Grundriss fürs Haus individuell entwerfen

Sie haben Ihr Grundstück gefunden, Bauträger oder Generalunternehmer sind ausgewählt. Jetzt können Sie loslegen. Die grundlegende Frage dabei: Wie soll der Grundriss Ihres Hauses aussehen? Wer jetzt an die Lego-Bauprojekte aus Kindertagen denkt, liegt gar nicht so falsch. Auch beim Haus-Grundriss geht Probieren oft über Studieren.


Überlegungen zum Haus-Grundriss

Los geht’s: Versammeln Sie Partner, Familie und vielleicht sogar gute Freunde um den Küchentisch. Als erstes sammeln Sie Ideen für den Grundriss des Hauses. Kinder machen dabei auch impulsive Aussagen, etwa dass sie keine nebeneinanderliegenden Zimmer möchten. Schreiben Sie zunächst alle Äußerungen gleichrangig auf und vermeiden Sie zu diesem Zeitpunkt überflüssige Diskussionen. Später können Sie immer noch durch gute Argumente gestützte Überzeugungsarbeit leisten.

Wichtige Punkte bei der Planung des Grundrisses Ihres Hauses sind beispielsweise:

  • Wie einsehbar und kommunikationsfreundlich sollen die Räume des Hauses sein?
  • Wollen wir einen kombinierten Wohn-Essraum? Eventuell auch eine offene Küche?
  • Reicht vielleicht ein kleines Schlafzimmer zugunsten eines größeren Wohnraums oder der Kinderzimmer?
  • Brauchen wir einen separaten Ankleideraum?
  • Bekommen die Kinder ihr eigenes Badezimmer?
  • Planen wir ein Gästezimmer ein?
  • Brauchen wir einen Wirtschaftsraum? Lässt er sich auch als Vorratsraum nutzen und hat einen separaten Außenzugang?
  • Kann das Arbeitszimmer nach Norden ausgerichtet sein, weil es nur abends genutzt wird?
  • Soll es einen Hobbyraum geben?

Tipp: Um die Kosten im Griff zu behalten, werden Sie beim Grundriss Ihres Hauses auf jeden überflüssigen Quadratmeter verzichten wollen. Überlegen Sie also, welche Bereiche Sie doppelt nutzen können. Zum Beispiel: Das Spielzimmer kann abends Arbeitszimmer sein, in einer Ecke des oberen Flurs steht der Heimtrainer. Denn: „Jeder unnötige Quadratmeter kostet genau so viel wie ein unverzichtbarer“, sagt Architektin Franca Wacker in einem Interview mit der Online-Ausgabe von „Das Haus“.


Von der Planung zum Grundriss des Hauses

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Machen Sie nicht nur ein einziges Brainstorming. Setzen Sie sich mehrmals zusammen, und überprüfen Sie Ihre vorherigen Überlegungen aufs Neue. Entwerfen Sie am besten zwei oder sogar drei verschiedene Haus-Grundrisse – denn Ihre Planung muss den geltenden Bauvorschriften entsprechen.

Dann sollten Sie in die reale Welt einsteigen. Gleichen Sie Ihre Wunschvorstellungen mit dem Machbaren ab, indem Sie sich andere Häuser anschauen und sich über Ihre Ideen austauschen. Hören Sie sich um, was andere gemacht haben und was sich bewährt hat. Oder auch nicht bewährt: Wenn Menschen mit ähnlichem Lebensstil wie Sie beispielsweise einen Hobbyraum erfahrungsgemäß nicht nutzen, sollten Sie ihn nicht als Top-Priorität auf Ihrer Liste führen – sondern eher zur Disposition stellen.

Und das können Sie zur Vorbereitung tun:

  • Besichtigen Sie Musterhäuser.
  • Schauen Sie Kataloge von Bauträgern durch.
  • Sprechen Sie mit Freunden darüber, wie diese ihren Haus-Grundriss gestaltet haben.
  • Klingeln Sie bei Hausbesitzern in Ihrem Baugebiet, die schon eher eingezogen sind als Sie – wer ein Haus baut, erzählt oft gern von seinen Erfahrungen.
  • Wo immer möglich, sollten Sie über Ihr Bauvorhaben reden. Eventuell sind Kollegen oder jetzige Wohnungsnachbarn in einer ähnlichen Situation wie Sie – jeder Austausch über den Grundriss des Hauses kann hilfreich sein.
  • Online gibt es zahlreiche Bautagebücher, in denen Bauherren ihre Tipps weitergeben –zum Beispiel Blogs wie ploetzlichbauherr.de, haus1blog.de oder ninaunddirkbauen.blogspot.de. Es lohnt sich, von den Erfahrungen anderer zu profitieren.
  • Schauen Sie in Online-Bildgalerien wie Pinterest oder in der Google-Bildersuche nach inspirierenden Fotos.

Drei klassische Varianten

Die „aktion pro eigenheim“ weist darauf hin, wie wichtig die Frage nach dem Lebensmittelpunkt bei der Planung des Haus-Grundrisses ist. Machen Sie sich also bewusst, wie Ihre Familie diesbezüglich tickt. „Der Grundriss bestimmt, wo das Herz des Hauses schlägt“, heißt es auf dem Portal der Initiative. Dort werden drei populäre Varianten genannt: Als klassisches Herz eines Hauses gilt das große Wohnzimmer mit angeschlossener Terrasse und der Ausrichtung gen Süden. Auch Wohnküchen mit ausreichend Platz für eine Sitzecke oder einen großen Tisch sind beliebt. Die moderne Alternative schließlich ist der offene Grundriss eines Hauses mit kombiniertem Wohn-Ess-Bereich. Sie bietet sich für Familien mit großem Freundeskreis an.


Und so fangen Sie an

Zum mit allen Beteiligten abgestimmten Grundriss Ihres Hauses gelangen Sie Schritt für Schritt. Haben Sie alle Vorüberlegungen angestellt und dabei alle Familienmitglieder einbezogen? Dann können Sie mit der praktischen Zeichnung loslegen. Diese dient als Grundlage für das Gespräch mit dem Architekten. Für die Skizze brauchen Sie nur einen Stift, ein Lineal und Papier. Am besten, Sie kaufen sich einen A3- oder A2-Block mit Millimeterpapier.

Die ersten Striche für den Grundriss Ihres Hauses:

Zeichnen Sie zunächst die Außenmaße Ihres Hauses auf das Millimeterpapier. Gern darf das schon maßstabsgetreu sein, sie können aber auch erst einmal nur grob skizzieren.

Notieren Sie auf dem Blatt auch die Himmelsrichtungen. Wirtschafts- und Arbeitsraum beispielsweise brauchen keinen Sonneneinfall und können gut gen Norden ausgerichtet werden.

Beginnen Sie beim Einzeichnen mit der Eingangstür und gegebenenfalls der Treppe zwischen Erdgeschoss und erstem Stock. Beides bedingt die gesamte weitere Gestaltung. Liegen sie nahe beieinander, vereinfacht das eine spätere Abtrennung des oberen Stockwerkes als Einliegerwohnung.

Bäder und Küche sollten idealerweise neben- oder übereinander positioniert sein. Das erspart Ihnen unnötiges Verlegen von Versorgungsleitungen.

Denken Sie bei viel genutzten Räumen wie Küche oder Bad an Ergonomie und Platzbedarf – es kocht sich gemeinschaftlich nicht so schön, wenn man sich gegenseitig im Wege steht.

Ihrer Fantasie beim Grundriss des Hauses sind wenig Grenzen gesetzt: Spielen Sie einfach mal mit der Größe der Zimmer, der Lage von Küche und Wohnzimmer. Von wo aus soll die Terrasse begehbar sein? Haben Sie im Haus kurze Wege?

Wenn Sie Ihren Hausgrundriss winkelförmig anlegen, können offene Räume trotzdem optisch voneinander abgesetzt werden. Allerdings wird dann die Dachkonstruktion aufwendiger und teurer.

Wer auf eine kostenintensive Unterkellerung verzichtet, kann alternativ und günstiger unter einem Satteldach Stauraum gewinnen, sofern die Bauordnung diese Dachform zulässt.

Wie groß soll das Gäste-WC werden, und braucht es eine Dusche?

Beziehen Sie auch ausgefallene Dinge wie eine Wäscherutsche aus dem Bad in den Hauswirtschaftsraum oder einen Kamin im Wohnzimmer in Ihre Überlegungen mit ein – so etwas ist später oft baulich kaum realisierbar, wenn es bei der Raumplanung nicht bedacht wurde.


Fenster und Türen im Grundriss des Hauses

Ein wichtiger Punkt bei der Planung des Haus-Grundrisses ist die Platzierung von Fenstern und Türen. Gerade die Fenster haben nicht nur funktionale Aufgaben. Über Belichtung und Lüftung hinaus geht es auch um die Optik eines Hauses. Viele Bauherren schätzen es beispielsweise, wenn Fenster gleich groß und symmetrisch angeordnet sind. Die äußere Ansicht bedingt somit zumindest teilweise die Gestaltung des Grundrisses im Haus. Eine große Zahl von Fenstern lässt viel Licht ins Haus, reduziert aber auch die Stellfläche an den Zimmerwänden. Ist eine Hausseite einer Straße zugewandt, dringt durch kleinere Fenster weniger Außenlärm ins Hausinnere.

Laut der Ratgeberseite mein-bau.com sollten Bauherren unter anderem Folgendes bedenken:

  • Fenster: Bodentiefe Fenster lassen viel Licht ein, sind aber für Kinderzimmer aufgrund der Unfallgefahr beim Öffnen nicht ideal.
  • Bei Fenstern und Türen müssen Sie vorab entscheiden, ob sie sich nach rechts oder links öffnen lassen. Das sollten Sie von der Raumnutzung insgesamt abhängig machen, etwa von der geplanten Möblierung und der Erreichbarkeit der Fenstergriffe.
  • Türen: Von der Norm abweichende Türen können bestimmte Effekte haben. So lassen höhere Türen einen Raum insgesamt höher wirken.
  • Schiebetüren wiederum eignen sich für kleine Räume, bei denen nicht genug Platz ist für eine nach innen öffnende Tür.
  • Einrichtung: Türen müssen sich trotz Möblierung noch problemlos öffnen lassen. Mein-bau.com empfiehlt zum Beispiel: „Planen Sie zwischen Tür und der rechtwinklig verlaufenden Wand mindestens 65 Zentimeter Abstand ein.“

Außerdem: Wenn der Flur in der oberen Etage keine eigene Außenwand hat – vergessen Sie nicht die Oberlichter.


An zukünftige Veränderungen denken

Ihr Leben wird sich im Laufe der Jahrzehnte ändern – zum Beispiel, wenn die Kinder das Elternhaus verlassen oder pflegebedürftige Eltern zu Ihnen ziehen. Oder Sie machen sich selbstständig und benötigen Arbeits- und Besprechungszimmer. Vielleicht möchten Sie irgendwann auch für sich selbst eine Pflegekraft im Haus haben, mit einer Einliegerwohnung ein bisschen zusätzliches Geld verdienen – oder sich im Ruhestand einfach nur „verkleinern“.

Denken Sie an solche Optionen, während Sie den Grundriss Ihres Hauses gestalten. Denn Räume lassen sich nur dort problemlos verändern, wo es keine tragenden Wände gibt. Machen Sie also von vornherein zwei oder drei Grundrisse, in die Sie die jeweiligen frühen und späteren Nutzungsmöglichkeiten einzeichnen. Legen Sie diese dann übereinander – jetzt können Sie sehen, wo sich Versorgungsleitungen effizient platzieren lassen und wo später welcher Raum wie genutzt werden könnte.

Vielfach bieten Leichtbauwände eine praktikable Option. Planen Sie eine solche zwischen den Kinderzimmern ein, können Sie die Räume nach Auszug der Kinder zu einem einzigen Zimmer zusammenfassen. So entsteht Platz für ein großes Gästezimmer, eine Bibliothek oder einen Fitnessraum.


Besonders funktional: die Einliegerwohnung

Die Einliegerwohnung für Eltern, Mieter oder Feriengäste ist eine populäre Variante, um frei gewordene Zimmer zu nutzen. Auf Folgendes sollten Sie achten, um einen späteren Umbau problemlos zu gestalten:

  • Das Badezimmer sollte nicht zwischen den beiden (Kinder-)Zimmern liegen, die zur Einliegerwohnung umfunktioniert werden.
  • Soll zunächst kein Bad zu den ursprünglichen Zimmern der Kinder beziehungsweise zum Arbeitszimmer gehören: Denken Sie schon beim Hausbau an entsprechende Versorgungsleitungen (Wasser, Strom, Gas), die Sie später aktivieren können. So lassen sich Sanitäranlagen und Küche leichter und kostengünstiger nachrüsten.
  • Guter Schallschutz: zunächst aufgrund von Kinderlärm, später zum Schutz Ihrer Privatsphäre.
  • Die Räume der potenziellen Einliegerwohnung sollten gen Westen oder Süden ausgerichtet sein. Das macht eine Wohnung für Mieter ansprechender.
  • Unter mindestens einem der Zimmerfenster muss im Garten Platz genug vorhanden sein, um eine Außentreppe anzubauen.
  • Denkbar ist auch, die Kinderzimmer von vornherein im Erdgeschoss unterzubringen. So vereinfachen Sie die spätere Umnutzung zur Einliegerwohnung: Statt einer Außentreppe brauchen Sie nur die Eingangstür einzubauen.

Barrierefreier Grundriss fürs Haus

Bei der Planung des Haus-Grundrisses müssen Sie auch einbeziehen, dass Sie selbst irgendwann nicht mehr so mobil wie heute sein werden. Barrierefreiheit lautet das Stichwort. Im Idealfall planen Sie bereits heute mögliche spätere körperliche Einschränkungen ein. Vielleicht ist ein Bewohner einmal auf Gehhilfen angewiesen oder braucht einen Rollstuhl. Viele Maßnahmen zum barrierefreien Wohnen bringen übrigens bereits heute einen deutlichen Komfortgewinn.

Tipps für Bauherren:

  • Alle Türen sollten so breit sein, dass man mit einem Rollstuhl hindurchfahren kann, empfiehlt zum Beispiel Maria Böhmer von der Beratungsstelle Barrierefreiheit der Bayerischen Architektenkammer im Online-Magazin Impulse. Schiebetüren sind aus der Sitzposition heraus meist einfacher zu öffnen als herkömmliche Türen.
  • Auf Türschwellen kann man von vornherein verzichten. Das mindert auch für kleine Kinder die Sturzgefahr.
  • Fürs Bad rät Expertin Maria Böhmer zu bodengleichen Duschen.
  • Und auch in Sachen Treppe können Sie schon jetzt fürs Alter vorsorgen: Wendeltreppen gelten als Stolperfallen. Mit einer geraden Treppe reduzieren Sie die Sturzgefahr. Außerdem lässt sich auf einer geraden Treppe vergleichsweise günstig ein Treppenlift einbauen.

Grundriss fürs Haus: die Hilfsmittel

Ob Sie den Grundriss Ihres Neubaus auf Papier oder am Computer planen, spielt keine Rolle. Beides funktioniert, Ihre persönlichen Vorlieben geben den Ausschlag. Allerdings sind für den Computer Software-Programme erhältlich, die Ihnen die Arbeit erleichtern. Der Online-Bauratgeber haus-xxl.de hat einige dieser Planer für den Haus-Grundriss getestet. Besonders empfehlenswert fanden die Tester die Online-Programme RoomSketcher und Floorplanner.

Kostenfrei beim Grundriss des Hauses helfen unter anderem:

  • RoomSketcher (https://www.roomsketcher.de/)
  • Floorplanner (https://de.floorplanner.com/)

Die Erfahrung zeigt allerdings, dass die meisten Bauherren lieber als erstes selbst zum Stift greifen, wenn sie über den Grundriss ihres Hauses nachdenken. Sie machen Vorentwürfe und gestalten Skizzen per Hand auf Papier.


Wie realisierbar ist der Grundriss?

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Sie haben geträumt, sich umgeschaut und geplant. Nun stellen sich noch zwei Fragen. Zur ersten Frage wird Ihnen der Architekt bereits Hinweise gegeben haben: Stimmt Ihr Hausplan mit den Bauvorschriften und amtlichen Vorgaben überein? Nicht selten gibt es in Neubaugebieten klare Auflagen, etwa was die Dachform oder die Fassadengestaltung angeht.

Mindestens ebenso wichtig ist die zweite Frage: Passt Ihr Budget zur Verwirklichung Ihres selbst konzipierten Traumhauses? Ihr Berater wird mit Ihnen fast immer einen Weg finden, der zum individuellen Haus führt und mit Ihrem finanziellen Rahmen auch der kommenden Jahre in Einklang steht. Die Heimatexperten der Schwäbisch Hall unterstützen Sie hierbei gern.