Brennwertheizung: Optimale Energieeffizienz

Effizienzwunder Brennwertheizung: Weil sie sogar die Heizungsabgase zur Wärmegewinnung nutzt, holt diese Technik aus Energieträgern wie Öl, Gas und Holz das Maximum an Heizleistung heraus. Wie das funktioniert und was es kostet, lesen Sie hier.


Der Unterschied zwischen Brennwert und Heizwert

Wussten Sie, wie viel Geld Sie mit konventioneller Heizungstechnik buchstäblich durch den Schornstein jagen? Fachleute haben errechnet, dass die Kosten um rund 30 Prozent höher liegen als bei einer modernen Brennwertheizung. Der Grund: Bei konventionellen Heizungen geht viel teuer bezahlte Energie in Form heißer Abgase verloren. Die Brennwerttechnik fängt diese Abwärme ein und macht sie nutzbar.
Klassische Heizungstechnik nutzt lediglich den sogenannten Heizwert von Kohle, Öl und Gas. Dieser Wert gibt die maximale Wärmemenge an, die bei der Verbrennung entsteht, lässt aber die durch Abgase entweichende Energie außer Betracht. Unter Brennwert versteht man dagegen die Gesamtmenge an Energie, die in einem Brennstoff gebunden ist – inklusive der Abgasenergie, die sich durch ein relativ einfaches Verfahren fast vollständig nutzen lässt (siehe unten).
Ebenso wie beim Brennwert von Lebensmitteln, der die vom Körper nutzbare Energie des Produkts angibt, wird auch der Heizungsbrennwert in Kilojoule angegeben. Genauer gesagt in Kilo- und Megajoule pro Kilogramm. So haben zum Beispiel extraleichtes Heizöl und Erdgas (je nach Gasart) mit 45,4 beziehungsweise maximal 52,3 Megajoule/Kilogramm vergleichbar hohe Brennwerte. Steinkohle kommt dagegen lediglich auf einen Brennwert von 31,7 Megajoule/Kilogramm.


Brennwertheizung schöpft Energie zu 98 Prozent aus

Das Plus an Energie, das eine Brennwertheizung aus Öl, Gas und Co herausholt, zieht sie wie bereits erwähnt aus den Abgasen. Das funktioniert folgendermaßen:
Während des Verbrennungsprozesses werden Kohlenwasserstoffverbindungen in den Brennstoffen zersetzt, wobei unter anderem Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Schwefelverbindungen, Stickoxide und Wasserdampf entstehen. Konventionelle Heizungen leiten diese Mischung als Abgase durch den Schornstein nach draußen ab. Eine Brennwertheizung nutzt dagegen den Wasserdampfanteil, indem das heiße Abgas zunächst zu einem Hochleistungs-Wärmetauscher mit niedrigerer Temperatur geführt wird. Die Folge: Der Wasserdampf kondensiert. Die dabei entstehende Energie (sogenannte Kondensationswärme) lässt sich dann erneut zum Heizen nutzen.
Zum Vergleich:

  • Heizungen mit Brennwerttechnik schöpfen den Energiegehalt des jeweiligen Brennstoffs bis zu 98 Prozent aus – also annähernd vollständig.
  • Niedertemperaturkessel, die heute noch in vielen Häusern eingebaut sind, kommen auf einen Wert von 87 Prozent.
  • Ältere Standardkessel erreichen nur 68 Prozent – sie nutzen das vorhandene Energiepotenzial also lediglich zu gut zwei Dritteln aus.

Bei einer Brennwertheizung entstehen nur geringe Minderungen, zum Beispiel durch minimale Auskühlungseffekte und Abgasverluste.  


Nutzungsgrad von über 100 Prozent – ein Rechentrick

Diese Streuverluste verhindern eine wirklich hundertprozentige Verwertung der im Brennstoff enthaltenen Energie. Umso verwirrender finden es viele Kunden, dass auf vielen Brennwertgeräten ein sogenannter Nutzungsgrad von sogar mehr als 100 Prozent angegeben ist. Branchenkenner kritisieren dies schon seit vielen Jahren als Irreführung. „Es kann aus keinem Heizkessel am Ende mehr Wärme herauskommen als am Anfang in Form von Brennstoff hineingesteckt wurde“, erklärt die Stiftung Warentest.
Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich eine Brennwertheizung anzuschaffen, ignorieren Sie die Nutzungsgrad-Angabe am besten. Es handelt sich um einen einfachen Rechentrick, den die Hersteller aus Werbegründen anwenden: Sie setzen den Heizwert als grundlegende Bezugsgröße mit 100 Prozent an und zählen anschließend den Brennwert, der aus der Kondensationswärme entsteht, hinzu. So entstehen Werte von mehr als 100 Prozent – was bedeuten würde, dass die Anlage mehr Energie aus dem Brennstoff holt, als in ihm enthalten ist. Das ist selbstverständlich unmöglich. Über die maximale Wärmeleistung gibt ausschließlich der Brennwert Auskunft.

Einfache Brennwertheizung schon ab 2.000 Euro zu haben

Die Anschaffung einer Brennwertheizung ist aus finanziellen wie auch ökologischen Gründen sinnvoll. Immerhin frisst die Gebäudebeheizung mit 39 Prozent den Löwenanteil der hierzulande verbrauchten Energie. Hinzu kommt, dass dieser Bereich auch für 37 Prozent des Ausstoßes des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) verantwortlich ist. Heizungshersteller haben errechnet, dass sich die genannten Werte beim Austausch sämtlicher alter Heizungen gegen moderne Brennwertgeräte um beinahe die Hälfte verringern würden. Der Verbrauch an fossilen Brennstoffen würde ebenfalls erheblich sinken, wenn Öl und Gas mit Brennwerttechnik flächendeckend effizienter genutzt würden als mit herkömmlichen Heizsystemen.
Was kostet eine Brennwertheizung? Das Informationsportal heizung.de gibt für einfache Gas-Brennwertgeräte je nach Leistung und Hersteller Preise zwischen 2.000 und 3.000 Euro an (Stand: 2018). Es handelt sich um kompakte Gasthermen, die sich zumeist einfach an der Wand anbringen lassen. Für ein kleines Einfamilienhaus ist ihre Heizleistung ausreichend.


Brennwertheizung funktioniert auch mit Pellets

Größere Geräte mit einer höheren Heizleistung sind für 3.000 bis 6.000 Euro zu haben. Die meisten Öl-Brennwertheizungen bewegen sich in dieser Preisspanne. Sie werden in der Regel nicht an der Wand angebracht, sondern auf den Boden gestellt. Mehr Platz als ein handelsüblicher Haushaltskühlschrank nehmen sie nicht ein. Das ist generell ein weiterer Vorteil der Brennwertheizung: Neben der leichten Handhabung lässt sie sich überall im Haus installieren – im Keller ebenso wie auf dem Dachboden, in Badezimmern, Abstell- und Wohnräumen.
Für hochwertige Brennwertkessel geben Fachleute Preise zwischen 16.000 und 25.000 Euro an (inklusive Montage). Außer mit Öl oder Gas lassen sich die Kessel auch mit Pellets betreiben. Pellets sind gleichmäßig geformte, etwa einen Zentimeter lange Holzstäbchen, die zu 90 Prozent aus Holzabfällen bestehen. Mit ihnen lässt sich besonders umweltfreundlich heizen, da sie beim Verbrennen praktisch keine Rückstände hinterlassen und eine neutrale CO2-Bilanz haben.  


Umbauarbeiten für Brennwertheizung meist nicht nötig

Größere Umbauarbeiten im Haus sind in der Regel nicht notwendig, abgesehen von der Verlegung einer Kondensat-Ableitung und der Anschlüsse des Heizkessels an das Heizungsrohrsystem am Standort der neuen Heizung. Wer sich für eine Öl-Brennwertheizung entscheidet, muss beim Preis noch die Anschaffungskosten für die Tanks einkalkulieren. Bei einer Gas-Brennwertheizung ist gegebenenfalls ein Gasanschluss zu legen. Und wird ein altes Heizungssystem durch Brennwerttechnik ersetzt, muss oft der Schornstein mit einem Edelstahlrohr ausgekleidet werden, da er künftig nicht mehr von heißen Abgasen trocken gehalten wird.
Zur Pellet-Lagerung bieten sich spezielle Gewebetanks an, in denen die Presslinge vor Feuchtigkeit geschützt sind. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen mit einem Fassungsvermögen von einer halben bis zu knapp neun Tonnen. Wird eine Ölheizung auf Pellet-Betrieb umgerüstet, ersetzen Pellet-Vorratsbehälter die Öltanks. Eine Förderautomatik versorgt dann den Brenner kontinuierlich mit dem Heizmaterial.


Beim Kessel kommt es auf die richtige Größe an

Energieberater der Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass knapp 50 Prozent aller Heizungsanlagen in Deutschland überdimensioniert sind. Die Heizlast sollte deshalb vor dem Einbau einer Anlage nicht nur geschätzt, sondern genau berechnet werden. Ist die Kesselgröße nicht auf den Wärmebedarf des Gebäudes abgestimmt, kann das unter anderem einen höheren Verschleiß nach sich ziehen, da gering ausgelastete Kessel häufigere Brennerstarts durchführen.
Am besten lassen Sie sich dazu im Fachhandel beraten. Dort erfahren Sie auch mehr über die unterschiedlichen Techniken, mit denen Brennwertheizungen arbeiten. Einige Anlagen verwenden ein sogenanntes Luft-Abgas-System, das eine besonders gute Energieausnutzung ermöglicht. Andere Systeme funktionieren mit einem nachgeschalteten Wärmeüberträger, der sich auch bei vielen Niedertemperaturgeräten problemlos nachrüsten lässt. Dann sparen Sie auch in diesem Fall auf Dauer Geld und schonen die Umwelt!

 

Staatliche Fördergelder für Brennwertheizungen

Sowohl bei Neubauten als auch bei der Sanierung eines Altbaus können Sie unter Umständen staatliche Fördergelder in Anspruch nehmen, wenn sie auf eine Brennwertheizung umstellen oder sich eine neue Anlage anschaffen. Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es für Anlagen, die mit

  • einer Solarthermie-Anlage,
  • einer Wärmepumpe oder
  • einer Biomasseheizung

kombiniert sind. Ein Beispiel für die Umrüstung eines 150-Quadratmeter-Einfamilienhauses: Beim Einbau einer circa 16.500 Euro teuren Gas- oder Öl-Brennwertheizung mit solarer Warmwasserbereitung sind Fördergelder in Höhe von 2.000 Euro als Basisförderung sowie 500 Euro als Zuschuss zum Kesseltausch möglich.
Auch die öffentlich-rechtliche KfW-Bank fördert die Brennwerttechnik, zum Beispiel bei einer einfachen Gasheizung mit 15 Prozent der förderfähigen Ausgaben, maximal 7.500 Euro. In Kombination mit anderen Sanierungsmaßnahmen lassen sich weitere Zuschüsse nutzen, je nachdem, welcher Effizienzhaustyp dabei erreicht wird. Im günstigsten Fall (Effizienzhaus 55) sind Summen in Höhe von 30 Prozent der förderfähigen Kosten möglich (höchstens 30.000 Euro).

 

Die Brennwertheizung clever finanzieren

Die Aufwendungen für eine Umrüstung Ihrer Heizung auf eine Brennwertheizung können Sie mit einem Bausparvertrag finanzieren. Schwäbisch Hall bietet außerdem Möglichkeiten zu einer Sofortfinanzierung. Und viele Kommunen gewähren Zuschüsse – erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde! Am besten lassen Sie sich von einem Heimatexperten von Schwäbisch Hall beraten – gemeinsam mit Ihnen entwickelt er Ihre individuelle, langfristig zinsgünstige Finanzierung.  

Für eine persönliche Beratung sprechen Sie mit Ihrem Heimatexperten vor Ort.

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