigenen Zuhause? Sprechen Sie mit einem unserer Heimatexperten, wenn Sie nach einer passenden Finanzierung für Ihr Vorhaben suchen. Er beantwortet gerne Ihre Fragen zu den verschiedenen Optionen und Fördermöglichkeiten und erstellt mit Ihnen gemeinsam einen Finanzierungsplan. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin und profitieren Sie von unserer individuellen Beratung.

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