So werden kleine Bäder zu Wellnessoasen

Mehr als eine halbe Stunde verbringen die Deutschen im Schnitt pro Tag in ihrem Badezimmer. Und die Zahl derer, die ihr Bad als Wellnessoase noch intensiver nutzen, steigt. Wie sich auch kleine Bäder in Wohlfühlorte verwandeln lassen: Mit diesen Kniffen wird das Mini-Bad zum Schmuckstück!


Bis zu sechs Quadratmeter gilt ein Bad als klein

Küchen werden seit Jahren immer größer und offener gestaltet. Die Größe des durchschnittlichen Badezimmers hingegen stagniert bei rund acht Quadratmetern. Dafür steigt die Zahl der Badsanierungen seit 2012 rasant an. Vor allem kleine und mittlere Bäder lassen sich mit überschaubaren Kosten auf Vordermann bringen. Als kleine Bäder gelten dabei Räume mit einer Fläche von drei bis sechs Quadratmetern, als mittlere solche mit sechs bis zehn Quadratmetern. Ab zehn Quadratmetern Fläche bezeichnen Fachleute ein Bad bereits als groß.

Vier Elemente beeinflussen maßgeblich die Wirkung eines Badezimmers:

  • Einrichtung
  • Farben
  • Fliesen
  • Licht

Geschickt miteinander kombiniert, lassen sie auch einen kleinen Raum geräumig erscheinen.


Clever einrichten – mit kleinen Ausstattungsobjekten

Beginnen wir mit der Einrichtung – häufig die größte Herausforderung: Kleine Bäder bieten in der Regel zu wenig Raum für eine Badewanne in der Standardgröße 1,70 x 0,75 Meter. Die Lösung hängt auch von den persönlichen Vorlieben ab. Manche Bauherren oder Sanierer, die ohnehin nicht gern baden, verzichten auf eine platzraubende Wanne und investieren lieber in eine luxuriöse Dusche. Lichtduschen mit reflektierenden Farbspielen oder Massagedüsen sind Elemente, die den Wellnessfaktor im Bad erhöhen. Je nach Grundriss lassen sich bestimmte Duschen auch in Ecken und Nischen einrichten. Das Angebot ist vielfältig: Es gibt sie quadratisch oder rechteckig für lange, schmale Bäder, aber auch fünfeckig und in Viertelkreisform.

Kleine Bäder mit Dusche oder Badewanne – oder beides?

Wichtig für den optischen Eindruck: Die Dusche sollte ebenerdig und die Kabine oder Trennwand zum Rest des Raums aus Glas sein. Dadurch erscheint der Gesamtraum größer. Diese Wirkung wird noch verstärkt, wenn der Duschboden mit den gleichen Fliesen ausgelegt ist wie der Rest des Raums. Ebenerdige Duschen haben außerdem den Vorteil, dass sie zur Barrierefreiheit beitragen. Wenn Sie beim Bau oder bei einer Sanierung gleich weitere Dinge wie rutschfeste Böden und einen höhenverstellbaren Waschtisch realisieren, sparen Sie sich den Aufwand eines eventuellen Umbaus im Alter. Die meisten Maßnahmen zur Barrierefreiheit sind auch in kleinen und mittelgroßen Badezimmern möglich.

Wer auf eine Badewanne nicht verzichten möchte, sollte in einem kleinen Bad eine Variante des Standardmodells wählen, zum Beispiel eine Eckwanne oder eine asymmetrische Wanne. Solche Badewannen lassen sich auch in verwinkelte Badezimmer platzsparend integrieren. Da diese Wannen aber normalerweise kürzer sind als Standardausführungen, sollten vor allem große Menschen darauf achten, dass die Wanne tief genug ist. Sonst ragen beim Baden wahlweise die Knie oder der Oberkörper bis zum Bauchnabel aus dem Wasser. Natürlich können Sie auch die klassische Variante von Dusche und Badewannein einem wählen.


Sanitärelemente in kleinen Bädern neu platzieren

Durch einen besonderen Kniff können Sie übrigens in standardmäßig eingerichteten Bädern die Anordnung der einzelnen Sanitärelemente beliebig verändern: Mit einer sogenannten Vorwandinstallation lässt sich der vorhandene Platz effektiver nutzen. Dabei werden die Wasserleitungen je nach individuellen Wünschen neu verlegt, allerdings außerhalb der Wand. Eine Verkleidung verdeckt sie anschließend. So müssen keine Wände aufgerissen werden. Bei einer auf halber Wandhöhe angebrachten Installation lässt sich der entstandene Vorsprung auch als Abstellmöglichkeit nutzen. Apropos: Bei Schränken und Regalen sollten Sie grundsätzlich beachten, dass ein großer Schrank platzsparender ist als mehrere kleine Regalbretter und Minivitrinen.

Platz sparen lässt sich auch bei Waschbecken und WC. So erfüllt ein Waschtisch mit einem etwas kleineren Becken meist ebenso seine Funktion wie ein großes, wandmontiertes Waschbecken. Wird das Becken zudem bündig in die Tischplatte integriert, wirkt die Gesamtoberfläche deutlich größer. Mit einem passenden Unterschrank entsteht zusätzlicher Stauraum.


Wärme aus passenden Quellen

Ein weiterer Aspekt ist die Auswahl der Heizung. Klassische Heizkörper sind überflüssige Platzräuber. Handtuchheizkörper stellen eine Alternative dar, da sie gleichzeitig als Handtuchhalter dienen. Die elegantere Lösung für kleine Bäder ist aber eine elektrische Fußbodenheizung. Sie spart Platz – und verglichen mit einer üblichen Warmwasser-Fußbodenheizung benötigt sie kaum Vorlaufzeit zum Aufheizen. Verbunden mit Smart-Home-Elementen wie einem intelligenten Thermostat taucht sie das Bad automatisch zum gewünschten Zeitpunkt in wohlige Wärme. Beim Einbau werden zugeschnittene Heizmatten unter den Fliesen angebracht. So lässt sich eine Elektrofußbodenheizung auch in verwinkelten Bädern einbauen – übrigens auch in ebenerdige Duschen. Das lässt Fliesen schneller trocknen und verhindert Schimmelbildung. Im Duschbereich dürfen allerdings nur speziell zugelassene Heizmatten zum Einsatz kommen.

Eine weitere Option sind Spiegelheizungen. Hinter dem Glas angebrachte elektrische Heizschlangen erwärmen die Spiegeloberfläche. Die abgestrahlte Wärme temperiert dann den Raum. Schöner Nebeneffekt: Der Spiegel kann nicht mehr beschlagen. Generell gilt beim Thema Waschbeckenspiegel: Je größer er ist, umso größer und heller erscheint auch der Raum.


Die passenden Fliesen für kleine Bäder

Neben einer platzsparenden und geschickt eingebauten Badezimmereinrichtung profitieren kleine Bäder von der Auswahl der richtigen Fliesen. Großflächige Stücke machen sich in Mini-Bädern immer besser als kleine. Der großzügigere optische Eindruck entsteht unter anderem dadurch, dass sich weniger Fugen über die Wände ziehen. Wer Fliesen mit geschliffenen Kanten wählt, kann die Fugenbreite verringern, was den Effekt noch verstärkt. Natürlich können Sie auch vollständig auf Wandfliesen verzichten und die Wände stattdessen mit einer wasserabweisenden Schicht verputzen lassen.

Für die Ecken gibt es eine weitere Fliesenalternative: zusätzliche Spiegel. Innenarchitekten empfehlen hohe, schmale Elemente vom Boden bis zur Decke, am besten in gegenüberliegenden Ecken. Mit diesem optischen Trick schaffen sie einen überraschend wirkungsvollen Effekt von Weite. Schwer nutzbare Nischen, wie sie kleine Bäder häufig aufweisen, lassen sich auch mit bunten Fliesen visuell aufpeppen.


Farbe und Licht – effektvoll eingesetzt

Überhaupt spielt die Farbgestaltung eine wichtige Rolle in kleinen Badezimmern. Der Klassiker Weiß ist deshalb so beliebt, weil Räume automatisch weitläufiger wirken, je heller sie gehalten sind. Vermeiden Sie auch große Farbkontraste. Helle Kombination aus Weiß und Gelb oder unterschiedlichen Grautönen bieten sich für kleine Bäder an. Der Grund: Kontrastarme Farbgestaltung vermittelt einen ruhigeren Gesamteindruck als sprunghaft wechselnde Farben. Letztlich bleibt dies aber immer eine Geschmackssache, ebenso wie die Verwendung von Holzelementen. Sie sorgen für ein besonders wohnliches Klima. Je dunkler das Holz ist, desto beengter wirkt der Raum allerdings. Deshalb sind Kiefer und Lärche besser geeignet als Teak und Nussbaum.

Wahre Wunder bewirkt in einem kleinen Badezimmer das richtige Beleuchtungskonzept:

  • Indirektes Licht weitet den Raum. Sind die Leuchten versteckt angebracht in Aussparungen oder Vorsprüngen, scheint das Licht direkt aus der Decke oder Wand zu kommen.
  • Einbaustrahler verschwinden ebenfalls nahezu unsichtbar in der Zimmerdecke.
  • Spiegelleuchten stellen eine weitere indirekte Lichtquelle dar.

Gerade bei hauptsächlich in Weiß gehaltenen kleinen Bädern ist es wichtig, dass die Beleuchtung nicht zu kühl ist. Es empfiehlt sich ein warmweißes Licht. Je geringer der auf der Verpackung des Leuchtmittels angegebene Kelvin-Wert ist, umso wärmer ist die sogenannte Farbtemperatur. Ein Dimmer verschafft Ihnen die Möglichkeit, die Helligkeit Ihrer jeweiligen Stimmung anzupassen. Mit zielgerichteten Spots heben Sie bestimmte Accessoires hervor. Aber Achtung: Kleine Bäder sollten durch solche Lichteffekte nicht kleinteilig wirken. Besser ist es, immer den Raum als Ganzes zu betonen, auch durch einheitliche Fliesen. Außerdem sollten Sie die Bodenfläche möglichst freihalten, Badezimmerteppiche zum Beispiel lassen den Raum sofort kleiner erscheinen.


Kleine Bäder sanieren: Was kostet das?

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Bausparen und Baufinanzierung – Beratung vor Ort durch unsere Heimatexperten-144x173Jetzt beraten lassen

Eine zentrale Frage betrifft die Kosten einer Badezimmersanierung. Sie hängen vor allem von der Qualität der Ausstattung ab. Einrichtungsberater gehen bei einem acht Quadratmeter großen Bad von knapp 10.000 Euro für eine gute Ausstattung aus. Bei hochwertiger Qualität entstehen Ausgaben ab 18.000 Euro, für die Luxusvariante gibt es kaum Obergrenzen. Allerdings erscheinen diese Kosten in anderem Licht, wenn Sie handwerklich talentiert sind: Einzelne Arbeiten wie etwas das Fliesenlegen können Sie möglicherweise auch in Eigenleistung erbringen und damit Geld sparen.

Doch diese entstehenden Kosten erscheinen in einem anderen Licht, wenn Sie sich die weitergehenden Vorteile der Badezimmersanierung vor Augen halten: Neben dem hohen täglichen Gebrauchswert erfährt Ihre Immobilie durch das neu gestaltete Badezimmer eine deutliche Wertsteigerung. Und zu guter Letzt können Sie die Aufwendungen mittels Bausparvertrag abdecken – entweder aus einem schon bestehenden Bausparvertrag, oder Sie lassen sich von den Heimatexperten der Schwäbisch Hall über die Möglichkeiten eines zinsgünstigen Modernisierungskredits informieren. Gern erarbeitet er mit Ihnen Ihr individuelles Finanzierungskonzept – und dann können Sie die Handwerker kommen lassen ...

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