Immobilien als Kapitalanlage – lohnt sich das für die private Altersvorsorge?
Eine vermietete Wohnung kann Ihre Rente ergänzen – wenn nach Kosten und Finanzierung genug übrig bleibt. Worauf es ankommt und wie Sie einen späteren Kauf vorbereiten.
Eine vermietete Wohnung kann Ihre Rente ergänzen – wenn nach Kosten und Finanzierung genug übrig bleibt. Worauf es ankommt und wie Sie einen späteren Kauf vorbereiten.
Aktualisiert am 19.10.2026
Artikel erstellt von
Dirc Kalweit
Schwäbisch Hall-Redaktion
Wird das Geld im Alter reichen? Diese Frage stellen sich viele von uns. Vergleichen Sie Ihre erwartete Rente und andere Einnahmen mit den voraussichtlichen Ausgaben. Fehlt Geld, kann eine vermietete Wohnung helfen, die Lücke zu schließen.
Die Idee: Sie zahlen den Kredit möglichst bis zum Rentenbeginn zurück. Danach entfällt die Kreditrate, und mehr von der Miete steht für Ihren Alltag zur Verfügung. Aber Vorsicht: Verwaltung, Reparaturen und mögliche Steuern müssen Sie weiterhin bezahlen.
Das kann sich lohnen – wenn Kaufpreis, erzielbare Miete, Kosten und Finanzierung zusammenpassen. Für Ihre Altersvorsorge ist vor allem wichtig, ob die Immobilie über viele Jahre tragbar bleibt, auch wenn es mal etwas anders läuft als geplant.
Die Nettomietrendite setzt den jährlichen Mietertrag nach den angesetzten laufenden Eigentümerkosten ins Verhältnis zum Kaufpreis einschließlich Kaufnebenkosten. Sie hilft beim ersten Vergleich. Kreditzinsen, Tilgung und Ihre persönlichen Steuern sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Vergleichen Sie die Nettomietrendite mit Ihrem tatsächlichen Finanzierungszins. Liegt die Rendite darunter, verdient die Immobilie bezogen auf das eingesetzte Kapital weniger, als das geliehene Geld kostet. Ein positiver Abstand ist günstiger – reicht aber allein noch nicht automatisch für einen tragfähigen Kauf.
| POSITION | INVESTMENT/RENDITE |
|---|---|
| Kaufpreis der Wohnung inkl. Nebenkosten | 220.000 € |
| Kaltmiete pro Monat | 800 € |
| Kaltmiete pro Jahr | 9.600 € |
| Jährlicher Ansatz für nicht umlagefähige Kosten, Instandhaltung und Mietausfall | 2.000 € |
| Verbleibender jährlicher Ertrag vor Finanzierung und Steuern | 7.600 € |
| Nettomietrendite bezogen auf die Gesamtinvestition | rund 3,5 % |
Die Nettomietrendite beträgt in diesem Beispiel rund 3,5 Prozent, allerdings vor Finanzierung und Steuern!
Angenommen, sie haben einen Kredit über 160.000 Euro aufgenommen. Bei 4 Prozent Sollzins und 2 Prozent anfänglicher Tilgung beträgt die monatliche Rate 800 Euro. Umlagefähige Kosten, Instandhaltung und Mietausfall schmälern den Mietzins, sodass im Monat real 633 Euro übrig bleiben (9.600 Euo - 2.000 Euro ./. 12 Monate). Es bleibt ein Minus von 167 Euro.
Diesen Betrag müssen Sie jeden Monat aus eigener Tasche zuschießen – vor Steuern. Die Tilgung senkt Ihre Schulden, muss aber trotzdem jeden Monat bezahlt werden.
Das Beispiel zeigt: Eine Wohnung kann langfristig Vermögen schaffen und trotzdem zunächst einen monatlichen Zuschuss brauchen. Größere Sanierungen oder unerwarteter Leerstand können die Belastung zusätzlich erhöhen.
Basis eines jeden Immobilienkaufs ist eine solide Finanzierung. Unsere Heimatexperten finden die für Sie passende, individuell zugeschnittene Lösung. Jetzt beraten lassen!
👉 Sie möchten Immobilien als Kapitalanlage prüfen? Der Baufinanzierungsrechner hilft Ihnen, die Kreditbelastung einzuordnen. Er ersetzt aber keine Rendite- und Steuerberechnung für eine vermietete Wohnung.
Weniger eigenes Geld kann die prozentuale Eigenkapitalrendite erhöhen. Das funktioniert aber nur unter passenden Bedingungen – und macht die Finanzierung nicht automatisch besser.
Denn mehr Eigenkapital hat zwei Vorteile: Sie brauchen einen kleineren Kredit und können häufig einen günstigeren Zinssatz bekommen, da das Risiko der Bank geringer ist. Mit wenig Eigenkapital müssen Sie dagegen mehr Geld leihen, möglicherweise zu höheren Zinsen. Das kann den rechnerischen Renditevorteil verkleinern oder umkehren.
Ein einfaches Beispiel zeigt den Unterschied. Angenommen, die Wohnung kostet 200.000 Euro, dazu kommen 20.000 Euro Kaufnebenkosten. Nach den laufenden Kosten bringt die Vermietung jährlich 11.000 Euro ein – noch vor Kreditzinsen, Tilgung und Steuern. Die Kaufnebenkosten bezahlen Sie selbst.
| POSTEN | WEINIGER EIGENKAPITAL | MEHR EIGENKAPITAL |
|---|---|---|
| Kaufpreis einschließlich Nebenkosten | 220.000 Euro | 220.000 Euro |
| Eigenkapital | 30.000 Euro | 60.000 Euro |
| Benötigter Kredit | 190.000 Euro | 160.000 Euro |
| Jährliche Zinsen bei angenommenen 4 Prozent | 7.600 Euro | 6.400 Euro |
| Jährlicher Ertrag (nach Zinsen, vor Tilgung und Steuern) | 3.400 Euro | 4.600 Euro |
| Eigenkapitalrendite (jährlicher Ertrag nach Zinsen bezogen auf das eigene Geld insgesamt) | rund 11,3 Prozent | rund 7,7 Prozent |
Die Eigenkapitalrendite vergleicht den jährlichen Ertrag nach Zinsen mit Ihrem eingesetzten Eigenkapital. Steuern und Wertänderungen sind hier nicht berücksichtigt.
11,3 Prozent statt 7,7 Prozent klingt besser – ist aber noch kein Grund, weniger Eigenkapital einzusetzen. Die höhere Rendite entsteht hier, weil Sie weniger eigenes Geld einsetzen. Beim Ertrag bleiben Ihnen dagegen 1.200 Euro weniger: 3.400 statt 4.600 Euro jährlich, jeweils vor Tilgung und Steuern. Zugleich haben Sie 30.000 Euro mehr Schulden.
Die Tabelle rechnet außerdem mit demselben Zinssatz für beide Kredite. Mit wenig Eigenkapital kann die Bank jedoch höhere Zinsen verlangen. Dann schrumpft der Renditevorteil oder fällt ganz weg. Eine hohe Eigenkapitalrendite zeigt auch nicht, ob Sie die Kreditrate bei Mietausfall noch bezahlen können.
Wählen Sie deshalb nicht die Finanzierung mit der höchsten Prozentzahl, sondern die, die Sie dauerhaft tragen können. Mehr Eigenkapital kann trotz niedrigerer Rendite die bessere Entscheidung sein: Sie brauchen weniger Kredit und können günstigere Konditionen erhalten. Setzen Sie aber nicht Ihre gesamten Ersparnisse ein – Reserven für Reparaturen, Mietausfälle und private Notfälle müssen bleiben.
Wenn Sie als Privatperson in Immobilien investieren, braucht die Finanzierung eine solide Grundlage: Einkommen, Eigenkapital, bestehende Verpflichtungen und das Objekt selbst fließen in die Kreditprüfung ein.
Rechnen Sie nicht damit, dass erwartete Mieten allein für eine Zusage reichen. Die Bank bewertet auch Ihre persönliche Fähigkeit, den Kredit zurückzuzahlen.
Für Ihren Vorsorgeplan sind vor allem drei Fragen sinnvoll:
Ein Bausparvertrag kann die Vorbereitung unterstützen: Sie sparen Guthaben an und vereinbaren den Zinssatz für ein späteres Bauspardarlehen bereits bei Abschluss. Auch Gebühren, Sparverzinsung und die spätere Darlehensrate gehören zum Vergleich.
👉 Mehr zur Vorsorgeplanung lesen Sie unter Bausparvertrag als Altersvorsorge.
Steuervorteile bei Immobilien als Kapitalanlage können die Rechnung beeinflussen. Sie ersetzen aber keine tragfähige Vermietung. Grundsätzlich gilt:
Welche Folgen das für Sie hat, hängt vom Einzelfall ab. Lassen Sie die Rechnung vor dem Kauf steuerlich prüfen.
Hinweis: Unsere Beiträge dienen ausschließlich der Information, stellen keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar. Sie können und sollen eine persönliche Beratung durch Rechtsanwalt, Steuer- oder Finanzberater, bei der die Besonderheiten des Einzelfalles berücksichtigt werden können, nicht ersetzen. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Haftung. Die Beiträge verstehen sich nicht als persönliche Empfehlung, sondern als allgemeine Empfehlung für alle Leser.
Was sollten Sie bei Immobilien als Kapitalanlage beachten, wenn es Ihnen vor allem um Sicherheit im Alter geht? Nutzen Sie diese Liste als ersten Vorsorgecheck:
👉 Die Checkliste ist eine Entscheidungshilfe. Für die anschließende Detailprüfung finden Sie weitere Kennzahlen und Kaufkriterien in unserem Ratgeber "Wie in Immobilien investieren?".
Geht es Ihnen vor allem darum, im Alter keine Miete mehr zahlen zu müssen? Dann kommt statt der Vermietung auch selbst genutztes Wohneigentum infrage.
Eine vermietete Wohnung soll im Alter zusätzliches Einkommen bringen. Selbst genutztes Wohneigentum setzt an den Ausgaben an: Ist es abbezahlt, entfallen Miete und Kreditrate. Geld für Betriebskosten, Reparaturen und Modernisierungen brauchen Sie trotzdem.
Sie kann die Rente ergänzen, sollte aber nicht Ihre einzige finanzielle Reserve sein. In einer einzelnen Immobilie steckt viel Kapital, das Sie bei Bedarf nicht kurzfristig in kleinen Beträgen abrufen können.
Die Kapitalanlage wird vermietet, das Eigenheim selbst bewohnt. Möchten Sie später in Ihre vermietete Wohnung ziehen, prüfen Sie die rechtlichen Voraussetzungen frühzeitig: Sie ist nicht automatisch zum gewünschten Termin frei.
Neben Leerstand und Reparaturen ist der spätere Verkauf ein Risiko: Er kann länger dauern oder weniger einbringen als erwartet. Planen Sie deshalb nicht mit einem garantierten Verkaufserlös.
Ein monatlicher Überschuss bedeutet noch nicht, dass sich der Kauf insgesamt gerechnet hat. Dazu müssen auch Kaufnebenkosten und weitere Ausgaben aufgeholt werden. Einen festen Zeitpunkt, wann sich das Investment rechnet, gibt es nicht. Er hängt vom konkreten Objekt und der Finanzierung ab. In aller Regel müssen Sie aber mit einem längeren Zeitraum rechnen, bevor sich die Immobilie als Kapitalanlage lohnt.
Grundsätzlich ja. Zulässige Werbungskosten werden bei der Ermittlung der Einkünfte abgezogen. Wie viel zusätzliche Steuer Sie zahlen, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Bitte besprechen Sie Steuerthemen mit Ihrem Steuerberater.
Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Bei einer Wohnung müssen Sie auch Rücklagen und Beschlüsse der Eigentümergemeinschaft prüfen. Bei einem Haus organisieren und finanzieren Sie die Gebäudeinstandhaltung selbst. Entscheidend ist, welches konkrete Objekt zu Ihrem Budget und der örtlichen Nachfrage passt.
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