Bad renovieren: Wohlfühloase statt Nasszelle

Kacheln aus den Siebzigerjahren, Waschbecken in niedriger Höhe, eine abgestoßene Badewanne: In älteren Häusern entsprechen die Bäder selten den heutigen Ansprüchen. Da heißt es: Bad renovieren! Erfahren Sie hier, worauf Sie dabei achten sollten. Und denken Sie darüber nach, ob Sie den Raum im Rahmen der Renovierung nicht gleich ein bisschen vergrößern wollen.


Das Bad renovieren – und mehr Platz schaffen

Früher galten Badezimmer als rein funktionale Räume. Man wusch und schminkte sich unter dem kalten Licht der Leuchtstoffröhre, stellte oft noch die Waschmaschine hinein. Das war es. Heute sollen Bäder kleine Wohlfühloasen sein. Platz für Pflanzen, angenehme Beleuchtung, eine große Dusche mit Massagedüsen, vielleicht eine Badewanne über Eck … Den Ideen sind in der Theorie keine Grenzen gesetzt. Letztendlich kommt es aber auf den Grundriss an, wenn Sie Ihr Badezimmer renovieren.

Die durchschnittliche Größe des deutschen Badezimmers ist gering. Sie beträgt 9,1 Quadratmeter, das hat die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) in einer Studie ermittelt. Ist das in Ihrem Haus oder Ihrer Eigentumswohnung auch der Fall? Dann denken Sie doch mal über die Raumaufteilung nach. Muss der Flur wirklich so groß sein? Brauchen Sie das kleine Zimmer neben dem Bad überhaupt? Möglicherweise können Sie ein paar Quadratmeter von anderen Räumen abzweigen. Wenn Sie das Bad renovieren und ihm mehr Platz einräumen, verwandeln Sie die bisherige Nasszelle in ein kleines Spa. Eventuell können Sie sogar eine hüft- oder brusthohe Mauer als Raumteiler einziehen. So haben Sie die Möglichkeit, beispielsweise die Toilette oder den Waschtisch mit einem Sichtschutz zu versehen.


Das Bad erneuern: Fachleute oder Do-it-yourself?

Ein altes Bad zu renovieren kann je nach Umfang eine kostspielige Angelegenheit sein. Günstiger wird es, wenn Sie einige Arbeiten selbst erledigen. Doch überschätzen Sie Ihre Fähigkeiten nicht. Gerade im Bad mit seinen gleichmäßig verlegten Fliesen fallen Ungenauigkeiten sofort ins Auge. Wer sein Badezimmer renovieren will, benötigt Kenntnisse oder Fachleute in folgenden Berufen:

  • Trockenbauer – für den Fall, dass Sie Wände einziehen oder versetzen möchten
  • Sanitärinstallateur und Heizungsbauer – für die Rohre, die erneuert oder neu verlegt werden müssen
  • Elektriker – fürs Verlegen der elektrischen Leitungen und den Einbau neuer Lampen
  • Fliesenleger – fürs fachgerechte Erneuern der alten Badezimmerfliesen
  • Maurer – wenn Sie Teile der Wände nicht verfliesen und stattdessen neuen Wandputz aufbringen
  • Glaser – für das Auswechseln des alten, nicht mehr ansehnlichen Fensters

Sie wollen trotz hoher Anforderungen Ihr Bad selbst renovieren? Dann finden Sie im Internet auf verschiedenen Do-it-yourself-Seiten genaue Anleitungen dazu. Zum Beispiel zeigt das Onlineportal der Zeitschrift „selber machen“ Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Badezimmer renovieren.

Rundumerneuerung für Ihr Bad

Flickschusterei bedeutet in aller Regel: Sie werfen Geld zum Fenster hinaus. Denn die Freude währt meist nicht lange. Wenn Sie in einem älteren Haus das Bad renovieren, sollten Sie besser von Anfang an groß denken. Bringen Sie nicht nur moderne Fliesen an die Wand und bauen eine schicke Badewanne ein: Gestalten Sie Ihr Badezimmer von Grund auf neu. Anregungen erhalten Sie zum Beispiel auf Badausstellungen und Messen sowie in Wohnmagazinen.

Beginnen Sie bei der Planung mit der Platzierung von Waschbecken, Toilette und den weiteren Einbauten. Sind die Anschlüsse tatsächlich da, wo Sie sich die Sanitärelemente wünschen? Wenn Sie Ihr Badezimmer renovieren, können Sie so gut wie alles verändern: Soll die Badewanne wirklich am selben Ort bleiben? Wollen Sie überhaupt eine Badewanne, oder ziehen alle Familienmitglieder das Duschen vor? Soll es ein Bidet geben? Wenn der Platz dafür da ist: Wie wäre es mit einem zweiten Waschbecken? Laut VDS-Studie gibt es in 32 Prozent der Mehrpersonenhaushalte morgens Engpässe im Bad.


Das Bad renovieren – und mehr Platz schaffen

Bevor Sie zu einem Architekten oder einem professionellen Badplaner gehen, können Sie ausprobieren, ob sich Ihre Vorstellung vom neuen Bad auf dem vorhandenen Raum umsetzen lässt. Fertigen Sie eine möglichst maßstabsgetreue Skizze Ihres Badezimmers an. Schneiden Sie aus einem Blatt Papier oder einem Stück Pappe auch kleine Waschbecken, Toilettenschüsseln, Duschwannen und Schränke aus. Schieben Sie dann die Einbauten und Kleinmöbel so lange auf der Skizze hin und her, bis alle Familienmitglieder zufrieden sind. Übrigens: In einer Umfrage von immowelt.de sagten 85 Prozent, bei der Wohnungssuche sei ihnen eine Dusche wichtig. Dagegen legten nur 57 Prozent Wert auf eine Badewanne.

Wenn Sie Ihr Bad renovieren, sollten Sie sich auch mit der Frage auseinandersetzen, wo Waschmaschine und Wäschetrockner stehen sollen. Im Idealfall haben Sie einen Hauswirtschaftsraum, in dem Sie die Geräte unterbringen können. Werden sie stattdessen mit in das neue Bad einziehen, müssen Sie auch die entsprechenden Leitungen und Anschlüsse an die richtige Stelle bringen.


Verschiedene Möglichkeiten zum Heizen

Wenn Sie Ihr Badezimmer renovieren, sollten Sie über eine Fußbodenheizung nachdenken. Der Vorteil ist klar: Sie werden immer warme Füße haben. Gerade in einem gefliesten Raum ist das nicht zu unterschätzen. Mithilfe eines smarten Thermostats können Sie die Bodenheizung ganz nach Bedarf steuern. Sie legen beispielsweise fest, dass morgens zwischen 6 und 7.30 Uhr und abends zwischen 21 und 23 Uhr im Bad geheizt wird. Auch sogenannte Konvektoren sorgen für wohlige Wärme im Bad – und das vor allem schnell. Sie arbeiten ähnlich wie Heizlüfter, sind aber nicht für den Dauergebrauch geeignet. Ihr Betrieb kann hohe Stromkosten verursachen.

Eine weitere Möglichkeit, schnell Wärme zu produzieren, sind Strahlungsheizungen. Sie können zum Beispiel in einen Spiegel integriert werden. Der Nachteil: Außerhalb der bestrahlten Region bleibt es kühl. Sehr beliebt im Bad sind Handtuchheizkörper. Oft sind sie weiß und schlicht, aber es gibt sie auch in Designfarben und -formen. Außer einem warmen Badezimmer haben Sie damit schnell wieder trockene Handtücher. Viele Hausbesitzer finden die Kombination von Fußbodenheizung und Handtuchheizkörper ideal.

Sie haben noch alte Rippenheizkörper im Bad? Die können Sie sie mit einem frischen Anstrich versehen und weiterbenutzen. Aber passen sie wirklich noch zu Ihrem schönen neuen Badezimmer? Im Fachhandel gibt es Ersatzheizkörper für Glieder- oder Rippenheizkörper. Weil sie dieselben Anschlussabstände wie die alten Heizkörper haben, lassen sie sich relativ einfach austauschen.


Frischer Wind fürs Bad: Beim Renovieren neue Fliesen verlegen

Nichts prägt einen Raum wie die Wand- und Bodengestaltung. Das sollten Sie bedenken, wenn Sie Ihr Badezimmer renovieren. Selbstverständlich sollten Sie bei Farbe, Form und Oberfläche nach Ihrem persönlichen Geschmack gehen. Dennoch gibt es ein paar Regeln, an denen Sie sich bei der Auswahl orientieren können. Wählen Sie nur Materialien, die für Feuchträume geeignet sind und auf denen sich kein Schimmel bilden kann.

  • Oberfläche der Fliesen: Glatte Bodenfliesen lassen sich sehr gut sauber halten, können bei Nässe aber rutschig sein. Achten Sie auf die richtige Rutschhemmklasse. Strukturierte Fliesen, beispielsweise mit Rippen oder Noppen, verschmutzen schneller. Auf ihnen geht es sich aber sicherer. Gerade wenn Kinder in Ihrem Haushalt leben, ist diese Variante die bessere.
  • Größe der Fliesen: Hieß es früher, große Fliesen passen nur zu großen Bädern, gilt das heute nicht mehr. Inzwischen geht der Trend auch bei kleinen Bädern zu großformatigen Fliesen. Vorteil: Zwischen den Fliesen gibt es weniger Fugen, Wände und Boden lassen sich leichter reinigen. Außerdem wirken kleine Bäder durch große rechteckige Wandfliesen, die quer verlegt sind, großzügiger.
  • Stärke der Fliesen: Das Standardmaß für den Privatbereich beträgt acht Millimeter. Für die Wände ist das ausreichend. Auf dem Boden sollten Sie besser eine Stärke von zehn oder zwölf Millimetern einsetzen, entsprechende Fliesen sind stabiler.

Farbauswahl für das neu gestaltete Badezimmer

Bedenken Sie die unterschiedliche Wirkung von Farben, wenn Sie Ihr Bad renovieren. Hier gilt:

  • Helle Farben lassen den Raum größer erscheinen.
  • Dunkle Farben verkleinern den Raum.
  • Auffällige Farben können Sie als Akzent einsetzen, flächendeckend wirken sie mit der Zeit aufdringlich.

Den Boden fliesen Sie am besten dunkler als die Wände oder zumindest in derselben Farbe. Ist der Boden heller als die Wände, empfinden das die meisten Menschen als unstimmig.

Darüber hinaus können Sie sich im Bad die Erkenntnisse der Farbpsychologie zunutze machen: 

  • Warme Farben wie Orange und Brauntöne wirken beruhigend.
  • Gelb macht optimistisch.
  • Rot kann als unruhig empfunden werden.
  • Blau, Grün und Türkis wirken anregend und vitalisierend.
  • Grau gilt als Farbe der Zurückhaltung und Neutralität. In Kombination mit Weiß und/oder Schwarz sehen Grau- und Anthrazittöne oftmals sehr elegant aus.

Übrigens lassen sich auch mit Accessoires schöne Farbakzente setzen.


Von Barrierefreiheit im Bad profitieren alle

Das Thema Barrierefreiheit geht jeden etwas an: Entweder Sie haben kleine Kinder oder Senioren im Haushalt, oder Sie denken bereits an Ihr eigenes Alter. Bei Hausbesitzern, die ihr Bad renovieren, liegt beispielsweise der Einbau bodengleicher Duschen im Trend. Im Jahr 2017 verfügten laut VDS-Studie 17 Prozent aller Bäder in Deutschland über eine solche Dusche. Zum Vergleich: 2011 waren es erst sieben Prozent. Tipp: Weichen Sie vom Standardmaß (80 x 80 Zentimeter) für Duschkabinen ab. Wenn Sie Ihr Bad renovieren und eine Duschkabine mit den Maßen 150 x 150 Zentimeter einbauen, passt dort gegebenenfalls sogar ein Rollstuhl hinein.

Außerdem sollten Sie darauf achten, dass Armaturen auch für Kinder und sitzend gut zu erreichen sind. Als barrierefrei gelten Einhebelmischer, die sich mit nur einer Hand bedienen lassen. Thermostat-Armaturen sorgen dafür, dass die Temperatur konstant bleibt. Wenn Sie Ihr Badezimmer renovieren wollen, erhalten Sie viele gute Empfehlungen zur Barrierefreiheit bei den Verbraucherzentralen, zum Beispiel bei der VZ Rheinland-Pfalz.

Übrigens: Es gibt höhenverstellbare Waschtische. Sie sind nicht nur für Senioren und Menschen mit Körperbehinderung sinnvoll, sondern auch für Kinder. Wenn die Kleinen größer werden, wächst das höhenverstellbare Waschbecken mit.


Das neue Bad finanzieren

Wenn Sie Ihr Bad renovieren oder sogar umbauen, sollten Sie umfassend vorgehen – Sie werden dann viele Jahre täglich Freude an Ihrem neuen Bad haben. Und zugleich erreichen Sie eine deutliche Wertverbesserung Ihrer Immobilie. Mit einer cleveren Finanzierung lassen sich die Kosten gut bewältigen. Die Spezialisten von Schwäbisch Hall erarbeiten gern mit ihnen ein ganz individuelles Finanzierungskonzept. Sprechen Sie unsere Heimatexperten einfach einmal unverbindlich auf einen Modernisierungskredit an.

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