Vakuumdämmung: Besonders flach, besonders effektiv

Gebäude lassen sich mit einer Vakuumdämmung besonders gut dämmen – und das bei geringer Dicke des Dämmmaterials. Doch diese Form der Wärmeisolierung hat ihren Preis. Wie Vakuumdämmung funktioniert und wo sich ihr Einsatz lohnt, lesen Sie hier.


Das Prinzip der Vakuumdämmung

Ein wesentliches Manko von Dämmmaterialien, die im Bau zum Einsatz kommen, ist ihre Dicke. Je nach Einsatzbereich (Keller, Fassade oder Dach) und gewünschtem Dämmeffekt können die Materialien 8 bis 20 Zentimeter dick sein.

Deutlich dünner sind Vakuum-Isolationspaneele (VIP), die bei der Vakuumdämmung verwendet werden. Sie sind zwischen 3 und 5 Zentimetern dick. Diese Paneele haben zwischen den Außenplatten einen Kern aus Mineralfasern, der in einem Vakuum in Metallfolie eingeschweißt wird.

Auf die Dämmwirkung kommt es an

Die Dämmwirkung eines Dämmstoffs wird mit dem sogenannten U-Wert gekennzeichnet. Er gibt die Wärmeleitfähigkeit an und wird in W/mK angegeben. Je niedriger er ist, desto besser.

Vakuumpaneele haben hervorragende Werte um 0,007 W/mK. Herkömmliche Dämmstoffe wie Mineralfaser oder Schaumstoff kommen dagegen nur auf Werte zwischen 0,019 und 0,075 W/mK. Diese Werte müssen auf Packung oder Lieferschein angegeben sein. Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) ermittelt sie im Rahmen der Zulassung.


Die verschiedenen Dämmplatten

Die Standardelemente für die Vakuumdämmung besitzen einen Dämmkern mit Vliesumhüllung, eine mehrschichtige Holzbarrierefolie und einer Unter- und einer Oberplatte. Diese Außenplatten werden von den Herstellern in verschiedenen Ausführungen angeboten.

Je nach Einsatzbereich und optischen Vorlieben können die Platten unter anderem aus diesen Materialien gefertigt sein:

  • Sperrholz
  • PVC
  • Aluminiumblech
  • HDF/MDF
  • Kunststoffen wie XPS, PUR, EPS oder GFK

Die Elemente besitzen Ränder aus Kunststoff zum Anpassen und Befestigen. Der Vakuumdämmkern darf nämlich auf keinen Fall durch Zuschneiden oder Schrauben beschädigt werden. Auch wenn man diese Anpassränder so schmal wie möglich hält, bilden sie Wärmebrücken. Diese verschlechtern die gute Dämmwirkung von VIP-Elementen.

Um das zu verhindern, haben sich die Hersteller verschiedene Systeme ausgedacht: Lock Plates von Saint-Gobain Weber setzt auf eine überlappende Verlegetechnik mit zwei Schichten von VIP-Elementen. Va-Q-Tec bietet Elemente mit einer patentierten Folienfalttechnik am Rand an, um Fugen zu minimieren.


Vakuumdämmung – Wo bietet sie sich an?

Vakuumdämmung hat ihren Preis – als Faustregel kann man für eine Innendämmung rund 100 Euro pro Quadratmeter einrechnen. Das ist gut zwei- bis dreimal teurer als eine herkömmliche Dämmung. Einen präzisen Preisvergleich sollte man bei einem Fachmann erfragen. Weitere Informationen zu Modernisierungs- und Renovierungskosten finden Sie hier.

Wegen der höheren Kosten kommt Vakuumdämmung meist nur dann zum Einsatz, wenn kleinere Flächen gedämmt werden sollen oder wenig Platz zur Verfügung steht:

  • Bei der Innendämmung für Teilbereiche wie das Mauerwerk rund um Fenster (Laibungen) oder Heizkörpernischen.
  • Bei niedrigen Kellerdecken, um den Vorteil des geringen Dicke voll auszunutzen.

Fassadendämmung mit VIP-Elementen

Newsletter bestellen

Bleiben Sie auf dem Laufenden rund um die Themen Wohnen und Einrichten.

Schwäbisch Hall Bausparfuchs zeigt mit dem Finger nach vorneJetzt bestellen

Wenn man VIP-Elemente für ganze Wände oder eine Fassadendämmung nutzt, bilden sich durch die Standardmaße immer Restflächen an den Rändern, die mit herkömmlichem Dämmmaterial gefüllt werden müssen. Es entstehen Wärmebrücken. Um das zu verhindern, können diese Bereiche mit maßgefertigten VIP-Elemente verkleidet werden, die aber die Kosten deutlich erhöhen.

Möchten Sie regelmäßig Infos rund um Haus und Wohnung erhalten? Dann abonnieren Sie den Schwäbisch-Hall-Newsletter.