Küche planen: Schick, funktional, intelligent

Serie Generationenwechsel, Folge 8: Zu fast jeder grundlegenden Altbaurenovierung gehört die Erneuerung der Küche: Wirklich funktional und optisch zeitgemäß ist sie nach jahrzehntelangem Gebrauch nicht mehr. Also gilt es, eine neue Küche zu planen. Hier erfahren Sie, was Sie dabei beachten sollten.


Eine neue Küche planen – oder tut es eine Renovierung?

Heutige Ansprüche an Küchen sind hoch – es geht um Funktionalität, Komfort, Ergonomie und Energieeffizienz. Prüfen Sie daher zuallererst Ihren persönlichen Anspruch an die Küche. In den meisten Fällen wird es nötig sein, die bestehende Küche komplett auszutauschen. Geräte wie Backofen, Kühlschrank und Geschirrspüler entsprechen nicht mehr gegenwärtigen Erwartungen und sind zudem Energiefresser. Moderne Küchen benötigen auch mehr Raum für Geselligkeit und Barrierefreiheit.

In Einzelfällen kann es wohl ausreichen, die bestehende Küche zu renovieren. Dabei können kleine Tricks viel bewirken. Eine moderne Optik geben Sie Ihrer Küche bereits, indem Sie die Fronten von Geräten und Schränken erneuern. Erster Schritt: Einst moderne braune, moosgrüne oder beigefarbene Flächen werden durch Material mit hellen, zeitgemäßen Farben ersetzt. Bei Einbauküchen mit genormten Maßen lassen sich alte Fronten oft problemlos gegen passende Neuteile austauschen.


Die Küche als Arbeitsplatz

Meistens können Sie Veränderungen einfacher Art in Ihrer Küche selber planen. Sollten die Standard-Fronten nicht auf die vorhandenen Geräte und Schränke passen, fertigen Fachbetriebe oder Schreiner maßgerechte Teile an. Beim Austausch von Arbeitsplatten – Schritt zwei beim optischen Modernisieren – empfiehlt es sich, einen Fachmann hinzuzuziehen: Der Einbau ist etwas komplizierter. Je nach Montagetechnik der alten Platten kann es schwierig sein, sie von den Unterschränken zu lösen, wenn beispielsweise Silikonkleber benutzt worden ist.

Wenn Sie eine alte Küche renovieren wollen, verbessert eine neue Beleuchtung den optischen Gesamteindruck. Mit energiesparenden LED-Lampen lassen sich helle und farbige Akzente setzen. Lichtleisten unter den Hängeschränken spenden das passende Licht für Arbeitsflächen – vorausgesetzt, dass sie nicht zu schummrig ausfallen. Auch mit einer Innenbeleuchtung von Schränken lässt sich ein optisches Highlight setzen. Außen verstärken neue Griffe den modernen Gesamteindruck.

Die Küche als familiäres Zentrum

Renovierungsmaßnahmen sind nur sinnvoll, wenn die Küche noch nicht zu alt ist und nur oberflächliche oder ästhetische Mängel aufweist. Die meisten Besitzer einer älteren Immobilie kommen allerdings nicht umhin, die Küche komplett neu zu planen. Das bietet zugleich die Chance, sie ganz anders als bisher in den Wohnbereich zu integrieren.

Die Rolle der Küche innerhalb des Hauses hat sich stark verändert. War sie einst ein reiner Arbeitsbereich, in dem das Essen für die Familie zubereitet wurde, gilt die Küche heute vor allem als kommunikativer Mittelpunkt. Hier treffen sich alle Bewohner, um gemeinsam zu essen, zu reden oder auch zusammen zu kochen. Küchen werden deshalb immer häufiger als offener Bestandteil des gesamten Wohnbereichs gestaltet. Die traditionelle Trennung zwischen Kochen, Wohnen und Essen verschwindet. Wenn Sie eine solche Gestaltung wünschen, müssen möglicherweise – soweit statisch möglich – einige Wände entfernt werden. Das ist ein wichtiger Aspekt für Ihren möglichen Hausumbau und den Entwurf eines neuen Grundrisses. Denken Sie bei einer solchen Neugestaltung sowohl an die Ergonomie als auch die Barrierefreiheit – beides lebt von ausreichend großem Raum.


Die Küche gründlich planen – und typische Fehler vermeiden

Immobilienbesitzer, die ihre neue Küche selber planen, sollten von Anfang an gängige Fehler vermeiden, die die Maßnahme unnötig verteuern würden. Dabei besteht der Hauptfehler meist darin, nicht sorgfältig genug zu planen.

Als erstes ist es unerlässlich, sich über die eigenen Wünsche und Möglichkeiten klar zu werden. Kalkulieren Sie so genau wie möglich, wie viel Geld Sie in die neue Küche stecken wollen oder können. Auch Überlegungen zum räumlichen Zuschnitt und zum gewünschten Stil gehören zur Grundplanung. Wenn Sie eine offene Küche möchten: Welche Wände müssen – oder können überhaupt – dazu entfernt werden? Außerdem müssen Sie prüfen, ob alle notwendigen Gas-, Strom- und Wasseranschlüsse für Ihre Umgestaltungswünsche vorhanden sind.

Wenn Sie Ihre Küche planen, eröffnen sich nahezu unendlich viele Möglichkeiten. Klären Sie für sich die wichtigsten Aspekte:

  • Material von Spüle, Arbeitsplatten und Schränken
  • Zahl der benötigten Schränke, Art der Schranktüren
  • Art des Herdes (eingebaut oder frei stehend in einer Kochinsel, mit Ceran-, Gas- oder Induktionskochfeld, Backofen integriert oder separat)?
  • Größe und Einbauort der Spülmaschine
  • benötigte Elektrogeräte
  • Wasser-, Strom- und gegebenenfalls Gasversorgung

Ist diese Liste abgearbeitet, haben Sie einen guten ersten Überblick. Nützlich kann bei der Vorbereitung auch ein Online-Planer aus dem Internet sein. Damit können Sie maßstabsgetreu und virtuell Ihre Küche planen. 


Denken Sie bei der Planung auch an Ihren Rücken

So sehr das Augenmerk auf Ästhetik und Geräteausstattung liegen mag, wenn Sie die neue Küche planen: Beachten Sie auch ergonomische Aspekte – Ihr Rücken und Ihre Gelenke werden es Ihnen auf Dauer danken! Entscheidend für ein angenehmes Arbeiten ist die Höhe der Arbeitsflächen. Ständiges Bücken ist Gift für den Rücken. Deshalb sollte die Flächenhöhe auf die Person zugeschnitten sein, die am häufigsten mit der Zubereitung von Speisen zu tun hat. Als Anhaltspunkte empfehlen Ergonomie-Experten bei einer Körpergröße von 1,75 Metern eine Höhe von 95 Zentimetern. Bei deutlich kleineren Nutzern (1,60 Meter) reichen 85 Zentimeter, für Küchen-Riesen ab 1,95 Meter Körpergröße sollten es mindestens 110 Zentimeter sein.

Entspannter (und energieeffizienter) wird die Arbeit in der Küche aber vor allem durch die enorme technologische Entwicklung der vergangenen Jahre, vor allem durch die Entwicklung „intelligenter“, miteinander vernetzter Elemente – Stichwort „Smart Home“. Das gilt auch für das Herzstück jeder Küche: den Herd.


Der Herd als Herz der Küche

Ob es ein frei stehender Herd, eine Kochinsel oder ein Einbaugerät sein soll, ob Sie auf Ceran- oder Induktionsfeld setzen, haben Sie vielleicht schon anhand der Checkliste entschieden. Es gibt auch Herde mit sogenannten Domino-Kochfeldern, einer Kombination aus Ceran und Induktion. Wählen Sie beim Kauf Geräte mit möglichst hohem EU-Energielabel. Die Palette reicht von A+++ (höchste Stufe) bis D. Durch den geringeren Energieverbrauch amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten eines solchen Gerätes relativ schnell.

Die Senkung des Energieverbrauchs ist nur einer der vielen Vorteile, die intelligente Küchenlösungen der neuesten Generation bieten. Unter dem Oberbegriff Smart Cooking hat sich eine Technik etabliert, die nicht nur enorm sparsam arbeitet, sondern auch ein deutliches Plus an Bedienungskomfort bietet.


So wird die Küche richtig smart

Es gibt Backöfen, die per Videokamera erkennen, ob ein Braten oder ein Käsekuchen hineingegeben wird. Der entsprechende Heizvorgang erfolgt – nach einmaliger Programmierung – automatisch. Auch die Temperaturregelung beim Braten und Kochen funktioniert eigenständig nach Garzustand des Gerichts. Oder der intelligente Herd sendet Daten an das Smartphone des Benutzers, der dann per App – zum Beispiel bequem von der Couch aus – die Temperatur anpassen kann.

Smarte Herde kommunizieren auch mit anderen Küchengeräten, etwa dem Dunstabzug. Manche Modelle hängen nicht mehr als Abzugshaube über dem Herd, sondern sind direkt ins Kochfeld integriert. Beide Varianten arbeiten durch die Vernetzung mit dem Herd immer nur so stark, wie es gerade notwendig ist. Es gibt im Grunde keine Kombination, die nicht denkbar wäre. Smarte Geschirrspüler nutzen zum Beispiel die Abwärme des abgeschalteten Backofens, um die Erhitzung des Spülwassers zu unterstützen. Eine Neuigkeit ist der sogenannte Dialoggarer. Dieses Gerät, das bei der Internationalen Funkausstellung 2017 vorgestellt wurde, sieht aus wie ein Backofen, arbeitet aber wie eine Mikrowelle mit elektromagnetischer Technik. Es ermöglicht die gleichzeitige Zubereitung ganz unterschiedlicher Lebensmittel wie Tomaten, Fleisch und Gemüse bis zum optimalen Garpunkt.


Die Küche als Kostenfaktor

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Neuplanung, Umbau und Neuausstattung der Küche sind große Kostenfaktoren jeder umfassenden Altbausanierung. Je nach Ansprüchen und Qualität der Ausstattung kommen schnell fünfstellige Beträge zusammen. Als bauliche Maßnahme lässt sich der Aufwand – auch für eine Küchenerneuerung unabhängig von anderen Renovierungsmaßnahmen – mittels Bausparvertrag finanzieren. Die Heimatexperten der Schwäbisch Hall beraten Sie gern und entwickeln mit Ihnen das passende Finanzierungsmodell.

Außerdem können Sie die Ausgaben senken, indem Sie sich Geld vom Staat zurückholen: Aufwendungen für Handwerkerlöhne lassen sich in der Steuererklärung geltend machen. 20 Prozent der reinen Arbeitskosten (nicht aber fürs Material) können Sie bis maximal 6.000 Euro Gesamtsumme absetzen. Gerade für Altbaubesitzer ist das interessant, da diese Möglichkeit nur für Bestands- und nicht für Neubauten gilt. Voraussetzung ist, dass Sie die Immobilie selbst nutzen.

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