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Immobilienbewertung: So prüfen Sie den Wert von Haus oder Wohnung

Eine Immobilienbewertung hilft dabei, den Preis eines Hauses oder einer Wohnung besser einzuordnen. Wir zeigen, welche Verfahren es gibt, wer eine professionelle Bewertung durchführen darf und was sie kostet.

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Das Wichtigste in Kürze

Aktualisiert am 13.06.2026

  • Es gibt unterschiedliche Verfahren, um den Wert einer Immobilie zu ermitteln.
  • Auch die Qualifikation der Personen, die eine Wohnung oder ein Haus bewerten, kann ganz verschieden sein.
  • Die Kosten für ein Gutachten bei der Immobilienbewertung beginnen bei rund 700 Euro.
Dirc Kalweit

Artikel erstellt von
Dirc Kalweit
Schwäbisch Hall-Redaktion

Was ist eine Immobilienbewertung?

Bei einer Immobilienbewertung wird eingeschätzt, welchen Wert eine Immobilie am Markt hat. Grundlage sind unter anderem:

  • Lage
  • Zustand des Gebäudes
  • Größe und Ausstattung
  • Baujahr und Modernisierungen
  • Grundstück
  • Vergleichbare Immobilien in der Region

Das Ergebnis ist kein Bauchgefühl, sondern eine fachliche Einschätzung nach anerkannten Verfahren. Für Käufer kann sie eine wichtige Orientierung sein, wenn Angebotspreis und Substanz nicht eindeutig zusammenpassen. 


Wann ist eine Immobilienbewertung sinnvoll?

Eine Immobilienbewertung ist sinnvoll, wenn der Wert einer Immobilie als Grundlage für eine Entscheidung, Verhandlung oder Vermarktung belastbar eingeschätzt werden soll. Käufer können damit den Angebotspreis besser einordnen. Verkäufer erhalten eine fundierte Basis, um einen marktgerechten Preis festzulegen und ihn gegenüber Interessenten nachvollziehbar zu begründen.

👉 Für eine erste Orientierung können Sie den Immobilienwert auch selbst online einschätzen. Nutzen Sie dafür unseren Rechner, um den Immobilienwert einfach online zu ermitteln


Welche Verfahren der Immobilienbewertung gibt es?

Für die Immobilienbewertung kommen je nach Objekt unterschiedliche Verfahren infrage.

Vergleichswertverfahren

Hier wird die Immobilie mit ähnlichen, bereits verkauften Objekten verglichen. Das Verfahren eignet sich vor allem für Wohnungen oder Häuser in Märkten mit guter Vergleichsdatenlage.

Sachwertverfahren

Beim Sachwertverfahren stehen der bauliche Zustand und die Herstellungskosten im Mittelpunkt. Es wird oft bei selbst genutzten Ein- und Zweifamilienhäusern angewendet

Ertragswertverfahren

Dieses Verfahren spielt vor allem bei vermieteten oder renditeorientierten Immobilien eine Rolle. Entscheidend sind dann die erzielbaren Erträge.


Wer darf eine Immobilienbewertung erstellen?

Je nach Anlass kommen unterschiedliche Stellen infrage:

  • Immobiliensachverständige
  • öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige
  • zertifizierte Gutachter/in
  • in bestimmten Fällen auch Makler oder Banken mit eigener Bewertung

Wichtig ist der Zweck der Bewertung. Für eine erste Orientierung reicht oft eine einfache fachliche Einschätzung. Wenn die Bewertung gerichtsfest oder besonders belastbar sein soll, ist ein qualifizierter Sachverständiger die bessere Wahl.

👉 Mehr Infos dazu finden Sie in diesem Artikel: Gutachter fürs Haus: Wie Sie diesen finden, was er leistet und welche Kosten anfallen

Immobilienbewertung: Gutachter macht Fotos vom Haus
Die professionelle Immobilienbewertung erfolgt über einen Gutachter. (Quelle: ronstik - adobe.stock.com)

Kurzgutachten oder Verkehrswertgutachten?

Nicht immer ist ein ausführliches Gutachten nötig.

Kurzgutachten

Ein Kurzgutachten ist kompakter und günstiger. Es kann sinnvoll sein, wenn Sie vor allem eine nachvollziehbare Einschätzung für die eigene Entscheidung oder für Preisverhandlungen benötigen. Oft erstellt ein freier Sachverständiger ein Kurzgutachten, das in der Regel rund 10 bis 15 Seiten umfasst.

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Das muss nichts Schlechtes sein und dient bei einem Hauskauf allemal als gute Grundlage für die Preisfindung. Es ist aber meist nicht gerichtsfest.

Verkehrswertgutachten

Ein Verkehrswertgutachten ist deutlich umfangreicher. Es wird häufig genutzt, wenn eine besonders belastbare und dokumentierte Bewertung erforderlich ist, etwa für rechtliche oder steuerliche Zwecke.

Der Verkehrswert ist die gängigste Größe bei der Immobilienbewertung. Er gibt an, welcher Preis zum aktuellen Zeitpunkt für eine Immobilie voraussichtlich erzielt werden könnte. Oder anders gesagt: So viel wird ein interessierter Käufer aller Wahrscheinlichkeit nach bezahlen.

Wertermittlung einer Immobilie: der Verkehrswert

Der Verkehrswert ist die gängigste Größe bei der Immobilienbewertung. Er gibt an, welcher Preis zum aktuellen Zeitpunkt für eine Immobilie voraussichtlich erzielt werden könnte. Oder anders gesagt: So viel wird ein interessierter Käufer aller Wahrscheinlichkeit nach bezahlen.

Dabei gibt es – neben Angebot und Nachfrage – eine Menge Faktoren, die den Verkehrswert beeinflussen:

Immobilienbewertung: Junges Paar besichtigt eine Wohung
Die entscheidende Frage: Welcher Preis lässt sich erzielen? (Quelle: Kzenon - adobe.stock.com)

Was kostet eine Immobilienbewertung?

Eine Immobilienbewertung ist in der Regel nicht kostenlos. Je nach Art und Umfang des Gutachtens fallen die Kosten unterschiedlich aus.

Kosten für ein Kurzgutachten

Bei einem Kurzgutachten vereinbaren die Parteien in der Regel eine Pauschale oder einen festen Stundensatz. Die Kosten richten sich nach dem Aufwand, liegen aber meist zwischen 700 Euro und 1.000 Euro.    

Kosten für ein Verkehrswertgutachten

Hier bemessen sich die Kosten neben Lage und Zustand der Immobilie in erster Linie am erwarteten Verkehrswert. Die Kosten für das Verkehrswertgutachten liegen üblicherweise zwischen 0,5 und 1 Prozent des Verkehrswertes. Bei einem Verkehrswert von 500.000 Euro kostet das Gutachten also über den Daumen zwischen 2.500 und 5.000 Euro. Kommen dabei noch Faktoren wie zum Beispiel Erbpacht oder der Verkauf eines Gewerbes ins Spiel, kostet das den Gutachter mehr Zeit – und Sie damit mehr Geld.

Immobilienbewertung: Wie viel ist eine Immobilie wert?
Die Kosten für ein Immobilienwert-Gutachten richten sich nach unterschiedlichen Kriterien. (Quelle: bluedesign - adobe.stock.com)

Grundsätzlich ist das Honorar für Gutachter und Sachverständige frei verhandelbar. Als Orientierung für die Kosten dient häufig die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI).

👉 Informieren Sie sich vor Beauftragung des Gutachters nicht nur über dessen Qualifikation. Fragen Sie direkt auch nach seinem Honorarsatz und versuchen Sie schon im Vorfeld, möglichst viele der erforderlichen Unterlagen bereitzustellen. Gerade Letzteres spart Zeit und damit unnötige Zusatzkosten.


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 Fragen & Antworten rund um die Immobilienbewertung

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Ein Verkehrswertgutachten ist eine ausführliche, nachvollziehbar dokumentierte Form der Immobilienbewertung. Es dient dazu, den Marktwert einer Immobilie nach anerkannten Verfahren zu bestimmen und schriftlich zu begründen.

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Bei seiner Arbeit stützt sich ein Gutachter auf viele öffentlich zugängliche Informationen, wie zum Beispiel Erhebungen zur Infrastruktur oder sozioökonomische Daten. Doch zusätzlich benötigt er weitere Unterlagen zum Objekt.

Neben allgemeinen Angaben wie Größe des Grundstücks, Anzahl der Räume und die Wohnfläche sind es vor allem Details zur Ausstattung und den bisher vorgenommenen Modernisierungsmaßnahmen. Nur so lässt sich der Wert eines Hauses en détail festlegen.

Darüber hinaus sollten Sie noch folgende Dokumente für den Gutachter bereithalten:

Immobilienbewertung: Stift markiert Lage auf einemFlurplan
Für eine Bewertung durch den Gutachter müssen Sie viele Unterlagen zusammentragen. (Quelle: ronstik -adobe.stock.com)
  • ein Grundbuchauszug mit allen Details des Grundbucheintrages
  • eine Flurkarte (auch Katasterkarte oder Liegenschaftskarte) mit der maßstabsgetreuen Darstellung der Lage der Immobilie
  • ein Auszug aus dem Baulastenverzeichnis (hier werden zum Beispiel Abstandsflächen oder Wegerechte festgehalten)
  • alle Bauunterlagen (Grundrisse, Bauzeichnungen etc.)
  • den Energieausweis
  • gegebenenfalls Infos und Unterlagen zur Erbpacht oder Denkmalschutz
  • Bei einer Eigentumswohnung: Mietvertrag, Teilungserklärung, Nebenkostenabrechnung, Protokolle der Eigentümerversammlung
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Sie hilft, den Angebotspreis besser einzuordnen und Stärken oder Schwächen der Immobilie sachlicher zu bewerten.

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Eine Immobilienbewertung online kann eine erste Orientierung liefern. Für eine fundierte Einschätzung ersetzt sie aber nicht in jedem Fall die Prüfung durch Fachleute, weil Zustand, Modernisierungsbedarf und Besonderheiten des Objekts vor Ort oft entscheidend sind.

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Vor allem dann, wenn eine besonders belastbare Einschätzung gebraucht wird, zum Beispiel bei strittigen Preisfragen, besonderen Objektmerkmalen oder rechtlichen Anlässen.

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Das hängt vom Anlass ab. Bei einer freiwilligen Beauftragung trägt in der Regel der Auftraggeber die Kosten.

    

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