Wenn das Dach in die Jahre kommt

Trotz regelmäßiger Checks und schneller Reparatur kleinerer Schäden werden irgendwann größere Sanierungsmaßnahmen am Dach fällig. Hier die kritischen Punkte im Überblick.

Checkliste Dachsanierung

  • 1. Dacheindeckung

    Auch hochwertiges Deckmaterial hält nicht ewig. Nach durchschnittlich 30 bis 50 Jahren muss man eine Deckung aus Dachsteinen oder Tonziegeln erneuern. Nur Schiefer ist ein Ausnahmematerial, das es auf eine Lebensdauer von 100 Jahren und mehr bringt. Nicht immer muss die gesamte Deckung ausgetauscht werden.

    Als kostengünstige Alternative zur Neueindeckung wird oft eine Reinigung und Beschichtung der Dachpfannen angeboten. Dabei handelt es sich jedoch eher um eine kosmetische Maßnahme als um eine Sanierung. Auf alten Dächern hält die Beschichtung meist nicht lange.

  • 2. Dämmschicht

    Wenn Ihr Dach bisher noch „ohne“ ist, bietet eine Neueindeckung die beste Gelegenheit, ihm von außen eine Dämmschicht zu verpassen. Die Aufsparrendämmung ist besonders empfehlenswert, weil so das gesamte Dach in eine geschlossene Hülle gepackt werden kann. Will man nicht abdecken, kann die Dämmung von innen unter oder – platzsparend – zwischen den Sparren angebracht werden. Bleibt das Dachgeschoss auf Dauer unbewohnt, müssen Sie nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) die oberste Geschossdecke dämmen. Eine alte, noch intakte Dämmschicht kann verstärkt werden.

     
  • 3. Schornstein

    Witterungsbedingte Schäden an Schornsteinmauerwerk und Anschlüssen müssen sofort vom Profi beseitigt werden, sonst droht Durchfeuchtung in Dämmschicht oder Dachstuhl. Besonders anfällig ist die Blecheindeckung des Dachanschlusses. Wenn die Heizung ausgetauscht wird, sollte der Schornstein auf den neuesten technischen Stand gebracht werden, um Versottung zu verhindern: In den bestehenden Schacht werden neue Abgasleitungen aus Edelstahl, Kunststoff oder Keramik eingezogen.

     
  • 4. Dachüberstand

    Der Vorsprung an Ortgang und Traufe schützt die Fassade, Türen und Fenster vor Witterungseinflüssen, aber auch die Bewohner vor zu viel Sonneneinstrahlung und Hitze in den Räumen. Den Dachüberstand kann man nachträglich erweitern, indem man die Sparren verlängert. Das kann beispielsweise bei einer Fassadendämmung notwendig werden, wenn die Außenwand erheblich stärker wird. Auch die darunterliegende Regenrinne muss dann verlegt oder, falls schadhaft, ersetzt werden.

     
  • 5. Dampfsperre

    Sie gehört unbedingt zur Dämmung: Dampfsperr- oder Dampfbremsfolien, zum Beispiel aus Polyamid oder Polyethylen, verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Dachraum in die Dämmschicht eindringt, diese schädigt oder sogar die tragende Konstruktion des Daches angreift. Die Dampfbremse muss luftdicht mit speziellem Band verklebt werden; Anschlüsse an Fenstern, Gauben oder anderen Bauteilen müssen sehr sorgfältig verarbeitet werden, um Wärmebrücken zu verhindern. Sonst bildet sich dort vermehrt Kondenswasser, und es kommt zu Schimmelpilzbefall.

     
  • 6. Steckdosen

    Wenn das Dachgeschoss zum Wohnraum wird, werden zusätzliche Steckdosen benötigt. So selbstverständlich das klingt – viele Bauherren denken erst spät an die Elektroinstallation. Wer aber Steckdosen einsetzt, wenn bereits alles gedämmt und abgedichtet ist, durchschneidet die gerade mühsam verklebte Dampfsperrfolie und schafft auf diese Weise Luftlöcher. Dann zieht es durch die Steckdose, und es entstehen Wärmebrücken, die Schimmelbildung nach sich ziehen können. Deshalb sollte man die elektrischen Anschlüsse rechtzeitig vor Beginn des Ausbaus planen und entsprechend verlegen. Der Raum hinter der Verkleidung der Innendämmung (zum Beispiel mit Rigipsplatten) kann gut als Installationsebene für die Leitungen genutzt werden.

     
  • 7. Dachflächenfenster

    Mehr Licht und besserer Wärmeschutz sind die häufigsten Gründe für den Austausch von Dachflächenfenstern. Bei einem Eins-zu-eins-Tausch ersetzt man einfach die alten Fenster durch neue in derselben Größe, aber mit aktuellerWärmeschutzverglasung anstelle des alten Isolierglases. Das reduziert die Energieverluste um rund die Hälfte. Aufwendiger, aber im ausgebauten Dachgeschoss lohnend ist es, die Glasfläche durch größere Fenster zu erweitern. Faustregel: Mindestens zehn Prozent der Raumgrundfläche sollten verglast sein. Nach unten verlängerte Fenster oder die Verglasung des Kniestocks bieten noch mehr Licht und Ausblick. Den passenden Sonnenschutz nicht vergessen!

     
  • 8. Dachstuhl

    Feuchte von außen bei undichter Deckung oder von innen bei Fehlern in der Dämmung bedroht langfristig die tragende Dachkonstruktion. Schlimmstenfalls kommt es zum Befall mit dem zerstörerischen Hausschwamm. Warnzeichen am Dachstuhl sind Risse in Pfetten oder Balken, gelöste Teile oder Sägemehl (Holzwurmbefall). Bei umfassenden Schäden kann eine Neukonstruktion nötig sein. Sonst reicht es, marode Holzteile auszutauschen oder zum Beispiel die Sparren zu verstärken. Am besten von außen bei abgedecktem Dach.

     
  • 9. Gauben

    Als Alternative zum Dachflächenfenster belichten Gauben nicht nur, sondern erweitern auch den Raum in Stehhöhe. Alte Gauben sind oft sehr klein, deshalb bietet sich ein Austausch im Zuge der Sanierung an. Praktisch sind Fertiggauben, die vor Ort auf die Dachöffnung aufgesetzt werden. Weil Gauben das äußere Erscheinungsbild des Hauses verändern, sind sie genehmigungspflichtig. Falls sie, etwa aus Denkmalschutzgründen, nicht vergrößert werden dürfen, verhilft eine Seitenverglasung zu mehr Licht. Die Anschlüsse der Gauben ans Dach müssen sorgfältig verarbeitet werden, damit keine Wärmebrücken entstehen.

     
  • 10. Giebel

    Die Giebelseiten eines Hauses sind meist exponierte Gebäudeteile, denen man eventuell einen zusätzlichen Wetterschutz mit speziellen Ziegeln, Schiefer oder Zink gönnen sollte. Einschalig gemauerte Giebel sind ein Wärmeleck, das man mit einem geeigneten Wärmedämmverbundsystem oder mit einer Dämmung von innen schließen sollte. Attraktiv sind verglaste Giebel, die aber genehmigungspflichtig sind.

     
  • 11. Antenne

    Zur regelmäßigen Wartung des Daches gehört es auch, die Befestigung der Antenne zu überprüfen. Nach jedem Sturm ist ein Extra-Check nötig. Wie Entlüftungen oder Schornsteine sind Antennendurchführungen Bauteile, die den Dachaufbau von innen nach außen durchdringen. Sie sind ein möglicher Schwachpunkt bei der Dämmung. Deshalb ist die sorgfältige Verklebung der Dampfsperrfolie um das Antennenrohr ebenso wie der Dachanschluss außen entscheidend für die Luftdichtigkeit.