Dachboden mit Aussicht

Wenn Hausherren ihren Dachboden ausbauen, können sie preiswert zusätzlichen Wohnraum schaffen. Hier finden Sie drei Beipiele, wie das gehen kann – ob mit Schiebedach, Empore oder vielen Winkeln.


Dachboden ausbauen – preiswerter Wohnraumgewinn

Preiswerter als im Dachbereich ist neuer Wohnraum nicht zu haben. Das Fundament und die schützende Hülle gibt es bereits, sie müssen nur den Anforderungen an zeitgemäßes Wohnen und Energiesparen angepasst werden. Und leichter können sich Heimwerker kaum in ein Bauvorhaben einbringen. Beim Dachbodenausbau werden nämlich Trockenbaustoffe wie Dämmfilze, Gipskarton- und Verlegeplatten bevorzugt, die auch ein begabter, halbwegs versierter Heimwerker verbauen kann.

So lässt sich mit 500 bis 1000 Euro pro Quadratmeter besonders attraktiver Wohnraum schaffen, hell, licht und behaglich.  


Beispiel 1 - Dachboden ausbauen mit Schiebedach

Dies ist ein Paradebeispiel dafür, wie man die Großzügigkeit eines hohen Dachraums gut nutzen kann und zudem dafür sorgt, dass der Raum lichtdurchflutet bleibt. Der Trick: der Einbau einer Galerie über dem Wohnraum, die mit großen, vollständig zu öffnenden Dachflächenfenstern begeistert.

  • Die Versorgung: Ein Installateur kann feststellen, ob die Zentralheizung stark genug für eine Erweiterung ist, wie viele Heizkreise eingebaut werden müssen und wie viele Heizkörper fehlen. Die Alternative: eine kompakte Etagenheizung, die nur das Dachgeschoss beheizt und mit warmem Wasser versorgt. Unter Umständen müssen aber sämtliche Leitungen für Strom, Gas, Wasser und Abwasser vom Dach bis zum Hausanschluss neu verlegt werden.
  • Die Größe und Form des Raums: Meist werden 220 bis 240 Zentimeter lichte Höhe über mindestens der Hälfte der Grundfläche (in einigen Bauordnungen: zwei Drittel) gefordert. Die Fensterfläche muss mindestens 12,5 Prozent der Grundfläche betragen.

 

  • Die Wärmedämmung: Beim Dachbodenausbau wird neuer Wohnraum unterm Dach geschaffen, der das „beheizte Gebäudevolumen“ erweitert und sich an die Regeln der Energieeinsparverordnung halten muss. Wenn mehr als 30 Kubikmeter neuen Wohnraums entstehen – darunter ist ein Dachausbau eigentlich nicht sinnvoll –, müssen in puncto Energieverbrauch die gleichen Anforderungen erfüllt werden wie bei Neubauten. Wurde der Dachraum bereits beheizt, reicht es, die Wärmedämmung auf einen U-Wert von 0,30 W/(m2K) zu verbessern. Plant man freilich mit Perspektive (das heißt: mit Aussicht auf weiter steigende Heizkosten), sollte man sich beim Dachbodenausbau nicht mit gesetzlichen Mindestanforderungen begnügen, sondern optimal dämmen. Es lohnt sich.

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Beispiel 2 – Dachboden ausbauen mit Empore

Raumaufteilung über zwei Ebenen: Das Schlafzimmer kann sich auf einer Empore befinden, die kaum Stehhöhe aufweist, aber wie ein Zelt eine behagliche Atmosphäre hat und durch ein Dachflächenfenster gut belichtet wird.

  • Der Fußbodenaufbau: Im Dachgeschoss empfehlen sich für den Fußbodenaufbau Estrichplatten aus Gips und Holzwerkstoffen, da sie ohne Feuchteeintrag verarbeitet werden können und außerdem leichter sind als Fließestrich. Wenn die Statik es hergibt, ist freilich ein Betonestrich besser, weil er einen deutlich besseren Schallschutz bietet.
  • Die Wände: Hier gilt für Hausherren, die den Dachboden ausbauen, dasselbe. Massive Zwischenwände aus Ziegeln, Betonelementen, Porenbeton-, Beton- oder Kalksandsteinen bieten mehr Schallschutz, sind aber in der Regel zu schwer. Sie müssen genau über den tragenden Wänden in den unteren Geschossen errichtet werden. Mehr Freiheiten erlaubt die Leicht- oder Trockenbauweise. In der Regel sind es Gipskarton- oder Gipsfaserplatten, die man auf Gerüste aus Aluminiumrahmen montiert.

 

 

  • Die Belichtung: Vorgeschrieben ist, dass die Fensterfläche mindestens 12,5 Prozent der Grundfläche betragen muss. So weit das Gesetz. Großzügiger ist da die DIN 5034, „Tageslicht in Innenräumen“, wonach die Fensterbreite 55 Prozent der Raumbreite betragen sollte. Und es sind ja gerade die großen Fensterflächen, die den besonderen Reiz von Dachwohnungen ausmachen. Gauben vergrößern die Fläche, auf der man aufrecht stehen kann, und damit den Wohnwert.
  • Der Grundriss: Jeder Wohnraum, der entsteht, muss auch praktisch zu nutzen sein. Allerdings gelten beim Dachbodenausbau etwas andere Regeln: Es geht vor allem um die Großzügigkeit, den Blick, das Licht. Ist es praktisch, wenn es eine Schlafempore gibt, nicht größer als ein Zelt? Praktisch vielleicht nicht – aber hätte man stattdessen ein Zimmer abteilen und den Raumgenuss schmälern sollen? Und wie steht es mit dem Duschbad, das nur durch eine farbige Glasscheibe vom Wohnraum abgetrennt ist? Eine unkonventionelle, aber sehr attraktive Lösung.

Beispiel 3 – Dachboden ausbauen mit vielen Nischen

Einen von Balken durchzogenen Spitzboden von kaum mehr als 60 Quadratmetern in eine so gemütliche wie gut nutzbare Wohnung zu verwandeln – das ist schon eine große Herausforderung. Gebälk und Dachschrägen zusammen machen eine optimale Raumnutzung besonders anspruchsvoll. Ein offenes Konzept ist gefragt.

Dafür müssen Bett, Küchenzeileund Sanitärzelle genau in die vorhandenen Nischen eingepasst werden. Sitzgelegenheiten finden unter den Dachschrägen Platz, andere Möbel wie der Esstisch samt Stühlen rücken in die Mitte des Raumes. Dort steht auch der Kamin, der so zu einem zentralen Element in der Wohnung wird.  

Gerade enge, verwinkelte Dachböden sind in der Regel düster. Die Lösung sind auch hier mehrere große Dachflächenfenster. Sie lassen viel Licht herein, das den ganz in Weiß gehaltenen Raum leuchten lässt. Durch den weißen Anstrich wirken auch die Balken weniger störend, sondern werden fast zu modernen gestalterischen Elementen, die der Wohnung zusätzlich Struktur geben.