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Wanddurchbruch: Kosten, Ablauf, Tipps

Ein Wanddurchbruch schafft mehr Platz im Eigenheim. Wir erklären, wie Sie Trennwände sicher entfernen, was es kostet und worauf Sie unbedingt achten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

Aktualisiert am 17.02.2026 / 🕒 Lesezeit: 2 Min.

  • Vor einem Wanddurchbruch müssen Sie durch einen Statiker klären lassen, ob es sich um eine tragende Wand handelt.
  • Fast immer sind Eingriffe an tragenden Wänden genehmigungspflichtig.
  • Die Kosten für den Abbruch einer Ziegelwand liegen bei rund 90 Euro pro Quadratmeter.

Was ist ein Wanddurchbruch?

Ein Wanddurchbruch bezeichnet das Entfernen oder Öffnen einer Wand oder eines Wandabschnitts, um Räume zu verbinden, Licht einzulassen oder neue Wege zu schaffen. Dies kann Teil einer Sanierung, Modernisierung oder Umgestaltung sein.

Je nach Wandtyp – tragend oder nicht-tragend – unterscheiden sich Aufwand, Risiko und Kosten deutlich.


Tragende oder nicht-tragende Wand: Der entscheidende Unterschied

Vor einem Wanddurchbruch ist die wichtigste Frage: Handelt es sich um eine tragende Wand?

Tragende Wände tragen Lasten aus Decke, Dach oder darüberliegenden Geschossen. Das Entfernen ohne statische Ausgleichsmaßnahmen kann die Gebäudestabilität gefährden.

Nicht-tragende Wände dienen nur der Raumbegrenzung und können oft einfacher geöffnet werden. Aber Vorsicht: Auch sie können aussteifende Funktionen haben oder Leitungen (Strom, Wasser, Gas) beherbergen.

👉 Nur ein Statiker oder Architekt kann verlässlich feststellen, ob eine Wand tragend ist oder nicht. Selbst in Bauplänen ist nicht immer zweifelsfrei zu erkennen, ob eine Wand tragend ist oder nicht.

Wanddurchbruch bei einer tragenden Wand
Vor dem Wanddurchbruch muss stets geprüft werden, ob es sich um eine tragende Wand handelt. (Quelle: didesign at Adobe Stock)

Wand entfernen: Genehmigungen & rechtliche Anforderungen

Die Anforderungen hängen stark davon ab, ob Sie Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung sind.

Im Eigenheim (Einfamilienhaus)

  • In vielen Bundesländern sind Eingriffe an tragenden Wänden genehmigungspflichtig.
  • Bauantrag: Sie müssen oft einen vereinfachten Bauantrag beim zuständigen Bauamt stellen.
  • Statiknachweis: Das Bauamt verlangt in der Regel die Berechnung eines staatlich anerkannten Statikers.
  • Landesbauordnung (LBO): Die genauen Regeln variieren je nach Bundesland (z. B. BauO NRW vs. BayBO). Schauen Sie unbedingt in die für Sie gültige Fassung bzw. erkündigen Sie sich beim örtlichen Bauamt.

In einer Eigentumswohnung (WEG)

Hier ist die Hürde am höchsten.

  • Gemeinschaftseigentum: Tragende Wände gehören rechtlich meist zum Gemeinschaftseigentum, nicht zum Sondereigentum (Ihrer Wohnung).
  • Zustimmung der WEG: Sie benötigen zwingend die Zustimmung der anderen Eigentümer (Eigentümerversammlung), bevor Sie eine tragende Wand anrühren.

In einer Mietwohnung

  • Vermieter-Erlaubnis: Ohne schriftliche Genehmigung des Vermieters darf keine Wand entfernt werden. Meist wird zudem vereinbart, dass Sie beim Auszug den ursprünglichen Zustand wiederherstellen müssen (Rückbauverpflichtung).

⚠️ Ein eigenmächtiger Durchbruch an einer tragenden Wand ohne Genehmigung kann nicht nur zum Einsturz führen, sondern auch zum Erlöschen Ihres Versicherungsschutzes und zu massiven Bußgeldern.


Wanddurchbruch – mit diesen Kosten ist zu rechnen

Die Gesamtkosten hängen stark von Wandtyp, Durchbruchsgröße, Statik-Aufwand und regionalem Preisniveau ab:

Position circa-Kosten pro m2
Tragende Innenwand  
Innenwand aus Ziegel-Mauerwerk, 24 cm, abbrechen und entsorgen 87 Euro
Nichttragende Innenwand  
Mauerwerk abbrechen und entsorgen 58 Euro
Trockenbau-Montagewand, Metall, abbrechen und entsorgen 40 Euro
Innenwandöffnungen
 
Fensteröffnung ausbrechen, bis 40cm 200 Euro
Türöffnung ausbrechen, Mauerwerk bis 30cm 190 Euro
Wanddurchbruch, Mauerwerk bis 1000 cm2, 20cm 65 Euro

Quelle: Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) / Stand: Februar 2026

    

 

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Wanddurchbruch selber machen – die Vorbereitungen

Wenn Sie handwerklich geschickt sind und die nötigen Sicherheitshinweise berücksichtigen, können Sie eine nichttragende Wand selbst entfernen:

  • Wand prüfen: nicht tragend? Bei Zweifel Statiker hinzuziehen.
  • Genehmigung klären: Bauamt kontaktieren und ggf. Baugenehmigung einholen.
  • Schutt entsorgen: Container oder Bauschuttsäcke besorgen (für öffentliche Flächen Genehmigung).
  • Leitungen orten: Baupläne oder Leitungssuchgerät nutzen; vorhandene Leitungen von Fachbetrieb verlegen/stilllegen lassen.
  • Baustelle schützen: Böden und Wände abdecken, Staubschutzwände und Türschleusen aufstellen.
  • Schutzausrüstung: Atemschutz, Schutzbrille, Gehörschutz, Handschuhe und Sicherheitsschuhe tragen.

Wände selbst entfernen: die wichtigsten Tipps

  • Grobe Arbeiten mit Vorschlag-, Bohr- oder Abrisshammer; für saubere Kanten Hammer und Meißel.
  • Grundsätzlich von oben nach unten arbeiten.
  • Erschütterungen verringern: vorab Trennschnitte setzen.
  • Für gerade Kanten beidseitig tief schneiden.
  • Bei Isoliermaterial sofort stoppen; mögliche Gefahrstoffe fachgerecht prüfen/entsorgen lassen.
  • Schutt mit Sicherheitsabstand räumen; in oberen Etagen Schuttröhre zum Container nutzen.
  • Abschluss: Öffnung verkleiden oder verputzen.
Wanddurchbruch mit Werkzeug
Durchbrüche in massivem Mauerwerk erfordern entsprechendes Profiwerkzeug. (Quelle: GregorBister)

⚠️ Gerade bei älteren Gebäuden besteht die Gefahr von Giftstoffen in der Wand, z. B. Asbest im Putz oder Blei in der Wandfarbe. 


Trennwand entfernen: Schritt für Schritt

  1. Bautechnische Bewertung und Statik-Berechnung: tragende Wand oder nicht? 
  2. Vorbereitung des Raums (Abdecken, Schutz)
  3. Abstützen & Absichern (bei tragender Wand)
  4. Durchbruch & Ausbau
  5. Einbau Sturz/Träger (falls notwendig)
  6. Verputzen, Verkleiden, Nacharbeiten
  7. Entsorgung des Bauschutts

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