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Kühlen mit der Wärmepumpe: Funktion, Kosten und Grenzen

Eine Wärmepumpe kann nicht nur heizen, sondern viele Gebäude im Sommer auch angenehm kühlen. Wie das funktioniert, was es kostet, wo die Grenzen liegen.

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Das Wichtigste in Kürze

Aktualisiert am 27.07.2026

  • Es gibt passive und aktive Kühlung: Passive Kühlung ist sehr stromsparend, klappt aber nur mit Erdwärme/Grundwasser. Aktive Kühlung funktioniert auch mit Luft/Wasser-Wärmepumpen, kostet aber mehr Strom.
  • Am besten klappt’s mit Fußbodenheizung oder anderen großen Flächen.
  • Eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion kostet in der Regel bis zu etwa 1.000 Euro mehr als eine ohne.
Dirc Kalweit

Artikel erstellt von
Dirc Kalweit
Schwäbisch Hall-Redaktion

Wie eine Wärmepumpe kühlt

Bei einer wassergeführten Wärmepumpe kommt die „Kühle“ nicht als kalte Luft aus einem Gerät, sondern über kühleres Heizungswasser, das durch große Flächen läuft – zum Beispiel die Fußbodenheizung. Man unterscheidet zwei Prinzipien:

1. Passive Kühlung („Natural Cooling“). Die passive Kühlung funktioniert nur, wenn die Wärmepumpe als Wärmequelle das Erdreich oder Grundwasser nutzt – also bei:

  • Sole/Wasser-Wärmepumpen (Erdwärme)
  • Wasser/Wasser-Wärmepumpen (Grundwasser)

Hier wird überschüssige Wärme aus dem Haus über Wärmetauscher in den kühleren Untergrund (Erdreich/Grundwasser) abgegeben. Der Vorteil: Das ist im Betrieb sehr sparsam, weil der „stromhungrige Teil“ meist nicht laufen muss.

Wärmepumpe mit Kühlfunktion: stilisiertes Einfamilienhaus in der Tageshitze mit Wärmepumpe
Clevere Kombi fürs Haus: Wärmepumpe mit Kühlfunktion. (Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall / Erstellt mit KI)

2. Aktive Kühlung („Active Cooling“): Hier arbeitet die Wärmepumpe wie ein Kühlschrank: Sie zieht Wärme aus dem Haus und transportiert sie nach draußen. Das funktioniert je nach Modell u. a. bei:

  • Luft/Wasser-Wärmepumpen (häufig)
  • Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen (je nach Gerät/Technik)

Die Kühlleistung ist höher – aber es braucht auch mehr Strom.

Welche Wärmepumpe kann wie kühlen?  
Erdwärme (Sole/Wasser) - Passive Kühlung: ja
- Aktive Kühlung: je nach Modell
Grundwasser (Wasser/Wasser) - Passive Kühlung: ja
- Aktive Kühlung: je nach Modell
Außenluft (Luft/Wasser) - Passive Kühlung: nein
- Aktive Kühlung: ja, wenn Gerät für Kühlbetrieb ausgelegt/freigeschaltet ist
Akkordeon öffnen

Der Verdichter (oft auch Kompressor genannt) ist das „Herzstück“ einer Wärmepumpe. Er verdichtet das Kältemittel (ein spezielles Medium im geschlossenen Kreislauf). So kann die Wärmepumpe die Wärme „auf ein höheres Temperaturniveau bringen“ – also z. B. aus Umweltwärme (Luft/Erdreich/Grundwasser) genug Temperatur machen, um das Heizungswasser zu erwärmen.

Bei aktiver Kühlung läuft der Verdichter mit. Die Wärmepumpe zieht Wärme aus dem Haus und transportiert sie nach draußen. Das bringt mehr Kühlleistung, kostet aber mehr Strom.

Bei passiver Kühlung (nur bei Erd-/Grundwasser-Systemen) bleibt der Verdichter normalerweise aus. Es laufen vor allem Pumpen und Regelung – deshalb ist das viel sparsamer.

Wie viel Kühlung ist realistisch?

Eine Wärmepumpe kühlt meistens nicht so, dass Sie an heißen Tagen spontan einfach auf 20 bis 22 °C runterregelt wie bei einer Klimaanlage. Typisch ist eher Temperierung: ein paar Grad weniger, dafür gleichmäßig und ohne Zugluft.

Außerdem: Das System ist träge. Wer erst kühlt, wenn das Haus schon aufgeheizt ist, dauert es – oft hilft „früher anfangen“ deutlich mehr.


Voraussetzungen: Wann die Kühlfunktion gut funktioniert

Damit die Kühlfunktion nicht nur „irgendwie“ läuft, sondern wirklich spürbar hilft, müssen ein paar Dinge zusammenpassen.

Der wichtigste Punkt: Eine Wärmepumpe kühlt am besten, wenn sie die Kälte über große Flächen abgeben kann und das Haus die Wärme nicht ständig sofort wieder reinholt.

Am besten klappt’s mit:

  • Fußbodenheizung (meist die Standardlösung)
  • Wandheizung oder Kühldecken
  • thermisch aktivierten Bauteilen (z. B. Betondecken)

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Diese Flächen sind groß. Dadurch reicht schon „leicht kühleres“ Heizungswasser, um den Raum zu temperieren – ohne dass irgendwo punktuell etwas eiskalt wird. Heizkörper sind dagegen meist keine gute Kühlfläche: Zu wenig Oberfläche bedeutet zu wenig Effekt und es besteht eher das Risiko der Bildung von Kondenswasser.


Taupunkt & Kondenswasser: Warum Sensoren Pflicht sind

Beim Kühlen über Boden/Wand/Decke dürfen die Flächen nicht zu kalt werden. Sonst kann sich Feuchtigkeit aus der Luft als Wasser niederschlagen – wie am kalten Glas. Das nennt man Taupunkt-Unterschreitung.

Damit das nicht passiert, arbeiten Wärmepumpen-Kühlsysteme in der Praxis fast immer mit:

  • Taupunktwächter/Feuchtesensoren
  • einer Regelung, die die minimale Vorlauftemperatur begrenzt und bei bestimmten Modellen zusätzlich mit einem Kondensat-Abfluss und guter Dämmung der Leitungen versehen ist.

Kosten: Was kostet eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion?

Die Kühlfunktion ist nicht automatisch in jeder Wärmepumpe „einfach so“ mit drin. Viele moderne Geräte können kühlen – aber je nach Hersteller und Modell ist das ...

  • ... serienmäßig freigeschaltet
  • ... als Option (Software-Freischaltung) erhältlich oder
  • ... technisch gar nicht vorgesehen bzw. nur mit zusätzlicher Hardware nachrüstbar.

Darum lohnt sich vor dem Kauf (oder vor einer Nachrüstung) immer die konkrete Frage an den Fachbetrieb: „Ist diese Wärmepumpe wirklich kühlfähig – passiv oder aktiv – und was braucht es dafür am Haus?“

👉 In Bezug auf die Kosten lohnt sich die Trennung in Mehrpreis (bei Kauf/Nachrüstung) und laufende Kosten. Alle Angaben zu den Kosten verstehen sich als unverbindliche Richtwerte.

Wärmepumpe mit Kühlfunktion: Display mit Anzeige der Einstellungen zur Kühlfunktion
Achten Sie darauf, dass die Kühlfunktion bei Ihrer Wärmepumpe vorinstalliert ist. (Quelle: Bausparkasse Schwäbisch Hall / Erstellt mit KI)

Mehrpreis beim Neukauf

Wenn die Kühloption beim Kauf direkt mit eingeplant wird, liegt der Aufpreis in vielen Fällen grob bei 500 bis 1.000 Euro, je nach Hersteller/Regelung/Umfang. In manchen Fällen können auch Mehrkosten bis etwa 3.000 Euro entstehen.

Nachrüstung

Wenn die Kühlfunktion nicht vorbereitet ist, kann es teurer werden, weil dann oft Bauteile, Sensorik und Einbau dazukommen. Als grobe Untergrenze gelten ca. 1.000 Euro – je nach Ausgangslage auch mehr.

Betriebskosten

  • Passive Kühlung: meist sehr geringe Mehrkosten (Verdichter/Kompressor aus).
  • Aktive Kühlung: höhere Stromkosten (Verdichter/Kompressor an).

Als grobe Hausnummer müssen Sie mit ca. 300 bis 600 Euro mehr im Jahr bei regelmäßiger Nutzung rechnen – abhängig von Haus, Nutzung und Strompreis.


👉 Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage macht den Kühlbetrieb an sonnigen Tagen günstiger. Hier wird der Strom für die Kühlung (teils) mit Eigenstrom gedeckt. Mehr Informationen zu den Kosten von Wärmepumpen und PV-Anlagen finden Sie in diesen Artikeln:


Sie planen einen Neubau oder eine Modernisierung? Und fragen sich, wie Sie die Wärmepumpe mit Kühlfunktion am besten finanzieren? Fragen Sie einen unserer Heimatexperten vor Ort. Jetzt Beratungstermin vereinbaren.

Neubau, Altbau und Nachrüstung: Wo lohnt sich die Kühlfunktion?

Im Neubau ist die Wärmepumpe mit Kühlfunktion oft besonders interessant. Gute Dämmung, große Flächenheizungen und eine saubere Planung spielen dem System in die Karten.

Im Bestand sieht es differenzierter aus. Wenn bereits eine Fußbodenheizung oder Wandheizung vorhanden ist, kann die Kühlfunktion sinnvoll sein. Fehlen diese Flächen, sind oft Umbauten nötig – und dann wird es schnell teuer oder unwirtschaftlich.
Für viele Altbauten gilt deshalb: Erst prüfen, wie gut die Gebäudehülle gedämmt ist, welches Wärmeverteilsystem vorhanden ist und ob die Wärmepumpe technisch für Kühlung vorbereitet ist. Ohne diese Punkte lässt sich die Frage „Lohnt sich das?“ nicht seriös beantworten.
 

Wichtiger Hinweis zu den Kosten

Die auf unseren Seiten genannten Preise und Kosten sind – soweit nicht anders ausgewiesen – die aktuell verfügbaren, statistischen Mittelwerte von ausgeschriebenen und abgerechneten Projekten. Sie stammen von verschiedenen unabhängigen Quellen wie dem Baukosteninformationszentrum (BKI).

Die Preise dienen der Orientierung. Einzelne Maßnahmen können regional, saisonal und projektbezogen deutlich variieren.

Mini-Checkliste: Passt Kühlung per Wärmepumpe zu meinem Haus?

Prüfen Sie in zwei Minuten, ob die Kühlfunktion in Ihrem Haus wahrscheinlich gut funktioniert – oder ob erst am Haus bzw. am Heizsystem nachgebessert werden müsste:
 

Check 1:

Habe ich Fußbodenheizung/Wand/Decke als Fläche?

Hand mit Wassertropfen

Check 2:

Ist eine Taupunktüberwachung vorgesehen?

Check 3:

Ist das Haus ordentlich gedämmt oder zumindest gut verschattet?

Check 4:

Soll es „ein bisschen angenehmer“ sein – oder „richtig kalt“?

Check 5:

Läuft die Wärmepumpe schon oder plane ich neu (Neukauf ist oft günstiger als Nachrüstung)?


FAQs: Wärmepumpe mit Kühlung

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Wenn jemand spürbar mehr „Kühle“ will (oder einzelne Räume stark überhitzt sind), können Gebläsekonvektoren/Fan Coils helfen. Die bewegen Luft über einen Wärmetauscher und bringen damit mehr Leistung als reine Fußbodenkühlung. Dafür sind sie technisch aufwendiger (z. B. Kondensatführung) und man merkt wieder eher eine „Luftbewegung“.

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Die Kühlfunktion ist deutlich effektiver, wenn das Haus nicht ständig „nachheizt“ durch:

  • große Fensterflächen ohne Verschattung
  • aufgeheizte Dachräume
  • schlechte Dämmung / viele Wärmebrücken

Praktisch heißt das: Außenverschattung (Rollläden, Raffstores, Markisen) und kluges Lüften (nachts/morgens) bringen oft genauso viel wie Technik – und helfen der Wärmepumpe enorm, die Kühlleistung zu vebessern.

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Eine Wärmepumpe mit Kühlfunktion kann eine gute Alternative zur Klimaanlage sein – aber nicht in jedem Fall.

Vorteile der Wärmepumpe mit Kühlfunktion

  • ein System für Heizen und Kühlen
  • meist leiser als klassische Split-Klimageräte
  • weniger Zugluft
  • keine zweite große Techniklösung im Haus
  • bei passiver Kühlung sehr niedrige Betriebskosten

Vorteile einer Klimaanlage

  • schnellere Abkühlung
  • zielgenaue Temperaturregelung
  • besonders geeignet für einzelne stark aufgeheizte Räume

Wenn im Sommer gezielt sehr niedrige Raumtemperaturen gewünscht sind oder einzelne Dachräume regelmäßig überhitzen, ist eine Split-Klimaanlage oft die direktere Lösung. Sie besteht aus einem Innengerät im Raum (bläst gekühlte und oft auch entfeuchtete Luft in den Raum) und einem Außengerät (gibt die Wärme nach draußen ab).

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Gefördert wird die Wärmepumpe als Heizsystem. Die Kühlfunktion ist dabei meist „mit drin“, aber nicht der eigentliche Förderzweck. Reine Komfort-Kühlgeräte sind in der Regel nicht förderfähig.

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Wenn Sie ein Haus mit Fußbodenheizung (oder anderen größeren Heizflächen) haben und es Ihnen im Sommer vor allem um spürbar angenehmere Temperaturen geht, ist die Kühlfunktion oft eine richtig gute Zusatzoption – gerade im Neubau oder im gut sanierten Bestand.

Wenn Sie dagegen regelmäßig „richtig runterkühlen“ wollen oder einzelne Räume extrem überhitzen, sollten Sie über die Anschaffung einer Split-Klima nachdenken.

    

Wärmepumpe finanzieren mit Schwäbisch Hall

Luca Florit, Heimatexperte bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall

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