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Bio-Solar-Haus – das Haus im Haus

Beim Bio-Solar-Haus schützt eine äußere Konstruktion das Gebäude vor Witterungseinflüssen, während ein wärmegedämmtes Innenhaus als Wohnraum dient. Wie sich das anfühlt, berichtet eine Familie aus Niedersachsen.

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Das Wichtigste in Kürze

Aktualisiert am 26.09.2026

  • Das Bio-Solar-Haus basiert auf einem Haus-im-Haus-Konzept mit äußerer Wetterschutzhülle und wärmegedämmtem Innenhaus
  • Eine Familie aus Niedersachsen berichtet über ihre persönlichen Erfahrungen mit Raumklima, Wintergärten und individueller Gestaltung
  • Energiebedarf, Kosten und Fördermöglichkeiten hängen von der konkreten Planung, Ausstattung, Nutzung und den aktuellen Förderbedingungen ab
Christiane Ziemen

Artikel erstellt von
Christiane Ziemen
Schwäbisch Hall-Redaktion

Das Konzept eines Bio-Solar-Hauses

Das Bio-Solar-Haus besteht aus zwei Gebäudebereichen:

  • Die äußere Hülle schützt das Gebäude vor Regen, Wind und weiteren Witterungseinflüssen. Der Hersteller bezeichnet sie als Wetterschutzhaus.
  • Innerhalb dieser Hülle befindet sich das wärmegedämmte Innenhaus. Dort liegen die Wohnräume.
  • Zwischen Innenhaus und Außenhülle befindet sich ein Zwischenraum. Nach Angaben des Herstellers kann sich die Luft darin durch Tageslicht erwärmen. Lüftungsklappen sollen im Sommer dabei helfen, überschüssige Wärme abzuführen.

In der Holzbauvariante beschreibt der Hersteller die Wände als cellulosegedämmte, diffusionsoffene Holzschalenwände. Nach dieser Darstellung kann Wasserdampf über den Zwischenraum in Richtung Dachstuhl gelangen und dort nach außen abgeführt werden.

Die konkrete Wärme- und Feuchteschutzplanung hängt jedoch von der jeweiligen Ausführung ab. Auch Gebäudehülle, Fenster, Dach, Haustechnik, Standort und Nutzung beeinflussen die Eigenschaften eines Hauses. Ob ein konkretes Gebäude einen bestimmten Energiestandard erreicht, muss deshalb für das jeweilige Bauvorhaben berechnet und nachgewiesen werden.

Das Haus-im-Haus-Prinzip wurde nach Angaben des Herstellers von dem Maschinenbauingenieur Klaus Becher entwickelt. Der Hersteller bezeichnet das Prinzip als patentiert. 


Wie lebt es sich in einem Bio-Solar-Haus?

„Nicht zu trocken im Winter, nicht zu feucht im Sommer. Immer ein wenig frisch, etwa wie am ersten schönen Frühlingstag.“ So schildert Rainer Lumme aus Niedersachsen sein Bio-Solar-Haus: „Unser Haus ist ein Niedrigstenergiehaus mit einem äußerst angenehmen Raumklima.“

Nach seiner Aussage tragen zwei Wintergärten zur Frischluftzufuhr bei. Einer befindet sich in der Mitte des Hauses, der andere am Südende.

Die Familie Lumme investierte nach eigenen Angaben im Jahr 2000 rund 250.000 Euro in den Bausatz ihres Bio-Solar-Hauses. Das Haus verfügt über etwa 187 Quadratmeter Wohnfläche. Die Angaben beziehen sich auf den damaligen Bauzeitpunkt und sind nicht als aktueller Preis für ein vergleichbares Bauvorhaben zu verstehen.

Zum individuellen Haus gehören unter anderem:

  • zwei Wintergärten
  • offene Beete im Innenbereich
  • eine Wandstrahlungsheizung
  • schwarze Schläuche zur Erwärmung von Wasser
  • eine Wärmeversorgung mit Holz und Solarenergie

Im Giebelraum des Hauses liegen nach Angaben der Familie rund 900 Meter schwarze Schläuche. Sie werden genutzt, um Wasser zu erwärmen. Die Heißwasserleitungen für die Bäder und die Wandstrahlungsheizung werden nach der Beschreibung der Familie mit Solarenergie und Holz unterstützt.

 

Hier finden Sie weitere Informationen zum Bio-Solar-Haus.


Bio-Solar-Haus als Baukasten

Bio-Solar-Häuser werden nach Angaben des Herstellers in unterschiedlichen Ausführungen angeboten. Dazu gehören unter anderem Bungalows, Häuser mit Sattel- oder Pultdach sowie Gebäude mit Bodenplatte oder Keller. Auch Doppelhäuser sind möglich.
Die Ausführung kann individuell geplant werden. Dabei unterscheiden sich die Angebote unter anderem bei:
  • Wohnfläche und Grundriss
  • Dachform
  • Ausbaustufe
  • Wand- und Deckenaufbau
  • Haustechnik
  • Eigenleistungen
  • Bodenplatte oder Keller
Nach Angaben des Herstellers bauen viele Kundinnen und Kunden ihr Bio-Solar-Haus zumindest teilweise selbst. Das kann den Umfang der beauftragten Bauleistungen verändern.
Grafik des Bio-Solar-Hauses
Grundriss: Bio-Solar-Haus (Quelle: Architekt)

Dafür sind jedoch handwerkliche Kenntnisse, ausreichend Zeit und eine genaue Abstimmung mit dem Anbieter erforderlich. Welche Leistungen ein Bausatz oder ein Ausbauhaus tatsächlich umfasst, sollte im Vertrag und in der Baubeschreibung festgehalten werden. Das betrifft unter anderem:

  • die gelieferten Bauteile
  • erforderliche Materialien
  • Montageleistungen
  • statische Nachweise
  • Haustechnik
  • Bauleitung
  • Eigenleistungen
  • Zuständigkeiten für Genehmigungen und Anschlüsse

Die Bezeichnung „Baukasten“ sagt daher allein noch nichts über die Gesamtkosten oder den tatsächlichen Arbeitsaufwand aus.


Spezielle Bauweise

Nach der Beschreibung des Herstellers geht es beim Bio-Solar-Haus vor allem um eine diffusionsoffene Konstruktion und den Transport von Wasserdampf über den Zwischenraum. Diffusionsoffenheit ist aber nicht mit einer undichten Gebäudehülle gleichzusetzen.

Eine Gebäudehülle muss so geplant und ausgeführt werden, dass unkontrollierte Luftströmungen vermieden werden. Nach dem geltenden Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig nach den anerkannten Regeln der Technik auszuführen. 

Die Aussage, ein Bio-Solar-Haus sei grundsätzlich „nicht luftdicht“, sollte deshalb nicht als Empfehlung für eine undichte Gebäudehülle verstanden werden. Für jedes Bauvorhaben müssen unter anderem folgende Punkte geprüft werden:

  • Luftdichtheit der Gebäudehülle
  • Wärme- und Feuchteschutz
  • Vermeidung von Wärmebrücken
  • ausreichender Luftwechsel
  • sommerlicher Wärmeschutz
  • Brandschutz
  • Anforderungen an die Haustechnik

Der Hersteller beschreibt das Haus-im-Haus-Prinzip als Möglichkeit, Feuchtigkeit über den Zwischenraum und Lüftungsklappen nach außen zu führen. Ob dieses Konzept im konkreten Gebäude ausreichend funktioniert, hängt von der Planung, der Ausführung und der Nutzung ab. Eine pauschale Aussage, dass keine Lüftungstechnik erforderlich sei oder Feuchteschäden ausgeschlossen würden, lässt sich daraus nicht ableiten.


Bio-Solar-Haus: Energieeffizienz

Der Energiebedarf eines Bio-Solar-Hauses wird unter anderem von der Wohnfläche, dem Wand- und Dachaufbau, den Fenstern, der Heizungsanlage, dem Standort und dem Verhalten der Bewohner bestimmt.

Im Erfahrungsbericht der Familie Lumme werden für das eigene Haus folgende Werte genannt:

  • Heizwärmebedarf: 23 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr
  • Primärenergiebedarf: 17 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

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Diese Angaben beziehen sich auf das konkrete Haus und den damaligen Planungs- beziehungsweise Bauzeitpunkt und sollten deshalb nicht als allgemeine Kennwerte für alle Bio-Solar-Häuser verwendet werden. Rainer Lumme beschreibt die Wärmeversorgung des eigenen Hauses so: „Im Winter heizt dann noch der Kamin mit. Dann haben wir immer ein gemütliches Feuer. Wirklich immer, denn eine andere Heizmöglichkeit gibt es nicht.“

Für ein neues Bauvorhaben müssen Heizsystem, Brennstoffversorgung, Bedienung, Wartung und gesetzliche Anforderungen gesondert geplant werden. Ein Bio-Solar-Haus kann nicht pauschal mit einem Passivhaus gleichgesetzt werden. Ebenso lässt sich nicht allgemein behaupten, dass Heiz- oder Betriebskosten grundsätzlich niedriger liegen als bei anderen Bauweisen.

Für die Förderung eines Neubaus gelten die jeweils aktuellen Förderbedingungen. Ob ein Bauvorhaben die Voraussetzungen erfüllt, hängt vom Gebäude, der Nutzung, den persönlichen Voraussetzungen und dem jeweiligen Förderprogramm ab. Die KfW weist außerdem darauf hin, dass für bestimmte Förderungen eine Expertin oder ein Experte für Energieeffizienz einbezogen werden muss.


Pflanzen im Bio-Solar-Haus

Die Familie Lumme hat ihr Haus individuell mit Pflanzen und Wintergärten gestaltet. Im Wohnbereich gibt es nach der Beschreibung der Familie offene Beete, in denen Pflanzen bis in die Erde wurzeln können. Im Esszimmer stehen mehrere größere exotische Bäume.
Diese Gestaltung ist eine Besonderheit des Hauses der Familie Lumme. Sie ist nicht automatisch Bestandteil jedes Bio-Solar-Hauses.

Der Wintergarten am Südende des Hauses verfügt über eine große Glastürfront. Im Sommer wird die Tür nach Angaben der Familie geöffnet, damit erwärmte Luft aus dem Zwischenraum nach außen strömen kann. Gleichzeitig kann der Wintergarten als überdachte Terrasse genutzt werden.
 
Bio-Solarhaus: Haus mit Wintergarten am Südende
Gekentertes Schiff: Das Gras auf den "Planken" hält das Innere warm. (Quelle: A.Haug)

Wie gut ein solches Konzept im Alltag funktioniert, darauf haben unter anderem die Ausrichtung, die Verglasung, die Verschattung, die Lüftung, die Außentemperatur und das Verhalten der Bewohner starken Einfluss.


Wohnen auf Probe

Wer das Haus-im-Haus-Prinzip vor einer Entscheidung kennenlernen möchte, kann sich beim Hersteller über Möglichkeiten zum Probewohnen im Sonnenpark St. Alban informieren. Ob ein Aufenthalt möglich ist, welche Häuser zur Verfügung stehen und welche Kosten entstehen, sollte direkt beim Anbieter geprüft werden.

Auch die Familie Lumme lernte das Konzept zunächst bei einem Aufenthalt in der Pfalz kennen. Rainer Lumme berichtet: „Wir blieben ein Wochenende in der Pfalz. Danach wussten wir, dass wir genau dieses System wollten.“

Das Probewohnen kann einen persönlichen Eindruck von Raumaufteilung, Raumklima und Nutzung vermitteln. Es ersetzt jedoch keine technische Prüfung des eigenen Bauvorhabens. Grundstück, Ausrichtung, Wohnfläche, Ausstattung und Haustechnik können sich deutlich vom Musterhaus unterscheiden.
 

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