Fliesen legen selbst gemacht

  • Das richtige Werkzeug
  • Schritt-für-Schritt-Anleitung und Video
  • Kosten für’s Fliesen legen

Fliesenbeläge für Boden und Wand sind praktisch und attraktiv. Begabte Heimwerker können das Fliesen legen in ein paar Schritten selbst erledigen. Lesen Sie hier, worauf Sie beim Fliesen verlegen achten sollten und welche Kosten auf Sie zukommen.


Do it yourself: Werkzeuge zum Fliesen verlegen

Das Verfliesen von Bad und Küche gilt als klassisches Einsatzgebiet für Bauherren, die selbst Fliesen legen möchten und Ihre Finanzierung durch Eigenleistung entlasten wollen. Da Fliesen eine harte Oberfläche haben und feuchtigkeitsfest sind, eignen sie sich nicht nur für Nassräume, sondern auch für viel begangene Flure oder Eingangsbereiche.

Natürlich brauchen Sie zum Fliesenlegen ein wenig handwerkliches Geschick, wie auch für weitere DIY-Projekte zum Selbermachen in Ihrem Zuhause.

Anfänger sollten sich nicht direkt das komplette Badezimmer oder ein diagonal verlegtes Bodenmuster in drei Farben vornehmen. Ein schlichtes Fliesenschild an der Küchenwand ist vielleicht das bessere Übungsprojekt. Ansonsten hängt das Gelingen vom richtigen Werkzeug, geeigneten Materialien und guter Planung ab.

Dieses Werkzeug wird zum Fliesen legen benötigt:

  • Zollstock
  • Wasserwaage
  • Richtlatte
  • Lochboy
  • Spitzhammer
  • Flex, Fliesenschneidegerät oder Fliesenkneifzange
  • Pinsel
  • Spachtel

Vorbereitung: Material, Fliesenkleber und Wahl der richtigen Fliese

Das Fliesen legen beginnt mit der Wahl der richtigen Fliese. Am gängigsten sind keramische Fliesen, aber auch Ton- oder Natursteinfliesen stehen zur Wahl. Bei den keramischen Fliesen unterscheidet man die relativ weichen, vor allem für den Innenbereich geeigneten Steingutfliesen und die stärker belastbaren, frostsicheren Steinzeugfliesen.

Für Nassräume eignen sich eigentlich nur Fliesen mit glasierter Oberfläche. Als Bodenfliesen ausgewiesene Produkte müssen bestimmte Werte bezüglich Trittsicherheit und Rutschfestigkeit einhalten, zum Beispiel in einer bodengleichen Dusche.

Tipp: Achten Sie beim Fliesenkauf auf gleiche Brandnummern, um Farbunterschiede minimal zu halten.

Außerdem benötigen Sie ein Produkt zur Vorbehandlung des Untergrunds, wie zum Beispiel einen staubbindenden Tiefgrund für Putz- oder Estrichböden oder eine Haftemulsion für alte Fliesenbeläge. Manchmal ist auch eine Abdichtung des Bodens gegen Feuchtigkeit notwendig.

Als Fliesenkleber kommen für Heimwerker im Wesentlichen zwei Produktgruppen infrage: Die gebrauchsfertigen Dispersionskleber eignen sich für Wandfliesen, nicht aber für Bodenfliesen oder im Außenbereich. Hier kommen Pulverkleber zum Einsatz, die vor Gebrauch mit Wasser angerührt werden. Zum Füllen der Fugen zwischen den Fliesen verwendet man Fugenmörtel in Weiß, Grau oder Bunt. Dehnungs- und Anschlussfugen werden mit dauerelastischen Fugenmassen wie Silikon verschlossen. Benötigt werden noch Fliesenkreuze als Abstandshalter und Fliesenschienen für Abschlüsse.

Tipp: Hersteller und Baumärkte liefern zu den Produkten auch detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen.


Schritt für Schritt: Fliesen verlegen

Wenn Sie als Hobbyhandwerker Fliesen legen wollen, sollten Sie sich unbedingt einen Plan zurechtlegen. Da Räume selten genau rechtwinklig und Wände kaum exakt im Lot sind, sollten Sie nie von einer Ecke aus planen. Wird der Belag von der Mitte her aufgebaut, ergibt sich der Ausgleich fast automatisch. Bei komplexeren Verlegemustern fertigen Sie am besten einen maßstabsgerechten Verlegeplan an.

Bevor Sie mit dem Fliesen legen beginnen, reinigen Sie die Fläche gründlich, glätten Sie den Untergrund mit Ausgleichsmasse und bearbeiten Sie den Boden in Nassräumen mit einem Abdichtungsanstrich. Dann gehen Sie wie folgt vor:

  1. Fliesenkleber verteilen mit Zahnkelle oder Zahnspachtel. Bei einem zu dicken Auftrag ragt die Fliese über das gewünschte Bodenniveau hinaus – also erst mit weniger Kleber arbeiten und gegebenenfalls etwas nachfüttern. 
  2. Für Heimwerker reicht beim Fliesen legen ein manueller Fliesenschneider. Sollten Sie Fliesen mit einer Stärke von mehr als zwei Millimetern verlegen, müssen Sie sie entweder mit der Flex oder einem Feuchtschneidegerät zuschneiden. Beides kann man in Baumärkten ausleihen.
  3. Wandfliesen lochen mit Lochboy und Spitzhammer. Bei diesen Arbeitsschritten kommt es leicht zu Fliesenbruch – kalkulieren Sie also besser ein paar mehr Fliesen ein.  
    Tipp: Praktische Hilfe beim Fliesen legen: Ein Fliesenlaser blendet auf Knopfdruck zwei auf 90 Grad ausgerichtete Laserlinien ein.
  4. Fugenmörtel nach Angaben des Herstellers anrühren. Da das Material sehr ergiebig ist, rührt man zuerst nur eine geringere Menge an. 
  5. Verteilen des Fugenmörtels, zum Beispiel mit einem Fugengummi, überschüssiges Material abziehen. Fugenmörtel trocknet schnell an, lässt sich aber im Eimer einfach wieder durchrühren und flexibel halten.
  6. Reinigen Sie die Fliesenoberfläche mit einem feuchten Schwamm. In diesem Arbeitsschritt kann man auch zu dick aufgetragene Fugenmörtelabschnitte korrigieren. 
  7. Wenn der Fugenmörtel einige Stunden durchgetrocknet ist, wird die Fläche mit einem weichen Tuch nachpoliert.  

 

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Darauf sollten Sie beim Fliesen legen achten

Vorschau

Beim Fliesen legen gibt es ein paar einfache Tipps, die die Arbeit besonders für Anfänger erleichtern.

  • Mischen Sie nicht zu viel Kleber auf einmal an – schade um das Material, wenn es hinterher fortgeworfen werden muss.
  • Tasten Sie sich vorsichtig an das richtige Mischungsverhältnis heran. Wenn der Kleber zu „schlank“, also zu dünnflüssig ist, können Sie die Fliesen zu tief ins Kleberbett eindrücken – eine unebene Oberfläche ist das Ergebnis. Zu trocken geratene Klebermischung lässt sich immer mit einer geringen Wasserzugabe geschmeidiger machen.
  • Denken Sie an die Arbeitspausen – kurz vorher angemischter Kleber ist nicht mehr verwendungsfähig, wenn man nach der Pause weitermachen will.
  • Reinigen Sie schließlich Ihr Werkzeug gleich nach der Arbeit. Dann ist es wieder einsatzbereit, wenn Sie Lust bekommen, wieder einmal Fliesen zu legen.

Fliesenlegen: Kosten und Zeitaufwand

Wer seine Fliesen selbst verlegt, spart sich die Handwerkerkosten und muss neben der eigenen Arbeitszeit ausschließlich die Materialkosten einplanen.

Die Kosten für das Fliesen legen in Eigenregie ergeben sich aus:

  • Anzahl der Quadratmeter
  • Materialkosten für Fliesen
  • Zusatzkosten, z. B. für Werkzeuge weiteres Material wie Fliesenkleber, Ausgleichsmasse und Mörtel

Mit welchen Materialkosten Sie für die Fliesen rechnen können, hängt von der Wahl der Fliesensorte ab. Günstige Keramikfliesen gibt es schon für unter 10 € pro Quadratmeter, hochwertige Mosaikfliesen können bis zu 100 € pro Quadratmeter kosten.

Falls die nötigen Werkzeuge für’s Fliesen legen in Ihrem Haushalt nicht vorhanden sind, kommen die Anschaffungskosten für das Werkzeug hinzu – oder Sie fragen im Baumarkt oder Bekanntenkreis nach Leihgaben.

Eine Packung Ausgleichsmasse kostet rund 20 €, für eine 5-kg-Packung Fliesenkleber müssen Sie mit 10 bis 20 € rechnen. Dazu kommen 20 bis 30 € für einen Eimer Fugenmörtel. Wenn Sie Silikondichtmasse verwenden, um Fugen zu ziehen, kommen 10 bis 20 € hinzu; Dichtband kostet rund 10 €.

Wie viel Zeit Sie zum Fliesen verlegen benötigen, hängt von der Größe der Fläche, aber auch von Ihrem persönlichen Arbeitstempo ab. Planen Sie genug Zeit für die sorgfältige Durchführung der Arbeiten ein, insbesondere, wenn Sie zu ersten Mal Fliesen legen. Ein Laie braucht für einen Quadratmeter auch mal eine Stunde oder länger.

Für komplexe Fliesenmuster oder große Flächen empfiehlt sich die Beauftragung eines professionellen Handwerkers.


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