Gartenarbeit im Herbst

Gärtnermeister Olaf Beier erklärt die drei wichtigsten Arbeiten, die im Herbst im Garten anfallen.


Darauf sollte jeder Hobbygärtner achten

Herbstarbeiten: Schubkarre mit Laub
Gerade im Herbst gibt es im Garten viel zu tun (Foto: Fotolia) (Quelle: Sushi - Fotolia)

Im Frühjahr, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen die Erde erwärmen, macht die Gartenarbeit besonders viel Spaß. Doch im Herbst ziehen sich nicht nur die Stauden ins wärmende Erdreich zurück, sondern auch wir Menschen bleiben lieber in der warmen Stube, als draußen bei Wind und Wetter zu schuften.

Dass der Herbst die beste Pflanzzeit für Sträucher, Rosen und Obstgehölze ist, ist vielen Menschen daher gar nicht mehr bewusst! Gärtnermeister FR Zierpflanzenanbau Olaf Beier erklärt, welche Arbeiten im Herbst neben den Pflanzarbeiten besonders wichtig sind und worauf jeder Hobbygärtner achten sollte.

1. Laub, Laub, Laub

Wenn im Oktober die Blätter von den Bäumen fallen, weiß mancher Gartenbesitzer nicht wohin mit dem vielen Laub. Oft wird alles fein säuberlich zusammengeharkt und in Säcken zur nächsten Deponie gebracht. Viel Arbeit und Kosten, die eigentlich gar nicht notwendig sind. Für den Garten ist es viel besser, wenn das Laub dort verbleibt.

Laub ist wertvoller Humus, der durch die natürliche Verrottung dem Gartenboden verbrauchte Nährstoffe zurückbringt und für lockeren, krümeligen und fruchtbaren Boden sorgt! Viele nützliche Gartentiere wie z.B. der Igel, Schneckenfeind Nr.1, sind im Winter auf einen wärmenden Laubhaufen angewiesen. An einer etwas abgelegenen Stelle am Ende des Grundstücks sollte also unbedingt ein solcher Laubhaufen verbleiben. Ein grobmaschiges Netz, welches über den Haufen gespannt wird, verhindert, dass der Haufen vom Wind verweht wird und schützt das Winterquartier des Igels.

Auch Rosen oder frostempfindliche Stauden können wirkungsvoll mit Laub vor Frostschäden bewahrt werden. Dazu wird das Laub locker um die Pflanzen gehäuft und mit Zweigen oder Kaninchendraht vor dem Verwehen geschützt. Frostschutzmatten oder Noppenfolie, welche oft zum umwickeln kälteempfindlicher Pflanzen angeboten werden, kann man sich als Laubbaumbesitzer getrost sparen.

Im April, wenn die Rosen und Stauden zu neuem Leben erwachen, wird das Laub um die Pflanzen entfernt. Auf einem Haufen am Grundstücksende kann es innerhalb der nächsten zwei Jahre zu wertvollem Kompost werden. Welche bodenfruchtbarkeitsfördernde Wirkung eine 3-5 cm starke Schicht Kompost hat, die im Frühjahr auf Rasen und Beete aufgebracht wird, muss man einfach erleben!

2. Rasen im Herbst noch düngen

Gesunder Rasen wächst nur auf einem gesunden Boden! Wer sich jedes Frühjahr über vermooste Rasenflächen ärgert, sollte schon jetzt im Herbst gegensteuern. Rasenflächen sind Monokulturen, welche dem Boden sehr stark Nährstoffe entziehen. Durch das ständige Wachsen und Abmähen mit dem anschließenden Abtransport der Gräser, werden dem Boden alle Nährstoffreserven geraubt. Diese müssen dem Rasen regelmäßig wieder zugeführt werden, wenn eine gesunde, dichte Grassnarbe, die Moos keinen Platz lässt, gewünscht ist. Im Herbst sollte man für die Nachdüngung nur organische Düngemittel verwenden.

Anders als die mineralischen Rasendünger, werden diese in der kalten Jahreszeit nicht ausgewaschen und verunreinigen somit nicht das Grundwasser. Gras wächst erst ab einer Bodentemperatur von ca. 10° Celsius. Nur dann können auch Nähstoffe aufgenommen werden. Bei ausreichender Wärme wandeln Mikroorganismen und Regenwürmer den organischen Dünger in pflanzenverfügbare Nährstoffe um und verhelfen somit dem Rasen zu stetigem, gesunden Wachstum. Ist der Boden kalt, wächst weder das Grass, noch ist das Bodenleben aktiv. Der organische Dünger geht aber nicht verloren, sonder bleibt auf der Bodenkrume liegen, bis er im Frühjahr, bei steigenden Temperaturen, durch die Arbeit der Bodentierchen wieder dem Rasen als Nahrung zu Verfügung gestellt wird.

Bei mildem Herbstwetter ohne Bodenfröste hält das Grasswachstum unter Umständen lange an. Wird der Rasen vor dem Winter länger als 5 cm, sollte noch gemäht werden. In dieser Zeit hilft die organische Herbstdüngung dem Rasen gestärkt in den Winter zu gehen.

 

3. Gräser nicht beschneiden

Bei der herbstlichen "Aufräumarbeit" im Garten wird allzuoft gerne zur Schere gegriffen. Doch hier ist Vorsicht geboten!  Als Grundregel gilt, wer zuviel schneidet, raubt den Pflanzen ihren natürlichen Winterschutz.

Frostempfindliche Pflanzen sollten daher besser erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Rosen werden nur grob ausgeputzt. Dabei werden verblühte Triebe um höchsten ein Drittel eingekürzt. Der eigentliche Rückschnitt erfolgt erst im April mit beginnendem  Neuaustrieb.

Größere Ziergräser wie Chinaschilf oder Pampasgras dürfen im Herbst auf gar keinen Fall beschnitten werden! In die offenen hohlen Halme würde sonst Wasser eindringen, welches bei Frost das Herz der Pflanze kaputt macht. Genau wie die Rosen werden diese Gräser erst im April um Zweidrittel bis Dreiviertel zurückgeschnitten und durch eine Düngung zu kräftigem Neuaustrieb angeregt.

Ziergräser brauchen lange bis sie im Folgejahr wieder Ihre volle Größe erreicht haben. Erst im Spätsommer bilden Sie ihre Blütenstände aus. Diese sehen dann auch im Winter, wenn Rauhreif, Eis oder Schnee an ihnen haftet, richtig schön aus.

 

Gärtnermeister Olaf Beier

Olaf Beier: Gärtnermeister der FR Zierpflanzenbau und Inhaber der Landgärtnerei Beier
Gerade im Herbst gibt es im Garten viel zu tun (Foto: Fotolia)

Olaf Beier ist Gärtnermeister der FR Zierpflanzenbau und Inhaber der Landgärtnerei Beier in der Nähe von Hamburg.
   
Weitere Informationen erhalten Sie unter folgenden Adressen:
www.landgaertnerei-beier.de
www.gruenes-medienhaus.de
www.ihre-gaertnerei.de
www.g-net.de