Innenausbau: Vom Rohbau zum Zuhause

Der Innenausbau verwandelt ein Bauprojekt in das fertige Haus. Der Begriff bezeichnet alle Arbeitsschritte, die aus einem Rohbau mit nackten Wänden ein funktionales, behagliches Eigenheim mit Licht, Wärme und Komfort machen. Wir geben einen Überblick und Tipps, bei welchen Arbeiten erfahrene Heimwerker selbst Hand anlegen können.


Innenausbau, Bauleitung, Eigenleistung

Die Basis für den Innenausbau sind nackte Wände und Fußböden. Er beginnt, wenn der Rohbau steht und das Dach gedeckt ist. Kernsanierungen in der Wiederaufbauphase werden ebenfalls als Innenausbau bezeichnet, wenn bis auf das Mauerwerk alle früheren Installationen und nicht tragenden Bauteile entfernt wurden. Darüber hinaus lässt sich aus bislang ungenutzten Dachböden und Kellerräumen durch einen Innenausbau neuer Wohnraum schaffen. Bei einem Innenausbau gilt generell die Faustregel: vom Groben zum Feinen, vom Konstruktiven zum Dekorativen.

Der Innenausbau zaubert aus kaltem, unansehnlichem Stein oder Beton ein hoch funktionales, modern ausgestattetes und individuell dekoriertes Heim. Nahezu alle nötigen Maßnahmen – oft auch als Gewerke bezeichnet – sind von Architekt und Bauherr geplant und bereits in der Baubeschreibung und im darauf aufbauenden Bauvertrag niedergelegt. Die ausführenden Handwerksbetriebe oder bei Fertighäusern die Bauteams des Herstellers erstellen für alle Stockwerke die Decken- und Wandoberflächen sowie Fußböden. Sie nehmen die nötigen Installationen und Inneneinbauten wie Treppen und Türen vor und sorgen für die gewünschte Innengestaltung. Dabei werden sie idealerweise von einem Bauleiter betreut, der die qualitativ einwandfreie fach- und normgerechte Ausführung sicherstellt.

Genau dieser Umstand macht es beim Innenausbau schwierig, selbst mitzuarbeiten: Eigenleistung lässt sich zwar schon bei der Baufinanzierung wie Eigenkapital einplanen, doch muss die Umsetzung die gängigen handwerklichen Standards erfüllen. Die am Bau beteiligten Firmen sehen es oft nicht gern, wenn der Bauherr selbst mitmischen will – das schmälert das Auftragsvolumen, und die auf der Baustelle tägigen Meister oder Vorarbeiter können die Qualität des erbrachten Einsatzes allenfalls oberflächlich prüfen. Eigenleistung steht oft mit der Gewährleistungsverpflichtung der ausführenden Firma im Konflikt. Grundsätzlich gilt: Sprechen Sie den von Ihnen angedachten Eigeneinsatz von Anfang an mit Ihrem Architekten und den beauftragten Firmen ab, um mögliche Unstimmigkeiten gering zu halten. Die Absprache ist außerdem für die Kostenkalkulation und Angebotsgestaltung der Firmen wichtig.


Fachgerechter Innenausbau nur durch Fachfirmen

Der Innenausbau umfasst eine Reihe hoch spezialisierter Gewerke, die ohne Ausbildung nicht ausgeführt werden können. Laien dürfen grundsätzlich keine Arbeiten an Elektro- und Gasinstallationen ausführen. Auch die Wasserinstallationen in Bad, Küche und für die Heizungsanlage sollten unbedingt Fachleuten überlassen bleiben. So bleiben auch im Falle von späteren Pannen oder Defekten die Verantwortlichkeiten klar bei den Firmen.

Es gibt allerdings Arbeiten, bei denen der Bauherr als Baustellenhelfer durchaus mit anpacken kann. In Absprache mit dem Bauleiter und den Firmen kann er zahlreiche einfache Tätigkeiten erledigen, von Hilfestellung beim Estrichschütten über das Aufschneiden der Kabelkanäle und das Fliesen von Fußböden und Wänden bis zum Verlegen von Laminat oder Teppichboden.

Konstruktive Ausgestaltung des Rohbaus

Die ersten Maßnahmen beim Innenausbau sind das Einsetzen von Fenstern und Türen, da sich viele der folgenden Arbeiten nur in vor Witterungseinflüssen geschützten Räumen durchführen lassen. Die Fenster- und Türenmontage ist Aufgabe für routinierte Fachleute, da eine spätere einwandfreie Funktion und die Vermeidung von Kältebrücken nur durch fachgerechten Einbau garantiert werden kann.

Schritt zwei des Innenausbaus ist die Herstellung fertiger Fußböden. Gemeint ist das Schütten oder Verlegen von Estrich, damit eine wirklich glatte Oberfläche entsteht. Erst nach Abschluss anderer Gewerke werden dann die endgültigen Bodenbeläge aufgebracht. Estrich muss zu diesem frühen Zeitpunkt erstellt werden, da gegebenenfalls im Trockenbauverfahren zu ziehende, nicht tragende Zwischenwände meist daraufgesetzt werden. Außerdem wird dieser je nach Estrichart mit Schmutz oder Nässe verbundene Arbeitsgang sinnvollerweise möglichst frühzeitig erledigt.

Haben Sie sich für eine Fußbodenheizung entscheiden, werden die dafür nötigen Heizschlangen nach dem bestehenden Plan schon mit in den Estrich gelegt. Manche Zuleitungen werden aus dem Keller heraus nach oben gezogen, andere verlaufen in den Wänden. Die Wände werden zu diesem Zweck aufgeschnitten, sofern die Leitungen nicht in bereits eingebauten Hohlrohren verlaufen sollen.


Installationen vorbereiten

Ob Sie selbst mitarbeiten oder nicht: Schauen Sie während des Innenausbaus häufig auf Ihrer Baustelle vorbei. Sie können so noch einmal vor Ort prüfen, ob die Planungen tatsächlich ausreichend durchdacht sind. Wenn Sie im Rohbau stehen, bekommen Sie ein konkretes Gefühl dafür, ob beispielsweise eine Innentür links oder rechts angeschlagen sein sollte und ob dementsprechend die Lichtschalter an der richtigen Stelle vorgesehen sind. Die Lichtverhältnisse im Rohbau geben auch Hinweise darauf, ob die geplante Platzierung der Lampen passt. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, noch ein entsprechendes Kabel für eine weitere Decken- oder Wandleuchte zu verlegen, ohne große Mehrkosten zu verursachen.

Zur Vorbereitung der Installation von Elektrik, Wasserversorgung, Heizung und Lüftung müssen oft die gerade eben erstellten Wände aufgeschnitten werden, damit in den entstehenden Schlitzen die Leitungen verlegt werden können. Überlegen Sie, vorausschauend Hohlrohre in die Wände legen zu lassen. Dann sind Sie gut aufgestellt, wenn nach einigen Jahren eine Nutzungsänderung der Räume ansteht. Manches Kinderzimmer wird später mal ein Gäste-oder Arbeitszimmer. Praktisch, wenn sich dann mit minimalem Eingriff ein weiterer Wandauslass für die Fernsehantenne oder die Telefonleitung schaffen lässt. Lassen Sie die Steigleitungen für Frischwasser und Heizung bis auf den Dachboden ziehen, auch wenn der Dachausbau einstweilen nicht ansteht. Sie sparen sich dann später viel Arbeit und Schmutz. Sprechen Sie mit dem Bauleiter, ob Sie beim Erstellen der Kabelkanäle unterstützen können – die Verdrahtung übernimmt dann der Experte.


Innenausbau – Verschönerung der Räume

Wenn die Fußböden geschüttet und die gewünschten Leichtbauwände gezogen sind, können gleich mehrere Handwerker loslegen: In Bad und Küche lassen sich Fußboden und Wände fliesen, die übrigen Innenmauern bekommen mit Feinputz ihr Finish. Parallel werden auch die Heizkörper montiert. Im Keller oder Technikraum installieren die Experten Heizungsanlage und Haustechnik. Wollen Sie Ihr Zuhause mit einem Smart-Home-System ausstatten, lässt sich hier die Zentrale unterbringen, sofern das System mit einem separaten Server arbeiten soll.

Sowie die Grundtechnik eingebaut ist, erleben Sie eine Überraschung: Sie können das Licht einschalten, und mit einem Dreh an den Ventilen oder Thermostaten kommt Wärme aus den Heizkörpern oder Fußböden. Auch Lüftung und Klimatisierung sind jetzt freigeschaltet. Bevor jedoch die Feininstallationen durchgeführt werden, sollten die Wandoberflächen fertiggestellt sein: Sowie der Maler mit leeren Farbeimern, Werkzeug und Tapetentisch die Räume verlässt, kann der Elektriker alle Schalter, Steckdosen und Lampen installieren.

Als einer der letzten Schritte beim Innenausbau werden nun die Fußböden verlegt, sofern sich das ohne viel Schmutz durchführen lässt. Ansonsten sollte der Maler mit seinem Einsatz warten. Etwa, wenn Sie Vollholzböden legen lassen. Diese werden flächig verklebt, zwei- bis dreimal geschliffen und versiegelt. Den entstehenden Staub wollen Sie nicht auf den frisch gestrichenen Wänden haben!

Fällt Ihre Wahl auf Laminat, kann die Verlegung auch später erfolgen. Die genaue zeitliche Abstimmung der Gewerke ist Aufgabe des Bauleiters: Er weiß, mit welchem Schmutz und welchen Trockenzeiten zu rechnen ist. Sofern Sie sich das Verlegen von Fliesen, Laminat oder Teppichböden zutrauen, wird er Ihren Einsatz entsprechend einplanen. Achten Sie darauf, dass alle Böden sorgfältig mit Flies abgedeckt sind, solange noch viele Handwerker über Flure und durch die Räume gehen müssen.


Abschlussphase des Innenausbaus

 

Während Sie sich auf den Umzug vorbereiten und im alten Zuhause Ihre Sachen packen, treten Installateur, Küchenbauer und Elektriker in Aktion: Im Bad bauen sie die Sanitärmöbel ein und schließen diese an. Zudem bauen sie die Küche auf und schließen Spüle und Elektrogeräte an. Und der Elektriker setzt spätestens jetzt die Schalter und Steckdosen ein und montiert die Lampen.

Um mögliche Schäden auszuschließen, werden die Zimmertüren samt Türzargen sowie empfindliche Holztreppen zuallerletzt eingebaut – während der Bauphase kommen vorübergehend eingesetzte Bautreppen zum Einsatz Und dann können Sie mit Ihren Möbeln und Umzugskartons kommen. Tipp: Lassen Sie das schützende Flies so lange auf den Böden liegen, bis der letzte Umzugshelfer heimgefahren ist. Schließlich möchten Sie sich an einem makellosen Laminat oder Parkett oder sauberen Teppichböden erfreuen.


Eigenleistung beim Innenausbau als Eigenkapital?

So gern versierte und erfahrene Heimwerker beim Innenausbau des eigenen Hauses Hand anlegen möchten, so genau müssen sie es sich überlegen. Außer den bereits angesprochenen schwierigen Gewährleistungsaspekten müssen Sie den zeitlichen Aspekt bedenken. Ihr Einsatz auf der Baustelle wäre oft während der Woche nötig, wenn Sie an Ihrem Arbeitsplatz sein müssen. An Wochenenden können Sie allenfalls Hilfsarbeiten erledigen. Und: Sie sollten sich sehr sicher sein, die geplanten Arbeiten einwandfrei ausführen zu können – ein unzureichender Schallschutz etwa beim Ziehen einer Leichtbauwand rächt sich über viele Jahre durch störende Geräusche.

Im Rahmen der Baufinanzierung lässt sich Eigenleistung in einem begrenzten Rahmen wie Eigenkapital einbringen. Besprechen Sie diesen Aspekt ganz realistisch im Beratungsgespräch mit den Heimatexperten von Schwäbisch Hall. Die erfahrenen Fachleute können Ihnen Förderquellen von Baukindergeld über vermögenswirksame Leistungen bis zu Wohn-Riester aufzeigen, mit deren Hilfe Sie Ihren Immobilientraum solide realisieren können – auch ohne monatelang jedes Wochenende in den Innenausbau zu stecken und damit Ihr Familienleben zu belasten. Mit einem langfristig zinsgünstigen Finanzierungskonzept können Sie sicher in Ihr neues Zuhause starten.

Persönliche Beratung

Unsere Heimatexperten vor Ort sind jederzeit gern für Sie da.

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