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So viel sparen Sie durch Eigenleistung beim Hausbau

Eigenleistung beim Hausbau bedeutet, dass Sie selbst mit anpacken und so Kosten senken. Erfahren Sie mehr über die Vorteile und Risiken, die Sie beachten sollten.

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Das Wichtigste in Kürze

Aktualisiert am 16.02.2026

  • Durch Eigenleistungen beim Hausbau sind je nach Umfang der Arbeiten zwischen 15.000 und 20.000 Euro an Einsparungen möglich.
  • Für selbst ausgeführte Arbeiten braucht es nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch Zeit und Durchhaltevermögen.
  • Kreditinstitute erkennen die "Muskelhypothek" meist mit 5 bis 15 Prozent der Gesamtkosten als Eigenkapital an.

Was bedeutet "Eigenleistungen beim Hausbau"?

Zu Eigenleistungen beim Hausbau zählen alle Arbeiten, die Sie selbst übernehmen, statt sie durch Handwerksbetriebe ausführen zu lassen. Der Vorteil: Sie sparen Kosten und entlasten Ihr Budget.

Zudem spielt die "Muskelhypothek" bei der Baufinanzierung eine wichtige Rolle: Viele Banken werten Ihren persönlichen Einsatz als zusätzliches Eigenkapital, was Ihre Konditionen verbessern kann.


Vorteile von Eigenleistung beim Hausbau

Wenn Sie Ihr Traumhaus verwirklichen möchten, beauftragen Sie neben einem Architektenbüro auch Bau- und Handwerksbetriebe. Sie können aber auch selbst auf der Baustelle mitarbeiten, denn Eigenleistungen beim Hausbau haben einige Vorteile.

  • Einsparungen bei den Hausbaukosten
  • geringere Finanzierungssumme = geringere monatliche Rate
  • weniger Eigenkapital notwendig

Doch die Rechnung geht nur dann auf, wenn handwerkliches Talent und ausreichend Zeit vorhanden sind. Darüber hinaus müssen Sie Vorgaben und Risiken beim Bau beachten. Mehr dazu weiter unten.

Mann bohrt Löcher in Decke für LED-Deckenspots
Handwerkliches Können und Zeit sind Grundvoraussetzung für Eigenleistungen. (Quelle: schulzfoto - stock.adobe.com)

Bewerten Kreditinstitute Eigenleistungen als Eigenkapital?

Grundsätzlich können bei der Baufinanzierung die Eigenleistungen bis zu einem gewissen Grad als Eigenkapital berücksichtigt werden (ca. 5 bis 15 Prozent der Gesamtkosten). Dabei wird genau geprüft, ob der angenommene Wert der Eigenleistungen realistisch ist. Üblich ist ein (fiktiver) Stundenlohn von 15 bis 30 Euro. Damit Banken die "Muskelhypothek" als Eigenkapital anerkennen, müssen Sie die geplanten Eigenleistungen für Ihren Hausbau genau aufführen. Die Dokumentation sollte folgende Angaben enthalten (Kurz-Checkliste):

  • geplanter Zeitraum und geschätzte Arbeitsstunden
  • Tätigkeitsbeschreibung
  • Materialliste
  • Kostenschätzung auf Basis aktueller Handwerkerpreise
     

Zudem wichtig: Verschiedene Zuschüsse – etwa der KfW-Bank – für die Sanierung von Bestandsimmobilien gibt es nur, wenn eine professionelle Firma die Arbeiten ausführt. Beim Neubau werden bei Eigenleistung ausschließlich die Materialkosten gefördert, nicht die Arbeitskosten. Und die Materialkosten auch nur dann, wenn ein Energieberater die fachgerechte Ausführung bestätigt.

Unsere Heimatexperten vor Ort beantworten gerne Ihre Fragen und erstellen gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Finanzierungsplan. Vereinbaren Sie am besten gleich einen Beratungstermin. Weitere Infos zur Finanzierung bietet auch unser kostenloses Infopaket.

Eigenleistung beim Hausbau – was lohnt sich?

Nicht jedes Gewerk eignet sich für Laien. Überlassen Sie die schwierigen und gefährlichen Aufgaben den Profis. Welche Eigenleistungen sich beim Hausbau finanziell lohnen, hängt davon ab, wie hoch der jeweilige Anteil an Lohn- und Materialkosten ist. Je höher die Lohnkosten, desto attraktiver ist es, die Arbeiten selbst auszuführen. Dazu gehören beispielsweise ...

Ebenfalls gut für Eigenleistung geeignet sind Außenanlagen: Das Anlegen von Garten, Terrasse, Wegen und Zäunen können Sie in der Regel zu großen Teilen selbst erledigen.
 

Frau bereitet Zimmerwand für Farbanstrich vor
Maler- und Tapezierarbeiten gehören zu den gängigsten Eigenleistungen. (Quelle: Wavebreak Media - stock.adobe.com)

So viel können Sie durch Eigenleistungen sparen?

Wie viel Kosten Sie durch selbst ausgeführte Arbeiten einsparen, hängt vor allem von Ihren Fähigkeiten ab. Zudem beeinflussen der Zeitaufwand, die Art der übernommenen Arbeiten und das Lohnniveau der örtlichen Handwerker das Ergebnis. Einsparungen zwischen 15.000 und 20.000 Euro sind realistisch.

Die Aufstellung zeigt beispielhaft einige Gewerke und das mögliche Einsparpotenzial durch Eigenleistungen. Die Angaben sind grobe Richtwerte für ein Reihenendhaus mit 140 qm Wohnfläche:

Gewerk/Arbeiten Zeitaufwand Lohnersparnis
Maler- und Tapezierarbeiten  ca. 125 h ca. 5.600 - 7.500 €
Boden verlegen ca. 90 h ca. 4.500 - 5.400 €
Fliesen verlegen ca. 50 h ca. 2.700 - 3.700 €
Zimmertüren einsetzen ca. 80 h ca. 3.600 - 5.200 €
Dach ausbauen ca. 100 h ca. 4.500 - 6.500 €
Garten anlegen ca. 30 h ca.    900 - 1.500 €

Quelle: Verband privater Bauherren (2022)


Welche Risiken haben Eigenleistungen beim Hausbau?

Wer selbst mit anpackt, sollte realistisch planen: Denn Verzögerungen, Haftungsfragen und fachliche Fehler können teuer werden.

  • Zeitaufwand unterschätzen: Wenn Eigenleistungen nicht rechtzeitig fertig werden, verzögern sich Folgegewerke. Das treibt indirekte Kosten in die Höhe (zum Beispiel längere Miete, Bereitstellungszinsen) und kann die kalkulierte Ersparnis zunichtemachen.
    👉Tipp: Planen Sie Puffer ein und priorisieren Sie Arbeiten mit Schnittstellen zu anderen Gewerken (siehe auch Info unten).
  • Haftung für Mängel: Für Eigenleistungen gibt es keine Handwerker-Gewährleistung – für Fehler haften Sie selbst. Zudem können Mängel an Eigenleistungen die Gewährleistungsansprüche gegen andere Betriebe erschweren, wenn Schnittstellen betroffen sind.
    👉Tipp: Leistungen klar abgrenzen, Arbeitsschritte dokumentieren und kritische Arbeiten durch eine sachkundige Person prüfen lassen.
  • Unfallgefahr für Bauhelfer: Auf Baustellen besteht ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Melden Sie private Helfer bei der BG BAU an – der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft und prüfen Sie zudem die Option einer Bauherren-Haftpflicht und Helfer-Unfallversicherung.
    👉Tipp: Sorgen Sie für Unterweisung, persönliche Schutzausrüstung und sichere Arbeitsmittel.
  • Fehlendes Fachwissen: Nicht fachgerecht ausgeführte Arbeiten führen schnell zu Mängeln und Folgekosten (zum Beispiel Feuchtigkeit, Schall, Energieeffizienz).
    👉Tipp: Geben Sie Arbeiten an Elektrik, Gas und Wasser in Profihände; viele davon dürfen nur Meisterbetriebe ausführen.
     

Wichtig: Für Eigenleistungen beim Hausbau genug Zeit einplanen

Um mit Eigenleistung tatsächlich Kosten einzusparen, braucht es ein gutes Zeitmanagement: Kalkulieren Sie möglichst genau, wie viel Zeit Sie und Ihre Helfer neben Beruf und Familie auf der Baustelle verbringen können. Planen Sie für die einzelnen Arbeiten lieber etwas mehr als zu wenig Zeitaufwand ein. Auch geschickten Heimwerkern fehlt die Routine von Profis.

Genauso wichtig ist es, mit dem Bauunternehmer oder Bauleiter eine grobe zeitliche Abfolge festzulegen. So weiß jeder, wann er auf der Baustelle gebraucht wird. Problematisch sind Verzögerungen bei Tätigkeiten, auf denen weitere Arbeiten aufbauen. Es ist unerlässlich, mit dem Bauunternehmer von Anfang an den Umfang Ihrer Eigenleistung zu besprechen und in den Bauvertrag einzuarbeiten.


Die Vorteile und Risiken im Überblick

Fazit: Durch Eigenleistungen sparen Sie bares Geld – gehen dabei aber auch Risiken ein:

Vorteile der Eigenleistung Nachteile der Eigenleistung
✅ Einsparungen bei den Hausbaukosten: 10 bis 15 Prozent ❌ hoher Zeitaufwand, ggf. Belastung für die Familie 
✅ geringere Finanzierungssumme – geringere monatliche Rate ❌ Unfallgefahr für sich und seine Bauhelfer
✅ dank "Muskelhypothek" weniger Eigenkapital erforderlich ❌ Haftung für eigene Mängel
✅ eigene Gestaltungsideen können eingebracht werden ❌ Arbeiten müssen in Bauablauf passen, sonst drohen Mehrkosten
  ❌ Fachwissen erforderlich – bei Haustechnik ist Fachbetrieb Pflicht

Gute Beratung ist unverzichtbar

Besprechen Sie im Rahmen Ihrer Finanzierungsberatung, welches Maß an Eigenleistung Sie sinnvoll erbringen können und in welchem Umfang sich das positiv auf Ihre Kreditkonditionen auswirkt. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin mit unserem Heimatexperten vor Ort und erstellen Sie Ihren individuellen Plan für Eigenleistungen.


Fragen und Antworten zu Eigenleistungen

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Die „Muskelhypothek“ bezeichnet umgangssprachlich Ihre Eigenleistungen beim Hausbau. Ihr persönlicher Arbeitseinsatz senkt die Baukosten und kann von Banken als zusätzliches Eigenkapital gewertet werden. Er ersetzt keine Hypothek, kann aber den Finanzierungsbedarf und damit die Zinslast verringern.

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Das hängt von Umfang und Art der Arbeiten, Ihren handwerklichen Fähigkeiten sowie der verfügbaren Zeit ab. Auch das regionale Lohnniveau spielt eine Rolle. Als grobe Orientierung sind fünf bis fünfzehn Prozent der Bausumme durch Eigenleistungen möglich.

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Melden Sie auch unentgeltliche Helfer zwingend bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) an; darüber sind sie unfallversichert. Zusätzlich empfehlen sich in der Regel eine Bauherren-Haftpflicht und eine Bauleistungsversicherung. Viele Experten raten außerdem zu einer privaten Bauhelferversicherung, die meist für ein Jahr abgeschlossen wird.

 

 

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Informationen rund um die Kostenaufstellung beim Hausbau finden Sie in unserer PDF-Checkliste und in den folgenden Artikeln: 

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