Türen lackieren – alle Schritte erklärt

Die Zimmertüren benötigen einen neuen Anstrich: Der Lack platzt ab, einige Stellen sind matt geworden, der Farbton wirkt gelblich statt weiß. Aber gleich einen Handwerker bestellen? Das Lackieren klappt auch in Eigenregie. Wir erklären Ihnen, welche Materialen erforderlich sind und wie Sie Schritt für Schritt neuen Glanz in Ihre Räume bringen.


Tür und Rahmen: Die wichtigsten Fachbegriffe

Was ist eine Zarge? Welcher Teil ist gemeint, wenn Fachleute von einem Türblatt sprechen? Und wo sitzen die Beschläge? Bevor wir in die Arbeitsschritte beim Lackieren von Türen eintauchen, lassen Sie uns die wichtigsten Fachbegriffe klären. Damit sind Sie fürs Gespräch mit dem Fachhändler gut gewappnet.

  • Türblatt: Dieser Begriff bezeichnet den beweglichen Teil der Tür. Alternativ wird dafür auch der Begriff Türflügel verwendet.
  • Türzarge: Damit ist der Rahmen der Tür gemeint. Unter Fachleuten wird die Zarge auch Türfutter genannt.
  • Türband oder Türangel meint die Halterungen, mit denen das Türblatt an der Zarge befestigt ist. In der Regel sind die Türblätter dort nur eingehängt. Sie lassen sich dementsprechend einfach herausheben, um sie zu bearbeiten.
  • Türbeschläge sind alle Vorrichtungen, die zum Öffnen und Verriegeln der Tür gebraucht werden. Konkret sind das: die Türgriffe, das Schloss sowie Abdeckblech und Rosetten. Wenn vorhanden, gehört auch ein Riegel zu den Beschlägen einer Tür.

Lackaufbau und Lacksorten

Damit eine Lackierung gut haftet, gut deckt und eine strapazierfähige Oberfläche bildet, müssen verschiedene Eigenschaften zusammenkommen. Das lässt sich am besten über den richtigen Aufbau der Lackierung erreichen:

  • Der Vorstrich- oder Grundlack sorgt für gute Haftung auf der zu streichenden Fläche.
  • Der Decklack enthält die eigentlichen Farbpigmente und bildet die harte Oberfläche aus.

Die Hersteller stimmen in ihren Produktlinien diese Komponenten aufeinander ab. Für Heimwerker kommen auch Kombilacke oder 2-in-1-Lacke infrage, die alle Eigenschaften vereinen und für den Privateinsatz vollauf genügen. Bei starker Belastung ist jedoch ein professioneller Farbaufbau sinnvoller. Wenn Sie eine dunkle Fläche hell überstreichen wollen, brauchen Sie einen Qualitätslack mit hohem Pigmentanteil. Stellen Sie sich lieber darauf ein, zwei Lackschichten aufzutragen, um einen gleichmäßig deckenden Anstrich herzustellen.

Grundsätzlich lassen sich zwei Lacktypen mit deutlich unterschiedlichen Eigenschaften unterscheiden: wasserbasierte Acryllacke und lösemittelhaltige Alkydharzlacke. Letztere werden auch als Kunstharzlacke bezeichnet.

  • Wasserbasierte Acryllacke sind die umweltschonende Variante zum Lackieren von Türen in Innenräumen. Sie enthalten als Lösemittel Wasser und sind geruchsmild. Der Lack härtet physikalisch aufgrund der Verdunstung des Wassers aus. Die Farbe lässt sich bei Bedarf mit Wasser verdünnen. Benutzte Gerätschaften können Sie ebenfalls mit Wasser reinigen.
  • Alkydharz- oder Kunstharzlacke sind lösemittelbasiert. Sie trocknen nicht im eigentlichen Wortsinn, sondern härten chemisch aus. Vorteil, wenn Sie mit Alkydharzlack die Türen lackieren: Der Lack lässt sich sehr gut verarbeiten, sorgt für glatte Oberflächen und ist sehr stoßfest. Allerdings sind die Ausdünstungen gesundheitsgefährdend. Aber: Es gibt auch aromatenfreie Kunstharzlacke ohne den aggressivsten Bestandteil konventioneller Lösungsmittel, die aromatischen Kohlenwasserstoffe. Diese Lacke riechen weniger intensiv und gelten als umwelt- und gesundheitsverträglicher. Nach dem Streichen reinigen Sie das benutzte Werkzeug mit Pinselreiniger oder Lösemittel. Die anfallenden flüssigen Abfälle müssen Sie fachgerecht entsorgen, sie dürfen nicht einfach ins Waschbecken gegossen werden!

Geräte und Materialien

Wenn Sie Ihre Türen lackieren wollen, gehen Sie zuerst am besten zum Fachhändler. Hier bekommen Sie umfassende Beratung und Materialien sowie Gerätschaften in Handwerkerqualität.

  • Wer kein Schleifgerät besitzt und keines kaufen will, kann es ausleihen. Ein Exzenterschleifer kostet im Baumarkt etwa zehn Euro Leihgebühr pro Tag. Wer Altbautüren mit Glasscheiben oder Kassetten hat, sollte dazu einen sogenannten Deltaschleifer ausleihen. Dank seiner dreieckigen Form kommen Sie damit gut in jede Ecke.
  • Ein Heißluftgebläse können Sie ebenfalls im Baumarkt ausleihen, die Leihgebühr beträgt auch um die zehn Euro pro Tag. Falls Sie ein Gebläse kaufen möchten: Die Preisspanne ist groß, erhältlich sind die Geräte ab rund 30 Euro.
  • Darüber hinaus brauchen Sie Holzböcke: In der Klappversion gibt es sie schon für etwa 25 Euro pro Paar. Mit Arbeitsböcken, wie sie auch Profis benutzen, kommen Sie preislich schnell auf das Doppelte oder Dreifache. Wenn Sie keine extrem großen und schweren Massivholztüren bearbeiten, reicht die einfache Version.
  • Weiter landen in Ihrem Einkaufskorb: Schleifpapier, Flachpinsel, Lackrolle und Lackwanne. Wollen Sie im Haus arbeiten, benötigen Sie auch Malerplane zum Unterlegen. Nicht zuletzt sollten Sie einen Atemschutz und eine Sicherheitsbrille besorgen.

Vor dem Streichen: Klebetest durchführen

Wie groß der Aufwand ist, wenn Sie Ihre Türen lackieren, hängt von der Tragfähigkeit des derzeitigen Anstrichs ab. Mitunter reicht es, den alten Lack oberflächlich anzuschleifen. In anderen Fällen müssen Sie den alten Lack komplett entfernen, bevor Sie die Türen neu lackieren. Das ist deutlich aufwendiger.

Das Magazin „Meine erste Wohnung“ gibt in seiner Onlineausgabe einen einfachen Tipp, wie sich die Tragfähigkeit der alten Lackschicht überprüfen lässt: Drücken Sie einen Klebestreifen auf das Türblatt und reißen Sie ihn ruckartig wieder ab. Bleiben Lacksplitter an dem Klebestreifen hängen, bedeutet das: Der alte Lack muss komplett entfernt werden, bevor Sie die Tür lackieren können. Bleibt der Klebestreifen dagegen sauber, müssen Sie das lackierte Holz nur mehrmals mit Schleifpapier anrauen. Dadurch wird die Oberfläche tragfähig für den neuen Lack. Ohne Anschliff könnte der neue Lack flächig wieder abplatzen.


Schleifen vor dem Lackieren der Türen

Tür wird mit Excenterschleifer abgeschliffen
Beim Abschleifen mit dem Exzenterschleifer entsteht eine glatte, weitgehend riefenfreie Oberfläche. (Quelle: iStock-901661878-N-sky)

Löst sich der bestehende Anstrich noch nicht vom Holz, schleifen Sie ihn also nur an. Das lässt sich per Hand mit Schleifklotz und Schleifpapier erledigen. Noch einfacher ist es mit einem elektrischen Schleifgerät und Schleifpapier mit der Körnung 80. Wenn Ihre Schleifmaschine die Möglichkeit bietet, sollten Sie einen Staubsack an das Gerät anschließen. Er fängt einen Großteil des Lackstaubs auf, ein zusätzlicher Mundschutz empfiehlt sich aber.

Nach dem ersten Schleifdurchgang mit dem 80er-Papier sollten zwei weitere Durchgänge mit feinerem Papier folgen. Die DIY Academy, die Anleitungen und Seminare für Heimwerker anbietet, rät, zunächst ein 120er- und dann ein 180er-Papier zum Nachschleifen einzusetzen. „Dabei immer mit leichtem Druck in Richtung der Maserung arbeiten und den Staub mit einer trockenen Bürste entfernen“, raten die Experten. Alternativ leistet auch ein Staubsauger gute Dienste. Wichtig ist, gleichmäßig Druck auszuüben und nicht zu lange an einer Stelle zu schleifen. Sonst entstehen unschöne Vertiefungen. An den Kanten müssen Sie per Hand nacharbeiten.


Alter Lack: Ablösen oder abbeizen?

Sie haben mit dem Klebestreifentest festgestellt, dass der alte Lack nicht mehr tragfähig ist? Dann muss der Anstrich komplette abgetragen werden, bevor Sie Ihre Türen lackieren. Auch das lässt sich mit der Schleifmaschine bewerkstelligen. Sind mehrere Lackschichten zu entfernen, können Sie auch zu einer Lackfräse greifen. Allerdings besteht die Gefahr – gerade, wenn Sie ungeübt sind – dass die Oberfläche uneben wird. Besser wäre in diesem Fall, Sie lösen oder beizen den Lack ab.

  • Ablösen: Das funktioniert mit einem Heißluftgebläse. „Die Gebläse weichen bei sehr hohen Temperaturen den Lack auf, der dann mit einem Spachtel entfernt wird“, erläutert Ludger Küper vom Paint Quality Institute in Frankfurt/Main gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Die Arbeit mit den Gebläsen sei aber nicht unproblematisch, da beim Auflösen des Lacks giftige Dämpfe entstehen können, warnt er. Außerdem könne man sich an der Heißluft oder der Gerätedüse Verbrennungen zuziehen. Da heißes Holz schnell weich wird, kommt es zudem leicht zu Überflächenbeschädigungen durch falsch geführten Spachtel. Generell wird mit der Maserung gearbeitet, niemals dagegen.
  • Abbeizen: Chemischen Abbeizer gibt es in verschiedenen Qualitäten. Als das sanfteste Mittel gilt Salmiakgeist, unter Umständen ist er aber nicht aggressiv genug. „Ohne Gift geht es kaum“, hat auch die Stiftung Warentest festgestellt. Abbeizer, die Lösemittel enthalten, sind schädlich für die Umwelt. Sie wirken jedoch am besten: Nach zwei bis drei Stunden Einwirkzeit lassen sich sogar mehrere Schichten alter Farbe mit dem Spachtel ablösen. Die anfallenden Abfälle müssen als umweltgefährdende Stoffe fachgerecht entsorgt werden!

Wichtig: „Beim Abbeizvorgang sind Schutzbrille und Schutzhandschuhe ein Muss“, betont Barbara Traube von der DIY Academy.


Am besten im Freien arbeiten

Einte Frau trägt Schutzbrille bei Schleifarbeiten
Auch beim Schleifen im Freien ist das Tragen einer Schutzbrille ratsam. (Quelle: iStock-939636622-spukkato)

Wenn Sie Ihre Türen vor dem Lackieren nur anschleifen, können Sie dies im Haus tun. Besser ist es allerdings, Garten, Carport oder Balkon zu nutzen. Trotz Vorsichtsmaßnahmen – abgedeckte Möbel, Vorhang an der Türzarge – verteilt sich Staub überall. Sollten Sie mit lösemittelhaltigem Abbeizer arbeiten, müssen Sie die Warnhinweise auf der Verpackung berücksichtigen. Dort wird das Öffnen der Fenster, besser aber das Tragen eines Atemfilters mit Aktivkohleeinsatz empfohlen. Generell ist es am besten, Sie setzen Abbeizer nur im Freien ein. Die Zargen müssen Sie jedoch vor Ort bearbeiten.

Beim Aufbringen des Lacks gilt: Je geruchsärmer das Produkt ist, umso eher können Sie innerhalb der Wohnung damit arbeiten. Verwenden Sie stark ausdünstenden Kunstharzlack? Dann sollten Sie Ihre beiden Holzböcke im Garten oder auf dem Balkon aufstellen. Bei niedrigen Außentemperaturen sind Lacke dickflüssiger und verlaufen schlechter.

Übrigens: Egal, ob Sie drinnen oder draußen arbeiten – die Umgebung muss möglichst staubfrei sein. Kaum etwas ist ärgerlicher als kleine Fremdkörper auf den frisch lackierten Türen. Das gilt auch für Pollen!


Türen lackieren: Jetzt wird gestrichen

Sie haben alle Vorarbeiten geleistet. Es geht nun daran, die Türen wieder in einen schönen Zustand zu versetzen. Haben Sie Ihre Tür abgeschliffen, entfernen Sie zunächst mit einem sauberen Besen oder dem Staubsauger den groben Staub. Mit einem nebelfeuchten Tuch wird die Tür anschließend abgewischt. Geben Sie dem Holz ausreichend Zeit, zu trocknen. Auch auf Türen, deren Lack abgelöst oder abgebeizt wurde, dürfen keine Krümel zurückbleiben.

Größere Flächen des Türblatts werden dann mit der Schaumstoffrolle lackiert. Dabei ist egal, ob es sich um die Grundierung oder den endgültigen Lack handelt. Mit der Rolle wird die Farbe dünn und gleichmäßig verteilt. Anschließend geht es an die kleineren Flächen, Kanten und Falze. Falze sind Abstufungen, wie sie zum Beispiel in Altbautüren häufig vorkommen. Dafür eignet sich ein Flachpinsel besser als die Rolle. Beim Streichen gilt die Regel: Lieber zweimal dünn als einmal satt streichen.

Erst wenn die eine Seite komplett durchgetrocknet ist, dürfen Sie die Tür umdrehen und die zweite Seite bearbeiten. Fühlt sich der Lack oberflächlich trocken an, besagt das noch nicht, dass er wirklich durchgetrocknet ist. Berücksichtigen Sie die Zeitangaben, die der Hersteller auf dem Etikett der Lackdose nennt. Tipp: Bevor Sie die Tür mit der frisch gestrichenen Seite auf die Böcke legen, decken Sie die Böcke mit weichen Tüchern ab, um Beschädigungen zu vermeiden.

Die Türzarge streichen Sie vom Prinzip her genauso, nur eben in der Senkrechten. Passen Sie dabei auf, dass keine Farbe auf die Drehbolzen der Türbänder gerät. Das würde später die Beweglichkeit des Türblatts stören.


Die passende Pflege für lackierte Türen

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Sie haben sich viel Mühe damit gemacht, Ihre Türen zu lackieren. Darum sollten Sie sie entsprechend pflegen, damit Sie viele Jahre Freude an der neuen Lackierung haben. Auf dem Portal my-hammer.de, das Handwerker-Jobs vermittelt, wird geraten: „Zum Abwaschen keine kratzenden Schwämme oder aggressive Putzmittel verwenden. Je glänzender der Lack ist, desto schonender muss die Reinigung erfolgen.“ Einfache Seifenlauge und ein weicher Schwamm reichen aus, um Ihre frisch lackierten Türen künftig zu pflegen. Trittspuren am unteren Rand können Sie leicht mit einem Radiergummi entfernen.

Oft wecken kleine Renovierungsarbeiten wie das Lackieren von Türen die Lust auf umfassendere Verschönerungsmaßnahmen. Solche Maßnahmen verbessern nicht nur das Wohngefühl, sie können auch eine Wertsteigerung für Ihre Immobilie bedeuten. Wollen Sie auch Böden abschleifen, neuen Teppichboden verlegen oder die Wände tapezieren lassen, können Sie sich hinsichtlich der Finanzierung von Schwäbisch Hall unterstützen lassen. Sprechen Sie uns an, unsere Heimatexperten beraten Sie gern.


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