Solardachziegel: Kosten, Preis pro m² und Förderung 2026
Alle wichtigen Kosten 2026 auf einen Blick – von Stückpreisen bis zu Gesamtkosten, Fördermöglichkeiten und Vergleich mit PV-Aufdachanlage.
Alle wichtigen Kosten 2026 auf einen Blick – von Stückpreisen bis zu Gesamtkosten, Fördermöglichkeiten und Vergleich mit PV-Aufdachanlage.
Aktualisiert am 09.09.2026
Artikel erstellt von
Dirc Kalweit
Schwäbisch Hall-Redaktion
Inhaltsverzeichnis
Solardachziegel sind Dachelemente mit integrierter Photovoltaik. Sie übernehmen also zwei Aufgaben gleichzeitig: das Dach eindecken (und so gegen Wind und Wetter schützen) und Strom erzeugen.
Der Unterschied zur klassischen Aufdach-Photovoltaik: Bei einer Aufdach-PV-Anlage werden Solarmodule auf die vorhandene Dacheindeckung montiert. Solardachziegel ersetzen dagegen die Dachziegel selbst.
Von Indach-PV unterscheiden sie sich dadurch, dass die Anlage nicht aus größeren Modulen besteht, sondern aus vielen kleineren, ziegelartigen Elementen. Diese homogene Optik ist ein zentraler Pluspunkt solcher Systeme. Gerade Eigentümer, die sich an sichtbaren Aufdach-Modulen stören, finden in Solardachziegeln eine deutlich unauffälligere Lösung.
Solardachziegel gehören meist zum Premiumsegment und sind daher deutlich teurer als konventionelle Photovoltaik-Module.
Ein einzelner Solardachziegel kostet etwa 25 bis 35 Euro. Umgerechnet auf einen Quadratmeter Dachfläche liegen die Solardachziegel-Kosten bei rund 330 bis 420 Euro/m² inklusive Montage .
Die Technik ist wie gesagt elegant, aber teuer. Dass Bauherren diesen Aufpreis trotzdem in Kauf nehmen, hängt oft mit der deutlich ruhigeren Dachoptik zusammen.
⚠️ Je nach Hersteller variiert sowohl die Stückzahl pro Quadratmeter als auch die Leistung je belegter Fläche. Gerade die Leistung pro Quadratmeter ist der Knackpunkt: Viele Solarziegel liegen deutlich unter klassischen Aufdach-Modulen. Deshalb braucht dieselbe kWp-Leistung bei Solarziegeln oft mehr Dachfläche.
Für ein Einfamilienhaus sind je nach Dachfläche, System und Zusatzarbeiten häufig rund 13.000 bis 34.000 Euro realistisch. Die folgende Tabelle zeigt grobe Orientierungswerte inklusive Montage.
| Anlagengröße | Dachfläche | Leistung | Gesamtkosten |
|---|---|---|---|
| Klein | ca. 40 m² | ca. 5 bis 6,5 kWp | ca. 13.200 bis 16.800 € |
| Mittel | ca. 50 m² | ca. 6 bis 8 kWp | ca. 16.500 bis 21.000 € |
| Groß | ca. 80 m² | ca. 10 bis 13 kWp | ca. 26.400 bis 33.600 € |
👉 Wichtig ist hier die Einordnung: Solche Spannen taugen als Preisanker, nicht aber als belastbares Angebot. Je anspruchsvoller das Dach und je hochwertiger das System, desto näher rückt das Projekt an das obere Ende der Spanne oder auch darüber.
Wie teuer es am Ende wirklich wird, hängt unter anderem von diesen Punkten ab:
Die Technik ist wie gesagt elegant, aber teuer. Dass Bauherren diesen Aufpreis trotzdem in Kauf nehmen, hängt oft mit der deutlich ruhigeren Dachoptik zusammen.
Im Altbau bleibt es oft nicht bei den reinen Anlagenkosten. Zusätzliche Ausgaben entstehen zum Beispiel für:
Gerade im Bestand lohnt sich ein Blick auf den passenden Zeitpunkt. Muss das Dach ohnehin erneuert werden, lassen sich Arbeiten bündeln. Das ist in der Regel wirtschaftlich sinnvoller, als eine intakte Dacheindeckung nur für die Solartechnik zu ersetzen.
Die auf unseren Seiten genannten Preise und Kosten sind die aktuell verfügbaren, statistischen Mittelwerte von ausgeschriebenen und abgerechneten Projekten und/oder von der Redaktion recherchierte Werte. Sie stammen von verschiedenen unabhängigen Quellen.
Die Preise dienen der Orientierung. Einzelne Maßnahmen können regional, saisonal und projektbezogen deutlich variieren.
Bei Photovoltaikanlagen ist die gängige Leistungsgröße Kilowattpeak (kWP). Danach kosten PV-Anlagen ...
Für viele Eigentümer ist deshalb eine klassische Aufdach-Anlage wirtschaftlich die naheliegendere Lösung. Wer vor allem eine ruhige Dachansicht möchte, sollte auch Full-Black-Module prüfen. Sie sind meist günstiger als Solardachziegel, wirken aber deutlich dezenter als Standardmodule.
Gerade bei den relativ hohen Kosten für Solardachziegel sollten Sie Fördermöglichkeiten prüfen. Wichtig dabei ist eine saubere Abgrenzung: Für Photovoltaik selbst gibt es auf Bundesebene in der Regel keinen direkten Investitionszuschuss, wohl aber eine geförderte Finanzierung, steuerliche Entlastung und die Einspeisevergütung.
Der KfW-Kredit 270 ist ein Förderkredit für Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme, Speicher sowie zugehörige Planung, Projektierung und Installation. Förderfähig sind unter anderem Photovoltaik-Anlagen auf Dächern; der Antrag muss vor Beginn des Vorhabens über einen Finanzierungspartner gestellt werden.
Der PV-Teil von Solardachziegeln ist allein nicht förderfähig. Im Rahmen der "Bundesförderung effiziente Gebäude: Einzelmaßnahme" (BEG EM) kann aber der Gebäudehüllen-Anteil einer Dachsanierung förderfähig sein, etwa bei Dämmmaßnahmen. Genau deshalb sollten Angebote die PV-Komponente und die eigentliche Dachsanierung sauber trennen.
Wer Strom ins öffentliche Netz einspeist, erhält die übliche EEG-Einspeisevergütung wie bei anderen PV-Anlagen auch. Sie gehört in jede Wirtschaftlichkeitsrechnung, gleicht die Mehrkosten von Solardachziegeln aber meist nicht aus, zumal die Einspeisevergütung auslaufen soll.
Unter den gesetzlichen Voraussetzungen gilt für Photovoltaik-Anlagen weiterhin der Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer. Zusätzlich können regionale oder kommunale Programme interessant sein. Gerade hier lohnt der Blick auf aktuelle Förderdatenbanken und kommunale Richtlinien, weil sich Programme schnell ändern können.
Kombinieren Sie eine eventuelle Förderung mit einer auf Sie passend zugeschnittenen Finanzierung. Fragen Sie einen der Heimatexperten vor Ort.
Solarziegel sind 2026 kein reines Zukunftsprojekt mehr, aber auch kein Massenmarkt. Es gibt marktreife Produkte und reale Referenzen, zugleich ist das Marktangebot deutlich kleiner als bei klassischen PV-Modulen. Als nüchterne Einordnung gilt: kaufbar ja, breit etabliert nein.
Technisch entwickelt sich die Branche weiter. Wie Daniel von Kutzleben vom Fraunhofer-Institut in einem Interview mit WOHNGLÜCK erklärt, arbeiten Forschung und Hersteller an Lösungen, die Verschattungen besser umgehen und Dachflächen effizienter ausnutzen. Er verweist dabei auf neue Schindel-Technologien, bei denen der Strom flexibler durch das Modul fließen kann.
Das spricht für Innovationspotenzial. Allerdings sind Solardachziegel (noch) schwer industriell zu skalieren. Einer der Gründe, warum z. B. Tesla sein "Solar Roof"-Projekt eingestellt hat.
Kritisch betrachtet bremsen vor allem vier Punkte den Markt:
Wer heute über Solarziegel nachdenkt, sollte deshalb genau prüfen, ob ein Anbieter langfristig lieferfähig ist, wie belastbar Referenzprojekte sind und wer Wartung oder Ersatzteile übernimmt.
Der Markt für Solardachziegel ist deutlich kleiner als bei klassischen PV-Modulen. Außerdem unterscheiden sich die Systeme bei Format, Optik, Leistung und Montage teils deutlich. Für Eigentümer heißt das: Angebote lassen sich nicht immer eins zu eins vergleichen.
Für eine kurze und aktuelle Marktübersicht lohnt der Blick vor allem auf frei zugängliche Herstellerquellen und Fachportale. Nach jetzigem Stand lassen sich für den DACH-Raum einige Anbieter nennen, die mit Solardach- oder stark dachintegrierten PV-Lösungen sichtbar am Markt auftreten.
Die folgende Auswahl nennt Beispiele von Anbietern im DACH-Raum. Sie ist redaktionell zusammengestellt, nicht vollständig und ohne Wertung.
👉 Nicht jeder Anbieter verkauft klassische, kleinteilige Solardachziegel. Manche Hersteller arbeiten mit größeren Indach-Modulen im Ziegel- oder Dachsteinumfeld. Das ist trotzdem relevant, weil diese Systeme oft dieselbe Intention bedienen: eine möglichst unauffällige Alternative zur sichtbaren Aufdach-PV.
Wichtiger als eine lange Herstellerliste sind deshalb diese vier Fragen, die Sie klären sollten:
Die ehrliche Antwort lautet: nicht für jedes Haus. Wirtschaftlich sind klassische Aufdach-Anlagen oft im Vorteil. Trotzdem gibt es Fälle, in denen Solardachziegel gut passen. Die Technik spielt ihre Stärken vor allem dort aus, wo Dachintegration, kleine Teilflächen und die Optik besonders wichtig sind.
Die Preise liegen bei etwa 25 bis 35 Euro pro Ziegel. Für komplette Dächer bewegen sich die Gesamtkosten meist im fünfstelligen Bereich.
Die Solardachziegel-Kosten pro m² liegen laut ADAC oft bei rund 330 bis 550 Euro inklusive Montage. Im Einzelfall können die Kosten allerdings auch höher liegen.
Nicht mit einem eigenen Bundeszuschuss für den PV-Teil. Möglich sind aber der KfW-Kredit 270, die EEG-Einspeisevergütung, steuerliche Vorteile und je nach Projekt regionale Programme. Bei einer kombinierten Dachsanierung kann der Gebäudehüllen-Anteil unter Umständen förderfähig sein.
Das hängt vom Ziel ab. Wer vor allem wirtschaftlich denkt, fährt mit klassischen Solarpanels auf dem Dach meist günstiger. Wer besonderen Wert auf Optik und Integration legt, für den können Solarziegel interessant sein.
Der wichtigste Nachteil sind die hohen Kosten. Hinzu kommen oft ein höherer Montageaufwand und je nach System ein geringerer Ertrag als bei klassischen Aufdach-Anlagen.
Das hängt von Dachfläche, Leistung und System ab. Als grobe Orientierung können bei einem mittelgroßen Haus mehrere Hundert Ziegel zusammenkommen, häufig etwa 700 bis 750 Stück bei rund 50 Quadratmetern belegter Fläche.
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