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Mehrgenerationenhaus bauen: Kosten und Preisfaktoren

Die Kosten für ein Mehrgenerationenhaus liegen in der Regel zwischen 400.000 und 900.000 Euro. Wir zeigen, welche Faktoren den Preis bestimmen.

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Das Wichtigste in Kürze

Aktualisiert am 18.04.2026

  • Der Bau eines Mehrgenerationenhauses kostet in der Regel 400.000 bis 900.000 Euro.
  • Die größten Kostenpunkte sind Baukosten, Grundstück, Haustechnik und Baunebenkosten.
  • Förderungen für z. B. altersgerechten Umbau oder klimafreundlichen Neubau unterstützen die Finanzierung.
Christiane Ziemen

Artikel erstellt von
Christiane Ziemen
Schwäbisch Hall-Redaktion

Kostenüberblick: Was kostet ein Mehrgenerationenhaus?

Die folgenden Richtwerte beziehen sich auf typische Neubauten in Deutschland für ein Haus, in dem Eltern mit zwei Kindern und Großeltern wohnen können (ohne Grundstück und ohne Baunebenkosten).

Kosten nach Haustyp

Haustyp Wohnfläche Kostenrahmen
Haus mit Einliegerwohnung 150 bis 200 m² ab 400.000 €
Zweifamilienhaus / Doppelhaus 200 bis 300 m² ab 550.000 €
Dreifamilienhaus ab 300 m² ab 750.000 €

Kosten pro Quadratmeter

  • Fertighaus: ca. 2.300 bis 3.000 Euro/m²
  • Massivhaus: ca. 2.900 bis 3.700 Euro/m²

Diese Spannen dienen als Orientierung. Entscheidend sind die genaue Ausstattung, die Gebäudetechnik und die energetischen Anforderungen.

Die Kostenangaben in diesem Artikel basieren auf öffentlichen Baukostenkennwerten (u. a. Statistisches Bundesamt und BKI – Baukosteninformationszentrum), marktüblichen Preisangaben großer Fertighaus- und Massivhausanbieter sowie gängigen Kostenrahmen, die auf Hausbau‑Portalen veröffentlicht werden. 

Kostenfaktoren: Was beeinflusst den Preis eines Mehrgenerationenhauses?

Bei den Kosten für ein Mehrgenerationenhaus spielen neben dem reinen Kaufpreis noch weitere Faktoren eine wichtige Rolle:

Grundstück

  • Lage, Größe, Bodenbeschaffenheit und Erschließung wirken sich stark auf den Gesamtpreis aus.
  • In Ballungsräumen liegt der Grundstücksanteil inzwischen oft bei mehr als 30 Prozent der Gesamtinvestition.

Bauweise: Fertighaus oder Massivhaus?

  • Mehrgenerationenhaus als Fertighaus: schneller errichtet, oft auch günstiger (ca. 10 bis 15 % Preisvorteil).
  • Massivhaus: langlebige Bauweise, meist höhere Kosten durch individuelle Planung.

Anzahl der Wohneinheiten

  • Eine Wohneinheit mit zusätzlichem Wohnraum z. B. für ein Großelternteil hat in der Regel geringere Gesamtbaukosten.
  • Zwei Wohneinheiten sind teurer, dafür oft steuerlich interessant (z. B. bei der Vermietung der Einliegerwohnung oder der zweiten Haushälfte).

Barrierefreiheit

  • Zusätzliche Kosten für breite Türen und Flure, bodengleiche Duschen, Aufzug oder Liftersysteme.
  • Typischer Aufpreis: ca. 10.000 bis 25.000 Euro, je nach Umfang, Förderung durch KfW möglich.

Haustechnik

  • Gemeinsame Heizung (z. B. Wärmepumpe), Photovoltaik oder Lüftungsanlagen senken langfristig Betriebskosten.
  • Energieeffiziente Technik kostet häufig mehr in der Anschaffung, zeichnet sich aber meist durch niedrigere Verbrauchskosten aus.

Baunebenkosten

  • Grunderwerbsteuer, Notarkosten, Vermessung, Statik, Genehmigungen etc.
  • Faustregel: rund 10 bis 15 % zusätzlich zum eigentlichen Hauspreis.

Förderung für das Mehrgenerationenhaus

Spezielle Förderungen für den Bau oder Umbau von Mehrgenerationenhäusern gibt es nicht. Auch bei Immobilien, in denen mehrere Generationen unter einem Dach leben, greifen vor allem die allgemeinen Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Die Programme reichen dabei von Zuschüssen für einzelne Maßnahmen wie z. B. dem Umbau eines Bades bis zum kompletten Neubau eines (Mehrgenerationen-)Hauses.

👉 Achtung: Über das "Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus" werden KEINE Bauvorhaben gefördert. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützt hier lokale Einrichtungen als Begegnungsstätte der Generationen.

Mehrgenerationenhaus Kosten: Großfamilie auf Terrasse
Das gemeinsame Wohnen unter einem Dach wird bislang nur indirekt gefördert. (Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall / Generiert mit KI)

Mehrgenerationenhaus finanzieren – so geht’s

Bei mehreren Eigentümern sind klare Vereinbarungen entscheidend:

  • Wer steht im Grundbuch?
  • Wer wird Kreditnehmer?
  • Wie werden Risiken und Kosten geteilt?

Möglich sind Miteigentum, getrennte Kredite oder gemeinsame Darlehen. Unsere Heimatexperten beraten Sie zur gemeinsamen Finanzierung – kostenlos und unverbindlich.

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Unsere Heimatexperten vor Ort sind jederzeit gerne für Sie da.

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Häufige Fragen zum Mehrgenerationenhaus

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Meist liegen die Kosten zwischen 400.000 und 900.000 Euro. Größe, Bauweise und Grundstück bestimmen die tatsächlichen Ausgaben.

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Ein Fertighaus ist auch als Mehrgenerationenhaus häufig 10 bis 15 Prozent kostengünstiger und schneller bezugsfertig. Ein Massivhaus bietet dagegen mehr individuellen Gestaltungsspielraum, eine hohe Stabilität und in der Regel auch eine größere Wertsteigerung.

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Es gibt keine speziellen Förderprogramme für Mehrgenerationenhäuser. Allerdings können viele Programme der KfW oder des BAFA auch für den Bau oder Umbau eines Mehrgenerationenhauses genutzt werden, wie z. B. der klimafreundliche Neubau (KfW 297, 298) oder der Umbau für altersgerechtes Wohnen (KfW 159). 

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Durch gemeinsame Darlehen, Miteigentum oder separate Finanzierungen je Wohneinheit – wichtig ist eine klare vertragliche Regelung. Fragen Sie dazu auch gern einen unserer Heimatexperten bei Ihnen vor Ort.

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Ein Mehrgenerationenhaus verschafft Ihnen nicht automatisch Steuervorteile. Diese entstehen jedoch, wenn Sie eine Einliegerwohnung planen und z. B. an die Großeltern vermieten. In diesem Fall können Sie die Darlehenszinsen, die Grundsteuer sowie die Versicherungsbeiträge der Einliegerwohnung als Werbungskosten beim Finanzamt ansetzen. Voraussetzung ist, dass Bauvertrag und Finanzierung für die separate Wohneinheit klar vom Hauptwohnraum getrennt sind.

Auch innerhalb der Familie können Sie die Einliegerwohnung vermieten: Die Miete muss dabei mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete betragen. Liegt die Miete darunter, lassen sich die Werbungskosten nicht mehr vollständig geltend machen.

Ein weiterer steuerlicher Vorteil ergibt sich durch das Absetzen laufender Kosten wie Reparatur- oder Handwerkerleistungen. Zur eindeutigen Zuordnung empfiehlt sich ein separates Konto für die Einliegerwohnung. Zudem können Sie die Einliegerwohnung jährlich abschreiben.

👉 WICHTIG: Damit das Finanzamt die steuerlichen Vorteile anerkennt, müssen Sie nachweisen, dass es sich bei der Einliegerwohnung um eine abgeschlossene Wohneinheit handelt. Dazu benötigen Sie eine Abgeschlossenheitsbescheinigung des Bauamtes, die bestimmte baurechtliche Anforderungen voraussetzt.
 

Unsere Beiträge dienen ausschließlich der Information, stellen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar. Sie können und sollen eine persönliche Beratung durch Rechtsanwalt, Steuer- oder Finanzberater, bei der die Besonderheiten des Einzelfalles berücksichtigt werden können, nicht ersetzen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Haftung. Die Beiträge verstehen sich nicht als persönliche Empfehlung, sondern als allgemeine Empfehlung für alle Leser.

              

Mehrgenerationenhaus finanzieren mit Schwäbisch Hall

Luca Florit, Heimatexperte bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall

Jede Immobilie ist einzigartig. Genau wie jede Immobilienfinanzierung. Deshalb erarbeiten unsere Heimatexperten einen für Sie persönlich und individuell abgestimmten Finanzierungsplan. So wie zum Beispiel Luca Florit, Bezirksdirektor im Rhein-Sieg-Kreis.

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