Fassade streichen – richtig gemacht

Die Farbe blättert ab, ist verblichen oder gefällt nicht mehr: Zeit für einen neuen Anstrich! Aber wie wird er fachgerecht aufgebracht, damit er auch jahrelang hält? Alles zum Thema Fassade streichen - mitsamt Schleifen, Grundieren und Farbschichtenaufbau.


Fassade streichen: Untergrund sorgfältig vorbereiten

Egal, ob Putzfassade, Holzwand oder Flächen aus Metall: Wenn Sie eine Fassade neu streichen wollen, hängt die Qualität der Farboberfläche ganz wesentlich von der richtigen Vorbereitung des Untergrunds ab. Das ist nicht nur für die Haltbarkeit des künftigen Anstrichs, sondern auch für die Optik wichtig. Grundsätzlich muss der Untergrund

  • sauber
  • trocken
  • fettfrei und
  • (je nach Material) eben

sein, damit der neue Anstrich sowohl haftet als auch optimal aussieht. Bei Rauputz – der oft auf Wärmedämmverbundsystemen aufgebracht wird – ist Glätte allerdings kein Kriterium.  


Alte Farbe entfernen – mechanisch oder chemisch

Die wichtigste vorbereitende Maßnahme für das Fassade streichen ist die Entfernung von losen Bestandteilen der alten Farbe. Auf Putzwänden werden solche Partikel mit einer harten Bürste entfernt. Auf gestrichenen oder lasierten Holzfassaden und Metallflächen ist die Vorbereitung des neuen Anstrichs aufwendiger. Sie werden zunächst mit einem Spachtel grob von lockeren, abblätternden Farbpartikeln gesäubert.

Damit sich später keine Übergänge zwischen Untergrund und alter Farbe abzeichnen, entfernen Sie den alten Anstrich möglichst vollständig. Bei Verwendung einer Lauge oder eines chemischen Abbeizers muss gut nachgespült werden.

Eine mechanische Farbentfernung mit Warmluftgebläse und Spachtel ist umweltschonender. Achtung: Manche Hölzer werden durch die Wärme weich. Dann kommt es schnell zu Beschädigungen durch den Spachtel – schieben Sie die weich werdenden Farbschichten immer vorsichtig in Richtung der Maserung ab, nie gegen die Maserung.

In beiden Fällen muss hinterher durch das Schleifen eine glatte Oberfläche hergestellt werden. Eventuelle Risse im Holz müssen Sie verspachteln.


Dauerhafter Anstrich: korrekten Farbschichtenaufbau herstellen

Wichtig für das Gelingen beim Fassade streichen ist eine genaue Kenntnis des alten Anstrichs: Wird die alte Farbe nicht vollständig entfernt, kann es zu Wechselwirkungen zwischen neuer und alter Farbe kommen – wenn Reste des Lösemittels der alten Farbe auf Bestandteile der neuen Farbe reagieren und die Fläche so uneben wird. Das kann sogar bei wasserbasierten Farben vorkommen.

Ein neuer Fassadenanstrich muss zwei Kriterien erfüllen: Er soll gut auf dem Untergrund haften und zugleich eine schöne, gegebenenfalls glatte, wetterstabile Oberfläche haben. Das erreichen Sie am besten durch ein Anstrichsystem mit aufeinander abgestimmten Komponenten desselben Herstellers. Sie haben jeweils spezifische Eigenschaften.

  • Die Grundierung ist oft etwas dickflüssiger, füllt Poren im Untergrund aus und hat eine sehr hohe Haftfähigkeit. Außerdem bildet sie einen farblich gleichmäßigen Voranstrich. Das ist hilfreich, damit der spätere Deckanstrich nicht scheckig wird.
  • Der Deckanstrich ist Träger der Farbpigmente. Er muss farblich hochwertig sein und einen optimalen Oberflächenschutz bieten. Innerhalb eines Anstrichsystems – sowohl für hölzerne als auch steinerne Untergründe – ist durch aufeinander abgestimmte Rezepturen gewährleistet, dass der Deckanstrich gut auf der Grundierung haftet.  

Hohe Kunst des Farbauftrags

Ist die Fassade gleichmäßig grundiert, kann der eigentliche Farbauftrag beginnen. Allerdings sollten Sie ein geübter Anstreicher sein, ehe Sie sich an die Fassade wagen: Ein ungleichmäßiger Anstrich wäre keine schöne Visitenkarte Ihres Hauses.

Wenn Sie eine Holzfassade oder eine metallene Oberfläche – etwa eines Garagentors – streichen, müssen unerwünschte Farbverläufe durch zu dick aufgetragene Farbe vermieden werden. Je nach Verarbeitungs- bzw. Außentemperatur kann eine Lackfarbe dick- oder dünnflüssig sein, was die Verarbeitungsfähigkeit und die Trockenzeit beeinflusst. Bei großen Farbunterschieden zwischen Grundierung und Deckfarbe ist außerdem die Deckfähigkeit der Farbe zu beachten. Manchmal muss zweimal gestrichen werden, damit die Farbe gleichmäßig ausfällt.

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Oberflächenstrukturen erhalten

Bei einer Putzfassade gehört schon ein bisschen Übung dazu, um die Farbe gleichmäßig und mit einer harmonischen Oberflächenstruktur aufzubringen. Putze unterscheiden sich durch die Körnigkeit ihrer Oberfläche. Mit jedem Anstrich verfüllen Grundierung und Deckfarbe diese Oberflächenstruktur weiter – sie wird immer glatter. Die Schwierigkeit besteht nun darin, einerseits nicht zu viel Farbe aufzubringen und sie andererseits so gleichmäßig zu verstreichen, dass die Einheitlichkeit der Oberflächenstruktur erhalten bleibt. Ist ein Anstrich stellenweise satt und dick, an anderen Stellen aber rau und leicht verwaschen, war vermutlich ein Laie am Werk.

Eine Fassade zu streichen ist eine handwerkliche Herausforderung; jeder Fehler wird deutlich sichtbar. Wenn Sie unsicher sind, holen Sie sich ein Angebot von einem Handwerksbetrieb ein, was das Fassade streichen kosten würde – da Sie an dieser Maßnahme lange Freude haben wollen, ist eine Investition in einen Handwerker oft gut angelegtes Geld. Außerdem könnten Sie die Lohnkosten steuerlich geltend machen.