Dachboden dämmen: Oberste Geschossdecke richtig dämmen

  • Gesetzliche Vorgaben für die Geschossdämmung
  • Vorteile und Verfahren der Dachbodendämmung
  • Kosten und Fördermöglichkeiten

Bleibt die oberste Geschossdecke ungedämmt, geht wertvolle Wärme verloren. In einigen Fällen sind Sie sogar gesetzlich zur Dachbodendämmung verpflichtet. Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Dachboden dämmen, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und welche Fördermöglichkeiten Sie haben.

     

Wann ist die Dachbodendämmung gesetzlich vorgeschrieben?

Die nachträgliche Dämmung der obersten Geschossdecke ist eine der ganz wenigen Pflichten aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020), die auch für Bestandsgebäude gilt. Sie muss eingehalten werden, wenn das Gebäude vier Monate im Jahr oder länger auf eine Temperatur von mindestens 19 Grad beheizt und dabei der Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2014-02 nicht erfüllt wird.

Bei der nachträglichen Dämmung muss dann ein Wärmedurchgangskoeffizient von maximal 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin erreicht werden. Diese gesetzliche Nachrüstpflicht kann auch durch die Erneuerung und/oder Dämmung der Dachflächen erfüllt werden.

Bestimmte Gebäude sind von der gesetzlichen Nachrüstpflicht ausgenommen: Eigentümer, die ihr Ein- oder Zweifamilienhaus seit spätestens 1. Februar 2002 selbst bewohnen, müssen nichts tun. Doch wenn eine solche Immobilie verkauft oder vererbt wird, muss der neue Eigentümer innerhalb von zwei Jahren dämmen.

Wenn Ihr Gebäude nicht von der Nachrüstpflicht ausgenommen ist, sollten Sie schnell handeln – Verstöße gegen die Nachrüstpflicht werden mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro bestraft.     


Wann ist es sinnvoll, die oberste Geschossdecke beim Dachboden zu dämmen?

Auch ohne Nachrüstpflicht ist eine Dachbodendämmung sinnvoll, gerade dann, wenn Sie Ihren Dachboden nicht als beheizten Wohnraum nutzen. Nach Einschätzung der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online können Sie durch diese Maßnahme knapp zehn Prozent an Heizkosten sparen.

Planen Sie jedoch, das Dachgeschoss auszubauen und als Wohnraum zu nutzen, sollten Sie unbedingt auch das Dach beziehungsweise die Dachflächen dämmen.

Übrigens: Die Wärmedämmung zählt zu den energetischen Sanierungsmaßnahmen und empfiehlt sich nicht nur für das Dachgeschoss, sondern auch für die Hausfassade. Eine gute Wärmeisolierung spart Heizkosten und sorgt für ein angenehmes Raumklima.

Dachboden dämmen: Verlegung Dämmmaterial auf Rolle
Den Dachboden zu dämmen ist in einigen Fällen sogar gesetzlich vorgeschrieben. (Quelle: Saint-Gobain Isover G+H AG)

Welche Verfahren gibt es für die Dämmung der obersten Geschossdecke?

Um zu entscheiden, welches Verfahren Sie zur Dämmung Ihres Dachbodens anwenden sollten, sind sowohl die baulichen Voraussetzungen als auch Ihre persönlichen Anforderungen an die künftige Nutzung des Dachbodens ausschlaggebend. Diese Möglichkeiten gibt es:

Unterdeckendämmung:

  • Von einer Unterdeckendämmung ist die Rede, wenn der Dachfußboden von unten aus gedämmt wird. Achtung: Da die Dämmung an der Decke des darunterliegenden Raums angebracht wird, verringert sich dessen Höhe. Um zu verhindern, dass das Dämmmaterial feucht wird, ist die Integration einer Dampfbremse nötig, die auf der sogenannten „Warmseite“ angebracht wird. Die Dampfbremse sorgt dafür, dass die Dämmschicht zum beheizten Raum luftdicht abschließt.

Zwischendeckendämmung:

  • Besteht Ihre oberste Geschossdecke aus Holzbalken, ist eine Zwischendeckendämmung geeignet. Diese nimmt im Vergleich zur Unterdeckendämmung weniger Platz ein, da das Dämmmaterial in den Hohlraum zwischen den Balken angebracht wird. Verwendung finden Einblasdämmstoffe wie Zellulose oder Blähglasgranulat als Trockenschüttung sowie andere, formbare Materialien. Dadurch entsteht eine dichte und gleichzeitig schalldämmende Schicht.

Aufdeckendämmung:

  • Bei der Aufdeckendämmung wird das Dämmmaterial in Form von Platten oder Matten auf die oberste Geschossdecke gelegt. Die Aufdeckendämmung ist die am häufigsten durchgeführte Maßnahme zur Dachbodendämmung. Hierbei müssen Sie überlegen, ob der Fußboden Ihres Dachbodens künftig begehbar sein soll. Die allermeisten Dämmstoffe sind nicht begehbar, können aber mit einer begehbaren Abdeckung versehen werden. Eine Aufdeckendämmung für einen begehbaren Dachboden bedeutet im Vergleich zur unbegehbaren Variante einen höheren Aufwand sowie höhere Kosten. Insgesamt betrachtet sind Aufwand und Kosten für eine Aufdeckendämmung jedoch relativ gering.

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Welche Dämmstoffdicke wird bei der Dämmung des Dachbodens benötigt?

Dachboden dämmen: Verlegung von Dämmplatten
Durch die Dämmung der obersten Geschosdecke lässt sich einige an Energie einsparen. (Quelle: Saint-Gobain Isover G+H AG)


Um die Effizienz einer Dachbodendämmung zu bestimmen gibt es zwei wichtige Kenngrößen: den Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) und die Wärmeleitstufe oder Wärmeleitgruppe (WLG). Während der U-Wert angibt, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht, zeigt die Wärmeleitgruppe (WLG) die Wärmeleitfähigkeit eines Baustoffes an. Dabei gilt: Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmwirkung. 

Das GEG gibt einen U-Wert für die Dämmung der obersten Geschossdecke von 0,24 W/m²K vor. Welche Dämmstärken erforderlich sind, um diese Vorgabe einzuhalten, ist von der Konstruktion der Geschossdecke – also dem bisherigen U-Wert – und dem verwendeten Dämmstoff abhängig. Je geringer die Wärmeleitfähigkeit des Dämmmaterials ist, desto dünner darf die Dämmschicht sein.


Ein Beispiel: Bei einer massiven obersten Geschossdecke mit einem typischen (bisherigen) U-Wert von 2,1 W/m²K ergeben sich in Abhängigkeit von Dämmstoffeigenschaften folgende Dämmstoffdicken:

  • WLG040 (Wärmeleitgruppe): etwa 15 Zentimeter
  • WLG035: etwa 13 Zentimeter
  • WLG025: etwa 11 Zentimeter

Bei diesen Angaben handelt es sich um grobe Richtwerte, die zur Orientierung dienen, im Einzelfall aber individuell ermittelt werden müssen. Ziehen Sie bei Unsicherheiten einen Energieberater hinzu. Generell gilt: Je dicker die Dämmung, umso effektiver ist die Dämmwirkung bei etwas höheren Materialkosen und gleichbleibenden Arbeitskosten. Wenn der Dachraum nicht genutzt und die Raumhöhe damit unerheblich ist, ist eine dicke Dämmung deshalb immer eine Überlegung wert. 


Welches Material benötige ich zum Dachboden dämmen?

Wer seinen Dachboden dämmen will, hat dafür mehrere Dämmmaterialien zur Auswahl. Durch die Entscheidung für eines der drei oben genannten Verfahren wird diese Auswahl jedoch eingeschränkt. Bei der Aufdeckendämmung muss außerdem der erwähnte Aspekt Begehbarkeit berücksichtigt werden.

Für einen Dachboden, der nicht begehbar sein muss, eignen sich neben Platten auch weiche Materialien wie Steinwolle, Glaswolle oder Holzfaser.
Wollen Sie Ihren Dachboden als begehbaren Stauraum nutzen, müssen druckfeste Dämmplatten verwendet werden, zum Beispiel aus Polystyrol oder Polyurethan. Diese haben sehr gute Isoliereigenschaften. Darüber werden Spanplatten oder OSB-Platten als Gehbelag aufgebracht. Alternativ greifen Sie auf Verbundplatten zurück. Diese Vorgehensweise ist besonders empfehlenswert, wenn Sie Ihren Dachboden selbst dämmen.

Das Angebot an Dämmstoffen ist riesig. Hier finden Sie beispielhaft die gängigsten Dämmstoffe, ihre Eigenschaften und Wärmeleitfähigkeit im Überblick:

Dämmstoff Wärmeleitfähigkeit in W/(m²K) 
Polystyrol: als Platte verfügbar, gute Wärmedämmung, leicht zu verarbeiten, unverrottbar und kostengünstig0,045 0,020 bis 0,040 
Polyurethan: als Platte erhältlich, druckfest, leicht zu verarbeiten, unverrottbar, sehr gute Dämmeigenschaften 0,022 bis 0,028
Steinwolle, Glaswolle: in Form von Matten, Filz oder Platten, gute Wärmedämmeigenschaften, Verarbeitung erfordert etwas handwerkliches Geschick 0,032 bis 0,048
Holzfaser: als elastische Matten oder Platten, sorgt für gutes Raumklima, gute Wärmedämmeigenschaften, leichte Bearbeitung mit Fuchsschwanzsäge, aber feuchteempfindlich 0,038 bis 0,040 
Perlit(e): gepresste, aufgeblähte Gesteinsteilchen, geeignet zum Einblasen oder als Schüttung, seltener auch in Plattenform zur Verlegung, robust, beständig gegen Ungeziefer
0,038 bis 0,070
Zellulose: besteht aus recyceltem Altpapier, resistent gegen Schimmel und Ungeziefer, eignet sich zum Auf- und Einblasen 0,039 bis 0,042
Hanf: Naturdämmstoff als Vlies oder Filz, eignet sich zum Auflegen oder Klemmen, gegen Feuchte und Ungeziefer beständig 0,039 bis 0,047
Schafwolle: Naturdämmstoff als Matte, Vlies, Filz oder lose Stopfwolle, geeignet zum Auflegen, Klemmen oder Ausstopfen von Hohlräumen, langlebig
0,036

5 Schritte: So gehen Sie beim Dämmen der obersten Geschossdecke vor

Verfügen Sie über handwerkliches Geschick, spricht nichts dagegen, den Dachboden in Eigenregie mit einer Aufdeckendämmung zu versehen. Genauso gut können Sie die Arbeiten aber auch von einem Experten durchführen lassen. Eine Zwischendecken- oder Unterdeckendämmung sollten Sie lieber einem Fachbetrieb überlassen. 

Entscheiden Sie sich dafür, den Dachboden in Eigenleistung zu dämmen, gibt es einiges zu beachten. Diese Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Dämmen der obersten Geschossdecke hilft Ihnen, eine effektive Wärmedämmung im Dachgeschoss zu installieren:

  • Auswahl des Dämmmaterials: Wählen Sie das passende Dämmmaterial für Ihr Vorhaben. Welches Material für Sie in Frage kommt, hängt davon ab, ob der Dachboden begehbar sein soll.
Dachboden3 dämmen: 3 verschiedene Lagen der Dämmung
"Schichtweiser" Aufbau einer begehbaren Dachbodendämmung. (Quelle: stock.adobe.com - Sabine Katzenberger)
  • Reinigung des Untergrunds: Befreien Sie die oberste Geschossdecke von Dreck, Staub und spitzen Gegenständen wie Steine, Splitter oder Nägel. Ein sauberer Untergrund ist wichtig, um die Dämmstoffe später sicher aufzubringen.
  • Anbringung der Dampfbremsfolie: Schneiden Sie die Dampfbremsfolie mit einem scharfen Messer zurecht und legen Sie sie aus. Stößt die Folie an Wände oder Balken, lassen Sie mindestens zehn Zentimeter überstehen. An den Randbereichen verkleben Sie die Folie mit einem Dichtkleber aus dem Fachhandel. Legen Sie die Folie in sich überlappenden dichten Bahnen aus und verbinden Sie sie mit Klebeband. Achten Sie darauf, die Folie nicht zu stark zu spannen, um Risse zu vermeiden.
  • Verlegung des Dämmstoffs: Beginnen Sie in der hintersten Ecke Reihe für Reihe mit der Verlegung der Dämmplatten. Schneiden Sie die Platten für Ecken und Ränder gegebenenfalls zurecht.
  • Auslegung des Gehbelags: Wollen Sie Ihren Dachboden künftig betreten, bringen Sie nun den Gehbelag auf das Dämmmaterial auf. Dazu verlegen Sie Span- oder OSB-Platten schwimmend und verkleben Sie in der Nut. Verwenden Sie fertige Dachbodenelemente, die bereits mit Gehbelag ausgestattet sind, ist dieser Schritt nicht nötig.

Dachboden dämmen: Kosten und Fördermöglichkeiten

Je nach Art der Dämmung, Wahl des Dämmstoffs und Größe der zu isolierenden Fläche variieren die Kosten für eine Dachbodendämmung. Am günstigsten ist die Dämmung einer unbegehbaren obersten Geschossdecke: Hier können Sie mit Kosten von etwa 30 bis 70 Euro pro Quadratmeter rechnen. Bei einer Gesamtfläche des Dachbodens von 60 m² wären das insgesamt rund 1.800 bis 4.200 Euro. Für eine begehbare oberste Geschossdecke liegen die Preise zwischen 50 bis 100 Euro pro Quadratmeter, was Gesamtkosten von rund 3.000 bis 6.000 Euro bei 60 m² Dämmfläche entspricht.

Tipp: Wenn Sie Ihren Dachboden von einem Fachunternehmen dämmen lassen und damit einen U-Wert von 0,14 W/m²K erreichen, können Sie verschiedene Förderungen in Anspruch nehmen:

  • Zuschuss aus dem Programm BEG EM in Höhe von 15 Prozent (max. 9.000 Euro, Mindestinvestitionsvolumen 2.000 Euro) über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Um diesen Zuschuss zu erhalten, müssen Sie bereits vor der Beauftragung von Liefer- und Leistungsverträgen einen Antrag stellen.
  • iSFP-Bonus: Wurde die Geschossdecke in einem individuellen Sanierungsfahrplan empfohlen, erhöht sich der BAFA-Zuschuss um 5 Prozentpunkte.
  • Steuerbonus (= Reduzierung der Einkommensteuer) für Sanierung in Höhe von 20 Prozent (max. 40.000 Euro) vom Finanzamt.
  • Steuerbonus (= Reduzierung des zu versteuernden Einkommens) für Handwerkerkosten abzüglich Materialkosten in Höhe von 20 Prozent.

ACHTUNG: Das Bundeswirtschaftsministerium überarbeitet aktuell die Förderrichtlinien und plant diverse Änderungen, die bereits ab 1. Januar 2023 gelten sollen. Unter anderem soll das Mindestinvestitionsvolumen auf 5.000 Euro erhöht werden. Geplant ist außerdem die Förderung von Materialkosten bei Eigenleistungen, wenn ein Energie-Effizienz-Experte die fachgerechte Ausführung der Arbeiten bestätigt. Details dazu sind noch nicht bekannt.

Hinweis: Unsere Beiträge dienen ausschließlich der Information, stellen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar. Sie können und sollen eine persönliche Beratung durch Rechtsanwalt, Steuer- oder Finanzberater, bei der die Besonderheiten des Einzelfalles berücksichtigt werden können, nicht ersetzen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Haftung. Die Beiträge verstehen sich nicht als persönliche Empfehlung, sondern als allgemeine Empfehlung für alle Leser.

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