Wie schnell sich Solarthermie rechnet, hängt vor allem von drei Dingen ab: den Anlagenkosten, der Höhe der Einsparung und dem aktuellen Energiepreis. Je teurer Gas oder Öl werden, desto schneller kann die Rechnung aufgehen.
Als häufig genannte Faustregel gilt: Möglich sind rund 400 kWh Einsparung pro m² Kollektorfläche und Jahr. Bei einem angenommenen Gaspreis von 0,12 Euro pro kWh ergibt das 48 Euro Ersparnis pro m² und Jahr, bei 6 m² Kollektorfläche also rund 288 Euro pro Jahr.
Was heißt das in der Praxis? Zwei Beispiel-Szenarien
- Szenario 1: Bestandshaus mit Gasheizung – Solarthermie als erste Modernisierungsmaßnahme
Ausgangslage: Einfamilienhaus, 4 Personen, funktionierende Gasheizung, Ziel ist zunächst günstigeres Warmwasser.
Annahme: Solarthermie nur für Warmwasser, rund 6 m² Flachkollektoren, 300-Liter-Speicher, Investition rund 5.000 Euro.
Brutto-Ersparnis/Jahr: ca. 288 Euro
Brutto-Amortisationszeit: ca. 17,4 Jahre
- Szenario 2: Bestandshaus, Heizungstausch steht in den nächsten 5 Jahren an
Ausgangslage: Einfamilienhaus, 4 Personen, bestehende Heizung ist älter, mittelfristig soll das Gesamtsystem neu gedacht werden.
Annahme: Solarthermie für Warmwasser und Heizungsunterstützung, etwa 12 m² Flachkollektoren, großer Kombispeicher, Investition rund 8.000 Euro.
Brutto-Ersparnis/Jahr: ca. 576 Euro
Brutto-Amortisationszeit: ca. 13,9 Jahre
👉 Eine kleine Warmwasseranlage spart weniger ein und braucht deshalb oft länger, bis sie sich rechnet. Eine Kombianlage mit Heizungsunterstützung spart mehr Energie und kann wirtschaftlich attraktiver sein, kostet aber auch mehr in der Anschaffung.
Steigende CO2-Kosten auf fossile Energieträger erhöhen tendenziell den finanziellen Nutzen der Solarthermie, weil Gas und Öl dadurch teurer werden.